Tageslesungen
Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.
Erste Lesung
Was machen sonst, die sich taufen lassen uber den Toten, so allerdinge die Toten nicht auferstehen? Was lassen sie sich taufen uber den Toten? Und was stehen wir alle Stunde in der Gefahr? Bei unserm Ruhm den ich habe in Christo Jesu, unserm Herrn, ich sterbe taglich. Hab 1 ich menschlicher Meinung zu Ephesus mit den wilden Tieren gefochten, was hilft's mir, so die Toten nicht auferstehen? Lasset uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot. Lasset euch nicht verfuhren! Bose Geschwatze verderben gute Sitten. Werdet doch einmal recht nuchtern und sundiget nicht; denn etliche wissen nichts von Gott, das sage ich euch zur Schande. Mochte aber jemand, sagen: Wie werden die Toten auferstehen; und mit welcherlei Leibe werden sie kommen? Du Narr, was du saest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und was du saest, ist ja nicht der Leib, der werden soli, sondern ein bloßes Korn, namlich Weizen Oder der andern eines. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch, sondern ein ander Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehes, ein anderes der Fische, ein anderes der Vogel. Und es sind himmlische Korper und irdische Korper. Aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. Eine andere Klarheit hat die Sonne, eine andere Klarheit hat der Mond, eine andere Klarheit haben die Sterne; denn ein Stern ubertrifft den andern an Klarheit.
Erste Lesung
Dies sind die Geschichten Jeremias, des Sohns Hilkias, aus den Priestern zu Anathoth, im Lande Benjamin, zu welchem geschah das Wort des HERRN zur Zeit Josias, des Sohns Amons, des Konigs Judas, im dreizehnten Jahr seines Konigreichs, und hernach zur Zeit des Konigs Judas Jojakim, des Sohns Josias, bis ans Ende des elften Jahrs Zedekias, des Sohns Josias, des Konigs Judas, bis aufs Gefangnis Jerusalems im fünften Monden. Und des HERRN Wort geschah zu mir und sprach: Ich kannte dich, ehe denn ich dich in Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe denn du von der Mutter geboren wurdest, und stellete dich zum Propheten unter die Volker. Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen, denn ich bin zu jung! Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: Ich bin zu jung; sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen, was ich dich heifie. Furchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. Und der HERR reckte seine Hand aus und ruhrete meinen Mund und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. Siehe, ich setzedich heute dieses Tages uber Volker und Konigreiche, daß du ausreilien, zerbrechen, verstoren und verderben sollst und bauen und pflanzen. Und es geschah des HERRN Wortzu mir und sprach: Jeremia, was siehest du? Ich sprach: Ich sehe einen wackern Stab. Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich will wacker sein uber mein Wort, daß ich's tue. Und es geschah des HERRN Wort zum andernmal zu mir und sprach: Was siehest du? Ich sprach: Ich sehe einen heilien siedenden Topf von Mitternacht her. Und der HERR sprach zu mir: Von Mitternacht wird das Unglück ausbrechen uber alle, die im Lande wohnen. Denn siehe, ich will rufen alle Fürsten in den Konigreichen gegen Mitternacht, spricht der HERR, daß sie kommen sollen und ihre Stühle setzen vor die Tore zu Jerusalem und rings urn die Mauern her und vor alle Stadte Judas. Und ich will das Recht lassen über sie gehen urn aller ihrer Bosheit willen, daß sie mich verlassen und rauchern andern Gottern und beten an ihrer Hande Werk. So begürte nun deine Lenden und mache dich auf und predige ihnen alles, was ich dich heilie! Furchte dich nicht vor ihnen, als sollte ich dich abschrecken! Denn ich will dich heute zurfesten Stadt, zur eisernen Saule, zur ehernen Mauer machen im ganzen Lande wider die Konige Judas, wider ihre Fursten, wider ihre Priester, wider das Volk im Lande, daß, wenn sie gleich wider dich streiten, dennoch nicht sollen wider dich siegen; denn ich bin bei dir, spricht der HERR, daß ich dich errette.
Erste Lesung
So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meine Fuftbank; was ist's denn fur ein Haus, das ihr mir bauen wollt, Oder welches ist die Statte, da ich ruhen soil? Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der HERR. Ich sehe aber an den Elenden und der zerbrochenes Geistes ist und der sich fürchtet vor meinem Wort. Denn wer einen Ochsen schlachtet, ist eben, als der einen Mann erschluge. Wer ein Schaf opfert, ist, als der einem Hund den Hals brache. Wer Speisopfer bringt, ist, als der Saublut opfert. Wer des Weihrauchs gedenkt, ist, als der das Unrecht lobet. Solches erwahlen sie in ihren Wegen, und ihre Seele hat Gefallen an ihren Greueln. Darum will ich auch erwahlen, das sie verspotten; und was sie scheuen, will ich uber sie kommen lassen, darum daß ich rief, und niemand antwortete, daß ich redete, und sie horeten nicht, und taten, was mir übel gefiel, und erwahleten, das mir nicht gefiel. Horet des HERRN Wort, die ihr euch furchtet vor seinem Wort: Eure Bruder, die euch hassen und sondern euch ab um meines Namens willen, sprechen: Lasset sehen, wie herrlich der HERR sei; lasset ihn erscheinen zu eurer Freude! die sollen zuschanden werden. Denn man wird horen eine Stimme des Getümmels in der Stadt, eine Stimme vom Tempel, eine Stimme des HERRN, der seine Feinde bezahlet. Sie gebieret, ehe ihrwehe wird; sie ist genesen eines Knaben, ehe denn ihr Kindesnot kommt. Wer hat solches je gehort? Wer hat solches je gesehen? Kann auch, ehe denn ein Land die Wehe kriegt, ein Volk zugleich geboren werden? Nun hat doch ja Zion ihre Kinder ohne die Wehe geboren. Sollte ich andere lassen die Mutter brechen und selbst nicht auch gebaren? spricht der HERR. Sollte ich andere lassen gebaren und selbst verschlossen sein? spricht dein Gott. Freuet euch mit Jerusalem und seid frohlich uber sie, alle, die ihr sie liebhabt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr uber sie traurig gewesen seid! Denn dafur sollt ihr saugen und satt werden von den Brusten ihres Trostes; ihr sollt dafur saugen und euch ergotzen von der Fulle ihrer Herrlichkeit. Denn also spricht der HERR: Siehe, ich breite aus den Frieden bei ihr wie einen Strom und die Herrlichkeit der Heiden wie einen ergossenen Bach; da werdet ihr saugen. Ihr sollt auf der Seite getragen werden, und auf den Knieen wird man euch freundlich halten. Ich will euch trosten, wie einen seine Mutter trostet; ja, ihr sollt an Jerusalem ergotzet werden. Ihr werdet es sehen, und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soil grünen wie Gras. Da wird man erkennen die Hand des HERRN an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.
