Tageslesungen
Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.
Erste Lesung
Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und seinen Sohnen und alien Kindern Israel und sprich zu ihnen: Das ist's, das der HERR geboten hat: Welcher aus dem Hause Israel einen Ochsen Oder Lamm Oder Ziege schlachtet in dem Lager Oder aulien vor dem Lager und nicht vor die Tür der Hutte des Stifts bringet, daß es dem HERRN zum Opfer gebracht werde vor der Wohnung des HERRN, der soli des Bluts schuldig sein, als der Blut vergossen hat, und solcher Mensch soil ausgerottet werden aus seinem Volk. Darum sollen die Kinder Israel ihre Opfer, die sie auf dem freien Felde opfern wollen, vor den HERRN bringen, vor die Türe der Hutte des Stifts, zum Priester, und allda ihre Dankopfer dem HERRN opfern. Und der Priester soil das Blut auf den Altar des HERRN sprengen vor der Tür der Hutte des Stifts und das Fett anzünden zum sülien Geruch dem HERRN; und mitnichten ihre Opfer hinfort den Feldteufeln opfern, mit denen sie huren. Das soil ihnen ein ewiges Recht sein bei ihren Nachkommen. Darum sollstdu zu ihnen sagen: Welcher Mensch aus dem Hause Israel, Oder auch ein Fremdling, der unter euch ist, der ein Opfer Oder Brandopfer tut, und bringt's nicht vor die Tür der Hutte des Stifts, daß er's dem HERRN tue, der soil ausgerottet werden von seinem Volk. Und welcher Mensch, er sei vom Hause Israel, Oder ein Fremdling unter euch, irgend Blut isset, wider den will ich mein Antlitz setzen und will ihn mitten aus seinem Volk rotten. Denn des Leibes Leben istim Blut, und ich hab's euch zum Altar gegeben, daß eure Seelen damit versohnet werden. Denn das Blut ist die Versohnung fur das Leben. Darum hab ich gesagt den Kindern Israel: Keine See Lev unter euch soil Blut essen, auch kein Fremdling, der unter euch wohnet. Und welcher Mensch, ersei vom Hause Israel Oder ein Fremdling unter euch, der ein Tier Oder Vogel fahet auf der Jagd, das man isset, der soil desselben Blut vergieden und mit Erde zuscharren. Denn des Leibes Leben ist in seinem Blut, solange es lebet; und ich habe den Kindern Israel gesagt: Ihr sollt keines Leibes Blut essen. Denn des Leibes Leben ist in seinem Blut. Wer es isset, der soil ausgerottet werden. Und welche See Levein Aas, Oder was vom Wilde zerrissen ist, isset, er sei ein Einheimischer Oder Fremdling, der soil sein Kleid waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend, so wird errein. Wo er seine Kleider nicht waschen noch sich baden wird, so soil er seiner Missetat schuldig sein.
Erste Lesung
Und Gott segnete Noah und seine Sohne und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde! Eure Furcht und Schrecken sei uber alle Tiere auf Erden, uber alle Vogel unter dem Himmel und uber alles, was auf dem Erdboden kreucht; und alle Fische im Meer seien in eure Hande gegeben. Alles, was sich reget und lebet, das sei eure Speise; wie das grune Kraut habe ich's euch alles gegeben. Allein esset das Fleisch nicht, das noch lebet in seinem Blut. Denn ich will auch eures Leibes Blut rachen und will's an alien Tieren rachen; und will des Menschen Leben rachen an einem jeglichen Menschen, als der sein Bruder ist. Wer Menschenblut vergeußt, des Blut soil auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht. Seid fruchtbar und mehret euch und reget euch auf Erden, daß euerviel drauf werden. Und Gott sagte zu Noah und seinen Sohnen mit ihm: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit eurem Samen nach euch und mit allem lebendigen Tier bei euch, an Vogeln, an Vieh und an alien Tieren auf Erden bei euch, von allem, das aus dem Kasten gegangen ist, was fur Tiere es sind auf Erden. Und richte meinen Bund also mit euch auf, daß hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbet soil werden mit dem Wasser der Sintflut, und soil hinfort keine Sintflut mehr kommen, die die Erde verderbe. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Tier bei euch hinfort ewiglich: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken, der soil das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. Und wenn es kommt, daß ich Wolken uber die Erde führe, so soil man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Tier in allerlei Fleisch, daß nicht mehr hinfort eine Sintflut komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soil mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Tier in allem Fleisch, das auf Erden ist. Dasselbe sagte Gott auch zu Noah: Dies sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden. Die Sohne Noahs, die aus dem Kasten gingen, sind diese: Sem, Ham, Japheth. Ham aber ist der Vater Kanaans. Das sind die drei Sohne Noahs, von denen ist alles Land besetzt. Noah aber fing an und ward ein Ackermann und pflanzte Weinberge. Und da er des Weins trank, ward er trunken und lag in der Hütte aufgedeckt. Da nun Ham, Kanaans Vater, sah seines Vaters Scham, sagte er's seinen beiden Brudern drauißen. Da nahm Sem und Japheth ein Kleid und legten es auf ihre beiden Schultern und gingen rücklings hinzu und deckten ihres Vaters Scham zu; und ihr Angesicht war abgewandt, dafi sie ihres Vaters Scham nichtsahen. Als nun Noah erwachte von seinem Wein und erfuhr, was ihm sein kleiner Sohn getan hatte, sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei ein Knecht aller Knechte unter seinen Brudern! Und sprach weiter: Gelobet sei Gott, der HERR des Sem; und Kanaan sei sein Knecht. Gott breite Japheth aus und lasse ihn wohnen in den Hutten des Sem: und Kanaan sei sein Knecht. Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertundfünfzig Jahre, daß sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.
