Tageslesungen
Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.
Erste Lesung
Nun aber fahre ich hin gen Jerusalem den Heiligen zu Dienst. Denn die aus Mazedonien und Achaja haben williglich eine gemeine Steuer zusammengelegt den armen Heiligen zu Jerusalem. Sie haben's williglich getan und sind auch ihre Schuldner. Denn so die Heiden sind ihrer geistlichen Güter teilhaftig worden, ist's billig, daß sie ihnen auch in leiblichen Gutern Dienst beweisen. Wenn ich nun solches ausgerichtet und ihnen diese Frucht versiegelt habe, will ich durch euch nach Spanien ziehen. Ich weiß aber, wenn ich zu euch komme, daß ich mit vollem Segen des Evangeliums Christi kommen werde. Ich ermahne euch aber, liebe Bruder, durch unsern Herrn Jesum Christum und durch die Liebe des Geistes, daß ihr mir helfet kampfen mit Beten fur mich zu Gott, auf dafi ich errettet werde von den Unglaubigen in Judaa, und daß mein Dienst, den ich gen Jerusalem tue, angenehm werde den Heiligen, auf daß ich mit Freuden zu euch komme durch den Willen Gottes und mich mit euch erquicke. Der Gott aber des Friedens sei mit euch alien! Amen.
Erste Lesung
Im dritten Mond nach dem Ausgang der Kinder Israel aus Agyptenland kamen sie dieses Tages in die Wuste Sinai. Denn sie waren ausgezogen von Raphidim und wollten in die Wuste Sinai; und lagerten sich in der Wuste daselbst gegen dem Berg. Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und verkundigen den Kindern Israel: Ihr habt gesehen, was ich den Agyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlersflugeln und habe euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor alien Volkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein priesterlich Konigreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst. Mose kam und forderte die Altesten im Volk und legte ihnen alle diese Worte vor, die der HERR geboten hatte. Und alles Volk antwortete zugleich und sprachen: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Rede des Volks dem HERRN wieder. Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dicken Wolke, auf daß dies Volk meine Worte hore, die ich mit dir rede, und glaube direwiglich. Und Mose verkündigte dem HERRN die Rede des Volks. Der HERR sprach zu Mose: Gehe hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, daß sie ihre Kleider waschen. und bereitseien auf den dritten Tag. Denn am dritten Tage wird der HERR vor allem Volk herabfahren auf den Berg Sinai. Und mache dem Volk ein Gehege umher und sprich zu ihnen: Hütet euch, daß ihr nicht auf den Berg steiget, noch sein Ende anruhret; denn wer den Berg anrühret, soil des Todes sterben. Keine Hand soil ihn anruhren, sondern ersoll gesteinigt Oder mit Geschoft erschossen werden; es sei ein Tier Oder Mensch, so soil er nicht leben. Wenn es aber lange tonen wird, dann sollen sie an den Berg gehen. Mose stieg vom Berge zum Volk und heiligte sie, und sie wuschen ihre Kleider. Und ersprach zu ihnen: Seid bereitaufden dritten Tag, und keiner nahe sich zum Weibe. Als nun der dritte Tag kam und Morgen war, da hub sich ein Donnern und Blitzen und eine dicke Wolke auf dem Berge und ein Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. Und Moseführete das Volk aus dem Lager Gott entgegen; und sie traten unten an den Berg. Der ganze Berg aber Sinai rauchte, darum dafi der HERR herab auf den Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom Ofen, daß der ganze Berg sehr bebete. Und der Posaunen Ton ward immer starker. Mose redete, und Gott antwortete ihm laut. Als nun der HERR herniederkommen war auf den Berg Sinai, oben auf seine Spitze, forderte er Mose oben auf die Spitze des Berges, und Mose stieg hinauf. Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und zeuge dem Volk, daß sie nicht herzubrechen zum HERRN, daß sie sehen, und viele aus ihnen fallen. Dazu die Priester, die zum HERRN nahen, sollen sich heiligen, daß sie der HERR nicht zerschmettere. Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen; denn du hast uns bezeuget und gesagt: Mache ein Gehege urn den Berg und heilige ihn. Und der HERR sprach zu ihm: Gehe hin, steige hinab; du und Aaron mit dir soli heraufsteigen; aber die Priester und das Volk sollen nicht herzubrechen, daß sie hinaufsteigen zu dem HERRN, daß ersie nicht zerschmettere. Und Mose stieg herunterzum Volk und sagte es ihnen.
