Tageslesungen
Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.
Erste Lesung
Ich tue euch aber kund, liebe Bruder, daß das Evangelium, das von mir geprediget ist, nicht menschlich ist. Denn ich hab' es von keinem Menschen empfangen noch gelernet, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi. Denn ihr habt je wohl gehoret meinen Wandel weiland im Judentum, wie ich liber die Malien die Gemeinde Gottes verfolgte und verstorete sie und nahm zu im Judentum liber viele meinesgleichen in meinem Geschlecht und eiferte liber die Malien urn das vaterliche Gesetz. Da es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leibe hat ausgesondert und berufen durch seine Gnade, daß erseinen Sohn offenbarete in mir, daß ich ihn durchs Evangelium verkündigen sollte unter den Heiden, alsobald fuhr ich zu und besprach mich nicht darüber mit Fleisch und Blut, kam auch nicht gen Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog hin nach Arabien und kam wiederum gen Damaskus.
Erste Lesung
Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, da Nebukadnezar, der Konig zu Babel, samt all seinem Heer und alien Konigreichen auf Erden, so unter seiner Gewalt waren, und alien Volkern stritten wider Jerusalem und alle ihre Stadte, und sprach: So spricht der HERR, der Gott Israels: Gehe hin und sage Zedekia, dem Konige Judas, und sprich zu ihm: So spricht der HERR: Siehe, ich will diese Stadt in die Hande des Konigs zu Babel geben, und er soil sie mit Feuer verbrennen. Und du sollst seiner Hand nicht entrinnen, sondern gegriffen und in seine Hand gegeben werden, daß du ihn mit Augen sehen und mündlich mit ihm reden wirst und gen Babel kommen. So hore doch, Zedekia, du Konig Judas, des HERRN Wort! So spricht der HERR von dir: Du sollst nicht durchs Schwert sterben sondern du sollst im Frieden sterben. Und wie man uber deine Vater, die vorigen Konige, so vor dir gewesen sind, gebrannt hat, so wird man auch uber dich brennen und dich klagen: Ach, Herr! Denn ich habe es geredet, spricht der HERR. Und der Prophet Jeremia redete alle diese Worte zu Zedekia, dem Konige Judas, zu Jerusalem, da das Heer des Konigs zu Babel schon stritt wider Jerusalem und wider alle ubrigen Stadte Judas, namlich wider Lachis und Aseka; denn diese waren, als die festen Stadte, noch uberblieben unter den Stadten Judas. Dies ist das Wort, so vom HERRN geschah zu Jeremia, nachdem der Konig Zedekia einen Bund gemacht hatte mit dem ganzen Volk zu Jerusalem, ein Freijahr auszurufen, daß ein jeglicher seinen Knecht und ein jeglicher seine Magd, so Ebraer und Ebraerinnen waren, sollte freigeben, daß kein Jude den andern unter denselben leibeigen hielte. Da gehorchten alle Fursten und alles Volk, die solchen Bund eingegangen waren, daß ein jeglicher sollte seinen Knecht und seine Magd freigeben und sie nicht mehr leibeigen halten, und gaben sie los. Aber danach kehreten sie sich urn und forderten die Knechte und Magde wieder zu sich, die sie freigegeben hatten, und zwangen sie, daß sie Knechte und Magde sein muftten. Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia vom HERRN und sprach: So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe einen Bund gemacht mit euren Vatern, da ich sie aus Agyptenland, aus dem Diensthause, führete, und sprach: Wenn sieben Jahre urn sind, so soli ein jeglicher seinen Bruder, der ein Ebraer ist und sich ihm verkauft und sechs Jahre gedienet hat, frei von sich lassen. Aber eure Vater gehorchten mir nicht und neigten ihre Ohren nicht. So habt ihreuch heute bekehret und getan, das mir wohlgefiel, daß ihr ein Freijahr lieftet ausrufen, ein jeglicher seinem Nachsten, und habt des einen Bund gemacht vor mir im Hause, das nach meinem Namen genannt ist. Aber ihrseid umgeschlagen und entheiliget meinen Namen; und ein jeglicher fordert seinen Knecht und seine Magd wieder, die ihr hattet freigegeben, daß sie ihr selbst eigen waren, und zwinget sie nun, daß sie eure Knechte und Magde sein müssen. Darum spricht der HERR also: Ihrgehorchet mir nicht, daß ihr ein Freijahr ausriefet, ein jeglicher seinem Bruder und seinem Nachsten; siehe, so rufe ich, spricht der HERR, euch ein Freijahr aus zum Schwert, zur Pestilenz, zum Hunger und will euch in keinem Konigreich auf Erden bleiben lassen. Und will die Leute, so meinen Bund ubertreten und die Worte des Bundes, den sie vor mir gemacht haben, nicht halten, so machen wie das Kalb, das sie in zwei Stucke geteilet haben und zwischen den Teilen hingegangen sind, namlich die Fursten Judas, die Fursten Jerusalems, die Kammerer, die Priester und das ganze Volk im Lande, so zwischen des Kalbes Stricken hingegangen sind. Und will sie geben in ihrer Feinde Hand und derer, die ihnen nach dem Leben stehen, daß ihre Leichname sollen den Vogeln unter dem Himmel und den Tieren auf Erden zur Speise werden. Und Zedekia, den Konig Judas, und seine Fursten will ich geben in die Hande ihrer Feinde und derer, die ihnen nach dem Leben stehen, und dem Heer des Konigs zu Babel, die jetzt von euch abgezogen sind. Denn siehe, ich will ihnen befehlen, spricht der HERR, und will sie wieder vor diese Stadt bringen, und sollen wider sie streiten und sie gewinnen und mit Feuerverbrennen; und will die Stadte Judas verwusten, dais niemand mehr da wohnen soil.