Erste Lesung
Merket auf, ihr Himmel, ich will reden; und die Erde hore die Rede meines Mundes! Meine Lehre triefe wie der Regen, und meine Rede fliefte wie Tau, wie der Regen auf das Gras und wie die Tropfen auf das Kraut. Denn ich will den Namen des HERRN preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre! Er ist ein Fels. Seine Werke sind unstraflich; denn alles, was er tut, das ist recht. Treu ist Gott und kein Boses an ihm; gerecht und fromm ist er. Die verkehrte und bose Art fallt von ihm ab; sie sind Schandflecken und nicht seine Kinder. Dankest du also dem HERRN, deinem Gott, du toll und toricht Volk? Ist er nicht dein Vater und dein HERR? Ist's nicht er allein, der dich gemacht und bereitet hat? Gedenke der vorigen Zeit bis daher und betrachte, was er getan hat an den alten Vatern. Frage deinen Vater, der wird dir's verkundigen, deine Altesten, die werden dir's sagen. Da der Allerhochste die Volker zerteilete und zerstreuete der Menschen Kinder, da setzte er die Grenzen der Volker nach der Zahl der Kinder Israel. Denn des HERRN Teil ist sein Volk; Jakob ist die Schnur seines Erbes. Erfand ihn in der Wuste, in der durren Einode, da es heulet. Er fuhrete ihn und gab ihm das Gesetz. Er behutete ihn wie seinen Augapfel, wie ein Adler ausfuhret seine Jungen und uber ihnen schwebet. Er breitete seine Fittiche aus und nahm ihn und trug sie auf seinen Flugeln. Der HERR allein leitete ihn, und war kein fremder Gott mit ihm. Erlieft ihn hoch herfahren auf Erden und nahrete ihn mit den Fruchten des Feldes, und lieft ihn Honig saugen aus den Felsen und 01 aus den harten Steinen, Butter von den Kuhen und Milch von den Schafen, samt dem Fett von den Lammern, und feiste Widder und Bocke mit fetten Nieren, und Weizen, und trankte ihn mitgutem Traubenblut.
Erste Lesung
Und machte den Brandopferaltar von Fohrenholz, fünf Ellen lang und, breit, gleich viereckig und drei Ellen hoch. Und machte vier Horner, die aus ihm gingen, auf seinen vier Ecken; und uber zog ihn mit Erz. Und machte allerlei Gerate zu dem Altar Aschentopfe, Schaufeln, Becken, Kreuel, Kohlpfannen: alles von Erz. Und machte am Altar ein Gitter, wie ein Netz, von Erz umher, von unten auf bis an die Halfte des Altars. Und goß vier Rinken an die vier Orte des ehernen Gitters zu Stangen. Dieselben machte er von Fohrenholz und uberzog sie mit Erz. Und tat sie in die Rinken an den Seiten des Altars, daß man ihn damit trüge; und machte ihn inwendig hohl. Und machte das Handfaß von Erz und seinen Fuß auch von Erz, gegen den Weibern, die vor der Tür der Hütte des Stifts dieneten. Und er machte einen Vorhof gegen Mittag mit einem Umhang hundert Ellen lang von gezwirnter weißer Seide, mit ihren zwanzig Saulen und zwanzig Fußen von Erz, aber ihre Knaufe und Reife von Silber; desselbengleichen gegen Mitternacht hundert Ellen mit zwanzig Saulen und zwanzig Fußen von Erz, aber ihre Knaufe und Reife von Silber; gegen den Abend aber funfzig Ellen mitzehn Saulen und zehn Fußen, aber ihre Knaufe und Reife von Silber;: gegen den Morgen aber funfzig Ellen, funfzehn Ellen auf jeglicher Seite des Tors am Vorhof, je mit drei Saulen und drei Fußen, und auf der andern Seite funfzehn Ellen, daß ihrer so viel war an der einen Seite des Tors am Vorhofe als auf der andern, mit drei Saulen und drei Fußen, daß alle Umhange des Vorhofs waren von gezwirnter weißer Seide und die Füße der Saulen von Erz und ihre Knaufe und Reife von Silber, also daß ihre Kopfe überzogen waren mit Silber; aber ihre