Tageslesungen
Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.
Erste Lesung
Dies ist das Buch von des Menschen Geschlecht. Da Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Gleichnis Gottes und schuf sie ein Mannlein und Fraulein; und segnete sie und hied ihren Namen Mensch zur Zeit, da sie geschaffen wurden. Und Adam war hundertunddreidig Jahre alt und zeugete einen Sohn. der seinem Bilde ahnlich war, und hied ihn Seth; und lebte danach achthundert Jahre und zeugete Sohne und Tochter; dad sein ganzes Alter ward neunhundertunddreidig Jahre, und starb. Seth war hundertundfunf Jahre alt und zeugte Enos; und lebte danach achthundertundsieben Jahre und zeugete Sohne und Tochter; dad sein ganzes Alter ward neunhundertundzwolf Jahre, und starb. Enos war neunzig Jahre alt und zeugete Kenan; und lebte danach achthundertundfünfzehn Jahre und zeugete Sohne und Tochter; dad sein ganzes Alter ward neunhundertundfunf Jahre, und starb. Kenan warsiebenzig Jahre alt und zeugete Mahalaleel; und lebte danach achthundertundvierzig Jahre und zeugete Sohne und Tochter; dad sein ganzes Alter ward neunhundertundzehn Jahre, und starb. Mahalaleel war fünfundsechzig Jahre alt und zeugete Jared; und lebte danach achthundertunddreidig Jahre und zeugete Sohne und Tochter; dad sein ganzes Alter ward achthundertfunfundneunzig Jahre, und starb. Jared war hundertundzweiundsechzig Jahre alt und zeugete Henoch; und lebte danach achthundert Jahre und zeugete Sohne und Tochter; dad sein ganzes Alter ward neunhundertzweiundsechzig Jahre, und starb. Henoch war fünfundsechzig Jahre alt und zeugete Methusalah. Und nachdem er Methusalah gezeuget hatte , blieb er in einem gottlichen Leben dreihundert Jahre und zeugete Sohne und Tochter; dad sein ganzes Alter ward dreihundertfunfundsechzig Jahre. Und dieweil er ein gottlich Leben fuhrete, nahm ihn Gott hinweg, und ward nicht mehr gesehen. Methusalah war hundertsiebenundachtzig Jahre alt und zeugete Lamech; und lebte danach siebenhundertzweiundachtzig Jahre und zeugete Sohne und Tochter; dad sein ganzes Alter ward neunhundertneunundsechzig Jahre, und starb. Lamech war hundertzweiundachtzig Jahre alt und zeugete einen Sohn und hied ihn Noah und sprach: Derwird uns trosten in unserer Mühe und Arbeit auf Erden, die der HERRverflucht hat. Danach lebte erfunfhundertfunfundneunzig Jahre und zeugete Sohne und Tochter; dad sein ganzes Alter ward siebenhundertsiebenundsiebenzig Jahre, und starb. Noah war fünfhundert Jahre alt und zeugete Sem, Ham und Japheth.
Erste Lesung
Der HERR sprach zu Mose: Gehe, zeuch von dannen, du und das Volk, das du aus Agyptenland gefuhret hast, ins Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe und gesagt: Deinem Samen will ich's geben. Ich will vor dir hersenden einen Engel und ausstoften die Kanaaniter, Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter; ins Land, da Milch und Honig innen fleuftt. Ich will nicht mit dir hinaufziehen; denn du bist ein halsstarrig Volk. Ich mochte dich unterwegen auffressen. Da das Volk diese bose Rede horete, trugen sie Leide, und niemand trug seinen Schmuck an ihm. Und der HERR sprach zu Mose: Sage zu den Kindern Israel: Ihr seid ein halsstarrig Volk. Ich werde einmal plotzlich uber dich kommen und dich vertilgen. Und nun lege deinen Schmuck von dir, daß ich wisse, was ich dir tun soil. Also taten die Kinder Israel ihren Schmuck von sich vor dem Berge Horeb. Mose aber nahm die Hutte und schlug sie auf, auften feme vor dem Lager, und hieft sie eine Hutte des Stifts. Und wer den HERRN fragen wollte, muftte herausgehen zur Hutte des Stifts vor das Lager. Und wenn Mose ausging zur Hutte, so stund alles Volk auf, und trat ein jeglicher in seiner Hutte Tür und sahen ihm nach, bis er in die Hutte kam. Und wenn Mose in die Hutte kam, so kam die Wolkensaule hernieder und stund in der Hutte Tür und redete mit Mose. Und alles Volk sah die Wolkensaule in der Hutte Tur stehen, und stunden auf und neigten sich, ein jeglicher in seiner Hutte Tur. Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. Und wenn er wiederkehrete zum Lager, so wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jungling, nicht aus der Hutte. Und Mose sprach zu dem HERRN: Siehe, du sprichst zu mir: Führe das Volk hinauf, und lassest mich nicht wissen, wen du mit mir senden willst, so du doch gesagt hast: Ich kenne dich mit Namen, und hast Gnade vor meinen Augen funden. Habe ich denn Gnade vor deinen Augen funden, so laft mich deinen Weg wissen, damit ich dich kenne und Gnade vor deinen Augen finde. Und siehe doch, daß dies Volk dein Volk ist. Er sprach: Mein Angesicht soil gehen, damit will ich dich leiten. Er aber sprach zu ihm: Wo nicht dein Angesicht gehet, so führe uns nicht von dannen hinauf. Denn wobei soil doch erkannt werden, daß ich und dein Volk vor deinen Augen Gnade funden haben, ohne wenn du mit uns gehest? auf daß ich und dein Volk geruhmet werden vor allem Volk, das auf dem Erdboden ist. Der HERR sprach zu Mose: Was du jetzt geredet hast, will ich auch tun: denn du hast Gnade vor meinen Augen funden, und ich kenne dich mit Namen. Er aber sprach: So laft mich deine Herrlichkeit sehen. Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht her alle meine Güte gehen lassen und will lassen predigen des HERRN Namen vor dir. Wem ich aber gnadig bin, dem bin ich gnadig; und wes ich mich erbarme, des erbarme ich mich. Und sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich siehet. Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. Wenn denn nun meine Herrlichkeit vorubergehet, will ich dich in der Felskluft lassen stehen, und meine Hand soil ob dir halten, bis ich vorubergehe. Und wenn ich meine Hand von dir tue, wirst du mir hinten nachsehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.