Morgengebet — Erste Lesung
Wer wider die Strafe halsstarrig, ist, der wird plotzlich verderben ohne aile Hilfe. Wenn der Gerechten viel ist, freuet sich das Volk; wenn aber der Gottlose herrschet, seufzet das Volk. Wer Weisheit liebet, erfreuet seinen Vater; wer aber mit Huren sich nahret, kommt um sein Gut. Ein Konig richtet das Land auf durchs Recht; ein Geiziger aber verderbet es. Wer mit seinem Nachsten heuchelt, der breitet ein Netz zu seinen Fußtapfen. Wenn ein Boser sundiget, verstrickt er sich selbst; aber ein Gerechter freuet sich und hat Wonne. Der Gerechte erkennet die Sache der Armen; der Gottlose achtet keine Vernunft. Die Spotter bringen frechlich eine Stadt in Ungluck; aber die Weisen stillen den Zorn. Wenn ein Weiser mit einem Narren zu handeln kommt, er züme Oder lache, so hat er nicht Ruhe. Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten suchen seine Seele. Ein Narr schuttet seinen Geist gar aus; aber ein Weiser halt an sich. Ein Herr, der zu Lugen Lust hat, des Diener sind aile gottlos. Arme und Reiche begegnen einander; aber beider Augen erleuchtet der HERR. Ein Konig, der die Armen treulich richtet, des Thron wird ewiglich bestehen. Rute und Strafe gibt Weisheit; aberein Knabe, ihm selbst gelassen, schandet seine Mutter. Wo viel Gottlose sind, da sind viel Sunden; aberdie Gerechten werden ihren Fall erleben. Zuchtige deinen Sohn, so wird erdich ergotzen und wird deiner Seele sanft tun. Wenn die Weissagung aus ist, wird das Volk wild und wust; wohl aber dem, der das Gesetz handhabet! Ein Knecht laftt sich mit Worten nicht zuchtigen; denn ob er's gleich verstehet, nimmt er sich's doch nicht an. Siehest du einen schnell zu reden, da ist an einem Narren mehr Hoffnung denn an ihm. Wenn ein Knecht von Jugend auf zartlich gehalten wird, so will er danach ein Junker sein. Ein zorniger Mann richtet Hader an, und ein Grimmiger tut viel Sünde. Die Hoffart des Menschen wird ihn sturzen; aber der Demutige wird Ehre empfahen. Wer mit Dieben teil hat, hort fluchen und sagt's nicht an, der hasset sein Leben. Vor Menschen sich scheuen, bringet zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verlasset, wird beschutzt. Viele suchen das Angesicht eines Fursten; aber eines jeglichen Gericht kommt vom FIERRN. Ein ungerechter Mann ist dem Gerechten ein Greuel, und wer rechtes Weges ist, der ist des Gottlosen Greuel.
Epistel
Wem ein tugendsam Weib bescheret ist, die ist viel edler denn die kostlichsten Perlen. Ihres Mannes Herzdarf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln. Sie tut ihm Liebes und kein Leides sein Leben lang. Sie gehet mit Wolle und Flachs um und arbeitet gerne mitihren Handen. Sie istwie ein Kaufmannsschiff, das seine Nahrung von feme bringt. Sie stehet des Nachts auf und gibt Futter ihrem Flause und Essen ihren Dirnen. Sie denkt nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt einen Weinberg von den Fruchten ihrer FHande. Sie gurtet ihre Lenden fest und starkt ihre Arme. Sie merkt, wie ihr Handel Frommen bringt; ihre Leuchte verloscht des Nachts nicht. Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel. Sie breitet ihre Hande aus zu dem Armen und reichet ihre Hand dem Durftigen. Sie furchtet ihres Hauses nicht vor dem Schnee, denn ihr ganzes Haus hat zwiefache Kleider. Sie macht ihr selbst Decken; weifte Seide und Purpur ist ihr Kleid. Ihr Mann ist berühmt in den Toren, wenn er sitzt bei den Altesten des Landes. Sie macht einen Rock und verkauft ihn; einen Gürtel gibt sie dem Kramer. Ihr Schmuck ist, daß sie reinlich und fleiftig ist; und wird hernach lachen. Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist holdselige Lehre. Sie schauet, wie es in ihrem Hause zugehet, und isset ihr Brot nicht mit Faulheit. Ihre Sohne kommen auf und preisen sie selig; ihr Mann lobt sie. Viele Tochter bringen Reichtum; du aber übertriffst sie alle. Lieblich und schon sein ist nichts; ein Weib, das den HERRN furchtet, soil man loben. Sie wird gerühmt werden von den Fruchten ihrer Hande; und ihre Werke werden sie loben in den Toren.