Reife waren silbern an alien Saulen des Vorhofs. Und das Tuch in dem Tor des Vorhofs machte er gestickt, von gelber Seide, Scharlaken, Rosinrot und gezwirnter weißer Seide, zwanzig Ellen lang und fünf Ellen hoch, nach dem Maß der Umhange des Vorhofs; dazu vier Saulen und vier Füße von Erz und ihre Knaufe von Silber und ihre Kopfe überzogen und ihre Reife silbern. Und alle Nagel der Wohnung und des Vorhofs ringsherum waren von Erz: Das ist nun die Summa zu der Wohnung des Zeugnisses, die erzahlet ist, wie Mose gesagt hat, zum Gottesdienst der Leviten unter der Hand Ithamars, Aarons, des Priesters, Sohnes, die Bezaleel, der Sohn Uris, des Sohns Hurs, vom Stamm Juda machte, alles, wie der HERR Mose geboten hatte; und mit ihm Ahaliab, der Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan, ein Meister zu schneiden, zu wirken und zu sticken mit gelber Seide, Scharlaken, Rosinrot und weißer Seide. Alles Gold, das verarbeitet ist in diesem ganzen Werk des Heiligtums, das zur Webe gegeben ward, ist neunundzwanzig Zentner, siebenhundertunddreil Jig Sekel nach dem Sekel des Heiligtums. Des Silbers aber, das von der Gemeine kam, war hundert Zentner, tausendsiebenhundertfunfundsiebenzig Sekel, nach dem Sekel des Heiligtums. So manch Haupt, so mancher halber Sekel, nach dem Sekel des Heiligtums, von alien, die gezahlet wurden, von zwanzig Jahren an und druber, sechshundertmal tausend dreitausendfunfhundertundfünfzig. Aus den hundert Zentnern Silbers goß man die Fufie des Heiligtums und die Fufie des Vorhangs, hundert Fuße aus hundert Zentnern, je einen Zentner zum Fuß. Aber aus den tausend siebenhundertundfunfundsiebenzig Sekeln wurden gemacht der Saulen Knaufe, und ihre Kopfe uberzogen und ihre Reife. Die Webe aber des Erzes war siebenzig Zentner, zweitausendundvierhundert Sekel. Daraus wurden gemacht die Fuße in der Tur der Hütte des Stiffs und der eherne Altar und das eherne Gitter dran und alles Gerate des Altars, dazu die Füße des Vorhofs ringsherum und die Füße des Tors am Vorhof, alle Nagel der Wohnung und alle Nagel des Vorhofs ringsherum.
Epistel
Und die Kinder Israel kamen mit der ganzen Gemeine in die Wüste Zin im ersten Monden, und das Volk lag zu Kades. Und Mirjam starb daselbst und ward daselbst begraben. Und das Volk haderte mit Mose und sprachen: Ach, daß wir umkommen waren, da unsere Brüder umkamen vor dem HERRN! Mose und Aaron gingen von der Gemeine zur Tür der Hutte des Stifts und fielen auf ihr Angesicht; und die Herrlichkeit des Herrn erschien ihnen. Und der HERR redete mit Mose und sprach: Nimm den Stab und versammle die Gemeine, du und dein Bruder Aaron, und redet mit dem Felsen vor ihren Augen; der wird sein Wasser geben. Also sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen bringen und die Gemeine tranken und ihr Vieh. Da nahm Mose den Stab vor dem HERRN, wie er ihm geboten hatte. Und Mose und Aaron versammelten die Gemeine vor dem Felsen und sprach zu ihnen: Horet, ihr Ungehorsamen, werden wir euch auch Wasser bringen aus diesem Felsen? Und Mose hub seine Hand auf und schlug den Felsen mit dem Stabe zweimal. Da ging viel Wassers heraus, daß die Gemeine trank und ihr Vieh. Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron: Darum daß ihr nicht an mich geglaubet habt, daß ihr mich heiligtet vor den Kindern Israel, sollt ihr diese Gemeine nicht ins Land bringen, das ich ihnen geben werde. Das ist das Haderwasser, daruber die Kinder Israel mit dem HERRN haderten, und er geheiliget ward an ihnen.
