Tageslesungen
Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.
Erste Lesung
Nicht schreibe ich solches, daß ich euch beschame, sondern ich ermahne euch als meine lieben Kinder. Denn ob ihrgleich zehntausend Zuchtmeister hattet in Christo, so habt ihr doch nicht viele Vater. Denn ich habe euch gezeuget in Christo Jesu durch das Evangelium. Darum ermahne ich euch: Seid meine Nachfolger! Aus derselben Ursache habe ich Timotheus zu euch gesandt, welcher ist mein lieber und getreuer Sohn in dem Herm, dafi ereuch erinnere meiner Wege, die da in Christo sind, gleichwie ich an alien Enden in alien Gemeinden lehre. Es blahen sich etliche auf, als wurde ich nicht zu euch kommen. Ich will aber gar kurzlich zu euch kommen, so der Herr will, und erlernen nicht die Wode der Aufgeblasenen, sondern die Kraft. Denn das Reich Gottes stehet nicht in Woden, sondern in Kraft. Was wollet ihr? Soil ich mit der Rute zu euch kommen Oder mit Liebe und sanftmutigem Geist?
Erste Lesung
Der Geistdes Herrn HERRN ist uber mir, darum hat mich der HERR gesalbet. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu predigen den Gefangenen eine Erledigung, den Gebundenen eine Offnung, zu predigen ein gnadiges Jahrdes HERRN und einen Tag der Rache unsers Gottes, zu trosten alle Traurigen, zu schaffen den Traurigen zu Zion, daß ihnen Schmuckfur Asche und Freudenol fur Traurigkeit und schone Kleider fur einen betrubten Geist gegeben werden, dafi sie genannt werden Baume der Gerechtigkeit, Pflanzen des HERRN, zum Preise. Sie werden die alten Wustungen bauen und was vorzeiten zerstoret ist, aufbringen; sie werden die verwusteten Stadte, so fur und fur zerstort gelegen sind, erneuen. Fremde werden stehen und eure Herde weiden, und Auslander werden eure Ackerleute und Weingartner sein. Ihr aber sollt Priester des HERRN heüien, und man wird euch Diener unsers Gottes nennen; und werdet der Heiden Guter essen und uber ihrer Herrlichkeit euch rühmen. Fur eure Schmach soil Zwiefaltiges kommen und fur die Schande sollen sie frohlich sein auf ihren Ackern. Denn sie sollen Zwiefaltiges besitzen in ihrem Lande; sie sollen ewige Freude haben. Denn ich bin der HERR; der das Recht liebet, und hasse rauberische Brandopfer; und will schaffen, daß ihre Arbeit soil gewüi sein; und einen ewigen Bund will ich mit ihnen machen. Und man soil ihren Samen kennen unterden Heiden und ihre Nachkommen unter den Volkern, daß, wer sie sehen wird, soil sie kennen, daü sie ein Same sind, gesegnet vom HERRN, Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist frohlich in meinem Gott; denn er hat mich angezogen mit Kleidern des Heils und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Brautigam mit priesterlichem Schmuck gezieret, und wie eine Braut in ihrem Geschmeide bardet. Denn gleichwie Gewachs aus der Erde wachst und Same im Garten aufgeht, also wird Gerechtigkeit und Lob vor alien Heiden aufgehen aus dem Herrn HERRN.
Erste Lesung
So spricht der HERR: Haltet das Recht und tut Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, daß es komme, und meine Gerechtigkeit, daß sie offenbart werde. Wohl dem Menschen, der solches tut, und dem Menschenkind, der es festhalt, dafi er den Sabbat halte und nicht entheilige und halte seine Hand, dafi er kein Arges tue. Und der Fremde, der zum HERRN sich getan hat, soil nicht sagen: Der HERR wird mich scheiden von seinem Volk. Und der Verschnittene soil nicht sagen: Siehe, ich bin ein durrer Baum. Denn so spricht der HERR zu den Verschnittenen, welche meine Sabbate halten und erwahlen, was mirwohlgefallt, und meinen Bund fest fassen: Ich will ihnen in meinem Hause und in meinen Mauern einen Ort geben und einen bessern Namen denn den Sohnen und Tochtern; einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht vergehen soil. Und der Fremden Kinder, die sich zum HERRN getan haben, daß sie ihm dienen und seinen Namen lieben, auf daß sie seine Knechte seien, ein jeglicher, der den Sabbat halt, daß er ihn nicht entweihe, und meinen Bund fest halt dieselbigen will ich zu meinem heiligen Berge bringen und will sie erfreuen in meinem Bethause, und ihre Opfer und Brandopfer sollen mir angenehm sein auf meinem Altar; denn mein Haus heiftt ein Bethaus alien Volkern. Der Herr HERR, der die Verstoftenen aus Israel sammelt, spricht: Ich will noch mehr zu dem Haufen, die versammelt sind, sammeln.