Erste Lesung
Dies sind die Spruche Salomos. Ein weiser Sohn ist seines Vaters Freude; aber ein torichter Sohn ist seiner Mutter Gramen. Unrecht Gut hilft nicht; aber Gerechtigkeit errettet vom Tode. Der HERR laßt die Seele des Gerechten nicht Hunger leiden; er stürzt aber der Gottlosen Schinderei. Lassige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich. Wer im Sommer sammelt, der ist klug; wer aber in der Ernte schlaft, wird zuschanden. Den Segen hat das Haupt des Gerechten; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel uberfallen. Das Gedachtnis der Gerechten bleibt im Segen; aber der Gottlosen Name wird verwesen. Wer weise von Herzen ist, nimmtdie Gebote an; der aber ein Narrenmaul hat, wird geschlagen. Wer unschuldig lebet, der lebet sicher; wer aber verkehrt ist auf seinen Wegen, wird offenbar werden. Wer mit Augen winket, wird Muhe anrichten; und der ein Narrenmaul hat, wird geschlagen. Des Gerechten Mund ist ein lebendiger Brunn; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel uberfallen. Haß erreget Hader; aber Liebe deckt zu alle Gbertretungen. In den Lippen des Verstandigen findet man Weisheit; aber auf den Rücken des Narren gehort eine Rute. Die Weisen bewahren die Lehre; aber der Narren Mund ist nahe dem Schrecken. Das Gut des Reichen ist seine feste Stadt; aber die Armen macht die Armut blode. Der Gerechte braucht seines Guts zum Leben; aber der Gottlose braucht seines Einkommens zur Sünde. Die Zucht halten, ist der Weg zum Leben; wer aber die Strafe verlaßt, der bleibt irrig. Falsche Mauler decken Haß; und wer verleumdet, der ist ein Narr. Wo viel Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen halt, ist klug. Des Gerechten Zunge ist kostlich Silber; aber der Gottlosen Herz ist nichts. Des Gerechten Lippen weiden viele; aber die Narren werden in ihrer Torheit sterben. Der Segen des HERRN macht reich ohne Muhe. Ein Narrtreibt Mutwillen und hat's noch dazu seinen Spott; aber der Mann ist weise, der drauf merkt. Was der Gottlose furchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben. Der Gottlose ist wie ein Wetter, das überhin geht und nicht mehr ist; der Gerechte aber bestehet ewiglich. Wie der Essig den Zahnen und der Rauch den Augen tut, so tut der Faule denen, die ihn senden. Die Furcht des HERRN mehret die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt. Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein. Der Weg des HERRN ist des Frommen Trotz; aber die Ubeltater sind blode. Der Gerechte wird nimmermehr umgestoßen; aber die Gottlosen werden nicht im Lande bleiben. Der Mund des Gerechten bringt Weisheit; aber das Maul der Verkehrten wird ausgerottet. Die Lippen der Gerechten lehren heilsam Ding; aber der Gottlosen Mund ist verkehrt.
Morgengebet — Zweite Lesung
Es war aber nahe das Fest der süften Brote, das da Ostern heiftt. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten, wie sie ihn toteten, und furchteten sich vor dem Volk. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischariot, der da war aus der Zahl der Zwolfe. Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, wie erihn wollte ihnen uberantworten. Und sie wurden froh und gelobten, ihm Geld zu geben. Und er versprach es und suchte Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. Es kam nun der Tag der süften Brote, auf welchen man muftte opfern das Osterlamm. Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet hin, bereitet uns das Osterlamm, auf daß wir's essen. Sie aber sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir's bereiten? Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der tragt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hineingehet, und saget zu dem Hausherm: Der Meister laftt dir sagen: Wo ist die Herberge, darinnen ich das Osterlamm essen moge mit meinen Jüngem? Und erwird euch einen groften gepflasterten Saal zeigen; daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und da die Stunde kam, setzte er sich nieder und die zwolf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfullet werde im Reich Gottes. Und ernahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselbigen und teilet ihn unter euch. Denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewachse des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme. Und er nahm das Brot, dankete und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der fur euch gegeben wird; das tutzu meinem Gedachtnis! Desselbigengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das fur euch vergossen wird. Doch siehe, die Hand meines Verraters ist mit mir uber Tische! Und zwar, des Menschen Sohn gehet hin, wie es beschlossen ist; doch wehe demselbigen Menschen, durch welchen er verraten wird! Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch ware unter ihnen, der das tun würde. Es erhub sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte fur den Großten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Konige herrschen, und die Gewaltigen heifit man gnadige Herren. Ihr aber nicht also, sondern der Großte unter euch soli sein wie der Jungste und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Grofite, der zu Tische sitzt, Oder der da dienet? Ist's nicht also, daß der zu Tische sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid's, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich und sitzen auf Stuhlen und richten die zwolf Geschlechter Israels. Der Herr aber sprach: Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehrt, daß er euch mochte sichten wie den Weizen! Ich aber habe fur dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhore. Und wenn du dermaleinst dich bekehrest, so starke deine Bruder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit mit dir ins Gefangnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht krahen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigengleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es rnuß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Ubeltater gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Und er ging hinaus nach seiner Gewohnheit an den Olberg. Es folgeten ihm aber seine Junger nach an denselbigen Ort. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und starkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er stund auf vom Gebet und kam zu seinen Jungern und fand sie schlafend vor Traurigkeit. Und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, auf dafi ihr nicht in Anfechtung fallet! Da er aber noch redete, siehe, die Schar und einer von den Zwolfen, genannt Judas, ging vor ihnen her und nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen. Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verratst du des Menschen Sohn mit einem Kul J? Da aber sahen, die urn ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Und einer aus ihnen schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohrab. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so feme machen! Und er ruhrete sein Ohr an und heilete ihn. Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihrseid, wie zu einem Morder, mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen. Ich bin taglich bei euch im Tempel gewesen, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Sie griffen ihn aber und führeten ihn und brachten ihn in des Hohenpriesters Haus. Petrus aber folgete von feme. Da zundeten sie ein Feuer an mitten im Palast und setzten sich zusammen, und Petrus setzte sich unter sie. Da sah ihn eine Magd sitzen bei dem Licht und sah eben auf ihn und sprach zu ihm: Dieser war auch mit ihm. Er aber verleugnete ihn und sprach: Weib, ich kenne ihn nicht. Und über eine kleine Weile sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch der einer. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht! Und liber eine Weile, bei einer Stunde, bekraftigte es ein anderer und sprach: Wahrlich, dieser war auch mit ihm; denn er ist ein Galilaer. Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagest! Und alsbald, da er noch redete, krahete der Hahn. Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, das erzu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn krahet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinete bitterlich. Die Manner aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn, verdecketen ihn und schlugen ihn ins Angesicht und fragten ihn und sprachen: Weissage, wer ist's, der dich schlug? Und viel andere Lasterungen sagten sie wider ihn. Und als es Tag ward, sammelten sich die Altesten des Volks, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und fuhreten ihn hinauf vor ihren Rat und sprachen: Bist du Christus? Sage es uns! Er sprach aber zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubet ihr's nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was bedurfen wir weiter Zeugnis? Wir haben's selbst gehoret aus seinem Munde.
Antwortpsalm
Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sunder, noch sitzt, da die Spotter sitzen, sondern hat Lust zum Gesetz des HERRN und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzet an den Wasserbachen, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blatter verwelken nicht, und was er macht, das gerat wohl. Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreuet. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gerichte, noch die Sunder in der Gemeine der Gerechten. Denn der HERR kennet den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergehet.
Evangelium
Da er noch also zu dem Volk redete, siehe, da stunden seine Mutter und seine Brüder drauften, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen drauften und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und reckte die Hand aus uber seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Wilien tut meines Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter.
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids. HERR, hadere mit meinen Haderern; streite wider meine Bestreiter! Ergreife den Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen! Zucke den Spieß und schütze mich wider meine Verfolger! Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe. Es mussen sich schamen und gehohnet werden, die nach meiner Seele stehen; es mussen zurückkehren und zuschanden werden, die mir ubelwollen. Sie mussen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des HERRN stolie sie weg. Ihr Weg müsse finster und schlupfrig werden, und der Engel des HERRN verfolge sie. Denn sie haben mir ohne Ursache gestellet ihre Netze, zu verderben, und haben ohne Ursache meiner Seele Gruben zugerichtet. Er müsse unversehens uberfallen werden, und sein Netz, das er gestellet hat, müsse ihn fahen und müsse drinnen uberfallen werden. Aber meine Seele müsse sich freuen des HERRN und frohlich sein auf seine Hilfe. Alle meine Gebeine müssen sagen: HERR, wer ist deinesgleichen? Der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen von seinen Raubern. Es treten frevele Zeugen auf, die zeihen mich, des ich nicht schuldig bin. Sie tun mir Arges urn Gutes, mich in Herzeleid zu bringen. Ich aber, wenn sie krankwaren, zog einen Sack an, tat mir wehe mit Fasten und betete von Herzen stets. Ich hielt mich, als ware es mein Freund und Bruder; ich ging traurig wie einer, der Leid tragt über seine Mutter. Sie aber freuen sich über meinen Schaden und rotten sich; es rotten sich die Hinkenden wider mich ohne meine Schuld; sie reißen und horen nicht auf. Mit denen, die da heucheln und spotten urn des Bauchs willen, beilien sie ihre Zahne zusammen über mich. HERR, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele aus ihrem Getümmel und meine Einsame von den jungen Lowen. Ich will dir danken in der großen Gemeine und unter viel Volks will ich dich rühmen. Laß sich nicht fiber mich freuen, die mir unbillig feind sind, noch mit den Augen spotten, die mich ohne Ursache hassen. Denn sie trachten, Schaden zu tun und suchen falsche Sachen wider die Stillen im Lande; und sperren ihr Maul weit auf wider mich und sprechen: Da, da! das sehen wir gerne. HERR, du siehest es, schweige nicht; HERR, sei nicht feme von mir! Erwecke dich und wache auf zu meinem Recht und zu meiner Sache, mein Gott und HERR! HERR, mein Gott, richte mich nach deiner Gerechtigkeit, daß sie sich über mich nicht freuen. Laß sie nicht sagen in ihrem Herzen: Da, da! das wollten wir. Laß sie nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen. Sie mussen sich schamen und zu Schanden werden, alle, die sich meines libels freuen; sie mussen mit Schande und Scham gekleidet werden, die sich wider mich rühmen. Rühmen und freuen müssen sich, die mir gonnen, daß ich recht behalte, und immer sagen: Der HERR müsse hoch gelobet sein, der seinem Knechte wohl will! Und meine Zunge soli reden von deiner Gerechtigkeit und dich taglich preisen.