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids. HERR, ich rufe zu dir; eile zu mir, vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe! Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Rauchopfer, mein Handeaufheben wie ein Abendopfer. HERR, behute meinen Mund und bewahre meine Lippen! Neige mein Herz nicht auf etwas Boses, ein gottlos Wesen zu führen mit den Ubeltatern, dafi ich nicht esse von dem, das ihnen geliebt. Der Gerechte schlage mich freundlich und strafe mich; das wird mir so wohl tun als ein Balsam auf meinem Haupt. Denn ich bete stets, daß sie mir nicht Schaden tun. Ihre Lehrer müssen gesturzt werden über einen Fels; so wird man denn meine Lehre horen, daß sie lieblich sei. Unsere Gebeine sind zerstreuet bis zur Holle, wie einer das Land zerreiftt und zerwuhlet. Denn auf dich, HERR Herr, sehen meine Augen; ich traue auf dich; verstofte meine Seele nicht! Bewahre mich vor dem Stricke, den sie mir gelegt haben, und vor der Falle der Ubeltater. Die Gottlosen mussen in ihr eigen Netz fallen miteinander, ich aber immervorübergehen.
Antwortpsalm
Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen. HERR, der du bist vormals gnadig gewesen deinem Lande und hast die Gefangenen Jakobs erloset; der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle ihre Sünde bedecket, Sela; der du vormals hast all deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns; troste uns, Gott, unser Heiland, und lad ab von deiner Ungnade uber uns! Willst du denn ewiglich uber uns zurnen und deinen Zorn gehen lassen immer fur und fur? Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dad sich dein Volk uber dir freuen moge? HERR, erzeige uns deine Gnade und hilf uns! Ach, dad ich horen sollte, das Gott der HERR redet, dad er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf dad sie nicht auf eine Torheit geraten! Doch istja seine Hilfe nahe denen, die ihn furchten, dad in unserm Lande Ehre wohne; dad Gute und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich kussen; dad Treue auf der Erde wachse, und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; dad uns auch der HERR Gutes tue, damit unser Land sein Gewachs gebe; dad Gerechtigkeit dennoch vor ihm bleibe und im Schwange gehe.
Evangelium
Da kam er in eine Stadt Samarias, die heißt Sichar, nahe bei dem Dorflein, das Jakob seinem Sohne Joseph gab. Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also auf den Brunnen; und es war urn die sechste Stunde. Da kommt ein Weib von Samaria, Wasser zu schopfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, daß sie Speise kaufeten. Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: Wie bittest du von mir zu trinken, so du ein Jude bist und ich ein samaritisch Weib? (Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.) Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkennetest die Gabe Gottes, und wer der ist, derzu dir sagt: Gib mir zu trinken, du batest ihn, und er gabe dir lebendiges Wasser. Spricht zu ihm das Weib: Herr, hast du doch nichts, damit du schopfest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendig Wasser? Bistdu mehrdenn unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat, und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh? Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinket, den wird wieder dursten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dursten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunn des Wassers werden, das in das ewige Leben quillet. Spricht das Weib zu ihm: Herr, gib mir dasselbige Wasser, auf daß mich nicht durste, daß ich nicht herkommen müsse zu schopfen. Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann und komm her! Das Weib antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann. Fünf Manner hast du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann. Da hast du recht gesagt. Das Weib spricht zu ihm: Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. Unsere Vater haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget, zu Jerusalem sei die Statte, da man anbeten solle. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Zeit, da ihr weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten. Ihr wisset nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, daß die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit; denn der Vater will auch haben, die ihn also anbeten. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Spricht das Weib zu ihm: Ich weili, daü der Messias kommt, der da Christus heilit. Wenn derselbige kommen wird, so wird er's uns alles verkundigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet. Und fiber dem kamen seine Junger, und es nahm sie wunder, dafi er mit dem Weibe redete? Doch sprach niemand: Was fragest du? Oder: Was redest du mit ihr? Da lieli, das Weib ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommet, sehet einen Menschen, der mir gesagt hat ailes, was ich getan habe, ob er nicht Christus sei. Da gingen sie aus der Stadt und kamen zu ihm. Indes aber ermahneten ihn die Junger und sprachen: Rabbi, ili! Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, davon wisset ihr nicht. Da sprachen die Junger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich tue den Willen des, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Saget ihr nicht selber: Es sind noch vier Monden, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebet eure Augen auf und sehet in das Feld; denn es ist schon weili zur Ernte; und wer da schneidet, der empfanget Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß sich miteinander freuen, der da saet und der da schneidet. Denn hier ist der Spruch wahr: Dieser saet, der andere schneidet. Ich habe euch gesandt zu schneiden, das ihr nicht habt gearbeitet; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit kommen. Es glaubten aber an ihn viel der Samariter aus derselbigen Stadt urn des Weibes Rede willen, welches da zeugete: Er hat mir gesagt alles, was ich getan habe. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, daß er bei ihnen bliebe. Und er blieb zwei Tage da. Und viel mehr glaubeten urn seines Worts willen und sprachen zum Weibe: Wirglauben nun hinfort nicht urn deiner Rede willen; wir haben selber gehoret und erkannt, daß dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland.