Morgengebet — Erste Lesung
Nach dem Tode Sauls, da David von der Amalekiter Schlacht wiederkommen und zween Tage zu Ziklag geblieben war, siehe, da kam am dritten Tage ein Mann aus dem Heer von Saul mit zerrissenen Kleidern und Erde auf seinem Haupt. Und da erzu David kam, fiel erzur Erde und betete an. David aber sprach zu ihm: Wo kommst du her? Er sprach zu ihm: Aus dem Heer Israels bin ich entronnen. David sprach zu ihm: Sage mir, wie gehet es zu? Er sprach: Das Volk ist geflohen vom Streit, und ist viel Volks gefallen; dazu ist auch Saul tot und sein Sohn Jonathan. David sprach zu dem Jungling, der ihm solches sagte: Woher weiftest du, dafi Saul und sein Sohn Jonathan tot sind? Der Jungling, der ihm solches sagte, sprach: Ich kam ohngefahr aufs Gebirge Gilboa, und siehe, Saul lehnete sich auf seinen Spief J, und die Wagen und Reiter jagten hinter ihm her. Und erwandte sich urn und sah mich und rief mir. Und ich sprach: Hie bin ich. Und er sprach zu mir: Wer bist du? Ich sprach zu ihm: Ich bin ein Amalekiter. Und er sprach zu mir: T ritt zu mir und tote mich, denn ich bin bedranget umher, und mein Leben ist noch ganz in mir. Da trat ich zu ihm und totete ihn, denn ich wuftte wohl, daß er nicht leben konnte nach seinem Fall; und nahm die Krone von seinem Haupt und das Armgeschmeide von seinem Arm und habe es hergebracht zu dir, meinem Herrn. Da fassete David seine Kleider und zerrift sie, und alle Manner, die bei ihm waren. Und trugen Leid und weineten und fasteten bis an den Abend uber Saul und Jonathan, seinen Sohn, und uber das Volk des HERRN und fiber das Haus Israels, daß sie durchs Schwert gefallen waren. Und David sprach zu dem Jungling, deres ihm ansagte: Wo bist du her? Er sprach: Ich bin eines Fremdlings, eines Amalekiters, Sohn. David sprach zu ihm: Wie, daß du dich nicht geftirchtet hast, deine Hand zu legen an den Gesalbten des HERRN, ihn zu verderben! Und David sprach zu seiner Junglinge einem: Herzu und schlag ihn! Und er schlug ihn, daß er starb. Da sprach David zu ihm: Dein Blut sei fiber deinem Kopf; denn dein Mund hat wider dich selbst geredet und gesprochen: Ich habe den Gesalbten des HERRN getotet. Und David klagte diese Klage uber Saul und Jonathan, seinen Sohn. Und befahl, man sollte die Kinder Judas den Bogen lehren. Siehe, es stehet geschrieben im Buch der Redlichen: Die Edelsten in Israel sind auf deiner Hohe erschlagen. Wie sind die Helden gefallen! Saget es nicht an zu Gath, verkundet es nicht auf der Gasse zu Asklon, dafi sich nicht freuen die Tochter der Philister, daß nicht frohlocken die Tochter der Unbeschnittenen. Ihr Berge zu Gilboa, es müsse weder tauen noch regnen auf euch, noch Acker sein, da Hebopfer von kommen; denn daselbst ist den Helden ihr Schild abgeschlagen, der Schild Sauls; als ware er nicht gesalbet mit 01. Der Bogen Jonathans hat nie gefehlet, und das Schwert Sauls ist nie leerwiederkommen von dem Blut der Erschlagenen und vom Fett der Helden. Saul und Jonathan, holdselig und lieblich in ihrem Leben, sind auch im Tode nicht geschieden; leichter denn die Adler und starker denn die Lowen. Ihr Tochter Israels, weinet uber Saul, der euch kleidete mit Rosinfarbe sauberlich und schmuckte euch mit guldenen Kleinoden an euren Kleidern. Wie sind die Helden so gefallen im Streit! Jonathan istaufdeinen Hohen erschlagen. Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jonathan! Ich habe große Freude und Wonne an dir gehabt; deine Liebe ist mir sonderlicher gewesen, denn Frauenliebe ist. Wie sind die Helden gefallen und die Streitbaren umkommen!
Epistel
Ich muft menschlich davon reden urn der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zu Dienste der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sunde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit fur Frucht? Welcher ihr euch jetzt schamet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sunde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sunde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herm.
Erste Lesung
Horet, meine Kinder, die Zucht eures Vaters; merkt auf, daß ihr lernet und klug werdet! Denn ich gebe euch eine gute Lehre; veriasset mein Gesetz nicht! Denn ich war meines Vaters Sohn, ein zarter und ein einiger vor meiner Mutter, und er lehrete mich und sprach: Laß dein Herz meine Worte aufnehmen; halte meine Gebote, sowirst du leben. Nimm an Weisheit, nimm an Verstand; vergiß nicht und weiche nicht von der Rede meines Mundes! Verlaß sie nicht, so wird sie dich behalten; liebe sie, so wird sie dich behuten. Denn der Weisheit Anfang ist, wenn man sie gerne horet und die Klugheit lieber hat denn alle Güter. Achte sie hoch, so wird sie dich erhohen und wird dich zu Ehren machen, wo du sie herzest. Sie wird dein Haupt schon schmucken und wird dich zieren mit einer hubschen Krone. So hore, mein Kind, und nimm an meine Rede, so werden deiner Jahre viel werden. Ich will dich den Weg der Weisheit fuhren, ich will dich auf rechter Bahn leiten, daß, wenn du gehest, dein Gang dir nicht sauer werde, und wenn du laufst, daß du dich nicht anstoßest. Fasse die Zucht, laß nicht davon; bewahre sie, denn sie ist dein Leben. Komm nicht auf der Gottlosen Pfad und tritt nicht auf den Weg der Bosen. Laß ihn fahren und gehe nicht drinnen; weiche von ihm und gehe voruber! Denn sie schlafen nicht, sie haben denn ubel getan; und sie ruhen nicht, sie haben denn Schaden getan. Denn sie nahren sich von gottlosem Brot und trinken vom Wein des Frevels. Aber der Gerechten Pfad glanzet wie ein Licht, das dafortgeht, und leuchtet bis auf den vollen Tag. Der Gottlosen Weg aber ist wie Dunkel und wissen nicht, wo sie fallen werden. Mein Sohn, merke auf mein Wort und neige dein Ohr zu meiner Rede! Laß sie nicht von deinen Augen fahren; behalte sie in deinem Herzen! Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und gesund ihrem ganzen Leibe. Behute dein Herz mit allem Fleiß; denn daraus gehet das Leben. Tu von dir den verkehrten Mund und laß das Lastermaul feme von dir sein. Laß deine Augen stracks vor sich sehen und deine Augenlider richtig vor dir hinsehen. Laß deinen Fuß gleich vor sich gehen, so gehest du gewiß. Wanke weder zur Rechten noch zur Linken; wende deinen Fuß vom Bosen!