Erste Lesung
Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sende Manner aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Kindern Israel geben will, aus jeglichem Stamm ihrer Vater einen vomehmlichen Mann. Mose, der sandte sie aus der Wuste Paran nach dem Wort des HERRN, die alle vomehmliche Manner waren unter den Kindern Israel. Und hielien also: Sammua, der Sohn Zakurs, des Stamms Ruben; Saphat, der Sohn Horis, des Stamms Simeon; Kaleb, der Sohn Jephunnes, des Stamms Juda; Igeal, der Sohn Josephs, des Stamms Isaschar; Hosea, der Sohn Nuns, des Stamms Ephraim; Palti, der Sohn Raphus, des Stamms Benjamin; Gadiel, der Sohn Sodis, des Stamms Sebulon; Gaddi, der Sohn Susis, des Stamms Joseph von Manasse; Ammiel, der Sohn Gemallis, des Stamms Dan; Sethur, der Sohn Michaels, des Stamms Asser; Nahebi, der Sohn Vaphsis, des Stamms Naphthali; Guel, der Sohn Machis, des Stamms Gad. Das sind die Namen der Manner, die Mose aussandte, zu erkunden das Land. Aber den Hosea, den Sohn Nuns, nannte Mose Josua. Da sie nun Mose sandte, das Land Kanaan zu erkunden, sprach er zu ihnen: Ziehet hinauf an den Mittag und gehet auf das Gebirge; und besehet das Land, wie es ist, und das Volk, das drinnen wohnet, ob's stark Oder schwach, wenig Oder viel ist; und was fur ein Land ist, darinnen sie wohnen, ob's gut Oder bose sei; und was fur Stadte sind, darinnen sie wohnen, ob sie in Gezelten Oder Festungen wohnen; und was fur Land sei, ob's fett Oder mager sei, und ob Baume drinnen sind, Oder nicht. Seid getrost und nehmet der Fruchte des Landes. Es war aber eben urn die Zeit der ersten Weintrauben. Sie gingen hinauf und erkundeten das Land von der Wüste Zin bis gen Rehob, da man gen Hamath gehet. Sie gingen auch hinauf gegen den Mittag und kamen bis gen Hebron; da war Ahiman, Sesai und Thalmai, die Kinder Enaks Hebron aber war sieben Jahre gebauet vor Zoan in Agypten. Und sie kamen bis an Bach Eskol und schnitten daselbst eine Rebe ab mit einer Weintraube und ließen sie zween auf einem Stecken tragen, dazu auch Granatapfel und Feigen. Der Ort heißet Bach Eskol urn der T raube willen, die die Kinder Israel daselbst abschnitten. Und sie kehreten urn, da sie das Land erkundet hatten, nach vierzig Tagen, gingen hin und kamen zu Mose und Aaron und zu der ganzen Gemeine der Kinder Israel in die Wüste Paran gen Kades; und sagten ihnen wieder und der ganzen Gemeine, wie es stünde, und ließen sie die Früchte des Landes sehen. Und erzahleten ihnen und sprachen: Wir sind ins Land kommen, dahin ihr uns sandtet, da Milch und Honig innen fleußt, und dies ist ihre Frucht; ohne daß stark Volk drinnen wohnet, und sehr große und feste Stadte sind; und sahen auch Enaks Kinder daselbst. So wohnen die Amalekiter im Lande gegen Mittag, die Hethiter und Jebusiter und Amoriter wohnen auf dem Gebirge, die Kanaaniter aber wohnen am Meer und urn den Jordan. Kaleb aber stillete das Volk gegen Mose und sprach: Laßt uns hinaufziehen und das Land einnehmen; denn wir mogen es überwaltigen. Aber die Manner, die mit ihm waren hinaufgezogen, sprachen: Wirvermogen nicht hinaufzuziehen gegen das Volk, denn sie sind uns zu stark und machten dem Lande, das sie erkundet hatten, ein bos Geschrei unter den Kindern Israel und sprachen: Das Land, dadurch wirgegangen sind zu erkunden, frisset seine Einwohner; und alles Volk, das wir drinnen sahen, sind Leute von großer Lange. Wir sahen auch Riesen daselbst, Enaks Kinder von den Riesen; und wir waren vor unsern Augen als die Heuschrecken, und also waren wir auch vor ihren Augen.
Morgengebet — Erste Lesung
Und die Manner sprachen zu Lot: Hastdu noch irgend hie einen Eidam und Sohne und Tochter, und wer dir angehoret in der Stadt, den fuhre aus dieser Statte. Denn wirwerden diese Statte verderben, darum daß ihr Geschrei groß ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben. Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Tochter nehmen sollten: Machet euch auf und gehet aus diesem Ort; denn der HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lacherlich. Da nun die Morgenrote aufging, hießen die Engel den Lot eilen und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwo Tochter, die vorhanden sind, daß du nicht auch umkommest in der Missetat dieser Stadt. Da er aber verzog, ergriffen die Manner ihn und sein Weib und seine zwo Tochter bei der Hand, darum daß der HERR sein verschonete, und fuhrten ihn hinaus und ließen ihn außen vor der Stadt. Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette deine Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf dem Berge errette dich, daß du nicht umkommest. Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, HERR! Siehe, dieweil dein Knecht Gnade funden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mirgetan hast, daß du meine Seele bei dem Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf dem Berge erretten; es mochte mich ein Unfall ankommen, daß ich sturbe. Siehe, da isteine Stadt nahe, darein ich fliehen mag, und ist klein, daselbst will ich mich erretten; ist sie doch klein, daß meine Seele lebendig bleibe. Da sprach erzu ihm: Siehe, ich habe auch in diesem Stuck dich angesehen, daß ich die Stadt nicht umkehre, davon du geredet hast. Eile und errette dich daselbst, denn ich kann nichts tun, bis daß du hinein kommest. Daher ist diese Stadt genannt Zoar. Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, da Lot gen Zoar einkam. Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen von dem HERRN vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha. Und kehrete die Stadte urn, die ganze Gegend und alle Einwohner der Stadte, und was auf dem Lande gewachsen war. Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsaule. Abraham aber machte sich des Morgens frühe auf an den Ort, da er gestanden war vor dem HERRN, und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorrha und alles Land der Gegend und schauete; und siehe, da ging ein Rauch auf vom Lande, wie ein Rauch vom Ofen. Denn da Gott die Stadte in der Gegend verderbte, gedachte er an Abraham und geleitete Lot aus den Stadten, die er umkehrete, darin Lot wohnete. Und Lotzog aus Zoar und blieb auf dem Berge mit seinen beiden Tochtern; denn er furchtete sich, zu Zoar zu bleiben; und blieb also in einer Hohle mit seinen beiden Tochtern.
Epistel
Wir ermahnen aber euch als Mithelfer, daü ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhoret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgendein Argernis geben, auf daü unser Amt nicht verlastert werde; sondern in alien Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes: in großer Geduld, in Trübsalen, in Noten, in Angsten, in Schlagen, in Gefangnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, in dem Heiligen Geist, in ungefarbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch bose Geruchte und gute Geruchte; als die Verführer und doch wahrhaftig; als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht ertotet; als die Traurigen, aber allezeit frohlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; ais die nichts innehaben und doch alles haben.