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids, vorzusingen. Wohi dem, der sich des Durftigen annimmt! Den wird der HERR erretten zur bosen Zeit. Der HERR wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und ihm lassen wohlgehen auf Erden und nicht geben in seiner Feinde Willen. Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Siechbette; du hilfst ihm von aller seiner Krankheit. Ich sprach: HERR, sei mir gnadig, heile meine Seele; denn ich habe an dir gesündiget. Meine Feinde reden Arges wider mich: Wann wird er sterben und sein Name vergehen? Sie kommen, daß sie schauen, und meinen's doch nicht von Herzen, sondern suchen etwas, daß sie lastern mogen, gehen hin und tragen's aus. Alle, die mich hassen, raunen miteinander wider mich und denken Boses über mich. Sie haben ein Bubenstuck über mich beschlossen: Wenn er liegt, soli er nicht wieder aufstehen! Auch mein Freund, dem ich mich vertrauete, der mein Brot ali, tritt mich unter die Futie. Du aber, HERR, sei mir gnadig und hilf mir auf, so will ich sie bezahlen. Dabei merke ich, dati du Gefallen an mir hast, daß mein Feind über mich nicht jauchzen wird. Mich aber erhaltst du urn meiner Frommigkeit willen und stellest mich vor dein Angesicht ewiglich. Gelobtsei der HERR, der Gott Israels, von nun an bis in Ewigkeit! Amen, Amen.
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids, vorzusingen. Ich harrete des HERRN; und er neigete sich zu mir und horete mein Schreien und zog mich aus der grausamen Grube und aus dem Schlamm und stellete meine Füde auf einen Fels, dad ich gewid treten kann; und hat mir ein neu Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und den HERRN furchten und auf ihn hoffen. Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN und sich nicht wendet zu den Hoffartigen, und die mit Lugen umgehen. HERR, mein Gott, grod sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie verkundigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zahlen sind. Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sundopfer. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben. Deinen Willen, mein Gott, tu ich gerne und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen. Ich will predigen die Gerechtigkeit in der grolien Gemeine; siehe, ich will mirmeinen Mund nicht stopfen lassen, HERR, das weiliest du. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich; ich verhehle deine Gute und Treue nicht vor der grol Len Gemeine. Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; laft deine Gute und Treue allewege mich behuten! Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es haben mich meine Sünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann; ihrer ist mehr denn Haare auf meinem Haupt, und mein Herz hat mich verlassen. Laß dir's gefallen, HERR, da(S du mich errettest; eile, HERR, mirzu helfen! Schamen müssen sich und zuschanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, daß sie die umbringen; zurück müssen sie fallen und zuschanden werden, die mir Ubels gonnen. Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da! Es müssen sich freuen und frohlich sein alle, die nach dirfragen; und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: Der HERR sei hochgelobt! Denn ich bin arm und elend; der HERR aber sorget fur mich. Du bist mein Heifer und Erretter; mein Gott, verzeuch nicht!
Abendgebet — Erste Lesung
Dies sind die Worte des Konigs Lamuel, die Lehre, die ihn seine Mutter lehrete: Ach, mein Auserwahlter, ach, du Sohn meines Leibes, ach, mein gewünschter Sohn, la ft nicht den Weibern dein Vermogen und gehe die Wege nicht, darin sich die Konige verderben! 0, nicht den Konigen, Lamuel, gib den Konigen nicht Wein zu trinken noch den Fursten stark Getranke. Sie mochten trinken und der Rechte vergessen und verandern die Sache irgend der elenden Leute. Gebet stark Getranke denen, die umkommen sollen, und den Wein den betrubten Seelen, daß sie trinken und ihres Elendes vergessen und ihres Unglucks nicht mehr gedenken. Tu deinen Mund auf fur die Stummen und fur die Sache alter, die verlassen sind. Tu deinen Mund auf und richte recht und rache den Elenden und Armen. Wem ein tugendsam Weib bescheret ist, die ist viel edler denn die kostlichsten Perlen. Ihres Mannes Herzdarf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln. Sie tut ihm Liebes und kein Leides sein Leben lang. Sie gehet mit Wolle und Flachs um und arbeitet gerne mitihren Handen. Sie istwie ein Kaufmannsschiff, das seine Nahrung von feme bringt. Sie stehet des Nachts auf und gibt Futter ihrem Flause und Essen ihren Dirnen. Sie denkt nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt einen Weinberg von den Fruchten ihrer FHande. Sie gurtet ihre Lenden fest und starkt ihre Arme. Sie merkt, wie ihr Handel Frommen bringt; ihre Leuchte verloscht des Nachts nicht. Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel. Sie breitet ihre Hande aus zu dem Armen und reichet ihre Hand dem Durftigen. Sie furchtet ihres Hauses nicht vor dem Schnee, denn ihr ganzes Haus hat zwiefache Kleider. Sie macht ihr selbst Decken; weifte Seide und Purpur ist ihr Kleid. Ihr Mann ist berühmt in den Toren, wenn er sitzt bei den Altesten des Landes. Sie macht einen Rock und verkauft ihn; einen Gürtel gibt sie dem Kramer. Ihr Schmuck ist, daß sie reinlich und fleiftig ist; und wird hernach lachen. Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist holdselige Lehre. Sie schauet, wie es in ihrem Hause zugehet, und isset ihr Brot nicht mit Faulheit. Ihre Sohne kommen auf und preisen sie selig; ihr Mann lobt sie. Viele Tochter bringen Reichtum; du aber übertriffst sie alle. Lieblich und schon sein ist nichts; ein Weib, das den HERRN furchtet, soil man loben. Sie wird gerühmt werden von den Fruchten ihrer Hande; und ihre Werke werden sie loben in den Toren.