Morgengebet — Zweite Lesung
Er sprach aberauch zu seinen Jungern: Eswar ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm beruchtiget, als hatte er ihm seine Guter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie hore ich das von dir? Tu Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soil ich tun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schame ich mich zu betteln. Ich weift wohl, was ich tun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde; daß sie mich in ihre Hauser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wieviel bistdu meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Oles. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreib flugs fünfzig. Danach sprach erzu dem andern: Du aber, wieviel bistdu schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er kluglich getan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind kluger denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Groften treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Groften unrecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer will euch geben dasjenige, das euer ist? Kein Hausknecht kann zweien Herren dienen; entweder erwird einen hassen und den andern lieben, oderwird einem anhangen und den andern verachten. Ihr konnet nicht Gott samt dem Mammon dienen. Das alles horeten die Pharisaer auch; die waren geizig und spotteten sein. Und er sprach zu ihnen: Ihr seid's, die ihr euch selbst rechtfertiget vor den Menschen; aber Gott kennet eure Herzen. Denn was hoch ist unter den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott. Das Gesetz und die Propheten weissagen bis auf Johannes; und von der Zeit an wird das Reich Gottes durchs Evangelium geprediget, und jedermann dringet mit Gewalt hinein. Es istaber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, denn daß ein Tüttel vom Gesetz falle. Wersich scheidet von seinem Weibe und freiet eine andere, der bricht die Ehe; und wer die Abgeschiedene von dem Manne freiet der bricht auch die Ehe. Eswaraberein reicher Mann, derkleidete sich mit Purpur und kostlicher Leinwand und lebete alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voller Schwaren und begehrete, sich zu sattigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwaren. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoft. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Holle und in der Qual war, hub er seine Augen auf und sah Abraham von feme und Lazarus in seinem Schoft, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, daß er das Aufterste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme! Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Boses empfangen; nun aber wird er getrostet, und du wirst gepeiniget. Und uberdas alles istzwischen uns und euch eine grofte Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, konnten nicht und auch nicht von dannen zu uns heruberfahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Flaus; denn ich habe noch funf Bruder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; laft sie dieselbigen horen! Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einervon den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Bufte tun. Er sprach zu ihm: Hbren sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten aufstünde.
Antwortpsalm
Ein Lob Davids. Ich will dich erhohen, mein Gott, du Konig, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich taglich loben und deinen Namen ruhmen immer und ewiglich. Der HERR ist groß und sehr loblich, und seine Große ist unaussprechlich. Kindeskinder werden deine Werke preisen und von deiner Gewalt sagen. Ich will reden von deiner herrlichen, schonen Pracht und von deinen Wundern, daß man solle reden von deinen herrlichen Taten und daß man erzahle deine Herrlichkeit, daß man preise deine große Güte und deine Gerechtigkeit ruhme. Gnadig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Der HERR ist alien gütig und erbarmet sich aller seiner Werke. Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke, und deine Heiligen dich loben und die Ehre deines Konigreichs ruhmen und von deiner Gewalt reden, daß den Menschenkindern deine Gewalt kund werde und die ehrliche Pracht deines Konigreichs. Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft wahret fur und fur. Der HERR erhalt alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind. Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Der HERR ist gerecht in alien seinen Wegen und heilig in alien seinen Werken. Der HERR ist nahe alien, die ihn anrufen, alien, die ihn mit Ernst anrufen. Ertut, was die Gottesfu rchtige n begehren, und horet ihrßchreien und hilft ihnen. Der HERR behutet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. Mein Mund soil des HERRN Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich!
Evangelium
Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wolfe. An ihren Fruchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen Oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Fruchte; aber ein fauler Baum bringet arge Fruchte. Ein guter Baum kann nicht arge Fruchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Fruchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Fruchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Fruchten sollt ihrsie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids, vorzusingen fur das Erbe. HERR, hore meine Worte, merke auf meine Rede! Vernimm mein Schreien, mein Konig und mein Gott; denn ich will vor dir beten. HERR, frühe wollest du meine Stimme horen; fruhe will ich mich zu dir schicken und drauf merken. Denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefallt; wer bose ist, bleibet nicht vor dir. Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bistfeind alien Ubeltatern. Du bringest die Lugner urn; der HERR hat Greuel an den Blutgierigen und Falschen. Ich aber will in dein Haus gehen auf deine grofte Gute und anbeten gegen deinem heiligen Tempel in deiner Furcht. HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit urn meiner Feinde willen; richte deinen Weg vor mir her. Denn in ihrem Munde ist nichts Gewisses, ihr Inwendiges ist Herzeleid, ihr Rachen ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen heucheln sie. Schuldige sie, Gott, daß sie fallen von ihrem Vornehmen! Stofte sie aus urn ihrergroften Ubertretung willen; denn sie sind dirwiderspenstig. Laft sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich laft sie ruhmen, denn du beschirmest sie; frohlich laft sein in dir, die deinen Namen lieben! Denn du, HERR, segnest die Gerechten; du kronest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids. HERR, hadere mit meinen Haderern; streite wider meine Bestreiter! Ergreife den Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen! Zucke den Spieß und schütze mich wider meine Verfolger! Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe. Es mussen sich schamen und gehohnet werden, die nach meiner Seele stehen; es mussen zurückkehren und zuschanden werden, die mir ubelwollen. Sie mussen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des HERRN stolie sie weg. Ihr Weg müsse finster und schlupfrig werden, und der Engel des HERRN verfolge sie. Denn sie haben mir ohne Ursache gestellet ihre Netze, zu verderben, und haben ohne Ursache meiner Seele Gruben zugerichtet. Er müsse unversehens uberfallen werden, und sein Netz, das er gestellet hat, müsse ihn fahen und müsse drinnen uberfallen werden. Aber meine Seele müsse sich freuen des HERRN und frohlich sein auf seine Hilfe. Alle meine Gebeine müssen sagen: HERR, wer ist deinesgleichen? Der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen von seinen Raubern. Es treten frevele Zeugen auf, die zeihen mich, des ich nicht schuldig bin. Sie tun mir Arges urn Gutes, mich in Herzeleid zu bringen. Ich aber, wenn sie krankwaren, zog einen Sack an, tat mir wehe mit Fasten und betete von Herzen stets. Ich hielt mich, als ware es mein Freund und Bruder; ich ging traurig wie einer, der Leid tragt über seine Mutter. Sie aber freuen sich über meinen Schaden und rotten sich; es rotten sich die Hinkenden wider mich ohne meine Schuld; sie reißen und horen nicht auf. Mit denen, die da heucheln und spotten urn des Bauchs willen, beilien sie ihre Zahne zusammen über mich. HERR, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele aus ihrem Getümmel und meine Einsame von den jungen Lowen. Ich will dir danken in der großen Gemeine und unter viel Volks will ich dich rühmen. Laß sich nicht fiber mich freuen, die mir unbillig feind sind, noch mit den Augen spotten, die mich ohne Ursache hassen. Denn sie trachten, Schaden zu tun und suchen falsche Sachen wider die Stillen im Lande; und sperren ihr Maul weit auf wider mich und sprechen: Da, da! das sehen wir gerne. HERR, du siehest es, schweige nicht; HERR, sei nicht feme von mir! Erwecke dich und wache auf zu meinem Recht und zu meiner Sache, mein Gott und HERR! HERR, mein Gott, richte mich nach deiner Gerechtigkeit, daß sie sich über mich nicht freuen. Laß sie nicht sagen in ihrem Herzen: Da, da! das wollten wir. Laß sie nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen. Sie mussen sich schamen und zu Schanden werden, alle, die sich meines libels freuen; sie mussen mit Schande und Scham gekleidet werden, die sich wider mich rühmen. Rühmen und freuen müssen sich, die mir gonnen, daß ich recht behalte, und immer sagen: Der HERR müsse hoch gelobet sein, der seinem Knechte wohl will! Und meine Zunge soli reden von deiner Gerechtigkeit und dich taglich preisen.
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids, da er seine Gebarde verstellete vor Abimelech, der ihn von sich trieb, und erwegging. Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soil immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soil sich rühmen des HERRN, daß die Elenden horen und sich freuen. Preiset mit mir den HERRN und lalit uns miteinander seinen Namen erhohen! Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Welche ihn ansehen und aniaufen, deren Angesicht wird nicht zuschanden. Da dieser Elende rief, horete der HERR und half ihm aus alien seinen Noten. Der Engel des HERRN lagert sich urn die her, so ihn furchten, und hilft ihnen aus. Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist! Wohl dem, der auf ihn trauet! Furchtet den HERRN, ihr seine Heiligen; denn die ihn furchten, haben keinen Mangel. Die Reichen müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut. Kommt her, Kinder, horetmirzu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren. Wer ist, der gut Leben begehrt und gerne gute Tage hatte? Behute deine Zunge vor Bosem und deine Lippen, daß sie nicht falsch reden. Laß vom Bosen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach. Die Augen des HERRN sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. Das Antlitz aber des HERRN stehet uber die, so Boses tun, daß er ihr Gedachtnis ausrotte von der Erde. Wenn die (Gerechten) schreien, so horet der HERR und errettet sie aus all ihrer Not. Der HERR ist nahe bei denen, die zerbrochenes Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagen Gemüt haben. Der Gerechte muß viel leiden; aber der HERR hilft ihm aus dem allem. Er bewahret ihm alle seine Gebeine, daß deren nicht eins zerbrochen wird. Den Gottlosen wird das Ungluck toten, und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben. Der HERR erloset die Seele seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben.
Abendgebet — Erste Lesung
Und der HERR sandte Nathan zu David. Da der zu ihm kam, sprach er zu ihm: Es waren zween Manner in einer Stadt, einer reich, der andere arm. Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder; aber der Arme hatte nichts denn ein einiges kleines Schaflein, das er gekauft hatte; und er nahrete es, daß es groli ward bei ihm und bei seinen Kindern zugleich; es ali von seinem Bissen und trank von seinem Becher und schlief in seinem Scholi, und er hielt's wie eine Tochter. Da aber dem reichen Mann ein Gast kam, schonete er, zu nehmen von seinen Schafen und Rindern, daü er dem Gast etwas zurichtete, der zu ihm kommen war, und nahm das Schaf des armen Mannes und richtete es zu dem Manne, der zu ihm kommen war. Da ergrimmete David mit groliem Zorn wider den Mann und sprach zu Nathan: So wahr der HERR lebt, der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat! Dazu soli er das Schaf vierfaltig bezahlen, darum daß er solches getan und nicht geschonet hat. Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann. So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe dich zum Konige gesalbet uber Israel und habe dich errettet aus der Hand Sauls; und habe dirdeines Herrn Haus gegeben, dazu seine Weiber in deinen Scholi, und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazu tun. Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, daß du solches Ubel vor seinen Augen tatest? Uria, den Hethiter, hast du erschlagen mit dem Schwert; sein Weib hast du dir zum Weib genommen, ihn aber hast du erwürget mit dem Schwert der Kinder Ammon. Nun, so soil von deinem Hause das Schwert nicht lassen ewiglich, darum daß du mich verachtet hast und das Weib Urias, des Hethiters, genommen hast, daß sie dein Weib sei. So spricht der HERR: Siehe, ich will Ungluck über dich erwecken aus deinem eigenen Hause und will deine Weiber nehmen vor deinen Augen und will sie deinem Nachsten geben, daß er bei deinen Weibern schlafen soil an der lichten Sonne. Denn du hast's heimlich getan; ich aber will dies tun vor dem ganzen Israel und an der Sonne. Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesundiget wider den HERRN. Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sunde weggenommen, du wirst nicht sterben. Aberweil du die Feinde des HERRN hast durch diese Geschichte lastern gemacht, wird der Sohn, der dir geboren ist, des Todes sterben. Und Nathan ging heim. Und der HERR schlug das Kind, das Urias Weib David geboren hatte, daß es todkrank ward. Und David ersuchte Gott um das Knablein und fastete; und ging hinein und lag uber Nacht auf der Erde. Da stunden auf die Altesten seines Hauses und wollten ihn aufrichten von der Erde; erwollte aber nicht und ali auch nicht mit ihnen. Am siebenten Tage aberstarb das Kind. Und die Knechte Davids furchteten sich, ihm anzusagen, daß das Kind tot ware. Denn sie gedachten: Siehe, da das Kind noch lebendig war, redeten wir mit ihm, und er gehorchte unserer Stimme nicht; wie viel mehr wird es ihm wehe tun, so wir sagen: Das Kind ist tot. Da aber David sah, dafi seine Knechte leise redeten, und merkte, daß das Kind tot ware, sprach er zu seinen Knechten: Ist das Kind tot? Sie sprachen: Ja. Da stund David auf von der Erde und wusch sich und salbete sich und tat andere Kleider an; und ging in das Haus des HERRN und betete an. Und da er wieder heimkam, hieli er ihm Brot auftraqen und ali. Da sprachen seine Knechte zu ihm: Was ist das fur ein Ding, das du tust? Da das Kind lebte, fastetest du und weinetest; nun es aber gestorben ist, stehest du auf und issest? Er sprach: Um das Kind fastete ich und weinete, da es lebte; denn ich gedachte: Werweili, ob mir der HERR gnadig wird, daß das Kind lebendig bleibe. Nun es aber tot ist, was soil ich fasten? Kann ich es auch wiederum holen? Ich werde wohl zu ihm fahren, es kommt aber nicht wieder zu mir. Und da David sein Weib Bathseba getrostet hatte, ging er zu ihr hinein und schlief bei ihr. Und sie gebar einen Sohn, den hieli er Salomo. Und der HERR liebte ihn.
Zweite Lesung
Was sagen wir denn von unserm Vater Abraham, daß ergefunden habe nach dem Fleisch? Das sagen wir: Ist Abraham durch die Werke gerecht, so hat erwohl Ruhm, aber nicht vor Gott. Was sagt denn die Schrift? Abraham hat Gott geglaubet, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Dem aber, der mit Werken umgehet, wird der Lohn nicht aus Gnade zugerechnet, sondern aus Pflicht. Dem aber, der nicht mit Werken umgehet, glaubet aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. Nach welcher Weise auch David sagt, daß die Seligkeit sei allein des Menschen, welchem Gott zurechnet die Gerechtigkeit ohne Zutun der Werke, da er spricht: Selig sind die, welchen ihre Ungerechtigkeiten vergeben sind, und welchen ihre Sunden bedecket sind. Selig ist der Mann, welchem Gott keine Sünde zurechnet. Nun, diese Seligkeit, gehet sie uber die Beschneidung Oder uber die Vorhaut? Wir mussen je sagen, daß Abraham sei sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet. Wie ist er ihm denn zugerechnet, in der Beschneidung Oder in der Vorhaut? Ohne Zweifel nicht in der Beschneidung, sondern in der Vorhaut. Das Zeichen aber der Beschneidung empfing er zum Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, welchen er noch in der Vorhaut hatte, auf daß er würde ein Vater aller, die da glauben in der Vorhaut, daß denselbigen solches auch gerechnet werde zur Gerechtigkeit und würde auch ein Vater der Beschneidung, nicht allein derer, die von der Beschneidung sind, sondern auch derer, die wandeln in den Fufttapfen des Glaubens, welcher war in der Vorhaut unsers Vaters Abraham. Denn die Verheiftung, daß er sollte sein der Welt Erbe, ist nicht geschehen Abraham Oder seinem Samen durchs Gesetz, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens. Denn wo die vom Gesetz Erben sind, so ist der Glaube nichts, und die Verheißung ist ab. Sintemal das Gesetz richtet nur Zorn an; denn wo das Gesetz nicht ist, da ist auch keine Ubertretung. Derhalben muiß die Gerechtigkeit durch den Glauben kommen, auf daß sie sei aus Gnaden, und die Verheiftung test bleibe allem Samen, nicht dem alleine, der unter dem Gesetz ist, sondern auch dem, der des Glaubens Abrahams ist, welcher ist unser aller Vater, wie geschrieben stehet: Ich habe dich gesetzt zum Vater vieler Heiden vor Gott, dem du geglaubet hast, der da lebendig machet die Toten und rufet dem, das nicht ist, daß es sei. Und er hat geglaubet auf Hoffnung, da nichts zu hoffen war, auf daß er würde ein Vater vieler Heiden, wie denn zu ihm gesagt ist: Also soli dein Same sein. Und erward nichtschwach imßlauben, sah auch nicht an seinen eigenen Leib, welcher schon erstorben war, weil er fast hundertjahrig war, auch nicht den erstorbenen Leib der Sara. Denn er zweifelte nicht an der Verheiliung Gottes durch Unglauben, sondern ward stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wuftte aufs allergewisseste, dad, was Gott verheiftet, das kann er auch tun. Darum ist's ihm auch zur Gerechtigkeit gerechnet. Das ist aber nicht geschrieben allein urn seinetwillen, dad es ihm zugerechnet ist, sondern auch um unsertwillen, welchen es soli zugerechnet werden, so wir glauben an den, der unsern Herrn Jesum auferwecket hat von den Toten. welcher ist um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket.