Erste Lesung
Wenn du ins Land kommst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, und nimmst es ein und wohnest drinnen, so sollst du nehmen allerlei erste Fruchte des Landes, die aus der Erde kommen, die der HERR, dein Gott, dir gibt, und sollst sie in einen Korb legen und hingehen an den Ort, den der HERR, dein Gott, erwahlen wird, daß sein Name daselbstwohne, und sollst zu dem Priester kommen, der zu der Zeit da ist, und zu ihm sagen: Ich bekenne heute dem HERRN, deinem Gott, daß ich kommen bin in das Land, das der HERR unsern Vatern geschworen hat, uns zu geben. Und der Priester soil den Korb nehmen von deiner Hand und vor dem Altar des HERRN, deines Gottes, niedersetzen. Da sollst du antworten und sagen vor dem HERRN, deinem Gott: Die Syrerwollten meinen Vater umbringen; derzog hinab nach Agypten und war daselbst ein Fremdling mit geringem Volk und ward daselbst ein graft, stark und viel Volk. Aber die Agypter handelten uns ubel und zwangen uns und legten einen harten Dienst auf uns. Da schrieen wirzu dem HERRN, dem Gott unserer Vater; und der HERR erhorete unser Schreien und sah unser Elend, Angst und Not und fuhrete uns aus Agypten mit machtiger Hand und ausgerecktem Arm und mit groftem Schrecken, durch Zeichen und Wunder; und brachte uns an diesen Ort und gab uns dies Land, da Milch und Honig innen fleuftt. Nun bringe ich die ersten Fruchte des Landes, die du, HERR, mir gegeben hast. Und sollst sie lassen vor dem HERRN, deinem Gott, und anbeten vor dem HERRN, deinem Gott, und frohlich sein uber allem Gut, das dir der HERR, dein Gott, gegeben hat und deinem Hause, du und der Levit und der Fremdling, der bei dir ist.
Morgengebet — Erste Lesung
Wie ist das Gold so gar verdunkelt und das feine Gold so haftlich worden, und liegen die Steine des Heiligtums vorne auf alien Gassen zerstreuet! Die edlen Kinder Zions, dem Golde gleich geachtet, wie sind sie nun den irdenen Topfen verglichen, die ein Topfer macht! Die Drachen reichen die Bruste ihren Jungen und saugen sie; aber die Tochter meines Volks muft unbarmherzig sein, wie ein Strauft in der Wuste. Dem Saugling klebt seine Zunge an seinem Gaumen vor Durst; die jungen Kinder heischen Brat, und ist niemand, der es ihnen breche. Die vorhin das Niedlichste aften, verschmachten jetzt auf den Gassen; die vorhin in Seiden erzogen sind, die müssen jetzt im Kot liegen. Die Missetat der Tochter meines Volks ist großer denn die Sunde Sodoms, die plotzlich umgekehret ward, und kam keine Hand dazu. Ihre Nazaraer waren reiner denn der Schnee und klarer denn Milch; ihre Gestalt war rotlicher denn Korallen; ihr Ansehen warwie Saphir. Nun aber ist ihre Gestalt so dunkel vor Schwarze, daß man sie auf den Gassen nicht kennet; ihre Haut hanget an den Beinen, und sind so dürre als ein Scheit. Den Erwürgten durchs Schwert geschah baß wederdenen, so da Hungers starben, die verschmachteten und erstochen wurden vom Mangel der Früchte des Ackers. Es haben die barmherzigsten Weiber ihre Kinder selbst müssen kochen, daß sie zu essen hatten in dem Jammer der Tochter meines Volks. Der HERR hat seinen Grimm vollbracht, er hat seinen grimmigen Zorn ausgeschuttet; er hat zu Zion ein Feuer angesteckt, das auch ihre Grundfesten verzehret hat. Es hatten's die Konige auf Erden nicht geglaubt noch alle Leute in der Welt, daß der Widerwartige und Feind sollte zum Tore Jerusalems einziehen. Es ist aber geschehen urn der Sunde wilien ihrer Propheten und urn der Missetat wilien ihrer Priester, die drinnen der Gerechten Blut vergossen. Sie gingen hin und her auf den Gassen wie die Blinden und waren mit Blut besudelt und konnten auch jener Kleider nicht anruhren, sondern riefen sie an: Weichet, ihr Unreinen; weichet, weichet; ruhret nichts an! Denn sie scheueten sich vorjenen und flohen sie, daß man auch unterden Heiden sagte: Sie werden nicht lange da bleiben. Darum hat sie des HERRN Zorn zerstreuet und will sie nicht mehr ansehen, weil sie die Priester nicht ehreten und mit den Altesten keine Barmherzigkeit übten. Noch gafften unsere Augen auf die nichtige Hilfe, bis sie gleich müde wurden, da wirwarteten auf ein Volk, das uns doch nicht helfen konnte. Man jagte uns, daß wir auf unsern Gassen nicht gehen durften. Da kam auch unser Ende; unsere Tage sind aus, unser Ende ist kommen. Unsere Verfolger waren schnellerdenn die Adler unterdem Himmel; auf den Bergen haben sie uns verfolget und in der Wüste auf uns gelauert. Der Gesalbte des HERRN, der unser Trost war, ist gefangen worden, da sie uns verstorten, des wir uns trosteten, wirwollten unterseinem Schatten leben unterden Heiden. Ja, freue dich und sei frohlich, du Tochter Edom, die du wohnest im Lande Uz; denn der Kelch wird auch uber dich kommen, du mußt auch trunken und gebloßet werden.