Antwortpsalm
HERR, ich traue auf dich; laft mich nimmermehr zuschanden werden! Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir aus; neige deine Ohren zu mir und hilf mir! Sei mir ein starker Hort, dahin ich immerfliehen moge, derdu zugesagt hast, mirzu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg. Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen. Denn du bist meine Zuversicht, Herr HERR, meine Hoffnung von meiner Jugend an. Auf dich habe ich mich verlassen von Mutterleibe an; du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen. Mein Ruhm ist immer von dir. Ich bin vor vielen wie ein Wunder; aber du bist meine starke Zuversicht. Laft meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein taglich. Verwirfmich nicht in meinem Alter; verlaft mich nicht, wenn ich schwach werde. Denn meine Feinde reden wider mich, und die auf meine Seele halten, beraten sich miteinander und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jaget nach und ergreifet ihn, denn da ist kein Erretter! Gott, sei nicht feme von mir; mein Gott, eile mir zu helfen! Schamen müssen sich und umkommen, die meiner Seele wider sind; mit Schande und Hohn müssen sie überschüttet werden, die mein Unglück suchen. Ich aber will immer harren und will immer deines Ruhmes mehr machen. Mein Mund soil verkündigen deine Gerechtigkeit, taglich dein Heil, die ich nicht alle zahlen kann. Ich gehe einher in der Kraft des Herrn HERRN; ich preise deine Gerechtigkeit allein. Gott, du hast mich von Jugend auf gelehret; darum verkündige ich deine Wunder. Auch verlaft mich nicht, Gott, im Alter, wenn ich grau werde, bis ich deinen Arm verkündige Kindeskindern und deine Kraft alien, die noch kommen sollen. Gott, deine Gerechtigkeit ist hoch, der du grofte Dinge tust. Gott, wer ist dir gleich? Denn du lassest mich erfahren viel und grofte Angst und machst mich wieder lebendig und holest mich wieder aus der Tiefe der Erde herauf. Du machst mich sehr graft und trostest mich wieder. So danke ich auch dir mit Psalterspiel fur deine Treue, mein Gott; ich lobsinge dir auf der Harfe, du Heiliger in Israel. Meine Lippen und meine Seele, die du erloset hast, sind frohlich und lobsingen dir. Auch dichtet meine Zunge taglich von deiner Gerechtigkeit. Denn schamen müssen sich und zuschanden werden, die mein Unglück suchen.
Antwortpsalm
Ein Psalmlied der Kinder Korah, vorzusingen, von der Schwachheit der Elenden. Eine Unterweisung Hemans, des Esrahiten. HERR Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nachtvordir. Laft mein Gebet vor dich kommen; neige deine Ohren zu meinem Geschrei! Denn meine Seele istvoll Jammers, und mein Leben ist nahe bei der Holle. Ich bin geachtet gleich denen, die zur Holle fahren; ich bin wie ein Mann, der keine Hilfe hat. Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, deren du nicht mehr gedenkest, und sie von deiner Hand abgesondert sind. Du hast mich in die Grube hinuntergelegt, in die Finsternis und in die Tiefe. Dein Grimm drucket mich, und drangest mich mit alien deinen Fluten. Sela. Meine Freunde hast du feme von mir getan; du hast mich ihnen zum Greuel gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht auskommen. Meine Gestalt ist jammerlich vor Elend. HERR, ich rufe dich an taglich; ich breite meine Hande aus zu dir. Wirst du denn unter den Toten Wunder tun, Oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? Sela. Wird man in Grabern erzahlen deine Gute und deine Treue im Verderben? Mogen denn deine Wunder in Finsternis erkannt werden, Oder deine Gerechtigkeit im Lande, da man nichts gedenket? Aber ich schreie zu dir, HERR, und mein Gebet kommt fruhe vor dich, Warum verstoftest du, HERR, meine Seele und verbirgest dein Antlitz vor mir? Ich bin elend und ohnmachtig, daß ich so verstoften bin, und leide dein Schrecken, daß ich schier verzage. Dein Grimm gehet uber mich, dein Schrecken drucket mich. Sie umgeben mich taglich wie Wasser und umringen mich miteinander. Du machest, daß meine Freunde und Nachsten und meine Verwandten sich feme von mir tun urn solches Elendes willen.