Zweite Lesung
Ich aber, Paulus, ermahne euch durch die Sanftmütigkeit und Lindigkeit Christi, der ich gegenwartig unter euch gering bin, im Abwesen aber bin ich turstig gegen euch. Ich bitte aber, daß mir nicht not sei, gegenwartig turstig zu handeln und der Kuhnheit zu brauchen, die man mirzumisset, gegen etliche, die uns schatzen, als wandelten wir fleischlicherweise. Denn ob wirwohl im Fleisch wandeln, so streiten wir doch nicht fleischlicherweise. Denn die Waffen unserer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern machtig vor Gott, zu zerstoren die Befestungen, damit wir zerstoren die Anschlage und alle Hohe, die sich erhebet wider die Erkenntnis Gottes und nehmen gefangen alle Vernunft unter den Gehorsam Christi und sind bereit, zu rachen alien Ungehorsam, wenn euer Gehorsam erfullet ist. Richtet ihr nach dem Ansehen? Verlatit sich jemand darauf, daß er Christo angehore, der denke solches, auch wieder um bei ihm, daß, gleichwie er Christo angehoret, also gehoren wir auch Christo an. Und so ich auch etwas weiter, mich ruhmete von unserer Gewalt, welche uns der Herr gegeben hat, euch zu bessern und nicht zu verderben, wollte ich nicht zuschanden werden. (Das sage ich aber,) daß ihr nicht euch dünken lasset, als hatte ich euch wollen schrecken mit Briefen. Denn die Briefe (sprechen, sie) sind schwer und stark; aber die Gegenwartigkeit des Leibes ist schwach und die Rede verachtlich. Wer ein solcher ist, der denke, daß wie wir sind mit Worten in den Briefen im Abwesen, so dürfen wir auch wohl sein mit der Tat gegenwartig. Denn wir dürfen uns nicht unter die rechnen Oder zahlen, so sich selbst loben; aber dieweil sie sich bei sich selbst messen und halten allein von sich selbst, verstehen sie nichts. Wir aber rühmen uns nicht fiber das Ziel, sondern nur nach dem Ziel der Regel, damit uns Gott abgemessen hat das Ziel, zu gelangen auch bis an euch. Denn wirfahren nicht zu weit, als waren wir nicht gelanget bis zu euch; denn wir sind ja auch bis zu euch kommen mit dem Evangelium Christi. Und rühmen uns nicht fiber das Ziel in fremder Arbeit und haben Hoffnung, wenn nun euer Glaube in euch gewachsen, daß wir unserer Regel nach wollen weiter kommen und das Evangelium auch predigen denen, die jenseit euch wohnen, und uns nicht rühmen in dem, was mit fremder Regel bereitet ist. Wer sich aber rühmet, derrühme sich des Herm. Denn darum ist einer nicht tüchtig, daß er sich selbst lobet, sondern daß ihn der Herr lobet.
Zweite Lesung
Denn das ist die Botschaft, die ihr gehoret habt von Anfang, daß wir uns untereinander lieben sollen. Nicht wie Kain, der von dem Argen war und erwurgete seinen Bruder. Und warum erwurgete er ihn? Dali seine Werke bose waren und seines Binders gerecht. Verwundert euch nicht, meine Bruder, ob euch die Welt hasset! Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind; denn wir lieben die Bruder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschlager; und ihrwisset, daß ein Totschlager nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben fur uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben fur die Bruder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Guter hat und siehet seinen Bruder darben und schlielit sein Herz vor ihm zu: wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind, und konnen unser Herz vor ihm stillen, dati, so uns unser Herz verdammt, daß Gott grolier ist denn unser Herz und erkennet alle Dinge. Ihr Lieben, so uns unser Herz nicht verdammt, so haben wir eine Freudigkeit zu Gott; und was wir bitten, werden wir von ihm nehmen; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm gefallig ist. Und das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesu Christi und lieben uns untereinander, wie er uns ein Gebot gegeben hat. Und wer seine Gebote halt, der bleibet in ihm und er in ihm. Und daran erkennen wir, daß er in uns bleibet: an dem Geist, den er uns gegeben hat.
Zweite Lesung
Sintemal aber im Fleisch leben dienet, mehr Frucht zu schaffen, so weüi ich nicht, welches ich erwahlen soil. Denn es liegt mir beides hart an: Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein, welches auch viel besser ware: Aberes ist notiger, im Fleisch bleiben urn euretwilien. Und in guter Zuversicht weüi ich, daß ich bleiben und bei euch alien sein werde euch zur Forderung und zur Freude des Glaubens, auf daü ihr euch sehr ruhmen moget in Christo Jesu an mir durch meine Ankunft wieder zu euch. Wandelt nur wurdiglich dem Evangelium Christi, auf daß, ob ich komme und sehe euch Oder abwesend von, euch hore, daü ihr stehet in einem Geist und einer Seele und samt uns kampfet fur den Glauben des Evangeliums und euch in keinem Wege erschrecken lasset von den Widersachern, welches ist ein Anzeichen, ihnen der Verdammnis euch aber der Seligkeit, und dasselbige von Gott. Denn euch ist gegeben, urn Christi willen zu tun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch urn seinetwillen leidet, und habet denselbigen Kampf, welchen ihr an mir gesehen habt und nun von mir horet.