Erste Lesung
Im andern Jahr des Reichs Nebukadnezars hatte Nebukadnezar einen Traum, davon er erschrak, dafi er aufwachte. Und er hieft alle Sternseher, und Weisen und Zauberer und Chaldaer zusammenfordern, daß sie dem Konige seinen Traum sagen sollten. Und sie kamen und traten vor den Konig. Und der Konig sprach zu ihnen: Ich habe einen Traum gehabt, der hat mich erschreckt; und ich wollte gerne wissen, was es fur ein Traum gewesen sei. Da sprachen die Chaldaer zum Konige auf chaldaisch: Herr Konig, Gott verleihe dir langes Leben! Sage deinen Knechten den Traum, so wollen wirihn deuten. Der Konig antwortete und sprach zu den Chaldaern: Es ist mir entfallen. Werdet ihr mirden Traum nicht anzeigen und ihn deuten, so werdet ihr gar umkommen und eure Hauser schandlich verstoret werden. Werdet ihr mir aber den Traum anzeigen und deuten, so sollt ihr Geschenke, Gaben und grofie Ehre von mir haben. Darum so sagt mir den T raum und seine Deutung! Sie antworteten wiederum und sprachen: Der Konig sage seinen Knechten den Traum, so wollen wir ihn deuten. Der Konig antwortete und sprach: Wahrüch, ich merke es, dafi ihr Frist suchet, weil ihr sehet, daß mir's entfallen ist. Aber werdet ihr mir nicht den T raum sagen, so gehet das Recht uber euch, als die ihr Lugen und Gedichte vor mir zu reden vorgenommen habt, bis die Zeit vorubergehe. Darum so sagt mir den Traum, so kann ich merken, daß ihr auch die Deutung treffet. Da antworteten die Chaldaer vor dem Konige und sprachen zu ihm: Es ist kein Mensch auf Erden, der sagen konne, das der Konig fordert. So ist auch kein Konig, wie graft Oder machtig er sei, der solches von irgendeinem Sternseher, Weisen Oder Chaldaer fordere. Denn das der Konig fordert, ist zu hoch, und ist auch sonst niemand, der es vor dem Konige sagen konne, ausgenommen die Gotter, die bei den Menschen nicht wohnen. Da ward der Konig sehr zornig und befahl, alle Weisen zu Babel umzubringen. Und das Urteil ging aus, daß man die Weisen toten sollte. Und Daniel samt seinen Gesellen ward auch gesucht, daß man sie totete. Da vernahm Daniel solch Urteil und Befehl von dem obersten Richter des Konigs, welcher auszog, zu toten die Weisen zu Babel. Und erfing an und sprach zu des Konigs Vogt Arioch: Warum ist so ein streng Urteil vom Konige ausgegangen? Und Arioch zeigte es dem Daniel an. Da ging Daniel hinauf und bat den Konig, daß er ihm Frist gabe, damit er die Deutung dem Konige sagen mochte. Und Daniel ging heim und zeigte solches an seinen Gesellen, Hananja, Misael und Asarja, daß sie Gott vom Himmel um Gnade baten solches verborgenen Dings halben, damit Daniel und seine Gesellen nicht samt den andern Weisen zu Babel umkamen. Da ward Daniel solch verborgen Ding durch ein Gesicht des Nachts offenbaret. Daruber lobte Daniel den Gott vom Himmel, fing an und sprach: Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein ist beides, Weisheit und Starke! Er andert Zeit und Stunde; er setzt Konige ab und setzt Konige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verstandigen ihren Verstand; er offenbaret, was tief und verborgen ist; er weift, was in Finsternis liegt; denn bei ihm ist eitel Licht. Ich danke dir und lobe dich, Gott meiner Vater, daß du mir Weisheit und Starke verleihest und jetzt offenbaret hast, darum wir dich gebeten haben; namlich du hast uns des Konigs Sache offenbaret.
Morgengebet — Erste Lesung
Und uber eine lange Zeit kam das Wort des HERRN zu Elia, im dritten Jahr, und sprach: Gehe hin und zeige dich Ahab, daß ich regnen lasse auf Erden. Und Elia ging hin, daß er sich Ahab zeigete. Es war aber eine grolie Teurung zu Samaria. Und Ahab rief Obadja, seinem Hof meister. (Obadja aber furchtete den HERRN sehr. Denn da Isebel die Propheten des HERRN ausrottete, nahm Obadja hundert Propheten und versteckte sie in der Hohle, hie funfzig und da funfzig, und versorgete sie mit Brot und Wasser.) So sprach nun Ahab zu Obadja: Zeuch durchs Land zu alien Wasserbrunnen und Bachen, ob wir mochten Heu finden und die Rosse und Mauler erhalten, daß nicht das Vieh alies umkomme. Und sie teilten sich ins Land, daß sie es durchzogen. Ahab zog allein auf einem Weg und Obadja auch allein den andern Weg. Da nun Obadja auf dem Wege war, siehe, da begegnete ihm Elia; und da er ihn kannte, fiel er auf sein Antlitz und sprach: Bist du nicht mein Herr Elia? Er sprach: Ja; gehe hin, sage deinem Herm: Siehe, Elia isthie. Er aber sprach: Was habe ich gesundiget, dad du deinen Knecht willst in die Hande Ahabs geben, dad er mich tote? So wahr der HERR, dein Gott, lebet, es ist kein Volk noch Konigreich, dahin mein Herr nicht gesandt hat, dich zu suchen. Und wenn sie sprachen: Er ist nicht hie, nahm ereinen Eid von dem Konigreich und Volk, dad man dich nicht funden hatte. Und du sprichst nun: Gehe hin, sage deinem Herm: Siehe, Elia isthie! Wenn ich nun hinginge von dir, so wurde dich der Geistdes HERRN wegnehmen, weid nicht wohin; und ich dann kame und sagte es Ahab an und fande dich nicht, so erwurgete er mich. Aber dein Knecht furchtet den HERRN von seiner Jugend auf. Ist's meinem Herm nicht angesagt, was ich getan habe, da Isebel die Propheten des HERRN erwurgete, dad ich der Propheten des HERRN hundert versteckte, hie funfzig und da fünfzig in der Hbhle, und versorgete sie mit Brot und Wasser? Und du sprichst nun: Gehe hin, sage deinem Herm: Elia ist hie; dad er mich erwurge! Elia sprach: So wahr der HERR Zebaoth lebet, vor dem ich stehe, ich will mich ihm heute zeigen. Da ging Obadja hin Ahab entgegen und sagte es ihm an. Und Ahab ging hin Elia entgegen. Und da Ahab Elia sah, sprach Ahab zu ihm: Bist du, der Israel verwirret? Er aber sprach: Ich verwirre Israel nicht, sondern du und deines Vaters Haus, damit dad ihr des HERRN Gebote verlassen habt und wandelt Baalim nach. Wohlan, so sende nun hin und versammle zu mir das ganze Israel auf den Berg Karmel und die vierhundertundfunfzig Propheten Baals, auch die vierhundert Propheten des Hains, die vom Tisch Isebels essen. Also sandte Ahab hinunter alle Kinder Israel und versammelte die Propheten auf den Berg Karmel. Da trat Elia zu allem Volk und sprach: Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach; ist's aber Baal, so wandelt ihm nach! Und das Volk antwortete ihm nichts. Da sprach Elia zum Volk: Ich bin allein uberblieben ein Prophet des HERRN, aber der Propheten Baals sind vierhundertundfunfzig Mann. So gebet uns nun zween Farren und lasset sie erwahlen einen Farren und ihn zerstucken und aufs Holz legen und kein Feuer dran legen, so will ich den andern Farren nehmen und aufs Holz legen und auch kein Feuer dran legen. So rufet ihr an den Namen eures Gottes, und ich will den Namen des HERRN anrufen. Welcher Gott nun mit Feuer antworten wird, der sei Gott. Und das ganze Volk antwortete und sprach: Das ist recht. Und Elia sprach zu den Propheten Baals: Erwahlet ihr einen Farren und machet am ersten, denn euer ist viel; und rufet eures Gottes Namen an und legetkein Feuer dran. Und sie nahmen den Farren, den er ihnen gab, und richteten zu und