Zweite Lesung
Liebe Bruder, meines Herzens Wunsch ist, und flehe auch zu Gott fur Israel, dafi sie selig werden. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um Gott, aber mit Unverstand. Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und trachten, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, und sind also der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, nicht untertan. Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubet, der ist gerecht. Mose schreibt wohl von der Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt: Welcher Mensch dies tut, der wird darinnen leben. Aber die Gerechtigkeit aus dem Glauben spricht also: Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will hinauf gen Himmel fahren? (Das ist nichts anderes, denn Christum herabholen.) Oder: Wer will hinab in die Tiefe fahren? (Das ist nichts anderes, denn Christum von den Toten holen.) Aber was sagt sie? Das Wort ist dir nahe, namlich in deinem Munde und in deinem Herzen. Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubet, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet, wird nicht zuschanden werden. Es ist hier kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zumal ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soil selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehoret haben? Wie sollen sie aber horen ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Fufie derer, die den Frieden verkundigen, die das Gute verkundigen! Aber sie sind nicht alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht: Herr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehorte? Zwar es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall und in alle Welt ihre Worte. Ich sage aber: Hat es Israel nicht erkannt? Der erste Mose spricht: Ich will euch eifern machen über dem, das nicht mein Volk ist, und über einem unverstandigen Volk will ich euch erzurnen. Jesaja aber darf wohl so sagen: Ich bin erfunden von denen, die mich nicht gesucht haben, und bin erschienen denen die nicht nach mir gefragt haben. Zu Israel aber spricht er: Den ganzen Tag habe ich meine Hande ausgestrecket zu dem Volk, das sich nicht sagen lasset und widerspricht.
Zweite Lesung
O ihr unverstandigen Galater, wer hat euch bezaubert, daß ihr der Wahrheit nicht gehorchet? welchen Christus Jesus vor die Augen gemalet war, und jetzt unter euch gekreuziget ist! Das will ich allein von euch lernen: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke Oder durch die Predigt vom Glauben? Seid ihr so unverstandig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr's denn nun im Fleisch vollenden? Habt ihr denn so viel umsonst erlitten? Ist's anders umsonst. Der euch nun den Geist reichet und tut solche Taten unter euch, tut er's durch des Gesetzes Werke Oder durch die Predigt vom Glauben? Gleichwie Abraham hat Gott geglaubet, und ist ihm gerechnet zur Gerechtigkeit. So erkennet ihr ja nun, daß, die des Glaubens sind, das sind Abrahams Kinder. Die Schrift aber hat es zuvor ersehen, daß Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkundigte sie dem Abraham: In dir sollen alle Heiden gesegnet werden. Also werden nun, die des Glaubens sind, gesegnet mit dem glaubigen Abraham. Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch; denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet in alledem, das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, daß er's tue! Daft aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn der Gerechte wird seines Glaubens leben. Das Gesetz aber ist nicht des Glaubens, sondern der Mensch, der es tut, wird dadurch leben. Christus aber hat uns erloset von dem Fluch des Gesetzes, da erward ein Fluch fur uns (denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der am Holz hangeti), auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden kame in Christo Jesu, und wir also den verheiftenen Geist empfingen durch den Glauben. Liebe Bruder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestatiget ist, und tut auch nichtsdazu. Nun istje die Verheiftung Abraham und seinem Samen zugesagt. Erspricht nicht: durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestatiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheiftung sollte durchs Gesetz aufhoren, welches gegeben ist über vierhundertunddreiftig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so wurde es nicht durch Verheiftung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheiftung frei geschenkt. Was soil denn das Gesetz? Es ist dazukommen urn der Sünde willen, bis der Same kame, dem die Verheiftung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheiftungen? Das sei feme! Wenn aber ein Gesetz gegeben ware, das da konnte lebendig machen, so kame die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheiftung kame durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbart werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wieviel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Verheiftung Erben.