Erste Lesung
Horet mir zu, ihr Inseln, und ihr Volker in der Feme, merket auf! Der HERR hat mir gerufen von Mutterleibe an; er hat meines Namens gedacht, da ich noch in Mutterleibe war, und hat meinen Mund gemacht wie ein scharf Schwert; mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedeckt. Er hat mich zum reinen Pfeil gemacht und mich in seinen Kocher gesteckt und spricht zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch welchen ich will gepreiset werden. Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich und brachte meine Kraft umsonst und unnutzlich zu, wiewohl meine Sache des HERRN und mein Amt meines Gottes ist. Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleibe an zu seinem Knechte bereitet hat, daß ich soil Jakob zu ihm bekehren, auf daß Israel nicht weggeraffet werde; darum bin ich vor dem HERRN herrlich, und mein Gott ist meine Starke und spricht: Es ist ein Geringes, daß du mein Knecht bist, die Stamme Jakobs aufzurichten und das Verwahrlosete in Israel wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dad du seiest mein Heil bis an der Welt Ende. So spricht der HERR, der Erloser Israels, sein Heiliger, zu der verachteten Seele, zu dem Volk, des man Greuel hat, zu dem Knechte, der unter den Tyrannen ist: Konige sollen sehen und aufstehen, und Fursten sollen anbeten urn des HERRN willen, der treu ist, urn des Heiligen in Israel widen, der dich erwahlet hat. So spricht der HERR: Ich habe dich erhoret zur gnadigen Zeit und habe dir am Tage des Heils geholfen; und habe dich behutet und zum Bund unter das Volk gestellet, daß du das Land aufrichtest und die verstorten Erbe einnehmest, zu sagen den Gefangenen: Gehet heraus! und zu denen in Finsternis: Kommt hervor! daß sie am Wege sich weiden und auf alien Hügeln ihre Weide haben. Sie werden weder hungern noch dursten, sie wird keine Hitze noch Sonne stechen; denn ihr Erbarmer wird sie führen und wird sie an die Wasserquellen leiten. Ich will alle meine Berge zum Wege machen, und meine Pfade sollen gebahnet sein. Siehe, diese werden von feme kommen, und siehe, jene von Mitternacht und diese vom Meer und diese vom Lande Sinim. Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde; lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getrostet und erbarmet sich seiner Elenden. Zion aber spricht: Der HERR hat mich verlassen, der HERR hat mein vergessen. Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme uber den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergalie, so will ich doch dein nicht vergessen; siehe, in die Hande habe ich dich gezeichnet. Deine Mauern sind immerdar vor mir. Deine Baumeister werden eilen, aber deine Zerbrecher und Verstorer werden sich davonmachen. Hebe deine Augen auf umher und siehe! Alle diese kommen versammelt zu dir. So wahr ich lebe, spricht der HERR, du sollst mit diesen alien wie mit einem Schmuck angetan werden und wirst sie urn dich legen wie eine Braut. Denn dein wustes, verstortes und zerbrochenes Land wird dir alsdann zu enge werden, drinnen zu wohnen, wenn deine Verderber feme von dir kommen, daß die Kinder deiner Unfruchtbarkeit werden weiter sagen vor deinen Ohren: Der Raum ist mir zu enge; rücke hin, daß ich bei dir wohnen moge! Du aber wirst sagen in deinem Herzen: Wer hat mir diese gezeuget? Ich bin unfruchtbar, einzeln, vertrieben und verstolien. Wer hat mir diese erzogen? Siehe, ich war einsam gelassen; wo waren denn diese? So spricht der Herr HERR: Siehe, ich will meine Hand zu den Heiden aufheben und zu den Volkern mein Panier aufwerfen, so werden sie deine Sohne in den Armen herzubringen und deine Tochter auf den Achseln hertragen. Und die Konige sollen deine Pfleger und ihre Furstinnen deine Saugammen sein. Sie werden vor dir niederfallen zur Erde aufs Angesicht und deiner Fülie Staub lecken. Da wirst du erfahren, daß ich der HERR bin, an welchem nicht zuschanden werden, so auf mich harren. Kann man auch einem Riesen den Raub nehmen, Oder kann man dem Gerechten seine Gefangenen losmachen? Denn so spricht der HERR: Nun sollen die Gefangenen dem Riesen genommen werden und der Raub des Starken los werden; und ich will mit deinen Haderern hadern und deinen Kindern helfen. Und ich will deine Schinder speisen mit ihrem eigenen Fleisch; und sollen mit ihrem eigenen Blut, wie mit suliem Wein, trunken werden; und alles Fleisch soil erfahren, daß ich bin der HERR, dein Heiland und dein Erloser, der Machtige in Jakob.