riefen an den Namen Baals von Morgen an bis an den Mittag und sprachen: Baal, erhore uns! Aber es war da keine Stimme noch Antwort. Und sie hinkten urn den Altar, den sie gemacht hatten. Da es nun Mittag ward, spottete ihrer Elia und sprach: Rufet laut; denn er ist ein Gott, er dichtet, Oder hat zu schaffen, Oder ist uber Feld, Oder schlaft vielleicht, dad er aufwache. Und sie riefen laut und ritzten sich mit Messern und Pfriemen nach ihrer Weise, bis dafi ihr Blut hernach ging. Da aber der Mittag vergangen war, weissagten sie, bis daß man das Speisopfer tun sollte; und war da keine Stimme, noch Antwort, noch Aufmerken. Da sprach Elia zu allem Volk: Kommt her, alles Volk, zu mir! Und da alles Volk zu ihm trat, heilete er den Altar des HERRN, der zerbrochen war. Und nahm zwolf Steine nach der Zahl der Stamme der Kinder Jakobs (zu welchem das Wort des HERRN redete und sprach: Du sollst Israel heiden). Und bauete von den Steinen einen Altar im Namen des HERRN und machte urn den Altar her eine Grube, zwei Kornmad weit. Und richtete das Holz zu und zerstuckte den Farren und legte ihn aufs Holz. Und sprach: Holet vier Kad Wasser voll und giedet es auf das Brandopfer und auf das Holz. Und sprach: Tut es noch einmal. Und sie taten es noch einmal. Und er sprach: Tut es zum drittenmal. Und sie taten es zum drittenmal. Und das Wasser lief urn den Altar her, und die Grube ward auch voll Wassers. Und da die Zeit war, Speisopfer zu opfern, trat Elia, der Prophet, herzu und sprach: HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, lad heute kund werden, dad du Gott in Israel bist und ich dein Knecht, und dad ich solches alles nach deinem Wort getan habe. Erhore mich, HERR, erhore mich, dad dies Volk wisse, dad du, HERR, Gott bist, dad du ihr Herz danach bekehrest. Da fiel das Feuer des HERRN herab und frad Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf in der Grube. Da das alles Volk sah, fiel es auf sein Angesicht und sprachen: Der HERR ist Gott, der HERR ist Gott! Elia aber sprach zu ihnen: Greifet die Propheten Baals, dad ihrer keinerentrinne! Und sie griffen sie. Und Elia fuhrete sie hinab an den Bach Kison und schlachtete sie daselbst. Und Elia sprach zu Ahab: Zeuch hinauf, ift und trink; denn es rauschet, als wollte es sehr regnen. Und da Ahab hinaufzog zu essen und zu trinken, ging Elia auf des Karmels Spitze und bückte sich zur Erde und tat sein Haupt zwischen seine Kniee. Und sprach zu seinem Knaben: Gehe hinauf und schaue zum Meer zu! Er ging hinauf und schauete und sprach: Es ist nichts da. Er sprach: Gehe wieder hin siebenmal! Und im siebentenmal sprach er: Siehe, es gehet eine kieine Wolke auf aus dem Meer wie eines Mannes Hand. Er sprach: Gehe hinauf und sage Ahab: Spanne an und fahre hinab, daß dich der Regen nicht ergreife. Und ehe man zusah, ward der Himmel schwarz von Wolken und Wind, und kam ein grower Regen. Ahab aber fuhr und zog gen Jesreel. Und die Hand des HERRN kam uber Elia; und ergurtete seine Lenden und lief vor Ahab hin, bis er kam gen Jesreel.
Epistel
Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht daß wir tuchtig sind von uns selber, etwas zu denken als von uns selber, sondern daß wir tuchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tuchtig gemacht hat, das Amt zu führen des Neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe totet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben totet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose's urn der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch aufhoret, wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammnis prediget, Klarheit hat, viel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, uberschwengliche Klarheit.
Erste Lesung
Gedenk an deinen Schopfer in deiner Jugend, ehe denn die bosen Tage kommen und die Jahre herzutreten, da du wirst sagen: Sie gefallen mir nicht, ehe denn die Sonne und das Licht, Mond und Sterne finster werden und Wolken wiederkommen nach dem Regen, zur Zeit, wenn die Hitter im Hause zittern, und sich krummen die Starken, und mulüg stehen die Muller, daß ihrer so wenig worden ist, und finster werden die Gesichter durch die Fenster, und die Turen auf der Gasse geschlossen werden, daß die Stimme der Mullerin leise wird und erwacht, wenn der Vogel singet, und sich bucken alle Tochterdes Gesangs, daß sich auch die Hohen furchten und scheuen auf dem Wege; wenn der Mandelbaum blühet, und die Heuschrecke beladen wird, und alle Lust vergehet (denn der Mensch fahrt hin, da er ewig bleibt, und die Klager gehen umher auf der Gasse, ehe denn dersilberne Strick wegkomme, und die guldene Quelle verlaufe, und der Eimer zerbreche am Born und das Rad zerbreche am Born. Denn der Staub muli wieder zu der Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat. Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, ganz eitel! Derselbe Prediger war nicht allein weise, sondern lehrete auch das Volk gute Lehre und merkte und forschete und stellete viel Spruche. Ersuchte, daßerfande angenehme Worte, und schrieb recht die Worte der Wahrheit. Diese Worte der Weisen sind Spielie und Nagel, geschrieben durch die Meister der Versammlungen und von einem Hirten gegeben. Hute dich, mein Sohn, vorandern mehr; denn viel Buchermachens ist kein Ende und viel Predigen macht den Leib müde. Lalit uns die Hauptsumma aller Lehre horen: Furchte Gott und halte seine Gebote; denn das Das Hohelied Salomos gehoret alien Menschen zu. Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, das verborgen ist, es sei gut Oder bose. Hoheslied 1
Morgengebet — Zweite Lesung
Es war aber ein Mann zu Casarea mit Namen Cornelius, ein Hauptmann von der Schar, die da heiftt die welsche, gottselig und gottesfurchtig samt seinem ganzen Hause und gab dem Volk viel Almosen und betete immer zu Gott. Der sah in einem Gesichte offenbarlich urn die neunte Stunde am Tage einen Engel Gottes zu ihm eingehen, der sprach zu ihm: Cornelius! Er aber sah ihn an, erschrak und sprach: Herr, was ist's? Er aber sprach zu ihm: Dein Gebet und deine Almosen sind hinaufkommen ins Gedachtnis vor Gott. Und nun sende Manner gen Joppe und laft fordern Simon mit dem Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge bei einem Gerber Simon, des Haus am Meer liegt; der wird dir sagen, was du tun sollst. Und da der Engel, der mit Cornelius redete, hinweggegangen war, rief er zwei seiner Hausknechte und einen gottesfurchtigen Kriegsknecht von denen, die auf ihn warteten, und erzahlete es ihnen alles und sandte sie gen Joppe. Des andern Tages, da diese auf dem Wege waren und nahe zur Stadt kamen, stieg Petrus hinauf auf den Soller, zu beten, urn die sechste Stunde. Und als er hungrig ward, wollte er essen. Da sie ihm aber zubereiteten, ward er entzuckt und sah den Himmel aufgetan und herniederfahren zu ihm ein Gefaft wie ein graft leinen Tuch, an vier Zipfeln gebunden, und ward niedergelassen auf die Erde. Darinnen waren allerlei vierfuftige Tiere der Erde und wilde Tiere und Gewürm und Vogel des Himmels. Und geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petrus, schlachte und ift! Petrus aber sprach: 0 nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines Oder Unreines gegessen. Und die Stimme sprach zum andernmal zu ihm: Was Gott gereiniget hat, das mache du nicht gemein. Und das geschah zu drei Malen; und das Gefaft ward wieder aufgenommen gen Himmel. Als aber Petrus sich in sich selbst bekummerte, was das Gesicht ware, das er gesehen hatte, siehe, da fragten die Manner, von Cornelius gesandt, nach dem Hause Simons und stunden an der Tur, riefen und forscheten, ob Simon mit dem Zunamen Petrus allda zur Herberge ware. Indem aber Petrus sich besinnet uber dem Gesichte, sprach der Geistzu ihm: Siehe, drei Manner suchen dich. Aber stehe auf, steige hinab und zieh mit ihnen und zweifle nichts; denn ich habe sie gesandt. Da stieg Petrus hinab zu den Mannern, die von Cornelius zu ihm gesandt waren, und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr suchet; was ist die Sache, darum ihr hier seid? Sie aber sprachen: Cornelius, der Hauptmann, ein frommer und gottesfurchtiger Mann und gutes Geruchts bei dem ganzen Volk der Juden, hat einen Befehl empfangen vom heiligen Engel, daß er dich sollte fordern lassen in sein Haus und Worte von dir horen. Da riefersie hinein und herbergete sie. Des andern Tages zog Petrus aus mit ihnen, und etliche Bruder von Joppe gingen mit ihm. Und des andern Tages kamen sie gen Casarea. Cornelius aber wartete auf sie und rief zusammen seine Verwandten und Freunde. Und als Petrus hineinkam, ging ihm Cornelius entgegen und fiel zu seinen Füften und betete ihn an. Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Stehe auf; ich bin auch ein Mensch. Und als er sich mit ihm besprochen hatte, ging er hinein und fand ihrer viel, die zusammenkommen waren. Und er sprach zu ihnen: Ihr wisset, wie es ein ungewohnet Ding ist einem judischen Mann, sich zu tun Oder zu kommen zu einem Fremdling; aber Gott hat mir gezeiget, keinen Menschen gemein Oder unrein zu heiften. Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich bin hergefordert. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt lassen fordern. Cornelius sprach: Ich habe vier Tage gefastet bis an diese Stunde, und urn die neunte Stunde betete ich in meinem Hause. Und siehe, da trat ein Mann vor mich in einem hellen Kleide und sprach: Cornelius, dein Gebet ist erhoret, und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. So sende nun gen Joppe und laft herrufen einen Simon mit dem Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge in dem Hause des Gerbers Simon an dem Meer; der wird dir, wenn er kommt, sagen. Da sandte ich von Stund' an zu dir. Und du hast wohl getan, daß du kommen bist. Nun sind wir alle hier gegenwartig vor Gott, zu horen alles, was dir von Gott befohlen ist. Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet, sondern in allerlei Volk, wer ihn furchtet und recht tut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkundigen lassen den Frieden durch Jesum Christum ( welcher ist ein Herr fiber alles), die durchs ganze judische Land geschehen ist und angefangen in Galilaa nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem Heiligen Geiste und Kraft; der umhergezogen ist und hat wohlgetan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwaltiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, was er getan hat im judischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getotet und an ein Holz gehanget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwahlten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Toten. Und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhoreten. Und die Glaubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus kommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie horeten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasserwehren, daß diese nicht getaufet werden, die den Heiligen Geist empfangen haben gleichwie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des Herm. Da baten sie ihn, daß er etliche Tage dabliebe.
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids, vorzusingen, da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bathseba eingegangen. Gott, sei mir gnadig nach deiner Gute und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit! Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde! Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sunde ist immer vor mir. An dir allein hab ich gesundiget und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst. Siehe, ich bin aus sundlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du lassest mich wissen die heimliche Weisheit. Entsündige mich mit Ysopen, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Laß mich horen Freude und Wonne, daß die Gebeine frohlich werden, die du zerschlagen hast. Verbirg dein Antlitzvon meinen Sünden und tilge alle meine Missetat. Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Troste mich wieder mit deiner Hilfe, und der freudige Geist enthalte mich. Denn ich will die Ubertreter deine Wege lehren, daß sich die Sunder zu dir bekehren. Errette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. HERR, tue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkundige! Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir's sonst wohl geben; und Brandopfer gefallen dir nicht. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geangsteter Geist; ein geangstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Tue wohl an Zion nach deiner Gnade; baue die Mauern zu Jerusalem! Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer; dann wird man Farren auf deinem Altar opfern.
Evangelium
Und erwandte sich zu seinen Jungern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, was ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Konige wollten sehen, was ihr sehet, und haben's nicht gesehen; und horen, was ihr horet, und haben's nicht gehoret. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muft ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von alien Kraften und von ganzem Gemüt und deinen Nachsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nachster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, derging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Morder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und lieften ihn halbtot liegen. Es begab sich aber ohngefahr, daß ein Priester dieselbige Strafte hinabzog; und da er ihn sah, ging er voruber. Desselbigengleichen auch ein Levit: da er kam zu der Statte und sah ihn, ging er voruber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goft drein Ol und Wein und hub ihn auf sein Tier und fuhrete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des andern Tages reisete er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirt und sprach zu ihm; Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dunket dich, der unter diesen dreien der Nachste, sei gewesen dem, der unter die Morder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und tue desgleichen!