Zweite Lesung
Der Alteste: Gajus, dem Lieben, den ich liebhabe in der Wahrheit. Mein Lieber, ich wunsche in alien Stricken, daß dir's wohl gehe, und gesund seiest, wie es denn deiner Seele wohl gehet. Ich bin aber sehr erfreuet, da die Bruder kamen und zeugeten von deiner Wahrheit, wie denn du wandelst in der Wahrheit. Ich habe keine grofiere Freude denn die, daß ich hore meine Kinder in der Wahrheit wandeln. Mein Lieber, du tust treulich, was du tust an den Brudern und Gasten, die von deiner Liebe gezeuget haben vor der Gemeinde; und du hast wohl getan, daß du sie abgefertiget hast wurdiglich vor Gott. Denn um seines Namens willen sind sie ausgezogen und haben von den Heiden nichts genommen. So sollen wir nun solche aufnehmen, auf daß wir der Wahrheit Gehilfen werden. Ich habe der Gemeinde geschrieben; aber Diotrephes, der unter ihnen will hochgehalten sein, nimmtuns nicht an. Darum, wenn ich komme, will ich ihn erinnern seiner Werke, die er tut, und plaudert mit bosen Worten wider uns und lasset sich an dem nicht genugen. Er selbst nimmt die Bruder nicht an und wehret denen, die es tun wollen, und stofiet sie aus der Gemeinde. Mein Lieber, folge nicht nach dem Bosen, sondern dem Guten! Wer Gutes tut, der ist von Gott; wer Boses tut, der siehet Gott nicht. Demetrius hat Zeugnisvon jedermann und von der Wahrheit selbst; und wir zeugen auch, und ihr wisset, daß unser Zeugnis wahr ist. Ich hatte viel zu schreiben; aber ich wollte nicht mit Tinte und Feder an dich schreiben. Ich hoffe aber, dich bald zu sehen, so wollen wir mundlich miteinander reden. Friede sei mit dir! Es grulien dich die Freunde. Grülie die Freunde mit Namen.
Zweite Lesung
Weiter, liebe Bruder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu (nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln und Gott gefallen), daß ihr immer volliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihrmeidetdie Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife noch ubervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Racher uber das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen Heiligen Geist gegeben hat in euch.
Evangelium
Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater: wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, wuftte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hande gegeben, und daß er von Gott kommen war und zu Gottging: stund ervom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgurtete sich. Danach goft er Wasser in ein Becken, hub an, den Jungern die Fuße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgurtet war. Da kam erzu Simon Petrus; und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Fufte waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das weiftt du jetzt nicht; du wirst's aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Fufte waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Sprichtzu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füfte alleine, sondern auch die Hande und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nicht denn die Fufte waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wuftte seinen Verraterwohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Fufte gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe? Ihr heiftet mich Meister und Herr und saget recht daran; denn ich bin's auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füfte gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die Füfte waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr tut, wie ich euch getan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht grofter denn sein Herr noch der Apostel grofter, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's tut. Nicht sage ich von euch alien, (ich weift, welche ich erwahlet habe), sondern daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füften. Jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es geschehen ist, daß ihr glaubet, daß ich's bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Da solches Jesus gesagt hatte, ward er betrubt im Geist und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter euch wird mich verraten. Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Es war aber einer unter seinen Jungern, derzu Tische saft an der Brust Jesu, welchen Jesus liebhatte. Dem winkete Simon Petrus, daß erforschen sollte, wer es ware, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Brust Jesu und sprach zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Judas, Simons Sohn, dem Ischariot. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald. Dasselbige aber wuftte niemand über dem Tische, wozu er's ihm sagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus sprache zu ihm: Kaufe, was uns not ist auf das Fest; Oder daß er den Armen etwas gabe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er sobald hinaus. Und es war Nacht. Da er aber hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verklaret, und Gott ist verklaret in ihm. Ist Gott verklaret in ihm, wird ihn auch Gott verklaren in ihm selbst und wird ihn bald verklaren. Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen; und wie ich zu den Juden sagte: Wo ich hingehe; da konnt ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf dafi auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, dafi ihr meine Junger seid, so ihr Liebe untereinander habt. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir hernachmalsfolgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben fur dich lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben fur mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, der Hahn wird nicht krahen, bis du mich dreimal habest verleugnet!
Abendgebet — Zweite Lesung
Denn auch ihr wisset, liebe Bruder, von unserm Eingange zu euch, daß er nicht vergeblich gewesen ist, sondern als wir zuvor gelitten hatten und geschmahet gewesen waren zu Philippi, wie ihr wisset, waren wir dennoch freudig in unserm Gott, bei euch zu sagen das Evangelium Gottes mit groftem Kampfen. Denn unsere Ermahnung ist nicht gewesen zu Irrtum noch zu Unreinigkeit noch mit List, sondern wie wir von Gott bewahret sind, daß uns das Evangelium vertrauet istzu predigen, also reden wir, nicht als wollten wir den Menschen gefallen, sondern Gott, der unser Herz prufet. Denn wir sind nie mit Schmeichelworten umgegangen, wie ihrwisset, noch dem Geiz gestellet, Gott ist des Zeuge. Haben auch nicht Ehre gesucht von den Leuten, weder von euch noch von andern. Hatten euch auch mogen schwer sein als Christi Apostel; sondern wirsind mutterlich gewesen bei euch, gleichwie eine Amme ihrer Kinder pfleget. Also hatten wir Herzenslust an euch und waren willig, euch mitzuteilen nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser Leben, darum dafi wir euch liebgewonnen haben. Ihrseid wohl eingedenk, liebe Bruder, unserer Arbeit und unserer Muhe; denn Tag und Nacht arbeiteten wir, daß wir niemand unter euch beschwerlich waren, und predigten unter euch das Evangelium Gottes. Des seid ihr Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und unstraflich wir bei euch, die ihr glaubig waret, gewesen sind. Wie ihr denn wisset, daß wir, als ein Vater seine Kinder, einen jeglichen unter euch ermahnet und getrostet und bezeuget haben, daß ihrwandeln solltet wurdiglich vor Gott, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit. Darum auch wirohne Unterlaß Gottdanken, daß ihr, da ihr empfinget von uns das Wort gottlicher Predigt, nahmet ihr's auf nicht als Menschenwort, sondern (wie es denn wahrhaftig ist) als Gottes Wort; welcher auch wirket in euch, die ihr glaubet. Denn ihrseid Nachfolger worden, liebe Bruder, der Gemeinden Gottes in Judaa in Christo Jesu, daß ihr ebendasselbige erlitten habt von euren Blutsfreunden, das jene von den Juden, welche auch den Herrn Jesum getotet haben und ihre eigenen Propheten und haben uns verfolget und gefallen Gott nicht und sind alien Menschen wider, wehren uns, zu sagen den Heiden, damit sie selig wurden, auf daß sie ihre Sünden erfullen allewege; denn der Zorn ist schon endlich uber sie kommen. Wir aber, liebe Bruder, nachdem wir euer eine Weile beraubet gewesen sind nach dem Angesichte, nicht nach dem Herzen, haben wir desto mehr geeilet.euer Angesicht zu sehen, mit großem Verlangen. Darum haben wirwollen zu euch kommen (ich, Paulus) zweimal; und Satanas hat uns verhindert. Denn wer ist unsere Hoffnung Oder Freude Oder Krone des Ruhms? Seid nicht auch ihr's vor unserm Herrn Jesu Christo zu seiner Zukunft? Ihr seid ja unsere Ehre und Freude.