Morgengebet — Zweite Lesung
Ersah aber auf und schauete die Reichen, wie sie ihre Opfer einlegten in den Gotteskasten. Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein. Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr denn sie alle eingelegt. Denn diese alle haben aus ihrem Uberfluli eingelegt zu dem Opfer Gottes; sie aber hat von ihrer Armut alle ihre Nahrung, die sie hatte, eingelegt. Und da etliche sagten von dem Tempel, daß er geschmuckt ware von feinen Steinen und Kleinoden, sprach er: Es wird die Zeit kommen, in welcher des alles, das ihr sehet, nicht ein Stein auf dem andern gelassen wird, der nicht zerbrochen werde. Sie fragten ihn aber und sprachen: Meister, wann soli das werden? und welches ist das Zeichen, wann das geschehen wird? Er aber sprach: Sehet zu, lasset euch nicht verführen! Denn viele werden kommen in meinem Namen und sagen, ich sei es, und: Die Zeit ist herbeikommen. Folget ihnen nicht nach! Wenn ihr aber horen werdet von Kriegen und Emporungen, so entsetzet euch nicht. Denn solches muß zuvor geschehen; aber das Ende ist noch nicht so bald da. Da sprach erzu ihnen: Ein Volk wird sich erheben uber das andere und ein Reich uber das andere. Und werden geschehen grolie Erdbebungen hin und her, teure Zeit und Pestilenz. Auch werden Schrecknisse und grolie Zeichen vom Himmel geschehen. Aber vor diesem allem werden sie die Hande an euch legen und verfolgen und werden euch uberantworten in ihre Schulen und Gefangnisse und vor Konige und Fursten ziehen um meines Namens willen. Das wird euch aber widerfahren zu einem Zeugnis. So nehmet nun zu Herzen, daß ihr nicht sorget, wie ihr euch verantworten sollt. Denn ich will euch Mund und Weisheit geben, welcher nicht sollen widersprechen mogen noch widerstehen alle eure Widerwartigen. Ihr werdet aber uberantwortet werden von den Eltern, Brudern, Gefreundeten und Freunden; und sie werden euer etliche toten. Und ihr werdet gehasset sein von jedermann um meines Namens willen. Und ein Haar von eurem Hauptsoll nicht umkommen. Fasseteure Seelen mit Geduld! Wenn ihr aber sehen werdet Jerusalem belagert mit einem Heer, so merket, daß herbeikommen ist ihre Verwustung. Alsdann wer in Judaa ist, der fliehe auf das Gebirge; und wer mitten drinnen ist, der weiche heraus; und wer auf dem Lande ist, der komme nicht hinein. Denn das sind die Tage der Rache, daß erfullet werde alles, was geschrieben ist. Wehe aber den Schwangern und Saugerinnen in denselbigen Tagen! Denn es wird grofte Not auf Erden sein und ein Zorn uber dies Volk. Und sie werden fallen durch des Schwertes Scharfe und gefangen gefuhrt unter alle Volker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis daß der Heiden Zeit erfullet wird. Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Krafte werden sich bewegen. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit grafter Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfanget zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Haupter auf, darum daß sich eure Erlosung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Baume! Wenn sie jetztausschlagen, so sehet ihr's an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell uber euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen uber alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und betet, daß ihr würdig werden moget, zu entfliehen diesem allem, was geschehen soil, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Und er lehrete des Tages im Tempel; des Nachts aber ging er aus und blieb uber Nacht am Olberge. Und alles Volk machte sich fruhe auf zu ihm, im Tempel ihn zu horen.
Antwortpsalm
Lobetden HERRN, alle Heiden; preisetihn, alle Volker! Denn seine Gnade und Wahrheit waltet uber uns in Ewigkeit. Halleluja!
Evangelium
Da ward Jesus vom Geist in die Wuste gefuhrt, auf daß er von dem Teufel versucht wurde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nachte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brot alleine, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da fuhrete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so lali dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln uber dir Befehl tun, und sie werden dich auf den Handen tragen, auf daß du deinen Fuli nicht an einen Stein stoliest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum fuhrete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfallst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Heb' dich weg von mir, Satan! Denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herm, und ihm allein dienen. Da verlieli ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm.
Antwortpsalm
Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, da Doeg, der Edomiter, kam und sagte Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus kommen. Was trotzest du denn, du Tyrann, daß du kannst Schaden tun, so doch Gottes Güte noch taglich wahret? Deine Zunge trachtet nach Schaden und schneidet mit Lugen wie ein scharf Schermesser. Du redest lieber Boses denn Gutes und falsch denn recht. Sela. Du redest gem alles, was zu Verderben dienet, mit falscher Zunge. Darum wird dich Gott auch ganz und gar zerstoren und zerschlagen und aus der Hütte reilien und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. Sela. Und die Gerechten werden's sehen und sich furchten und werden sein lachen: Siehe, das ist der Mann, der Gott nicht fur seinen Trost hielt, sondern verliefi sich auf seinen grolien Reichtum und war machtig, Schaden zutun. Ich aber werde bleiben wie ein gruner Olbaum im Hause Gottes, verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewiglich. Ich danke dir ewiglich, denn du kannst's wohl machen; und will harren auf deinen Namen, denn deine Heiligen haben Freude dran.
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids von den Rosen, vorzusingen. Gott, hilf mir; denn das Wasser gehet mir bis an die Seele. Ich versinke in tiefem Schlamm, da kein Grund ist; ich bin im tiefen Wasser, und die Flut will mich ersaufen. Ich habe mich müde geschrieen, mein Hals ist heisch; das Gesicht vergehet mir, daß ich so lange muft harren auf meinen Gott. Die mich ohne Ursache hassen, der ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupt habe. Die mir unbillig feind sind und mich verderben, sind machtig. Ich muft bezahlen, das ich nicht geraubt habe. Gott, du weiftest meine Torheit, und meine Schulden sind dir nicht verborgen. La(S nicht zuschanden werden an mir, die dein harren, Herr, HERR Zebaoth! Laft nicht schamrot werden an mir, die dich suchen, Gott Israels! Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande. Ich bin fremd worden meinen Brudern und unbekannt meiner Mutter Kindern. Denn ich eifere mich schierzu Tod um dein Haus; und die Schmach derer, die dich schmahen, fallen auf mich. Und ich weine und faste bitterlich; und man spottet mein dazu. Ich hab einen Sack angezogen; aber sie treiben das Gespott draus. Die im Tor sitzen, waschen von mir, und in den Zechen singet man von mir. Ich aber bete, HERR, zu dirzur angenehmen Zeit. Gott, durch deine grofte Gute, erhore mich mit deiner treuen Hilfe! Errette mich aus dem Kot, daß ich nicht versinke, daß ich errettet werde von meinen Hassern und aus dem tiefen Wasser, daß mich die Wasserflut nicht ersaufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch der Grube nicht uber mir zusammengehe. Erhore mich, HERR, denn deine Gute ist trostlich; wende dich zu mir nach deiner groften Barmherzigkeit und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte; denn mir ist angst; erhore mich eilend! Mache dich zu meiner Seele und erlose sie; erlose mich um meiner Feinde willen! Du weiftest meine Schmach, Schande und Scham; meine Widersacher sind alle vor dir. Die Schmach bricht mir mein Herz und kranket mich. Ich warte, ob es jemand jammerte, aber da ist niemand; und auf Troster, aber ich finde keine. Und sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken in meinem groften Durst. Ihr Tisch rnüsse vor ihnen zum Strick werden, zur Vergeltung und zu einer Falle! Ihre Augen müssen finster werden, daß sie nicht sehen; und ihre Lenden laft immer wanken! Geuft deine Ungnade auf sie, und dein grimmiger Zorn ergreife sie! Ihre Wohnung müsse wüste werden, und sei niemand, der in ihren Hütten wohne! Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und rühmen, daß du die Deinen libel schlagest. La(J sie in eine Sunde über die andere fallen, daß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit. Tilge sie aus dem Buch der Lebendigen, daß sie mit den Gerechten nicht angeschrieben werden. Ich aber bin elend, und mir istwehe. Gott, deine Hilfe schütze mich! Ich will den Namen Gottes loben mit einem Liede und will ihn hoch ehren mit Dank. Daswird dem HERRN bad gefallen denn ein Farr, der Horner und Klauen hat. Die Elenden sehen und freuen sich; und die Gott suchen, denen wird das Herz leben. Denn der HERR horet die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht. Es lobe ihn Himmel, Erde und Meer und alles, was sich drinnen reget. Denn Gott wird Zion helfen und die Stadte Judas bauen, daß man daselbst wohne und sie besitze. Und der Same seiner Knechte wird sie ererben, und die seinen Namen lieben, werden drinnen bleiben.