Antwortpsalm
Ein Psalmlied Davids, vorzusingen. Es stehe Gott auf, daü seine Feinde zerstreuet werden, und die ihn hassen, vor ihm fliehen. Vertreibe sie, wie der Rauch vertrieben wird; wie das Wachs zerschmilzt vom Feuer, so müssen umkommen die Gottlosen vor Gott. Die Gerechten aber müssen sich freuen und frohlich sein vor Gott und von Herzen sich freuen. Singet Gott, lobsinget seinem Namen! Machet Bahn dem, der da sanft herfahrt! Er heifit HERR; und freuet euch vor ihm, der ein Vater ist der Waisen und ein Richter der Witwen. Er ist Gott in seiner heiligen Wohnung, ein Gott, der den Einsamen das Haus voll Kinder gibt, der die Gefangenen ausfuhret zu rechter Zeit und lalit die Abtrunnigen bleiben in der Durre. Gott, da du vor deinem Volk herzogest, da du einhergingest in der Wuste, Sela, da bebete die Erde, und die Himmel troffen vor diesem Gott in Sinai, vor dem Gott, der Israels Gott ist. Nun aber gibst du, Gott, einen gnadigen Regen, und dein Erbe, das durre ist, erquickestdu, daß deine Tiere drinnen wohnen konnen. Gott, du labest die Elenden mit deinen Gutern. Der HERR gibt das Wort mit grolien Scharen Evangelisten. Die Konige der Heerscharen sind untereinander Freunde, und die Hausehre teilet den Raub aus. Wenn ihr zu Felde lieget, so glanzet es als der Tauben Flügel, die wie Silber und Gold schimmern. Wenn der Allmachtige hin und wieder unter ihnen Konige setzet, so wird es helle, wo es dunkel ist. Der Berg Gottes ist ein fruchtbarer Berg, ein groß und fruchtbar Gebirge. Was hüpfet ihr grotien Gebirge? Gott hat Lust, auf diesem Berge zu wohnen, und der HERR bleibt auch immer daselbst. Der Wagen Gottes ist viel tausendmal tausend; der HERR ist unter ihnen im heiligen Sinai. Du bist in die Hohe gefahren und hast das Gefangnis gefangen; du hast Gaben empfangen fur die Menschen, auch die Abtrunnigen, daß Gott der HERR dennoch daselbst bleiben wird. Gelobet sei der HERR taglich! Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Sela. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den HERRN Herrn, dervom Tode errettet. Aber Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmeiften samt ihrem Haarschadel, die da fortfahren in ihrer Sünde. Doch spricht der HERR: Ich will unter den Fetten etliche holen; aus der Tiefe des Meers will ich etliche holen. Darum wird dein Fuft in der Feinde Blut gefarbet werden, und deine Hunde werden es lecken. Man siehet, Gott, wie du einherzeuchst, wie du, mein Gott und Konig, einherzeuchst im Heiligtum. Die Sanger gehen vorher, danach die Spielleute unter den Magden, die da pauken. Lobet Gott den HERRN in den Versammlungen fur den Brunn Israels. Da herrschet unter ihnen der kleine Benjamin, die Fursten Judas mit ihren Haufen, die Fursten Sebulons, die Fursten Naphthalis. Dein Gott hat dein Reich aufgerichtet. Dasselbe wollest du, Gott, uns starken; denn es ist dein Werk. Um deines Tempels willen zu Jerusalem werden dir die Konige Geschenke zuführen. Schilt das Tier im Rohr, die Rotte der Ochsen unter ihren Kalbern, die da zertreten um Geldes willen. Er zerstreuet die Volker, die da gerne kriegen. Die Fursten aus Agypten werden kommen, Mohrenland wird seine Hande ausstrecken zu Gott. Ihr Konigreiche auf Erden, singet Gott, lobsinget dem HERRN, Sela, dem, der da fahrt im Himmel allenthalben von Anbeginn. Siehe, erwird seinem Donner Kraft geben. Gebt Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist in Israel und seine Macht in den Wolken. Gott istwundersam in seinem Heiligtum. Er ist Gott Israels; er wird dem Volk Macht und Kraft geben. Gelobt sei Gott!
Antwortpsalm
Eine Unterweisung Assaphs. Gott, warum verstoßest du uns so gar und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide? Gedenk an deine Gemeine, die du vor alters erworben und dir zum Erbteil erloset hast, an den Berg Zion, da du auf wohnest. Tritt auf sie mit Fußen und stoße sie gar zu Boden. Der Feind hat alles verderbet im Heiligtum. Deine Widerwartigen brullen in deinen Hausern und setzen ihre Gotzen drein. Man siehet die Axte oben her blicken, wie man in einen Wald hauet, und zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barten. Sie verbrennen dein Heiligtum, sie entweihen die Wohnung deines Namens zu Boden. Sie sprechen in ihrem Herzen: Lal Jt uns sie plundern! Sie verbrennen alle Hauser Gottes im Lande. Unsere Zeichen sehen wir nicht, und kein Prophet predigt mehr, und kein Lehrer lehret uns mehr. Ach, Gott, wie lange soil der Widerwartige schmahen und der Feind deinen Namen so gar verlastern? Warum wendest du deine Hand ab und deine Rechte von deinem Schol L so gar? Aber Gott ist mein Konig von alters her, der alle Hilfe tut, so auf Erden geschieht. Du zertrennest das Meer durch deine Kraft und zerbrichst die Kopfe der Drachen im Wasser. Du zerschlagst die Kopfe der Walfische und gibst sie zur Speise dem Volk in der Einode. Du lassest quellen Brunnen und Bache; du lassest versiegen starke Strome. Tag und Nacht ist dein; du machest, dafi beide Sonn und Gestirn ihren gewissen Lauf haben. Du setzest einem jeglichen Lande seine Grenze; Sommer und Winter machest du. So gedenke doch des, daß der Feind den HERRN schmahet, und ein toricht Volk lasted deinen Namen. Du wollest nicht dem Tier geben die Seele deiner Tudeltaube und deiner elenden Tiere nicht so garvergessen. Gedenk an den Bund; denn das Land ist allenthalben jammerlich verheeret, und die Hauser sind zerrissen. Laß den Geringen nicht mit Schanden davongehen, denn die Armen und Elenden rühmen deinen Namen. Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache; gedenk an die Schmach, die dir taglich von den Toren widerfahret. Vergili nicht des Geschreies deiner Feinde; das Toben deiner Widerwartigen wird je langer je grolier.
Antwortpsalm
Ein Psalm Assaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist. Ich aber hatte schier gestrauchelt mit meinen Fußen, mein Tritt hatte beinahe geglitten. Denn es verdroß mich auf die Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging. Denn sie sind in keiner Fahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast. Sie sind nicht in Ungluck wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt. Darum muß ihr Trotzen kostlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohlgetan heißen. Ihre Person brustet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken. Sie vemichten alles und reden übel davon, und reden und lastern hoch her. Was sie reden, das muß vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden. Darum fallt ihnen ihr Pobel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser und sprechen: Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Hochste ihrer achten? Siehe, das sind die Gottlosen; die sind gluckselig in der Welt und werden reich. Soil's denn umsonst sein, daß mein Herz unstraflich lebt und ich meine Hande in Unschuld wasche und bin geplagt taglich, und meine Strafe ist alle Morgen da? Ich hatte auch schier so gesagt wie sie; aber siehe, damit hatte ich verdammt alle deine Kinder, die je gewesen sind. Ich gedacht ihm nach, daß ich's begreifen mochte; aber es war mir zu schwer bis daß ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende. Aberdu setzest sie aufs Schlupfrige und sturzestsie zu Boden. Wie werden sie so plotzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken. Wie ein Traum, wenn einer erwachet, so machst du, HERR, ihr Bild in der Stadt verschmahet. Aber es tut mirwehe im Herzen und sticht mich in meinen Nieren, daß ich muß ein Narr sein und nichts wissen und muß wie ein Tier sein vor dir. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du haltst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mirgleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Denn, siehe, die von dirweichen, werden umkommen; du bringest urn alle, die wider dich huren. Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf den Herm HERRN, daß ich verkundige all dein Tun.