Epistel
Aber wer glaubt unserer Predigt, und wem wird der Arm des HERRN offenbaret? Denn er schiefit auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus durrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schone; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hatte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn fur den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert ware. Aber er ist urn unserer Missetat willen verwundet und urn unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hatten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, tat er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Lange ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er urn die Missetat meines Volks geplagt war. Und er ist begraben wie die Gottlosen und gestorben wie ein Reicher, wiewohl er niemand unrecht getan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der HERR wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Lange leben; und des HERRN Vomehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn er tragt ihre Sunde. Darum will ich ihm grolie Menge zur Beute geben, und er soil die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Ubeltatern gleich gerechnet ist und er vieler Sunde getragen hat und fur die Ubeltater gebeten.
Erste Lesung
Wer ist der, so von Edom kommt, mit rotlichen Kleidern von Bazra, der so geschmückt ist in seinen Kleidern und einhertritt in seiner groüen Kraft? Ich bin's, der Gerechtigkeit lehret und ein Meister bin zu helfen. Warum ist denn dein Gewand so rotfarb und dein Kleid wie eines Keltertreters? Ich trete die Kelter allein, und ist niemand unter den Volkern mit mir. Ich habe sie gekeltert in meinem Zorn und zertreten in meinem Grimm. Daher ist ihr Vermogen auf meine Kleider gespritzt, und ich habe all mein Gewand besudelt. Denn ich habe einen Tag der Rache mir vorgenommen; das Jahr, die Meinen zu erlosen, ist kommen. Denn ich sah mich urn, und da war kein Heifer, und ich war im Schrecken, und niemand enthielt mich, sondern mein Arm muftte mir helfen, und mein Zorn enthielt mich. Darum habe ich die Volker zertreten in meinem Zorn und habe sie trunken gemacht in meinem Grimm und ihr Vermogen zu Boden gestoften. Ich will der Gute des HERRN gedenken und des Lobes des HERRN in allem, das uns der HERR getan hat, und des groften Guts an dem Hause Israel, das er ihnen getan hat durch seine Barmherzigkeit und grofte Gute. Denn er sprach: Sie sind ja mein Volk, Kinder, die nicht falsch sind. Darum war er ihr Heiland . Wer sie angstete, der angstete ihn auch; und der Engel, so vor ihm ist, half ihnen. Er erlosete sie, darum daß er sie liebete und ihrer schonete. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her. Aber sie erbitterten und entrüsteten seinen Heiligen Geist; darum ward er ihr Feind und stritt wider sie. Und er gedachte wieder an die vorige Zeit, an den Mose, so unter seinem Volk war. Wo ist denn nun, der sie aus dem Meer fuhrete, samt dem Hirten seiner Herde? Wo ist, der seinen Heiligen Geist unter sie gab, der Mose bei der rechten Hand fuhrete durch seinen herrlichen Arm, der die Wasser trennete vor ihnen her, auf daß er ihm einen ewigen Namen machte, der sie fuhrete durch die Tiefe, wie die Rosse in der Wuste, die nicht straucheln, wie das Vieh, so ins Feld hinabgehet, welches der Odem des HERRN treibet? Also hast du auch dein Volk gefuhret, auf daß du dir einen herrlichen Namen machtest. So schaue nun vom Himmel und siehe herab von deiner heiligen herrlichen Wohnung. Wo ist nun dein Eifer, deine Macht? Deine grofie herzliche Barmherzigkeit halt sich hart gegen mich. Bistdu doch unser Vater. Denn Abraham weili von uns nicht, und Israel kennet uns nicht. Du aber, HERR, bist unser Vater und unser Erloser; von alters her ist das dein Name. Warum lassestdu uns, HERR, irren von deinen Wegen und unser Herz verstocken, dati wir dich nicht furchten? Kehre wieder urn deiner Knechte willen, urn der Stamme willen deines Erbes! Sie besitzen dein heiliges Volk schier gar; deine Widersacher zertreten dein Heiligtum. Wir sind gleich wie vorhin, da du nicht uber uns herrschetest, und wir nicht nach deinem Namen genanntwaren. Ach, dati du den Himmel zerrissest und fuhrest herab, dati die Berge vor dir zerflossen,
Morgengebet — Zweite Lesung
Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht argert. Sie werden euch in den Bann tun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch totet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum tun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich's euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo qehest du hin? sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der T roster nicht zu euch; so ich abergehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen urn die Sunde und um die Gerechtigkeit und urn das Gericht: um die Sunde, dafi sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr konnet's jetzt nicht tragen. Wenn aberjener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn erwird nicht von ihm selber reden, sondern was er horen wird, das wird er reden, und was zukunftig ist, wird er euch verkundigen. Derselbige wird mich verklaren; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkundigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum hab' ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkundigen. Uber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber uber ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater.
Antwortpsalm
Ein Lied Davids im hohern Chor. HERR, mein Herz ist nicht hoffartig, und meine Augen sind nicht stolz, und wandle nicht in graven Dingen, die mir zu hoch sind. Wenn ich meine Seele nicht setzte und stillete, so ward meine Seele entwohnet, wie einer von seiner Mutter entwohnet wird. Israel hoffe auf den HERRN von nun an bis in Ewigkeit!