Antwortpsalm
Ein Psalmlied, vorzusingen. Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zu Ehren seinem Namen; ruhmet ihn herrlich! Sprechet zu Gott: Wie wunderlich sind deine Werke! Es wird deinen Feinden fehlen vor deiner grolien Macht. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Sela. Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderlich ist mit seinem Tun unter den Menschenkindern. Er verwandelt das Meer ins Trockne, daß man zu Fuli uber das Wasser gehet; des freuen wir uns in ihm. Er herrschet mit seiner Gewalt ewiglich; seine Augen schauen auf die Volker. Die Abtrunnigen werden sich nicht erhohen konnen. Sela. Lobet, ihr Volker, unsern Gott; lasset seinen Ruhm weit erschallen, der unsere Seelen im Leben behalt und lalit unsere Fulie nicht gleiten. Denn, Gott, du hast uns versucht und gelautert, wie das Silber gelautert wird. Du hast uns lassen in den Turm werfen; du hast auf unsere Lenden eine Last gelegt; du hast Menschen lassen uber unser Haupt fahren; wir sind in Feuer und Wasser kommen; aber du hast uns ausgefuhrt und erquicket. Darum will ich mit Brandopfern gehen in dein Haus und dir meine Gelubde bezahlen, wie ich meine Lippen habe aufgetan und mein Mund geredet hat in meiner Not. Ich will dir feiste Brandopfer tun von gebrannten Widdern; ich will opfern Rinder mit Bocken. Sela. Kommt her, horet zu, alle, die ihr Gott furchtet; ich will erzahlen, was er an meiner Seele getan hat. Zu ihm rief ich mitmeinem Munde und preisete ihn mit meiner Zunge. Wo ich Unrechts vorhatte in meinem Herzen, so wurde der HERR nicht horen. Darum erhoret mich Gott und merket auf mein Flehen. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Gute von mir wendet.
Abendgebet — Erste Lesung
Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. Da stund Abraham des Morgens fruhe auf und gurtete seinen Esel und nahm mit sich zween Knaben und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, davon ihm Gott gesagt, hatte. Am dritten Tage hub Abraham seine Augen auf und sah die Statte von feme. Und sprach zu seinen Knaben: Bleibet ihr hie mit dem Esel; ich und der Knabe wollen dorthin gehen; und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand, und gingen die beiden miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hie bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hie ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird ihm ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander. Und als sie kamen an die Statte, die ihm Gott sagte, bauete Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz drauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und fassete das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete. Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hie bin ich. Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts! Denn nun weift ich, daß du Gott furchtest und hast deines einigen Sohnes nicht verschonet urn meinetwillen. Da hub Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter ihm in der Hecke mit seinen Hornern hangen; und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. Und Abraham hieft die Statte: Der HERR siehet. Daher man noch heutigestages saget: Auf dem Berge, da der HERR siehet. Und der Engel des HERRN rief Abraham abermal vom Himmel und sprach: Ich habe bei mirselbst geschworen, spricht der HERR, dieweil du solches getan hast und hast deines einigen Sohnes nicht verschonet, daß ich deinen Samen segnen und mehren will wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; und dein Same soil besitzen die Tore seiner Feinde. Und durch deinen Samen sollen alle Volker auf Erden gesegnetwerden, darum daß du meiner Stimme gehorchet hast. Also kehrete Abraham wieder zu seinen Knaben; und machten sich auf und zogen miteinander gen Bersaba und wohnete daselbst. Nach diesen Geschichten begab sich's, daß Abraham angesagt ward: Siehe, Milka hat auch Kinder geboren deinem Bruder Nahor,
Zweite Lesung
Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukunftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst. Alle Jahr muß man opfern immer einerlei Opfer und kann nicht, die da opfern, vollkommen machen; sonst hatte das Opfern aufgehoret, wo die, so am Gottesdienst sind, kein Gewissen mehr hatten von den Sünden, wenn sie 1 einmal gereiniget waren; sondern es geschieht nur durch dieselbigen ein Gedachtnis der Sünden alle Jahr. Denn es ist unmoglich, durch Ochsen - und Bocksblut Sunden wegzunehmen. Darum, da er in die Welt kommt, spricht er: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; den Leib aber hastdu mir zubereitet. Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch stehet vornehmlich von mir geschrieben, daß ich tun soil, Gott, deinen Willen. Droben, als er gesagt hatte: Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt; sie gefallen dir auch nicht (welche nach dem Gesetz geopfert werden), da sprach er: Siehe, ich komme zu tun, Gott, deinen Willen. Da hebt er das erste auf, daß er das andere einsetze. In welchem Willen wir sind geheiliget, einmal geschehen durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. Und ein jeglicher Priester ist eingesetzt, daß er aüe Tage Gottesdienst pflege und oftmals einerlei Opfer tue, welche nimmermehr konnen die Sünden abnehmen. Dieser aber, da er hat ein Opfer für die Sunden geopfert, das ewiglich gilt, sitzt er nun zur Rechten Gottes und wartet hinfort, bis daß seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden. Denn miteinem Opfer hater in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden. Es bezeuget uns aber das auch der Heilige Geist. Denn nachdem er zuvor gesagt hatte: Das ist das Testament, das ich ihnen machen will nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihre Sinne will ich es schreiben, und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehrgedenken. Wo aber derselbigen Vergebung ist, da ist nicht mehr Opfer fur die Sünde. So wir denn nun haben, liebe Brüder, die Freudigkeit zum Eingang in das Heilige durch das Blut Jesu, welchen er uns zubereitet hat zum neuen und lebendigen Wege durch den Vorhang, das ist, durch sein Fleisch, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes: so lasset uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen, in