Abendgebet — Erste Lesung
Und Ahab sagte Isebel an alles was Elia getan hatte, und wie er hatte alle Propheten Baals mit dem Schwert erwurget. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und lieft ihm sagen: Die Gotter tun mirdies und das, wo ich nicht morgen urn diese Zeit deiner Seele tue wie dieser Seelen einer! Da er das sah, machte er sich auf und ging, wo er hin wollte, und kam gen Berseba in Juda und lieft seinen Knaben daselbst. Er aber ging hin in die Wuste eine Tagreise; und kam hinein und setzte sich unter einen Wacholder und bat, da(S seine Seele stürbe, und sprach: Es ist genug; nimm nun, HERR, meine Seele! Ich bin nicht besser denn meine Vater. Und legte sich und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, der Engel ruhrete ihn und sprach zu ihm: Stehe auf und ift! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Haupten lag ein gerostet Brot und eine Kanne mit Wasser. Und da ergegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des HERRN kam zum andernmal wieder und ruhrete ihn und sprach: Stehe auf und ift; denn du hast einen groften Weg vor dir. Und er stund auf und aft und trank; und ging durch Kraft derselben Speise vierzig Tage und vierzig Nachte bis an den Berg Gottes Horeb. Und kam daselbst in eine Hohle und blieb daselbst über Nacht. Und siehe, das Wort des HERRN kam zu ihm und sprach zu ihm: Was machst du hie, Elia? Er sprach: Ich habe geeifert um den HERRN, den Gott Zebaoth; denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen und deine Altare zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert erwurget; und ich bin allein uberblieben, und sie stehen danach, dafi sie mir mein Leben nehmen. Er sprach: Gehe heraus und trittaufden Berg vor den HERRN. Und siehe, der HERR ging voruber, und ein grofter, starker Wind, der die Berge zerrifi und die Felsen zerbrach, vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Winde aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein still sanftes Sausen. Da das Elia horete, verhullete ersein Antlitz mit seinem Mantel und ging heraus und trat in die Tur der Hohle. Und siehe, da kam eine Stimme zu ihm und sprach: Was hast du hie zu tun, Elia? Er sprach: Ich habe um den HERRN, den Gott Zebaoth, geeifert; denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen, deine Altare zerbrochen, deine Propheten mit dem Schwert erwurget; und ich bin allein uberblieben, und sie stehen danach, dafi sie mir das Leben nehmen. Aber der HERR sprach zu ihm: Gehe wiederum deines Weges durch die Wuste gen Damaskus; und geh hinein und salbe Hasael zum Konige uber Syrien und Jehu, den Sohn Nimsis, zum Konige fiber Israel und Elisa, den Sohn Saphats, von Abel-Mehola, zum Propheten an deiner Statt. Und soil geschehen, dafi, wer dem Schwert Hasaels entrinnet, den soli Jehu toten, und wer dem Schwert Jehus entrinnet den soli Elisa toten. Und ich will lassen überbleiben siebentausend in Israel, namlich alle Kniee, die sich nicht gebeuget haben vor Baal, und alien Mund, der ihn nicht geküsset hat. Und er ging von dannen und fand Elisa, den Sohn Saphats, daß er pflugete mit zwolf Jochen vor sich hin; und er war selbst unter den Zwolfen. Und Elia ging zu ihm und warf seinen Mantel auf ihn. Er aber lieft die Rinder und lief Elia nach und sprach: Laft mich meinen Vater und meine Mutter küssen, so will ich dir nachfolgen. Er sprach zu ihm: Gehe hin und komm wieder; denn ich habe etwas mit dirzu tun. Und er lief wieder von ihm und nahm ein Joch Rinder und opferte es; und kochte das Fleisch mit dem Holzwerk an den Rindern und gab's dem Volk, daß sie alien. Und machte sich auf und folgte Elia nach und dienete ihm.
Zweite Lesung
Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, liebe Bruder, nicht verhalten. Ihr wisset, dafi ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Gotzen, wie ihr gefuhrt wurdet. Darum tue ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heüien ohne durch den Heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Amter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Krafte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in alien. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern, Wunderzu tun; einem andern Weissagung; einem andern, Geisterzu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und teilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Denn gleichwie ein Leib ist und hat doch viel Glieder, alle Glieder aber eines Leibes, wiewohl ihrer viel sind, sind sie doch ein Leib: also auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden Oder Griechen, Knechte Oder Freie, und sind alle zu einem Geist getranket. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. So aber der Fuß sprache: Ich bin keine Hand, darum bin ich des Leibes Glied nicht, sollte er urn deswillen nicht des Leibes Glied sein? Und so das Ohr sprache: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht des Leibes Glied, sollte es urn deswillen nicht des Leibes Glied sein? Wenn der ganze Leib Auge ware, wo bliebe das Gehor? So er ganz Gehor ware, wo bliebe der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches sonderlich am Leibe, wie er gewollt hat. So aber alle Glieder ein Glied waren, wo bliebe der Leib? Nun aber sind der Glieder viele, aber der Leib ist einer. Es kann das Auge nicht sagen zu der Hand: Ich bedarf dein nicht; Oder wiederum das Haupt zu den Fufien: Ich bedarf euer nicht; sondern vielmehr, die Glieder des Leibes, die uns dünken, die schwachsten zu sein, sind die notigsten, und die uns dünken, die unehrlichsten sein, denselbigen legen wir am meisten Ehre an, und die uns Libel anstehen, die schmücket man am meisten. Denn die uns wohl anstehen, die bedurfen's nicht. Aber Gott hat den Leib also vermenget und dem durftigen Glied am meisten Ehre gegeben, auf daß nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder fureinander gleich sorgen. Und so ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder, mit. Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil. Und Gott hat gesetzt in der Gemeinde aufs erste die Apostel, aufs andere die Propheten, aufs dritte die Lehrer, danach die Wundertater, danach die Gaben, gesund zu machen, Heifer, Regierer, mancherlei Sprachen. Sind sie alle Apostel? Sind sie alle Propheten? Sind sie alle Lehrer? Sind sie alle Wundertater? Haben sie alle Gaben gesund zu machen? Reden sie alle mit mancherlei Sprachen? Konnen sie alle auslegen? Strebet aber nach den besten Gaben! Und ich will euch noch einen kostlichern Weg zeigen.
Zweite Lesung
So sei nun stark, mein Sohn, durch die Gnade in Christo Jesu! Und was du von mir gehoret hast durch viel Zeugen, das befiehl treuen Menschen, die da tuchtig sind, auch andere zu lehren. Leide dich als ein guter Streiter Jesu Christi! Kein Kriegsmann flicht sich in Handel der Nahrung, auf daß er gefalle dem, der ihn angenommen hat. Und sojemand auch kampfet, wird erdoch nicht gekronet, er kampfe denn recht. Es soli aber der Ackermann, der den Acker bauet, der Fruchte am ersten genießen. Merke, was ich sage! Der Herr aber wird dir in alien Dingen Verstand geben. Halt im Gedachtnis Jesum Christum, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Samen Davids, nach meinem Evangelium, uber welchem ich leide bis an die Bande als ein Gbeltater. Aber Gottes Wort ist nicht gebunden. Darum dulde ich alles um der Auserwahlten willen, auf daß auch sie die Seligkeit erlangen in Christo Jesu mit ewiger Herrlichkeit. Das ist je gewißlich wahr: Sterben wir mit, so werden wir mitleben; dulden wir, so werden wir mitherrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen. Glauben wir nicht, so bleibet er treu; er kann sich selbst nicht leugnen. Solches erinnere sie und bezeuge vordem Herrn, daß sie nicht um Worte zanken, welches nichts nütze ist, denn zu verkehren, die da zuhoren. Befleilüge dich, Gott zu erzeigen einen rechtschaffenen, unstraflichen Arbeiter, der da recht teile das Wort der Wahrheit. Des ungeistlichen; losen Geschwatzes entschlage dich; denn es hilft viel zum ungottlichen Wesen. Und ihr Wort frifit um sich wie der Krebs, unter welchen ist Hymenaus und Philetus, welche der Wahrheit gefehlet haben und sagen, die Auferstehung sei schon geschehen, und haben etlicher Glauben verkehret. Aber der feste Grund Gottes bestehet und hat dieses Siegel: Der Herr kennet die Seinen, und: Es trete ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen Christi nennet. In einem grolien Hause aber sind nicht allein guldene und silberne Gefalie, sondern auch holzerne und irdene und etliche zu Ehren, etliche aberzu Unehren. So nun jemand sich reiniget von solchen Leuten, der wird ein geheiliget Fali sein zu Ehren, dem Hausherrn brauchlich und zu allem guten Werk bereitet. Flieh die Luste der Jugend! Jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit alien, die den Herrn anrufen von reinem Herzen. Aber der torichten und unnützen Fragen entschlage dich; denn du weißt, daß sie nur Zank gebaren. Ein Knecht aber des Herrn soil nicht zankisch sein, sondern freundlich gegen jedermann, lehrhaftig, der die Bosen tragen kann mit Sanftmut und strafe die Widerspenstigen, ob ihnen Gott dermaleinst Buße gabe die Wahrheit zu erkennen, und wieder nuchtern wurden aus des Teufels Strick, von dem sie gefangen sind zu seinem Willen.