Evangelium
Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von ihm selber tun, denn was er siehet den Vater tun; denn was derselbige tut, das tut gleich auch der Sohn. Der Vater aber hat den Sohn lieb und zeiget ihm alles, was er tut, und wird ihm noch groftere Werke zeigen, daß ihr euch verwundern werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und machet sie lebendig, also auch der Sohn machet lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben, auf daß sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort horet und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes horen; und die sie horen werden, die werden leben. Denn wie der Vater das Leben hat in ihm selber, also hat er dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in ihm selber. Und hat ihm Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum daß er des Menschen Sohn ist. Verwundert euch des nicht; denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Grabern sind, werden seine Stimme horen und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Ubels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Ich kann nichts von mir selber tun. Wie ich hore, so richte ich, und mein Gericht ist recht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern des Vaters Willen, der mich gesandt hat.
Evangelium
Wer Vater Oder Mutter mehr liebet denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn Oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, derwird's verlieren; und wer sein Leben verlieret urn meinetwillen, der wird's finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wereinen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen, derwird eines Propheten Lohn empfahen. Wereinen Gerechten aufnimmt in eines Gerechten Namen, derwird eines Gerechten Lohn empfahen. Und wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kalten Wassers tranket in eines Jungers Namen, wahrlich, ich sage euch, es wird ihm nicht unbelohnet bleiben!
Evangelium
Er sprach aberauch zu seinen Jungern: Eswar ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm beruchtiget, als hatte er ihm seine Guter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie hore ich das von dir? Tu Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soil ich tun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schame ich mich zu betteln. Ich weift wohl, was ich tun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde; daß sie mich in ihre Hauser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wieviel bistdu meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Oles. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreib flugs fünfzig. Danach sprach erzu dem andern: Du aber, wieviel bistdu schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er kluglich getan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind kluger denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Groften treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Groften unrecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer will euch geben dasjenige, das euer ist? Kein Hausknecht kann zweien Herren dienen; entweder erwird einen hassen und den andern lieben, oderwird einem anhangen und den andern verachten. Ihr konnet nicht Gott samt dem Mammon dienen. Das alles horeten die Pharisaer auch; die waren geizig und spotteten sein. Und er sprach zu ihnen: Ihr seid's, die ihr euch selbst rechtfertiget vor den Menschen; aber Gott kennet eure Herzen. Denn was hoch ist unter den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott. Das Gesetz und die Propheten weissagen bis auf Johannes; und von der Zeit an wird das Reich Gottes durchs Evangelium geprediget, und jedermann dringet mit Gewalt hinein. Es istaber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, denn daß ein Tüttel vom Gesetz falle. Wersich scheidet von seinem Weibe und freiet eine andere, der bricht die Ehe; und wer die Abgeschiedene von dem Manne freiet der bricht auch die Ehe. Eswaraberein reicher Mann, derkleidete sich mit Purpur und kostlicher Leinwand und lebete alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voller Schwaren und begehrete, sich zu sattigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwaren. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoft. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Holle und in der Qual war, hub er seine Augen auf und sah Abraham von feme und Lazarus in seinem Schoft, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, daß er das Aufterste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme! Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Boses empfangen; nun aber wird er getrostet, und du wirst gepeiniget. Und uberdas alles istzwischen uns und euch eine grofte Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, konnten nicht und auch nicht von dannen zu uns heruberfahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Flaus; denn ich habe noch funf Bruder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; laft sie dieselbigen horen! Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einervon den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Bufte tun. Er sprach zu ihm: Hbren sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten aufstünde.
Ein täglicher Leseplan, der fortlaufend durch die Bibel führt. Der Bibeltext ist gemeinfrei. (Luther Bibel)
Tageslesungen, jeden Morgen
In Bosko warten die Lesungen des Tages jeden Morgen auf dich — markiere jede als gelesen, damit du nie den Überblick verlierst, lies sie in einer von 30 Übersetzungen und verweile bei einer kurzen Betrachtung. Die Tageslesungen deiner Tradition — nachverfolgt und immer griffbereit.