Evangelium
Danach zog Jesus umher in Galilaa denn er wollte nicht in Judaa umherziehen, darum daß ihm die Juden nach dem Leben stelleten. Es war aber nahe der Juden Fest, der Laubrust. Da sprachen seine Bruder zu ihm: Mache dich auf von dannen und gehe nach Judaa, auf daß auch deine Junger sehen die Werke, die du tust. Niemand tut etwas im Verborgenen und will doch frei offenbar sein. Tust du solches, so offenbare dich vor der Welt. Denn auch seine Bruder glaubten nicht an ihn. Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht hier; eure Zeit aber ist allewege. Die Welt kann euch nicht hassen; mich aber hasset sie; denn ich zeuge von ihr, daß ihre Werke bose sind. Gehet ihr hinauf auf dieses Fest. Ich will noch nicht hinaufgehen auf dieses Fest; denn meine Zeit ist noch nicht erfullet. Da er aber das zu ihnen gesagt, blieb er in Galilaa. Als aber seine Bruder waren hinaufgegangen, da ging erauch hinauf zu dem Fest, nicht offenbarlich, sondern gleich heimlich. Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist der? Und eswarein graft Gemurmel von ihm unter dem Volk. Etliche sprachen: Er ist, fromm. Die andern aber sprachen: Nein, sondern er verfuhret das Volk. Niemand aber redete frei von ihm urn der Furcht willen vor den Juden. Aber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrete. Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die Schrift, so er sie doch nicht gelernet hat? Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern des, der mich gesandt hat. So jemand will des Willen tun, derwird innewerden, ob diese Lehre von Gott sei, Oder ob ich von mir selbst rede. Wer von ihm selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber suchet die Ehre des, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und ist keine Ungerechtigkeit an ihm. Hat euch nicht Mose das Gesetz gegeben? Und niemand unter euch tut das Gesetz. Warum suchet ihr mich zu toten? Das Volk antwortete und sprach: Du hast den Teufel; wer suchet dich zu toten? Jesus antwortete und sprach: Ein einiges Werk habe ich getan, und es wundert euch alle. Mose hat euch darum gegeben die Beschneidung, nicht daß sie von Mose kommt, sondern von den Vatern; noch beschneidet ihr den Menschen am Sabbat. So ein Mensch die Beschneidung annimmt am Sabbat, auf daß nicht das Gesetz Mose's gebrochen werde, zürnet ihr denn über mich, daß ich den ganzen Menschen habe am Sabbat gesund gemacht? Richtet nicht nach dem Ansehen sondern richtet ein recht Gericht! Da sprachen etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie suchten zu toten? Und siehe zu, er redet frei, und sie sagen ihm nichts. Erkennen unsere Obersten nun gewift, daß er gewift Christus sei? Doch wir wissen, von wannen dieser ist; wenn aber Christus kommen wird, so wird niemand wissen, von wannen er ist. Da rief Jesus im Tempel, lehrete und sprach: Ja, ihr kennet mich und wisset, von wannen ich bin; und von mir selbst bin ich nicht kommen, sondern es ist ein Wahrhaftiger, der mich gesandt hat, welchen ihr nicht kennet. Ich kenne ihn aber; denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt. Da suchten sie ihn zu greifen. Aber niemand legte die Hand an ihn; denn seine Stunde war noch nicht kommen. Aber viele vom Volk glaubten an ihn und sprachen: Wenn Christus kommen wird; wird erauch mehr Zeichen tun, denn dieser tut? Und es kam vor die Pharisaer, daß das Volk solches von ihm murmelte. Da sandten die Pharisaer und Hohenpriester Knechte aus, daß sie ihn griffen. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und da ich bin, konnet ihr nicht hinkommen. Da sprachen die Juden untereinander: Wo will dieser hingehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er unter die Griechen gehen, die hin und her zerstreuet liegen, und die Griechen lehren? Was ist das fur eine Rede, daß er saget: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und: Wo ich bin, da konnet ihr nicht hinkommen? Aber am letzten Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: Wen da durstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubet, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Strome des lebendigen Wassers flieften. Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Heilige Geist war noch nicht da, denn Jesus war noch nicht verklaret. Viele nun vom Volk, die diese Rede horeten, sprachen: Dieser ist ein rechter Prophet. Die andern sprachen: Er ist Christus. Etliche aber sprachen: Soli Christus aus Galilaa kommen? Spricht nicht die Schrift, von dem Samen Davids und aus dem Flecken Bethlehem, da David war, solle Christus kommen? Also ward eine Zwietracht unter dem Volk uber ihm. Es wollten aber etliche ihn greifen; aber niemand legte die Hand an ihn. Die Knechte kamen zu den Hohenpriestern und Pharisaern. Und sie sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? Die Knechte antworteten: Es hat nie kein Mensch also geredet wie dieser Mensch. Da antworteten ihnen die Pharisaer: Seid ihr auch verfuhret? Glaubet auch irgendein Oberster Oder Pharisaer an ihn? Sondern das Volk, das nichts vom Gesetz weiß, ist verflucht. Sprichtzu ihnen Nikodemus, der bei der Nacht zu ihm kam, welcher einer unter ihnen war: Richtet unser Gesetz auch einen Menschen, ehe man ihn verhoret und erkennet, was er tut? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du auch ein Galilaer? Forsche und siehe, aus Galilaa stehet kein Prophet auf. Und ein jeglicher ging also heim.
Abendgebet — Zweite Lesung
Also, meine lieben und gewünschten Bruder, meine Freude und meine Krone, bestehet also in dem Herrn, ihr Lieben! Die Evodia ermahne ich, und die Syntyche ermahne ich, daß sie eines Sinnes seien in dem Herrn. Ja, ich bitte auch dich, mein treuer Geselle, stehe ihnen bei, die samt mir uber dem Evangelium gekampft haben mit Clemens und den andern meinen Gehilfen, welcher Namen sind in dem Buch des Lebens. Freuet euch in dem Herrn allewege; und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein alien Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in alien Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher hoher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu!] Weiter, liebe Bruder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach. Welches ihr auch gelernet und empfangen und gehoret und gesehen habt an mir, das tut, so wird der Herr des Friedens mit euch sein. Ich bin aber hoch erfreuet in dem Herrn, daß ihr wieder wacker worden seid, fur mich zu sorgen, wiewohl ihr allewege gesorget habt; aber die Zeit hat's nichtwollen leiden. Nicht sage ich das des Mangels halben; denn ich habe gelernet, bei welchen ich bin, mir genugen lassen. Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; ich bin in alien Dingen und bei alien geschickt, beide, satt sein und hungern, beide, übrig haben und Mangel leiden. Ich vermag alles durch den, der mich machtig macht, Christus. Doch ihr habt wohl getan, daß ihr euch meiner Trubsal angenommen habt. Ihr aber von Philippi wisset, daß von Anfang des Evangeliums, da ich auszog aus Mazedonien, keine Gemeinde mit mir geteilet hat nach der Rechnung der Ausgabe und Einnahme denn ihr alleine. Denn gen Thessalonich sandtet ihr zu meiner Notdurft einmal und danach abereinmal. Nicht, daß ich das Geschenk suche, sondern ich suche die Frucht daß sie uberflussig in eurer Rechnung sei. Denn ich habe alles und habe uberflussig. Ich bin erfullet, da ich empfing durch Epaphroditus, was von euch kam, ein sillier Geruch, ein angenehm Opfer, Gott gefallig. Mein Gott aber erfulle alle eure Notdurft nach seinem Reichtum in der Herrlichkeit in Christo Jesu! Dem Gott aber und unserm Vater sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Grutiet alle Heiligen in Christo Jesu. Es grutien euch die Bruder, die bei mir sind. Es grülien euch alle Heiligen, sonderlich aber die von des Kaisers Hause. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch alien! Amen.