Zweite Lesung
Zweite Lesung
O ihr unverstandigen Galater, wer hat euch bezaubert, daß ihr der Wahrheit nicht gehorchet? welchen Christus Jesus vor die Augen gemalet war, und jetzt unter euch gekreuziget ist! Das will ich allein von euch lernen: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke Oder durch die Predigt vom Glauben? Seid ihr so unverstandig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr's denn nun im Fleisch vollenden? Habt ihr denn so viel umsonst erlitten? Ist's anders umsonst. Der euch nun den Geist reichet und tut solche Taten unter euch, tut er's durch des Gesetzes Werke Oder durch die Predigt vom Glauben? Gleichwie Abraham hat Gott geglaubet, und ist ihm gerechnet zur Gerechtigkeit. So erkennet ihr ja nun, daß, die des Glaubens sind, das sind Abrahams Kinder. Die Schrift aber hat es zuvor ersehen, daß Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkundigte sie dem Abraham: In dir sollen alle Heiden gesegnet werden. Also werden nun, die des Glaubens sind, gesegnet mit dem glaubigen Abraham. Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch; denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet in alledem, das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, daß er's tue! Daft aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn der Gerechte wird seines Glaubens leben. Das Gesetz aber ist nicht des Glaubens, sondern der Mensch, der es tut, wird dadurch leben. Christus aber hat uns erloset von dem Fluch des Gesetzes, da erward ein Fluch fur uns (denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der am Holz hangeti), auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden kame in Christo Jesu, und wir also den verheiftenen Geist empfingen durch den Glauben. Liebe Bruder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestatiget ist, und tut auch nichtsdazu. Nun istje die Verheiftung Abraham und seinem Samen zugesagt. Erspricht nicht: durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestatiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheiftung sollte durchs Gesetz aufhoren, welches gegeben ist über vierhundertunddreiftig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so wurde es nicht durch Verheiftung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheiftung frei geschenkt. Was soil denn das Gesetz? Es ist dazukommen urn der Sünde willen, bis der Same kame, dem die Verheiftung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheiftungen? Das sei feme! Wenn aber ein Gesetz gegeben ware, das da konnte lebendig machen, so kame die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheiftung kame durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbart werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wieviel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Verheiftung Erben.
Zweite Lesung
Nachdem vorzeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vatern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben uber alles, durch welchen er auch die Welt qemacht hat; welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und tragt alle Dinge mit seinem kraftigen Wort und hat gemacht die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestat in der Hohe, so viel besser worden denn die Engel, so gar viel einen hohern Namen er vor ihnen ererbet hat. Denn zu welchem Engel haterjemals gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget? Und abermal: Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein? Und abermal, da er einfuhret den Erstgeborenen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Gottesengel anbeten. Von den Engeln spricht er zwar: Er macht seine Engel Geister und seine Diener Feuerflammen; aber von dem Sohn: Gott, dein Stuhl wahret von Ewigkeit zu Ewigkeit; das Zepter deines Reichs ist ein richtiges Zepter. Du hast geliebet die Gerechtigkeit und gehasset die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbet dein Gott mit dem Ole der Freuden uber deine Genossen; und: Du, Herr, hast von Anfang die Erde gegrundet, und die Himmel sind deiner Hande Werk. Dieselbigen werden vergehen, du aberwirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein Kleid, und wie ein Gewand wirstdu sie wandeln, und sie werden sich verwandeln. Du aber bist derselbige, und deine Jahre werden nicht aufhoren. Zu welchem Engel aber haterjemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst urn derer willen, die ererben sollen die Seligkeit?