volligem Glauben, besprenget in unsern Herzen und los von dem bosen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser; und lasset uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken denn er ist treu, der sie verheißen hat. Und lasset uns untereinander unser selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken und nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern untereinander ermahnen, und das viel mehr, soviel ihr sehet, daß sich der Tag nahet. Denn so wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir furder kein ander Opfer mehr fur die Sunden, sondern ein schrecklich Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widerwartigen verzehren wird. Wenn jemand das Gesetz Mose's bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit durch zween Oder drei Zeugen. Wieviel meinet ihr, argere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Fußen tritt und das Blut des Testaments unrein achtet, durch welches er geheiliget ist, und den Geist der Gnaden schmahet? Denn wir wissen den, der da sagte: Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr. Und abermal: Der Herr wird sein Volk richten. Schrecklich ist's, in die Hande des lebendigen Gottes zu fallen. Gedenket aber an die vorigen Tage, in welchen ihr, erleuchtet, erduldet habt einen großen Kampf des Leidens, zum Teil selbst durch Schmach und Trubsal ein Schauspiel worden, zum Teil Gemeinschaft gehabt mit denen, denen es also gehet. Denn ihr habt mit meinen Banden Mitleid gehabt und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, als die ihr wisset, daß ihr bei euch selbst eine bessere und bleibende Habe im Himmel habt. Werfet euer Vertrauen nichtweg, welches eine grotie Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, auf dafi ihr den Willen Gottes tut und die Verheißung empfanget. Denn noch uber eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soil, und nicht verziehen. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele kein Gefallen haben. Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammtwerden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten.
Zweite Lesung
Weiter, liebe Bruder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu (nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln und Gott gefallen), daß ihr immer volliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihrmeidetdie Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife noch ubervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Racher uber das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen Heiligen Geist gegeben hat in euch. Von der bruderlichen Liebe aber ist nicht not, euch zu schreiben; denn ihr seid selbst von Gott gelehret euch untereinander zu lieben. Und das tut ihr auch an alien Brudern, die in ganz Mazedonien sind. Wirermahnen euch aber, liebe Brüder, daß ihr noch volliger werdet. Und ringet danach, daß ihr stille seid und das Eure schaffet und arbeitet mit euren eigenen Handen, wie wir euch geboten haben, auf dafi ihr ehrbarlich wandelt gegen die, die draulien sind, und ihrer keines bedurfet. Wirwollen euch aber, liebe Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf dafi ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, dafi Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und uberbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht zuvorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Danach wir, die wir leben und uberbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken dem Herrn entgegen in der Luft; und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So trostet euch nun mit diesen Worten untereinander!
Zweite Lesung
Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbart werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wieviel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Verheiftung Erben.
Zweite Lesung
Einem jeglichen aber unter uns ist gegeben die Gnade nach dem Maft der Gabe Christi. Darum spricht er: Er ist aufgefahren in die Hohe und hat das Gefangnis gefangen gefuhret und hat den Menschen Gaben gegeben. Daft er aber aufgefahren ist, was ist's, denn daß er zuvor ist hinuntergefahren in die untersten Orter der Erde? Der hinuntergefahren ist, das ist derselbige, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf daß er alles erfullete. Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aberzu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Christi erbauet werde, bis daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi,
Evangelium
Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kam wieder von dem Jordan und ward vom Geist in die Wuste gefuhret und ward vierzig Tage lang von dem Teufel versucht. Und er ali nichts in denselbigen Tagen. Und da dieselbigen ein Ende hatten, hungerte ihn danach. Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu dem Stein, daß er Brot werde. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von einem jeglichen Wort Gottes. Und der Teufel fuhrete ihn auf einen hohen Berg und weisete ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, welchem ich will. So du nun mich willst anbeten, so soil es alles dein sein. Jesus antwortete ihm und sprach: Heb' dich weg von mir, Satan! Es stehet geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und ihm allein dienen. Und er fuhrete ihn gen Jerusalem und stellete ihn auf des Tempels Zinne und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so lali dich von hinnen hinunter; denn es stehet geschrieben: Er wird befehlen seinen Engeln von dir, daß sie dich bewahren und auf den Handen tragen, auf dafi du nicht etwa deinen Fuli an einen Stein stoßest. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Und da der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang. Und Jesus kam wieder in des Geistes Kraft nach Galilaa; und das Gerucht erscholl von ihm durch alle umliegenden Orte. Und er lehrete in ihren Schulen und ward von jedermann gepreiset. Und erkam gen Nazareth, da ererzogen war, und ging in die Schule nach seiner Gewohnheit am Sabbattage und stund auf und wollte lesen. Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und da er das Buch herumwarf, fand er den Ort, da geschrieben stehet: Der Geist des Herrn ist bei mir, derhalben er mich gesalbet hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstolienen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu predigen das angenehme Jahr des Herm. Und als er das Buch zutat, gab er's dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing an, zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren. Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich der holdseligen Worte, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: Ist das nicht Josephs Sohn? Und ersprach zu ihnen: Ihrwerdetfreilichzumir sagen dies Sprichwort: Arzt, hilf dir selber! Denn wie groüe Dinge haben wir gehort zu Kapernaum geschehen? Tue auch also hier in deinem Vaterlande! Er aber sprach: Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande. Aber in der Wahrheit sage ich euch: Es waren viel Witwen in Israel zu Elias Zeiten, da der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monden, da eine große Teurung war im ganzen Lande; und zu der keiner ward Elia gesandt denn allein gen Sarepta der Sidonier, zu einer Witwe. Und viel Aussatzige waren in Israel zu des Propheten Elisa Zeiten; und der keiner ward gereiniget denn allein Naeman aus Syrien. Und sie wurden voll Zorns alle, die in der Schule waren, da sie das horeten, und stunden auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und fuhreten ihn auf einen Hugel des Berges, darauf ihre Stadt gebauet war, daß sie ihn hinabsturzeten. Aber er ging mitten durch sie hinweg. Und kam gen Kapernaum, in die Stadt Galilaas, und iehrete sie an den Sabbaten. Und sie verwunderten sich seiner Lehre; denn seine Rede war gewaltig. Und es war ein Mensch in der Schule, besessen mit einem unsaubern Teufel. Und der schrie laut und sprach: Halt, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Du bist kommen, uns zu verderben. Ich weili, wer du bist, namlich der Heilige Gottes. Und Jesus bedrauete ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der Teufel warf ihn mitten unter sie und fuhr von ihm aus und tat ihm keinen Schaden. Und es kam eine Furcht uber sie alle, und redeten miteinander und sprachen: Was ist das fur ein Ding? Er gebeut mit Macht und Gewalt den unsaubern Geistern, und sie fahren aus. Und es erscholl sein Geschrei in alle Orter des umliegenden Landes. Und er stund auf aus der Schule und kam in Simons Haus. Und Simons Schwieger war mit einem harten Fieber behaftet; und sie baten ihn fur sie. Und er trat zu ihr und gebot dem Fieber, und es verließ sie. Und bald stund sie auf und dienete ihnen. Und da die Sonne untergegangen war, alle die, so Kranke hatten mit mancherlei Seuchen, brachten sie zu ihm. Und er legte auf einen jeglichen die Hande und machte sie gesund. Es fuhren auch die Teufel aus von vielen, schrieen und sprachen: Du bist Christus, der Sohn Gottes. Und er bedrauete sie und ließ sie nicht reden; denn sie wußten, daß er Christus war. Da es aber Tag ward, ging er hinaus an eine wüste Statte; und das Volk suchte ihn, und kamen zu ihm und hielten ihn auf, daß er nicht von ihnen ginge. Er aber sprach. zu ihnen: Ich muß auch andern Stadten das Evangelium predigen vom Reich Gottes; denn dazu bin ich gesandt. Und er predigte in den Schulen Galilaas.
Abendgebet — Zweite Lesung
Paulus und Silvanus und Timotheus: der Gemeinde zu Thessalonich, in Gott dem Vater und dem Herrn Jesu Christo. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo! Wir danken Gott allezeit fur euch alle und gedenken euer in unserm Gebet ohne Unterlaft. Und denken an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung, welche ist unser Herr Jesus Christus vor Gott und unserm Vater. Denn, liebe Bruder, von Gott geliebet, wir wissen, wie ihr auserwahlet seid, daß unser Evangelium ist bei euch gewesen nicht allein im Wort, sondern beide, in der Kraft und in dem Heiligen Geist und in grafter Gewiftheit; wie ihr wisset, welcherlei wir gewesen sind unter euch um euretwillen. Und ihr seid unsere Nachfolger worden und des Herrn und habt das Wort aufgenommen unter vielen Trubsalen mit Freuden im Heiligen Geist, also daß ihr worden seid ein Vorbild alien Glaubigen in Mazedonien und Achaja. Denn von euch ist auserschollen das Wort des Herrn nicht allein in Mazedonien und Achaja, sondern an alien Orten ist auch euer Glaube an Gott ausgebrochen, also daß nicht not ist, euch etwas zu sagen. Denn sie selbst verkundigen von euch, was fur einen Eingang wir zu euch gehabt haben, und wie ihr bekehret seid zu Gott von den Abgottern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten seines Sohns vom Himmel, welchen er auferwecket hat von den Toten, Jesum, der uns von dem zukünftigen Zorn erloset hat.
Evangelium
Und er sprach zu ihnen: Zundet man auch ein Licht an, daß man's unter einen Scheffel Oder unter einen Tisch setze? Mitnichten, sondern daß man's auf einen Leuchter setze. Denn es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts FHeimliches, das nicht hervorkomme. Wer Ohren hat zu horen, der hore! Und sprach zu ihnen: Sehet zu, was ihr horet! Mit welcherlei Mali ihr messet, wird man euch wieder messen; und man wird noch zugeben euch, die ihr dies horet. Denn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, von dem wird man nehmen, auch was er hat. Und er sprach: Das Reich Gottes hat sich also, als wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schlaft und stehet auf Nacht und Tag, und der Same gehet auf und wachset, daß er's nicht weili. Denn die Erde bringt von ihr selbst zum ersten das Gras, danach die Ahren, danach den vollen Weizen in den Ahren. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schicket er bald die Sichel hin; denn die Ernte ist da. Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen und durch welch Gleichnis wollen wir es vorbilden? Gleichwie ein Senfkorn, wenn das gesaet wird aufs Land, so ist's das kleinste unter alien Samen auf Erden. Und wenn es gesaet ist, so nimmt es zu und wird grolier denn alle Kohlkrauter und gewinnet grolie Zweige, also daß die Vogel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen konnen. Und durch vieie solche Gleichnisse sagte er ihnen das Wort, nach dem sie es horen konnten. Und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen; aber insonderheit legte er's seinen Jungern alles aus.