Zweite Lesung
Es hatten unsere Vater die Hütte des Zeugnisses in der Wüste, wie er ihnen das verordnet hatte, da er zu Mose redete, daß er sie machen sollte nach dem Vorbilde, das ergesehen hatte, welche unsere Vater auch annahmen und brachten sie mit Josua in das Land, das die Heiden innehatten, welche Gott ausstieß vor dem Angesichte unserer Vater bis zur Zeit Davids. Der fand Gnade bei Gott und bat, daß er eine Hütte finden mochte dem Gott Jakobs. Salomo aber bauete ihm ein Haus. Aber der Allerhochste wohnet nicht in Tempeln, die mit Handen gemacht sind, wie der Prophet spricht: Der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meiner Fuße Schemel; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen, spricht der Herr, Oder welches ist die Statte meiner Ruhe? Hat nicht meine Hand das alles gemacht? Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren, ihrwiderstrebet allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Vater, also auch ihr! Welchen Propheten haben eure Vater nicht verfolget und, sie getotet, die da zuvor verkündigten die Zukunft dieses Gerechten, dessen Verrater und Morder ihr nun worden seid? Ihr habt das Gesetz empfangen durch der Engel Geschafte und habt's nicht gehalten. Da sie solches horeten, ging's ihnen durchs Herz, und bissen die Zahne zusammen über ihn. Als er aber voll Heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel often und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut und hielten ihre Ohren zu und sturmeten einmutiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Fußen eines Junglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanus, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder und schrie laut: Herr, behalt ihnen diese Sunde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er.
Zweite Lesung
Das weilit du, daß sich gewendet haben von mir aüe, die in Asien sind, unter welchen ist Phygellus und Hermogenes. Der Herr gebe Barmherzigkeit dem Hause Onesiphorus; denn er hat mich oft erquicket und hat sich meiner Ketten nicht geschamet, sondern da er zu Rom war, suchte er mich aufs fleißigste und fand mich. Der Herr gebe ihm, daß erfinde Barmherzigkeit bei dem Herrn an jenem T age! Und wieviel er mir zu Ephesus gedienet hat, weifit du am besten.
Evangelium
Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus dem Brautigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren toricht, und fünf waren klug. Die torichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht 01 mit sich. Die klugen aber nahmen 01 in ihren Gefaften samt ihren Lampen. Da nun der Brautigam verzog, wurden sie alle schlafrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Brautigam kommt; gehet aus ihm entgegen! Da stunden diese Jungfrauen alle auf und schmuckten ihre Lampen. Die torichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ole; denn unsere Lampen verloschen! Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Kramern und kaufet fur euch selbst! Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Brautigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit. Und die Tur ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet! Denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Gleichwie ein Mensch, der uber Land zog, rief seinen Knechten und tat ihnen seine Guter ein. Und einem gab er funf Zentner, dem andern zwei, dem dritten einen, einem jeden nach seinem Vermogen, und zog bald hinweg. Da ging der hin, der funf Zentner empfangen hatte, und handelte mitdenselbigen und gewann andere funf Zentner. Desgleichen auch, der zwei Zentner empfangen hatte, gewann auch zwei andere. Der aber einen empfangen hatte, ging hin und machte eine Grube in die Erde und verbarg seines Herrn Geld. Uber eine lange Zeit kam der Herr dieser Knechte und hielt Rechenschaft mit ihnen. Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte andere funf Zentner dar und sprach: Herr, du hast mir funf Zentner getan; siehe da, ich habe damit andere funf Zentner gewonnen. Da sprach sein Herr zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist uber wenigem getreu gewesen; ich will dich uber viel setzen. Gehe ein zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner getan; siehe da, ich habe mit denselben zwei andere gewonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist uber wenigem getreu gewesen; ich will dich uber viel setzen. Gehe ein zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wuftte, daß du ein harter Mann bist: du schneidest, wo du nicht gesaet hast, und sammelst, da du nicht gestreuet hast. Und furchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in die Erde. Siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du Schalk und fauler Knecht! Wufttest du, daß ich schneide, da ich nicht gesaet habe, und sammle, da ich nicht gestreuet habe, so solltest du mein Geld zu den Wechslern getan haben, und wenn ich kommen ware, hatte ich das Meine zu mir genommen mit Wucher. Darum nehmet von ihm den Zentner und gebet's dem, der zehn Zentner hat! Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und wird die Fulle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. Und den unnützen Knecht werft in die aufterste Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zahneklappen. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Volker versammelt werden. Und erwird sie voneinanderscheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Bocken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Bocke zur Linken. Da wird denn der Konig sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getranket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset, Oder durstig und haben dich getranket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget, Oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank Oder gefangen gesehen und sind zu dir kommen? Und der Konig wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem unterdiesen meinen geringsten Brudern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getranket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig Oder durstig Oder einen Gast Oder nackend Oder krank Oder gefangen und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.