Zweite Lesung
Ich lasse euch aberwissen, liebe Brüder, daü, wie es urn mich stehet, das ist nur mehr zur Forderung des Evangeliums geraten, also daß meine Bande offenbar worden sind in Christo in dem ganzen Richthause und bei den andern alien, und viel Brüder in dem Herrn aus meinen Banden Zuversicht gewonnen, desto turstiger worden sind, das Wort zu reden ohne Scheu. Etliche zwar predigen Christum auch urn Hasses und Haders willen, etliche aber aus guter Meinung. Jene verkundigen Christum aus Zank und nicht lauter; denn sie meinen, sie wollen eine Trübsal zuwenden meinen Banden. Diese aber aus Liebe; denn sie wissen, daü ich zur Verantwortung des Evangeliums hier liege. Was ist ihm aber denn? Daü nur Christus verkundiget werde allerlei Weise, es geschehe Zufalles Oder rechter Weise; so freue ich mich doch darinnen und will mich auch freuen. Denn ich weili, daß mir dasselbige gelingetzur Seligkeit durch euer Gebet und durch Handreichung des Geistes Jesu Christi wie ich endlich warte und hoffe, daß ich in keinerlei Stuck zuschanden werde, sondern daü mit aller Freudigkeit, gleichwie sonst allezeit, also auch jetzt, Christus hoch gepreiset werde an meinem Leibe, es sei durch Leben Oder durch Tod. Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Sintemal aber im Fleisch leben dienet, mehr Frucht zu schaffen, so weüi ich nicht, welches ich erwahlen soil. Denn es liegt mir beides hart an: Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein, welches auch viel besser ware: Aberes ist notiger, im Fleisch bleiben urn euretwilien. Und in guter Zuversicht weüi ich, daß ich bleiben und bei euch alien sein werde euch zur Forderung und zur Freude des Glaubens, auf daü ihr euch sehr ruhmen moget in Christo Jesu an mir durch meine Ankunft wieder zu euch.
Evangelium
An der Sabbate einem kommt Maria Magdalena früh, da es noch finster war, zum Grabe und siehet, daß der Stein vom Grabe hinweg war. Da lauft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, welchen Jesus liebhatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grabe. Es liefen aber die zwei miteinander, und der andere Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe, gucket hinein und siehet die Leinen geleget; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und siehet die Leinen geleget. und das Schweifttuch, das Jesu um das Haupt gebunden war, nicht zu den Leinen geleget, sondern beiseits, eingewickelt, an einen besondern Ort. Da ging auch der andere Jünger hinein, der am ersten zum Grabe kam, und sah und giaubete es. Denn sie wuftten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müftte. Da gingen die Jünger wieder zusammen. Maria aber stund vor dem Grabe und weinete drauften. Als sie nun weinete, guckte sie in das Grab und siehet zwei Engel in weiften Kleidern sitzen, einen zu den Haupten und den andern zu den Füften, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weift nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und siehet Jesum stehen und weili nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gartner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hingeleget? so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni, das heiftt, Meister! Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an; denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brudern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt und verkundiget den Jungern: Ich habe den Herrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. Am Abend aber desselbigen Sabbats, da die Junger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hande und seine Seite. Da wurden die Junger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sunden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwdlfen einer, der da heiftet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Junger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Handen sehe die Nagelmale und lege meinen Finger in die Nagelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben. Und liber acht Tage waren abermal seine Junger drinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Türen verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hande; und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite; und sei nicht unglaubig, sondern glaubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Auch viel andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jungern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.
Evangelium
Und sie kamen gen Jericho. Und da er aus Jericho ging, er und seine Jünger und ein groü Volk, da sali ein Blinder, Bartimaus, des Timaus Sohn, am Wege und bettelte. Und da er horete, daß es Jesus von Nazareth war, fing er an zu schreien und zu sagen: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Und viele bedraueten ihn, ersollte stillschweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Und Jesus stund stille und lieli ihn rufen. Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, stehe auf! Er rufet dich. Und erwarf sein Kleid von sich, stund auf und kam zu Jesu. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was willst du, daß ich dir tun soil? Der Blinde sprach zu ihm: Rabuni, daß ich sehend werde. Jesus aber sprach zu ihm: Gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.
Evangelium
Und da er allein war, fragten ihn urn dieses Gleichnis, die urn ihn waren, samt den Zwolfen. Und er sprach zu ihnen: Euch ist's gegeben, das Geheimnis des Reichs Gottes zu wissen; denen aber draulien widerfahret es alles durch Gleichnisse, auf daß siees mitsehenden Augen sehen und doch nicht erkennen und mit horenden Ohren horen und doch nicht verstehen, auf daß sie sich nicht dermal einst bekehren, und ihre Sünden ihnen vergeben werden. Und er sprach zu ihnen: Verstehet ihr dieses Gleichnis nicht, wie wollet ihr denn die andern alle verstehen? Der Samann saet das Wort. Diese sind's aber, die an dem Wege sind, wo das Wort gesaet wird, und sie es gehoret haben; so kommt alsbald der Satan und nimmt weg das Wort, das in ihr Herz gesaet war. Also auch die sind's, die aufs Steinige gesaet sind; wenn sie das Wort gehoret haben, nehmen sie es bald mit Freuden auf und haben keine Wurzel in ihnen, sondern sind wetterwendisch; wenn sich Trubsal Oder Verfolgung urn des Worts willen erhebt, so argern sie sich alsbald. Und diese sind's, die unter die Dornen gesaet sind, die das Wort horen, und die Sorge dieser Welt und der betrugliche Reichtum und viel andere Lüste gehen hinein und ersticken das Wort, und bleibet ohne Frucht. Und diese sind's, die auf ein gut Land gesaet sind, die das Wort horen und nehmen's an und bringen Frucht, etlicher dreilügfaltig und etlicher sechzigfaltig und etlicher hundertfaltig.