Evangelium
Und er ging hinaus nach seiner Gewohnheit an den Olberg. Es folgeten ihm aber seine Junger nach an denselbigen Ort. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und starkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er stund auf vom Gebet und kam zu seinen Jungern und fand sie schlafend vor Traurigkeit. Und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, auf dafi ihr nicht in Anfechtung fallet! Da er aber noch redete, siehe, die Schar und einer von den Zwolfen, genannt Judas, ging vor ihnen her und nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen. Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verratst du des Menschen Sohn mit einem Kul J? Da aber sahen, die urn ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Und einer aus ihnen schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohrab. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so feme machen! Und er ruhrete sein Ohr an und heilete ihn. Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihrseid, wie zu einem Morder, mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen. Ich bin taglich bei euch im Tempel gewesen, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Sie griffen ihn aber und führeten ihn und brachten ihn in des Hohenpriesters Haus. Petrus aber folgete von feme. Da zundeten sie ein Feuer an mitten im Palast und setzten sich zusammen, und Petrus setzte sich unter sie. Da sah ihn eine Magd sitzen bei dem Licht und sah eben auf ihn und sprach zu ihm: Dieser war auch mit ihm. Er aber verleugnete ihn und sprach: Weib, ich kenne ihn nicht. Und über eine kleine Weile sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch der einer. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht! Und liber eine Weile, bei einer Stunde, bekraftigte es ein anderer und sprach: Wahrlich, dieser war auch mit ihm; denn er ist ein Galilaer. Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagest! Und alsbald, da er noch redete, krahete der Hahn. Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, das erzu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn krahet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinete bitterlich. Die Manner aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn, verdecketen ihn und schlugen ihn ins Angesicht und fragten ihn und sprachen: Weissage, wer ist's, der dich schlug? Und viel andere Lasterungen sagten sie wider ihn. Und als es Tag ward, sammelten sich die Altesten des Volks, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und fuhreten ihn hinauf vor ihren Rat und sprachen: Bist du Christus? Sage es uns! Er sprach aber zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubet ihr's nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was bedurfen wir weiter Zeugnis? Wir haben's selbst gehoret aus seinem Munde. Und der ganze Haufe stund auf und fuhreten ihn vor Pilatus und fingen an, ihn zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und verbietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein Konig. Pilatus aberfragte ihn und sprach: Bistdu der Juden Konig? Er antwortete ihm und sprach: Du sagest es. Pilatus sprach zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde keine Ursache an diesem Menschen. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen judischen Lande, und hat in Galilaa angefangen bis hieher. Da aber Pilatus Galilaa horete, fragte er, ob er aus Galilaa ware, Und als er vernahm, daß er unter des Herodes Obrigkeit gehorete, ubersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh, denn er hatte ihn langst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehoret und hoffete, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten stunden und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weili Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilatus. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende. Und siehe, ich habe ihn vor euch verhoret und finde an dem Menschen der Sachen keine, der ihr ihn beschuldiget. Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, was des Todeswertsei. Darum will ich ihn zuchtigen und loslassen. Denn ermutite ihnen einen nach Gewohnheit des Festes losgeben. Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gib uns Barabbas los! welcher war urn eines Aufruhrs, so in der Stadt geschehen war, und urn eines Mords willen ins Gefangnis geworfen. Da rief Pilatus abermal ihnen zu und wollte Jesum loslassen. Sie riefen aber und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat denn dieser Ubels getan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn zuchtigen und loslassen. Aber sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuziget würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm uberhand. Pilatus aber urteilete, daß ihre Bitte geschahe, und ließ den los, der urn Aufruhrs und Mords willen war ins Gefangnis geworfen, urn welchen sie baten; aber Jesum ubergab er ihrem Willen. Und als sie ihn hinfuhreten, ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, der kam vom Felde, und legten das Kreuz auf ihn, daß er's Jesu nachtruge. Es folgete ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klageten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich urn zu ihnen und sprach: Ihr Tochter von Jerusalem, weinet nicht uber mich, sondern weinet über euch selbst und fiber eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brfiste, die nicht gesauget haben. Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hugeln: Decket uns! Denn so man das tut am grunen Holz, was will am durren werden? Es wurden aber auch hingefuhrt zwei andere Ubeltater, dad sie mit ihm abgetan wurden. Und als sie kamen an die Statte die da heifit Schadelstatte, kreuzigten sie ihn daselbst und die Ubeltater mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht was sie tun. Und sie teileten seine Kleider und warfen das Los darum. Und das Volk stund und sah zu. Und die Obersten samt ihnen spotteten sein und sprachen: Er hat andern geholfen, er helfe sich selber, ist er Christ, der Auserwahlte Gottes! Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bistdu der Juden Konig, so hilf dir selber. Es war auch oben uber ihm geschrieben die Uberschrift mit griechischen und lateinischen und ebraischen Buchstaben: Dies ist der Juden Konig. Aber der Ubeltater einer, die da gehenkt waren, lasterte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns! Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du furchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind bilüg darinnen; denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein. Und es war urn die sechste Stunde. Und es ward eine Finsternis uber das ganze Land bis an die neunte Stunde. Und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels zerrifi mitten entzwei. Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hande! Und als er das gesagt, verschied er. Da aber der Hauptmann sah, was da geschah; preisete er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sich an ihre Brust und wandten wieder urn. Es stunden aber alle seine Verwandten von feme und die Weiber, die ihm aus Galilaa waren nachgefolget, und sahen das alles. Und siehe, ein Mann mit Namen Joseph, ein Ratsherr, der war ein guter, frommer Mann; der hatte nicht bewilliget in ihren Rat und Handel; der war von Arimathia, der Stadt der Juden, der auch auf das Reich Gottes wartete: der ging zu Pilatus und bat urn den Leib Jesu und nahm ihn ab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in ein gehauen Grab, darinnen niemand je gelegen war.