Evangelium
Es war aber ein Mensch unter den Pharisaern mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden. Der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wirwissen, daß du bist ein Lehrer, von Gott kommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihrmüssetvon neuem geboren werden. Der Wind blaset, wo er will, und du horest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fahret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, was wirwissen, und zeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie wurdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fahret gen Himmel, denn der vom Himmel herniederkommen ist, namlich des Menschen Sohn, derim Himmel ist. Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhohet hat, also muß des Menschen Sohn erhohet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren bose. Wer Arges tut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan.
Evangelium
Ihr sollt nicht wahnen, daß ich kommen bin, das Gesetz Oder die Propheten aufzulosen. Ich bin nicht kommen aufzulosen, sondern zu erfullen. Denn ich sage euch: Wahrlich, bis daß Himmel und Erde vergehe, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe. Wer nun eins von diesen kleinsten Geboten aufloset und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heilien im Himmelreich; wer es aber tut und lehret, der wird groli heilien im Himmelreich. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisaer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Evangelium
Danach sonderte der Herr andere siebzig aus und sandte sie zwei und zwei vor sich her in alle Stadte und Orte, da erwollte hinkommen. Und sprach zu ihnen: Die Ernte ist graft, der Arbeiter aber ist wenig; bittet den Herm der Ernte, daß er Arbeiter aussende in seine Ernte! Gehet hin! Siehe, ich sende euch als die Lammer mitten unter die Wolfe. Traget keinen Beutel noch Tasche noch Schuhe und grüftet niemand auf der Strafte. Wo ihr in ein Haus kommt, da sprechet zuerst: Friede sei in diesem Hause! Und so daselbst wird ein Kind des Friedens sein, so wird euer Friede auf ihm beruhen; wo aber nicht, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden. In demselbigen Hause aber bleibet, esset und trinket, was sie haben; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Ihr sollt nicht von, einem Hause zum andern gehen. Und wo ihr in eine Stadt kommt, und sie euch aufnehmen, da esset, was euch wird vorgetragen, und heüet die Kranken, die daselbst sind, und saget ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch kommen. Wo ihr aber in eine Stadt kommet, da sie euch nicht aufnehmen, da gehet heraus auf ihre Gassen und sprecht: Auch den Staub, der sich an uns gehanget hat von eurer Stadt, schlagen wir ab auf euch; doch sollt ihr wissen, daß euch das Reich Gottes nahe gewesen ist. Ich sage euch: Es wird Sodom ertraglicher ergehen an jenem Tage denn solcher Stadt. Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn waren solche Taten zu Tyrus und Sidon geschehen, die bei euch geschehen sind, sie hatten vorzeiten im Sack und in der Asche gesessen und Bufte getan. Doch es wird Tyrus und Sidon ertraglicher ergehen am Gerichte denn euch. Und du, Kapernaum, die du bis an den Himmel erhoben bist, du wirst in die Holle hinuntergestoüen werden. Wer euch horet, der horet mich, und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat. Die Siebzig aber kamen wieder mit Freuden und sprachen: Herr, es sind uns auch die Teufel untertan in deinem Namen. Er sprach aber zu ihnen: Ich sah wohl den Satanas vom Himmel fallen als einen Blitz. Sehet, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschadigen. Doch darin freuet euch nicht, daß euch die Geister untertan sind, freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. Zu der Stunde freuete sich Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches verborgen hast den Weisen und Klugen und hast es offenbart den Unmundigen: Ja, Vater, also war es wohlgefallig vor dir. Es ist mir alles übergeben von meinem Vater. Und niemand weifi, wer der Sohn sei, denn nur der Vater, noch wer der Vater sei, denn nur der Sohn, und welchem es der Sohn will offenbaren. Und erwandte sich zu seinen Jungern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, was ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Konige wollten sehen, was ihr sehet, und haben's nicht gesehen; und horen, was ihr horet, und haben's nicht gehoret. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muft ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von alien Kraften und von ganzem Gemüt und deinen Nachsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nachster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, derging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Morder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und lieften ihn halbtot liegen. Es begab sich aber ohngefahr, daß ein Priester dieselbige Strafte hinabzog; und da er ihn sah, ging er voruber. Desselbigengleichen auch ein Levit: da er kam zu der Statte und sah ihn, ging er voruber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goft drein Ol und Wein und hub ihn auf sein Tier und fuhrete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des andern Tages reisete er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirt und sprach zu ihm; Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dunket dich, der unter diesen dreien der Nachste, sei gewesen dem, der unter die Morder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und tue desgleichen! Es begab sich aber, da sie wandelten, ging er in einen Markt. Da war ein Weib mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieft Maria; die setzte sich zu Jesu Füften und horete seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, daß mich meine Schwester lasset alleine dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife! Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe! Eines aber ist not: Maria hat das gute Teil erwahlet; das soil nicht von ihr genommen werden.
Ein täglicher Leseplan, der fortlaufend durch die Bibel führt. Der Bibeltext ist gemeinfrei. (Luther Bibel)
Tageslesungen, jeden Morgen
In Bosko warten die Lesungen des Tages jeden Morgen auf dich — markiere jede als gelesen, damit du nie den Überblick verlierst, lies sie in einer von 30 Übersetzungen und verweile bei einer kurzen Betrachtung. Die Tageslesungen deiner Tradition — nachverfolgt und immer griffbereit.