Evangelium
Und der ganze Haufe stund auf und fuhreten ihn vor Pilatus und fingen an, ihn zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und verbietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein Konig. Pilatus aberfragte ihn und sprach: Bistdu der Juden Konig? Er antwortete ihm und sprach: Du sagest es. Pilatus sprach zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde keine Ursache an diesem Menschen. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen judischen Lande, und hat in Galilaa angefangen bis hieher. Da aber Pilatus Galilaa horete, fragte er, ob er aus Galilaa ware, Und als er vernahm, daß er unter des Herodes Obrigkeit gehorete, ubersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh, denn er hatte ihn langst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehoret und hoffete, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten stunden und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weili Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilatus. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende. Und siehe, ich habe ihn vor euch verhoret und finde an dem Menschen der Sachen keine, der ihr ihn beschuldiget. Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, was des Todeswertsei. Darum will ich ihn zuchtigen und loslassen. Denn ermutite ihnen einen nach Gewohnheit des Festes losgeben. Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gib uns Barabbas los! welcher war urn eines Aufruhrs, so in der Stadt geschehen war, und urn eines Mords willen ins Gefangnis geworfen. Da rief Pilatus abermal ihnen zu und wollte Jesum loslassen. Sie riefen aber und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat denn dieser Ubels getan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn zuchtigen und loslassen. Aber sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuziget würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm uberhand. Pilatus aber urteilete, daß ihre Bitte geschahe, und ließ den los, der urn Aufruhrs und Mords willen war ins Gefangnis geworfen, urn welchen sie baten; aber Jesum ubergab er ihrem Willen. Und als sie ihn hinfuhreten, ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, der kam vom Felde, und legten das Kreuz auf ihn, daß er's Jesu nachtruge. Es folgete ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klageten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich urn zu ihnen und sprach: Ihr Tochter von Jerusalem, weinet nicht uber mich, sondern weinet über euch selbst und fiber eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brfiste, die nicht gesauget haben. Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hugeln: Decket uns! Denn so man das tut am grunen Holz, was will am durren werden? Es wurden aber auch hingefuhrt zwei andere Ubeltater, dad sie mit ihm abgetan wurden. Und als sie kamen an die Statte die da heifit Schadelstatte, kreuzigten sie ihn daselbst und die Ubeltater mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht was sie tun. Und sie teileten seine Kleider und warfen das Los darum. Und das Volk stund und sah zu. Und die Obersten samt ihnen spotteten sein und sprachen: Er hat andern geholfen, er helfe sich selber, ist er Christ, der Auserwahlte Gottes! Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bistdu der Juden Konig, so hilf dir selber. Es war auch oben uber ihm geschrieben die Uberschrift mit griechischen und lateinischen und ebraischen Buchstaben: Dies ist der Juden Konig. Aber der Ubeltater einer, die da gehenkt waren, lasterte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns! Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du furchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind bilüg darinnen; denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein. Und es war urn die sechste Stunde. Und es ward eine Finsternis uber das ganze Land bis an die neunte Stunde. Und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels zerrifi mitten entzwei. Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hande! Und als er das gesagt, verschied er. Da aber der Hauptmann sah, was da geschah; preisete er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sich an ihre Brust und wandten wieder urn. Es stunden aber alle seine Verwandten von feme und die Weiber, die ihm aus Galilaa waren nachgefolget, und sahen das alles. Und siehe, ein Mann mit Namen Joseph, ein Ratsherr, der war ein guter, frommer Mann; der hatte nicht bewilliget in ihren Rat und Handel; der war von Arimathia, der Stadt der Juden, der auch auf das Reich Gottes wartete: der ging zu Pilatus und bat urn den Leib Jesu und nahm ihn ab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in ein gehauen Grab, darinnen niemand je gelegen war. Und es war der Rusttag, und der Sabbat brach an. Es folgeten aber die Weiber nach, die mit ihm kommen waren aus Galilaa, und beschaueten das Grab, und wie sein Leib gelegt ward. Sie kehreten aber urn und bereiteten Spezerei und Salben. Und den Sabbat uber waren sie stille nach dem Gesetz.
Ein täglicher Leseplan, der fortlaufend durch die Bibel führt. Der Bibeltext ist gemeinfrei. (Luther Bibel)
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