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids fur Jeduthun, vorzusingen. Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Denn er ist mein Hort, meine Hilfe, mein Schutz, daß mich kein Fall sturzen wird, wie graft er ist. Wie lange stellet ihr alle einem nach, daß ihr ihn erwurget, als eine hangende Wand und zerrissene Mauer? Sie denken nur, wie sie ihn dampfen, fleiftigen sich der Luge, geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie. Sela. Aber meine Seele harret nur auf Gott; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Hort, meine Hilfe und mein Schutz, daß ich nicht fallen werde. Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Starke; meine Zuversicht ist auf Gott. Hoffet auf ihn allezeit, lieben Leute, schuttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuversicht. Sela. Aber Menschen sind doch ja nichts, grofte Leute fehlen auch; sie wagen weniger denn nichts, soviel ihrer ist. Verlasset euch nicht auf Unrecht und Frevel; haltet euch nicht zu solchem, das nichts ist. Fallt euch Reichtum zu, so hanget das Herz nicht dran. Gott hat ein Wort geredet, das habe ich etlichemal gehoret, daß Gott allein machtig ist. Und du, HERR, bistgnadig und bezahlest einem jeglichen, wie er's verdienet.
Antwortpsalm
Ein Psalmlied Assaphs. Gott, schweige doch nicht also und sei doch nicht so stille; Gott, halte doch nicht so inne! Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, richten den Kopf auf. Sie machen listige Anschlage wider dein Volk und ratschlagen wider deine Verborgenen. Wohl her! sprechen sie, ladt uns sie ausrotten, dad sie kein Volk seien, daß des Namens Israel nicht mehr gedacht werde! Denn sie haben sich miteinander vereiniget und einen Bund wider dich gemacht: die Hütten der Edomiter und Ismaeliter, der Moabiter und Hagariter, der Gebaliter, Ammoniter und Amalekiter, die Phüister, samt denen zu Tyrus; Assur hat sich auch zu ihnen geschlagen und helfen den Kindern Lot. Sela. Tu ihnen wie den Midianitern, wie Sissera, wie Jabin am Bach Kison, die vertilget wurden bei Endor und wurden zu Kot auf Erden. Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Obersten wie Sebah und Zalmuna, die da sagen: Wirwollen die Hauser Gottes einnehmen. Gott, mache sie wie einen Wirbel, wie Stoppeln vor dem Winde! Wie ein Feuer den Wald verbrennet, und wie eine Flamme, die Berge anzundet, also verfolge sie mit deinem Wetter und erschrecke sie mit deinem Ungewitter. Mache ihr Angesicht voll Schande, daß sie nach deinem Namen fragen müssen. Schamen müssen sie sich und erschrecken immer mehr und mehr und zuschanden werden und umkommen. So werden sie erkennen, dad du mit deinem Namen heidest HERR alleine und der Hochste in aller Welt.
Antwortpsalm
Ein Psalm Assaphs von den Spanrosen, vorzusingen. Du Hirte Israels, hore, der du Joseph hütest wie der Schafe; erscheine, der du sitzest liber Cherubim! Erwecke deine Gewalt, der du vor Ephraim, Benjamin und Manasse bist, und komm uns zu Hilfe! Gott, troste uns und lali leuchten dein Antlitz, so genesen wir. HERR, Gott Zebaoth, wie lange willst du zlirnen uber dem Gebet deines Volks? Du speisest sie mit Tranenbrot und trankest sie mit groliem Mali voll Tranen. Du setzest uns unsern Nachbarn zum Zank, und unsere Feinde spotten unser. Gott Zebaoth, troste uns! Lali leuchten dein Antlitz, so genesen wir. Du hast einen Weinstock aus Agypten geholet und hast vertrieben die Heiden und denselben gepflanzet. Du hast vor ihm die Bahn gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, daß erdas Land erfullet hat. Berge sind mit seinem Schatten bedeckt und mit seinen Reben die Zedern Gottes. Du hast sein Gewachs ausgebreitet bis ans Meer und seine Zweige bis ans Wasser. Warum hast du denn seinen Zaun zerbrochen, daß ihn zerreiliet alles, das vorubergehet? Es haben ihn zerwühlet die wilden Saue, und die wilden Tiere haben ihn verderbet. Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und siehe an und suche heim diesen Weinstock und halt ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzet hat, und den du dir festiglich erwahlet hast. Siehe drein und schilt, daß des Brennens und Reiliens ein Ende werde! Deine Hand schutze das Volk deiner Rechten und die Leute, die du dir festiglich erwahlet hast, so wollen wir nichtvon dirweichen. Lali uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen. HERR, Gott Zebaoth, troste uns! Lali dein Antlitz leuchten, so genesen wir.