Evangelium
Denn so ihr den Menschen ihre Fehle vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wo ihr aber den Menschen ihre Fehle nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehle auch nicht vergeben. Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer sehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihre Angesichte, auf daß sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber fastest, so salbe dein Hauptund wasche dein Angesicht, auf dafi du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vordeinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dir's Vergelten offentlich. Ihr sollt euch nicht Schatze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen, und da die Diebe nach graben und stehlen. Sammelt euch aber Schatze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nach graben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Evangelium
Und erfing an, zu ihnen durch Gleichnisse zu reden: Ein Mensch pflanzete einen Weinberg und führete einen Zaun darum und grub eine Kelter und bauete einen Turm und tat ihn aus den Weingartnern und zog uber Land. Und sandte einen Knecht, da die Zeit kam, zu den Weingartnern, daß er von den Weingartnern nahme von der Frucht des Weinberges. Sie nahmen ihn aber und staupten ihn und lieften ihn leer von sich. Abermal sandte erzu ihnen einen andern Knecht; demselben zerwarfen sie den Kopf mit Steinen und lieften ihn geschmahet von sich. Abermal sandte er einen andern, denselben toteten sie; und viele andere: etliche staupten sie, etliche toteten sie. Da hatte er noch einen einigen Sohn, der war ihm lieb; den sandte erzum letzten auch zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. Aberdieselben Weingartner sprachen untereinander: Dies ist der Erbe; kommt, laftt uns ihn toten, so wird das Erbe unser sein. Und sie nahmen ihn und toteten ihn und warfen ihn heraus vor den Weinberg. Was wird nun der Herr des Weinberges tun? Er wird kommen und die Weingartner umbringen und den Weinberg andern geben. Habt ihr auch nicht gelesen diese Schrift: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein worden; von dem Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbarlich vor unsern Augen? Und sie trachteten danach, wie sie ihn griffen, und furchteten sich doch vor dem Volk; denn sie vernahmen, daß er auf sie dieses Gleichnis geredet hatte. Und sie liefien ihn und gingen davon. Und sie sandten zu ihm etliche von den Pharisaern und des Herodes Dienern, dafi sie ihn fingen in Worten. Und sie kamen und sprachen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen, sondern du lehrest den Weg Gottes recht. Ist's recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, Oder nicht? Sollen wir ihn geben Oder nicht geben? Er aber merkete ihre Heuchelei und sprach zu ihnen: Was versuchet ihr mich? Bringet mir einen Groschen, daß ich ihn sehe. Und sie brachten ihm. Da sprach er: Wes ist das Bild und die Uberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Und sie verwunderten sich sein. Da traten die Sadduzaerzu ihm, die da halten, es sei keine Auferstehung; die fragten ihn und sprachen: Meister, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemands Bruder stirbt und laftt ein Weib und laftt keine Kinder, so soli sein Bruder desselbigen Weib nehmen und seinem Bruder Samen erwecken. Nun sind sieben Bruder gewesen. Der erste nahm ein Weib; der starb und lieft keinen Samen. Und der andere nahm sie und starb und lieft auch nicht Samen. Derdritte desselbigengleichen. Und nahmen sie alle sieben und lieften nicht Samen. Zuletzt nach alien starb das Weib auch. Nun in der Auferstehung, wenn sie auferstehen, wessen Weib wird sie sein unter ihnen? Denn sieben haben sie zum Weibe gehabt. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Ist's nicht also? Ihr irret darum, daß ihr nichts wisset von der Schrift noch von der Kraft Gottes. Wenn sie von den Toten auferstehen werden, so werden sie nicht freien noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel. Aber von den Toten, daß sie auferstehen werden, habt ihr nicht gelesen im Buch des Mose bei dem Busch, Wie Gott zu ihm sagte und sprach: Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Gott aber ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen Gott. Darum irret ihr sehr. Und es trat zu ihm der Schriftgelehrten einer, der ihnen zugehoret hatte, wie sie sich miteinander befragten, und sah, daß er ihnen fein geantwortet hatte, und fragte ihn: Welches ist das vornehmste Gebotvor alien? Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste Gebot vor alien Geboten ist das: Hore, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott! Und: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemute und von alien deinen Kraften. Das ist das vornehmste Gebot. Und das andere ist ihm gleich: Du sollst deinen Nachsten lieben wie dich selbst; es ist kein ander grofter Gebot denn diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrlich recht geredet; denn es ist ein Gott, und ist kein anderer aufter ihm. Und denselbigen lieben von ganzem Herzen; von ganzem Gemute, von ganzer Seele und von alien Kraften und lieben seinen Nachsten wie sich selbst, das ist mehr denn Brandopfer und alle Opfer. Da Jesus aber sah, daß er vernünftiglich antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht feme von dem Reich Gottes. Und es durfte ihn niemand weiter fragen. Und Jesus antwortete und sprach, da er lehrete im Tempel: Wie sagen die Schriftgelehrten, Christus sei Davids Sohn. Er aber, David, spricht durch den Heiligen Geist: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Fufte. Da heiftt ihn ja David seinen Herrn; woher ist er denn sein Sohn? Und viel Volks horete ihn gerne. Und er lehrete sie und sprach zu ihnen: Sehet euch vor vor den Schriftgelehrten, die in langen Kleidern gehen und lassen sich gerne auf dem Markte gruften und sitzen gerne obenan in den Schulen und über Tisch im Abendmahl; sie fressen der Witwen Hauser und wenden langes Gebet vor: dieselben werden desto mehr Verdammnis empfangen. Und Jesus setzte sich gegen den Gotteskasten und schauete, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viel Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; die machen einen Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt denn alle, die eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem übrigen eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihre ganze Nahrung, eingelegt.
Ein täglicher Leseplan, der fortlaufend durch die Bibel führt. Der Bibeltext ist gemeinfrei. (Luther Bibel)
Tageslesungen, jeden Morgen
In Bosko warten die Lesungen des Tages jeden Morgen auf dich — markiere jede als gelesen, damit du nie den Überblick verlierst, lies sie in einer von 30 Übersetzungen und verweile bei einer kurzen Betrachtung. Die Tageslesungen deiner Tradition — nachverfolgt und immer griffbereit.