Abendgebet — Zweite Lesung
Liebe Bruder, haltet nicht dafur, daß der Glaube an Jesum Christum, unsern Herrn der Herrlichkeit, Ansehen der Person leide. Denn so in eure Versammlung kame ein Mann mit einem güldenen Ringe und mit einem herrlichen Kleide, es kame aber auch ein Armer mit einem unsauberen Kleide, und ihr sahet auf den, der das herrliche Kleid traget, und sprachet zu ihm: Setze du dich her aufs beste, und sprachet zu dem Armen: Stehe du dort Oder setze dich her zu meinen Fulien, und bedenket es nicht recht, sondern ihrwerdet Richter und machet bosen Unterschied. Horet zu, meine lieben Bruder! Hat nicht Gott die Armen auf dieser Welt, die am Glauben reich sind und Erben des Reichs, welches er verheifien hat denen, die ihn liebhaben? Ihr aber habt dem Armen Unehre getan. Sind nicht die Reichen die, die Gewalt an euch üben und ziehen euch vor Gericht? Verlastern sie nicht den guten Namen, davon ihr genannt seid? So ihr das konigliche Gesetz vollendet nach der Schrift: Liebe deinen Nachsten wie dich selbst, so tut ihrwohl. So ihr aber die Person ansehet, tut ihr Sünde und werdet gestraft vom Gesetz als die Ubertreter. Denn jemand das ganze Gesetz halt und sundiget an einem, der ist's ganz schuldig. Denn der da gesagt hat: Du sollst nicht ehebrechen, der hat auch gesagt: Du sollst nicht toten. So du nun nicht ehebrichst, totest aber, bist du ein Ubertreter des Gesetzes. Also redet und also tut, als die da sollen durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Es wird aber ein unbarmherzig Gericht uber den gehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; und die Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gericht. Was hilft's, liebe Bruder, so jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch die Werke nicht? Kann auch der Glaube ihn selig machen? So aber ein Bruder Oder Schwester bloft ware und Mangel hatte der taglichen Nahrung, und jemand unter euch sprache zu ihnen: Gott berate euch, warmet euch und sattiget euch! gabet ihnen aber nicht, was des Leibes Notdurft ist, was hülfe ihnen das? Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber. Aber es mochte jemand sagen: Du hast den Glauben, und ich habe die Werke; zeige mirdeinen Glauben mit deinen Werken, so will ich auch meinen Glauben dirzeigen mit meinen Werken. Du glaubest, daß ein einiger Gott ist; du tust wohl daran; die Teufel glauben's auch und zittern. Willst du aber wissen, du eitler Mensch, daß der Glaube ohne Werke tot sei? Ist nicht Abraham, unser Vater, durch die Werke gerecht worden, da er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehest du, daß der Glaube mitgewirket hat an seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen worden. Und ist die Schrift erfüllet, die da spricht: Abraham hat Gott geglaubet, und ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, und ist ein Freund Gottes geheiften. So sehet ihr nun, daß der Mensch durch die Werke gerecht wird, nicht durch den Glauben allein. Desselbigengleichen die Hure Rahab, ist sie nicht durch die Werke gerecht worden, da sie die Boten aufnahm und lieft sie einen andern Weg hinaus? Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also auch der Glaube ohne Werke ist tot.
Evangelium
Da Jesus solches geredet hatte, ging er hinaus mit seinen Jungern uber den Bach Kidron. Da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Junger. Judas aber, der ihn verriet, wuißte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jungern. Da nun Judas zu sich hatte genommen die Schar und der Hohenpriester und Pharisaer Diener, kommt er dahin mit Fackeln, Lampen und mit Waffen. Als nun Jesus wui Jte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verriet, stund auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's, wichen sie zuruck und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich hab's euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen (auf daß das Wort erfullet wurde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast). Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab; und der Knecht hieli Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soil ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn und führeten ihn aufs erstezu Hannas; der war des Kaiphas Schwaher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es ware gut, daß ein Mensch wurde umgebracht fur das Volk.
Evangelium
Da sprach Jesus zu seinen Jungern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verlieret urn meinetwillen, der wird's finden. Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewonne und nahme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder lose? Denn es wird je geschehen, daß des Menschen Sohn komme in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln; und alsdann wird ereinem jeglichen vergelten nach seinen Werken. Wahrlich, ich sage euch, es stehen etliche hier, die nicht schmecken werden den Tod, bis daß sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reich.
Evangelium
Da traten die Pharisaer und Sadduzaerzu ihm, die versuchten ihn und forderten, daß er sie ein Zeichen vom Himmel sehen lielie. Aber er antwortete und sprach: Des Abends sprechet ihr: Es wird ein schoner Tag werden, denn der Himmel ist rot; und des Morgens sprechet ihr: Eswird heute Ungewitter sein, denn der Himmel ist rot und trübe. Ihr Heuchler! Des Himmels Gestalt konnet ihr urteilen; konnet ihr denn nicht auch die Zeichen dieser Zeit urteilen? Diese bose und ehebrecherische Art sucht ein Zeichen, und soil ihr kein Zeichen gegeben werden denn das Zeichen des Propheten Jona. Und er lieli sie und ging davon. Und da seine Jünger waren hinubergefahren, hatten sie vergessen, Brot mit sich zu nehmen. Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisaer und Sadduzaer! Da dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das wird's sein, dafi wir nicht haben Brot mit uns genommen. Da das Jesus vernahm, sprach er zu ihnen: Ihr Kleinglaubigen, was bekümmert ihr euch doch, daß ihr nicht habt Brot mit euch genommen? Vernehmet ihr noch nichts? Gedenket ihr nicht an die fünf Brote unter die Funftausend und wieviel Korbe ihr da aufhubet? Auch nicht an die sieben Brote unter die Viertausend, und wieviel Korbe ihr da aufhubet? Wie verstehet ihrdenn nicht, daß ich euch nicht sage vom Brot, wenn ich sage: Hutet euch vor dem Sauerteige der Pharisaer und Sadduzaer? Da verstunden sie, daß er nicht gesagt hatte, daß sie sich hüten sollten vor dem Sauerteige des Brats, sondern vor der Lehre der Pharisaer und Sadduzaer. Da kam Jesus in die Gegend der Stadt Casarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wersagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der Taufer; die andern, du seiest Elia; etliche, du seiest Jeremia Oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Holle sollen sie nicht uberwaltigen. Und will dir des Himmelreichs Schlussel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soil auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden losen wirst, soil auch im Himmel los sein. Da verbot er seinen Jungern, daß sie niemand sagen sollten, daß er Jesus, der Christ, ware. Von der Zeitan fing Jesus an und zeigte seinen Jungern, wie er mulite hin gen Jerusalem gehen und viel leiden von den Altesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getotet werden und am dritten Tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an und sprach: Herr, schone dein selbst; das widerfahre dir nur nicht! Aber erwandte sich urn und sprach zu Petrus: Heb dich, Satan, von mir! Du bist mir argerlich; denn du meinest nicht, was gottlich, sondern was menschlich ist. Da sprach Jesus zu seinen Jungern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verlieret urn meinetwillen, der wird's finden. Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewonne und nahme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder lose? Denn es wird je geschehen, daß des Menschen Sohn komme in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln; und alsdann wird ereinem jeglichen vergelten nach seinen Werken. Wahrlich, ich sage euch, es stehen etliche hier, die nicht schmecken werden den Tod, bis daß sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reich.
Ein täglicher Leseplan, der fortlaufend durch die Bibel führt. Der Bibeltext ist gemeinfrei. (Luther Bibel)
Tageslesungen, jeden Morgen
In Bosko warten die Lesungen des Tages jeden Morgen auf dich — markiere jede als gelesen, damit du nie den Überblick verlierst, lies sie in einer von 30 Übersetzungen und verweile bei einer kurzen Betrachtung. Die Tageslesungen deiner Tradition — nachverfolgt und immer griffbereit.