Abendgebet — Erste Lesung
Als ich noch so redete und betete und meine und meines Volks Israel Sünde bekannte und lag mit meinem Gebet vor dem HERRN, meinem Gott, um den heiligen Berg meines Gottes,
Zweite Lesung
So sage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoften? Das sei feme! Denn ich bin auch ein Israelit von dem Samen Abrahams, aus dem Geschlecht Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoften, welches er zuvor versehen hat. Oder wisset ihr nicht, was die Schrift sagt von Elia, wie er tritt vor Gott wider Israel und spricht: Herr, sie haben deine Propheten getotet und haben deine Altare ausgegraben; und ich bin allein uberblieben, und sie stehen mir nach meinem Leben? Aber was sagt ihm die gdttliche Antwort? Ich habe mir lassen uberbleiben siebentausend Mann, die nicht haben ihre Kniee gebeuget vor dem Baal. Also gehet's auch jetzt zu dieser Zeit mit diesen Uberbliebenen nach der Wahl der Gnaden. Ist's aber aus Gnaden, so ist's nicht aus Verdienst der Werke, sonstwurde Gnade nicht Gnade sein. Ist's aber aus Verdienst der Werke, so ist die Gnade nichts, sonst ware Verdienst nicht Verdienst. Wie denn nun? Was Israel sucht, das erlangt es nicht; die Wahl aber erlanget es. Die andern sind verstockt, wie geschrieben stehet: Gott hat ihnen gegeben einen erbitterten Geist, Augen, daß sie nicht sehen, und Ohren, daß sie nicht horen, bis auf den heutigen Tag. Und David spricht: Laft ihren Tisch zu einem Strick werden und zu einer Beruckung und zum Argernis und ihnen zur Vergeltung. Verblende ihre Augen, daß sie nicht sehen, und beuge ihren Rücken allezeit. So sage ich nun: Sind siedarum angelaufen, daß sie fallen sollten? Das sei feme! Sondern aus ihrem Fall ist den Heiden das Heil widerfahren, auf daß sie denen nacheifern sollten. Denn so ihr Fall der Welt Reichtum ist, und ihr Schade ist der Heiden Reichtum, wieviel mehr, wenn ihre Zahl voll würde? Mit euch Heiden rede ich; denn dieweil ich der Heiden Apostel bin, will ich mein Amt preisen, ob ich mochte die, so mein Fleisch sind, zu eifern reizen und ihrer etliche selig machen. Denn so ihr Verlust der Welt Versohnung ist, was ware das anders, denn das Leben von den Toten nehmen? Ist der Anbruch heilig, so istauch der Teig heilig, und so die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig. Ob aber nun etliche von den Zweigen zerbrochen sind, und du, da du ein wilder Olbaum warest, bist unter sie gepfropfet und teilhaftig worden der Wurzel und des Safts im Olbaum, so rühme dich nicht wider die Zweige. Ruhmest du dich aber wider sie, so sollst du wissen, daß du die Wurzel nicht tragest, sondern die Wurzel traget dich. Sosprichstdu: Die Zweige sind zerbrochen, daß ich hineingepfropfet wurde. Ist wohl geredet. Sie sind zerbrochen um ihres Unglaubens willen; du stehest aber durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern furchte dich. Hat Gott der naturlichen Zweige nicht verschonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone. Darum schaue die Gute und den Ernst Gottes: den Ernst an denen, die gefallen sind, die Gute aber an dir, soferne du an der Gute bleibest; sonst wirst du auch abgehauen werden. Und jene, so sie nicht bleiben in dem Unglauben, werden sie eingepfropfet werden; Gott kann sie wohl wieder ein pfropfen. Denn so du aus dem Olbaum, der von Natur wild war, bist ausgehauen und wider die Natur in den guten Olbaum gepfropfet, wieviel mehr werden die naturlichen eingepfropfet in ihren eigenen Olbaum! Ich will euch nicht verhalten, liebe Brüder, dieses Geheimnis, auf daß ihr nicht stolz seid. Blindheit ist Israel einesteils widerfahren, so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen sei, und also das ganze Israel selig werde, wie geschrieben stehet: Es wird kommen aus Zion, der da erlose und abwende das gottlose Wesen von Jakob. Und dies ist mein Testament mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde weg nehmen. Nach dem Evangelium halte ich sie fur Feinde um euretwillen; aber nach der Wahl habe ich sie lieb um der Vater willen. Gottes Gaben und Berufung mogen ihn nicht gereuen. Denn gleicherweise, wie auch ihr nicht habt geglaubet an Gott, nun aber habt ihr Barmherzigkeit überkommen uber ihrem Unglauben, also auch jene haben jetzt nicht wollen glauben an die Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, auf daß sie auch Barmherzigkeit uberkommen. Denn Gott hat alles beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme. 0 welch eine Tiefe des Reichtums, beide, der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.
Zweite Lesung
So bezeuge ich nun vor Gott und dem Herm Jesu Christo, der da zukünftig ist, zu richten die Lebendigen und die Toten, mit seiner Erscheinung und mit seinem Reich: Predige das Wort; halt an, es sei zu rechter Zeit Oder zur Unzeit; strafe, draue, ermahne mit aller Geduld und Lehre! Denn es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden, sondern nach ihren eigenen Lüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach dem ihnen die Ohren jucken; und werden die Ohren von der Wahrheit wenden und sich zu den Fabeln kehren. Du aber sei nuchtern allenthalben. Leide dich, tu das Werk eines evangelischen Predigers, richte dein Amt redlich aus. Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Abscheidens ist vorhanden. Ich habe einen guten Kampf gekampfet; ich habe den Lauf vollendet; ich habe Glauben gehalten. Hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir aber allein, sondern auch alien, die seine Erscheinung liebhaben. Fleilüge dich, daß du bald zu mir kommest. Denn Demas hat mich verlassen und diese Welt liebgewonnen und ist gen Thessalonich gezogen, Krescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien. Lukas ist allein bei mir. Markus nimm zu dir und bringe ihn mit dir; denn er ist mir nutzlich zum Dienst. Tychikus habe ich gen Ephesus gesandt. Den Mantel, den ich zu Troas lieli bei Karpo, bringe mit, wenn du kommst und die Bucher, sonderlich aber das Pergament. Alexander, der Schmied hat mirviel Boses beweiset; der Herr bezahle ihm nach seinen Werken! Vorwelchem hüte du dich auch; denn erhat unsern Worten sehrwiderstanden. In meiner ersten Verantwortung stund niemand bei mir, sondern sie verlielien mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet! Der Herr aber stund mir bei und starkte mich, auf daß durch mich die Predigt bestatiget wurde, und alle Heiden horeten. Und ich bin erloset von des Lowen Rachen. Der Herr aber wird mich erlosen von allem Ubel und aushelfen zu seinem himmlischen Reich; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Grülie Priska und Aquila und das Haus Onesiphorus. Erastus blieb zu Korinth; Trophimus aber lieli ich zu Milet krank. Tu Fleili, daß du vor dem Winter kommest. Es gruliet dich Eubulus und Pudens und Linus und Klaudia und alle Bruder. Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geiste! Die Gnade sei mit euch! Amen.
Zweite Lesung
So seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder! Und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet und sich selbst dargegeben fur uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit Oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet, auch schandbare Worte und Narrenteidinge Oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, dafi kein Hurer Oder Unreiner Oder Geiziger (welcher ist ein Gotzendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verfuhren mit vergeblichen Worten! Denn urn dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen! Denn ihrwaretweiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in, dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts! Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Und prüfet, was da sei wohlgefallig dem Herrn. Und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; strafet sie aber vielmehr. Denn was heimlich von ihnen geschieht, das ist auch schandlich zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht gestraft wird. Denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum spricht er: Wache auf, der du schlafest, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.
Zweite Lesung
So spricht nun der HERR: Bekehret euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreiftet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem HERRN, eurem Gotti Denn er ist gnadig, barmherzig, geduldig und von grafter Güte und reuet ihn bald der Strafe. Werweift, es mag ihn wiederum gereuen und einen Segen hinter sich lassen, zu opfern Speisopfer und Trankopferdem HERRN, eurem Gott. Blaset mit Posaunen zu Zion, heiliget ein Fasten, rufet die Gemeine zusammen! Versammelt das Volk, heiliget die Gemeine, sammelt die Altesten, bringet zuhauf die jungen Kinder und die Sauglinge! Der Brautigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach! Laft die Priester, des HERRN Diener, weinen zwischen der Halle und Altar und sagen: HERR, schone deines Volks und laft dein Erbteil nicht zuschanden werden, daß Heiden uber sie herrschen! Warum willst du lassen unter den Volkern sagen: Wo ist nun ihr Gott? So wird denn der HERR urn sein Land eifern und seines Volks verschonen. Und der HERR wird antworten und sagen zu seinem Volk: Siehe, ich will euch Getreide, Most und 01 die Fülle schicken, daß ihr genug daran haben sollt, und will euch nicht mehr lassen unter den Heiden zuschanden werden. Und will den von Mitternacht feme von euch treiben und ihn in ein dürr und wüst Land verstoften, namlich sein Angesicht hin zum Meer gegen Morgen und sein Ende hin zum auftersten Meer. Ersoll verfaulen und stinken; denn er hat grofte Dinge getan. Furchte dich nicht, liebes Land, sondern sei frohlich und getrost; denn der HERR kann auch grofte Dinge tun. Furchtet euch nicht, ihr Tiere auf dem Felde; denn die Wohnungen in der Wüste sollen grünen und die Baume ihre Früchte bringen, und die Feigenbaume und Weinstocke sollen wohl tragen. Und ihr, Kinder Zions, freuet euch und seid frohlich im HERRN, eurem Gott, der euch Lehrer zur Gerechtigkeit gibt und euch herabsendet Frühregen und Spatregen, wie vorhin, daß die Tennen voll Korns und die Keltern Uberfluft von Most und 01 haben sollen. Und ich will euch die Jahre erstatten, welche die Heuschrecken, Kafer, Geschmeift und Raupen, die mein groftes Heer waren, so ich unter euch schickte, gefressen haben, daß ihr zu essen genug haben sollet und den Namen des HERRN, eures Gottes, preisen, der Wunder unter euch getan hat; und mein Volk soil nicht mehr zuschanden werden.
Evangelium
Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, daß man allezeit beten und nicht laß werden sollte, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der furchtete sich nicht vor Gott und scheuete sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselbigen Stadt, die kam zu ihm und sprach: Rette mich von meinem Widersacher! Und erwollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Ob ich mich schon vor Gott nicht furchte, noch vor keinem Menschen scheue, dieweil aber mir diese Witwe so viel Muhe macht, will ich sie retten, auf daß sie nicht zuletzt komme und ubertaube mich. Da sprach der Herr: Horet her, was der ungerechte Richter sagt! Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserwahlten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld daruber haben? Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, daß er auch werde Glauben finden auf Erden? Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm waren, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisaer, der andere ein Zollner. Der Pharisaer stund und betete bei ich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute: Rauber, Ungerechte, Ehebrecher Oder auch wie dieser Zollner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich habe. Und der Zollner stund von feme, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sunder gnadig. Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhohet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhohet werden. Sie brachten auch junge Kindlein zu ihm daß er sie sollte anruhren. Da es aber die Junger sahen, bedraueten sie die. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch, wer nicht das Reich Gottes nimmt als ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Jesus aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Du weißt die Gebote wohl: Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht toten. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Er aber sprach: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Da Jesus das horete, sprach erzu ihm: Es fehlt dir noch eins. Verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach. Da erdas horete ward er traurig; denn erwar sehr reich. Da aber Jesus sah, daß er traurig war worden, sprach er: Wie schwerlich werden die Reichen in das Reich Gottes kommen! Es ist leichter, daß ein Kamel gehe durch ein Nadelohr, denn daß ein Reicher in das Reich Gottes komme. Da sprachen, die das horeten: Wer kann denn selig werden? Er aber sprach: Was bei den Menschen unmoglich ist, das ist bei Gott moglich. Da sprach Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolget. Er sprach zu ihnen: Wahrlich ich sage euch es ist niemand, der ein Haus verlasset Oder Eltern Oder Bruder Oder Weib Oder Kinder um des Reichs Gottes willen, der es nicht vielfaltig wieder empfange in dieser Zeit und in der zukunftigen Welt das ewige Leben. Er nahm aber zu sich die Zwolfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird uberantwortet werden den Heiden; und erwird verspottet und geschmahet und verspeiet werden; und sie werden ihn geilieln und toten. Und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie abervernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wuliten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber horete das Volk, das hindurchging, forschete er, was das ware. Da verkundigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge voruber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vorne an gingen, bedraueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Jesus aber stund stille und hiefi ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe zu ihm brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir tun soil? Er sprach: Herr, daß ich sehen moge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend und folgete ihm nach und preisete Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobete Gott.
Abendgebet — Zweite Lesung
Uber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber uber ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater.
Evangelium
Und, er kam zu seinen Jüngem und sah viel Volks um sie und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen befragten. Und alsbald, da alles Volk ihn sah, entsetzten sie sich, liefen zu und grulieten ihn. Und erfragete die Schriftgelehrten: Was befraget ihr euch mit ihnen? Einer aber aus dem Volk antwortete und sprach: Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist; und wo er ihn erwischet, so reilit er ihn und schaumet und knirschet mit den Zahnen und verdorret. Ich habe mit deinen Jüngem geredet, daß sie ihn austrieben, und sie konnen's nicht. Er antwortete ihm aber und sprach: O du unglaubiges Geschlecht, wie lange soil ich bei euch sein? Wie lange soil ich mich mit euch leiden? Bringet ihn her zu mir! Und sie brachten ihn her zu ihm. Und alsbald, da ihn der Geist sah, rili er ihn und fiel auf die Erde und walzete sich und schaumete. Und er fragte seinen Vater: Wie lange ist's, daß ihm das widerfahren ist? Er sprach: Von Kind auf. Und oft hat er ihn in Feuer und Wasser geworfen, daß er ihn umbrachte. Kannst du aber was, so erbarme dich unser und hilf uns! Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du konntet glauben! Alle Dinge sind moglich dem, der da glaubet. Und alsbald schrie des Kindes Vater mit Tranen und sprach: Ich glaube, lieber Herr; hilf meinem Unglauben! Da nun Jesus sah, daß das Volk zulief, bedrauete er den unsauberen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir, daß du von ihm ausfahrest und fahrest hinfort nicht in ihn! Da schrie er und rili ihn sehr und fuhr aus. Und er ward, als ware er tot, daß auch viele sagten: Er ist tot. Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stund auf. Und da er heimkam, fragten ihn seine Junger besonders: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Und er sprach: Diese Art kann mitnichten ausfahren denn durch Beten und Fasten.
Evangelium
Und die Junger des Johannes und der Pharisaer fasteten viel; und es kamen etliche, die sprachen zu ihm: Warum fasten die Junger des Johannes und der Pharisaer, und deine Junger fasten nicht? Und Jesus sprach zu ihnen: Wie konnen die Hochzeitsleute fasten, dieweil der Brautigam bei ihnen ist? Alsolange der Brautigam bei ihnen ist, konnen sie nicht fasten. Es wird aber die Zeit kommen, daß der Brautigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten. Niemand flicket einen Lappen von neuem Tuch an ein alt Kleid; denn der neue Lappen reißet doch vom alten, und der Riß wird arger. Und niemand fasset Most in alte Schlauche; anders zerreißet der Most die Schlauche, und der Wein wird verschuttet, und die Schlauche kommen urn. Sondern man soil Most in neue Schlauche fassen.
Evangelium
Ich bin ein rechter Weinstock und mein Vater ein Weingartner. Eine jegliche Rebe an mir, die nicht Frucht bringet, wird erwegnehmen, und eine jegliche, die da Frucht bringet, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht bringe. Ihr seid jetzt rein urn des Worts willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Gleichwie die Rebe kann keine Frucht bringen von ihr selber, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn an mir. Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet und ich in ihm der bringet viel Frucht; denn ohne mich konnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibet, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorret, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und muß brennen. So ihr in mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihrwollt, und es wird euch widerfahren. Darinnen wird mein Vater geehret, daß ihr viel Frucht bringet und werdet meine Junger. Gleichwie mich mein Vater liebet, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe! So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe. Niemand hatgroßere Liebe denn die, daß er sein Leben lasset fur seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, so ihr tut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein FHerr tut. Euch aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von meinem Vater gehoret, hab' ich euch kundgetan. Ihr habet mich nicht erwahlet, sondern ich habe euch erwahlet und gesetzt, daß ihr hingehet und Frucht bringet, und eure Frucht bleibe, auf daß, so ihr den Vater bittet in meinem Namen, daß er's euch gebe. Das gebiete ich euch, daß ihr euch untereinander liebet. So euch die Welt hasset, so wisset, daß sie mich vor euch gehasset hat. Waret ihr von der Welt, so hatte die Weit das Ihre lieb; dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwahlet, darum hasset euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht großer denn, sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun urn meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht kommen ware und hatte es ihnen gesagt, hatten sie keine Sünde; nun aber konnen sie nichts vorwenden, ihre Sünde zu entschuldigen. Wer mich hasset, der hasset auch meinen Vater. Hatte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so hatten sie keine Sünde; nun aber haben sie es gesehen und hassen doch beide, mich und meinen Vater. Doch daß erfüllet werde der Spruch, in ihrem Gesetz geschrieben: Sie hassen mich ohn' Ursache. Wenn aber der Troster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mirgewesen.
Ein täglicher Leseplan, der fortlaufend durch die Bibel führt. Der Bibeltext ist gemeinfrei. (Luther Bibel)
Tageslesungen, jeden Morgen
In Bosko warten die Lesungen des Tages jeden Morgen auf dich — markiere jede als gelesen, damit du nie den Überblick verlierst, lies sie in einer von 30 Übersetzungen und verweile bei einer kurzen Betrachtung. Die Tageslesungen deiner Tradition — nachverfolgt und immer griffbereit.

