Bosko

Tageslesungen

Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.

Erste Lesung

1. Korinther 4:14-21

Nicht schreibe ich solches, daß ich euch beschame, sondern ich ermahne euch als meine lieben Kinder. Denn ob ihrgleich zehntausend Zuchtmeister hattet in Christo, so habt ihr doch nicht viele Vater. Denn ich habe euch gezeuget in Christo Jesu durch das Evangelium. Darum ermahne ich euch: Seid meine Nachfolger! Aus derselben Ursache habe ich Timotheus zu euch gesandt, welcher ist mein lieber und getreuer Sohn in dem Herm, dafi ereuch erinnere meiner Wege, die da in Christo sind, gleichwie ich an alien Enden in alien Gemeinden lehre. Es blahen sich etliche auf, als wurde ich nicht zu euch kommen. Ich will aber gar kurzlich zu euch kommen, so der Herr will, und erlernen nicht die Wode der Aufgeblasenen, sondern die Kraft. Denn das Reich Gottes stehet nicht in Woden, sondern in Kraft. Was wollet ihr? Soil ich mit der Rute zu euch kommen Oder mit Liebe und sanftmutigem Geist?

Erste Lesung

Jesaja 57

Aber der Gerechte kommt urn, und niemand ist, der es zu Herzen nehme; und heilige Leute werden aufgerafft, und niemand achtet darauf. Denn die Gerechten werden weggerafft vor dem Ungluck. Und die richtig vor sich gewandelt haben, kommen zum Frieden und ruhen in ihren Kammern. Und ihr, kommt herzu, ihr Kinder der Tagwahlerin, ihr Samen des Ehebrechers und der Hure! An wem wollt ihr nun eure Lust haben? Uber wen wollt ihr nun das Maul aufsperren und die Zunge herausrecken? Seid ihr nicht die Kinder der Ubertretung und ein falscher Same, die ihr in der Brunst zu den Gotzen laufet unter alle grünen Baume und schlachtet die Kinder an den Bachen unter den Felskuppen? Dein Wesen ist an den glatten Bachsteinen; dieselbigen sind dein Teil; denselbigen schuttest du dein Trankopfer, da du Speisopfer opferst. Sollte ich mich des trosten? Du machst dein Lager auf einen hohen, erhabenen Berg und gehest daselbst auch hinauf zu opfern. Und hinter der Tur und Pfosten stellest du dein Gedachtnis. Denn du walzest dich von mir und gehest hinauf und machest dein Lager weit und verbindest dich mit ihnen; du liebest, ihr Lager, wo du sie ersiehest. Du zeuchst mit 01 zum Konige und hast mancherlei Wurze; und sendest deine Botschaft in die Feme und bist geniedriget bis zur Holle. Du zerarbeitetest dich in der Menge deiner Wege und sprachest nicht: Ich lasse es, sondern weil du findest ein Leben deiner Hand, wirst du nicht müde. Vor wem bist du so sorgfaltig und furchtest also, so du doch mit Lugen umgehest und denkest an mich nicht und nimmst es nicht zu Herzen? Meinest du, ich werde allewege schweigen, daß du mich so gar nicht furchtest? Ich will aber deine Gerechtigkeit anzeigen und deine Werke, daß sie dir kein nütze sein sollen. Wenn du rufen wirst, so laft dir deine Haufen helfen. Aber der Wind wird sie alle wegfuhren, und Eitelkeit wird sie wegnehmen. Aber wer auf mich trauet, wird das Land erben und meinen heiligen Berg besitzen und wird sagen: Machet Bahn, machet Bahn, raumet den Weg, hebet die Anstofte aus dem Wege meines Volks! Denn also spricht der Hohe und Erhabene, der ewiglich wohnet, des Name heilig ist, der ich in der Hohe und im Heiligtum wohne und bei denen, so zerschlagenen und demutigen Geistes sind, auf daß ich erquicke den Geist der Gedemutigten und das Herz der Zerschlagenen: Ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zurnen, sondern es soil von meinem Angesicht ein Geistweben, und ich will Odem machen. Ich warzornig uber die Untugend ihres Geizes und schlug sie, verbarg mich und zurnete; da gingen sie hin und her im Wege ihres Herzens. Aber da ich ihre Wege ansah, heilete ich sie und leitete sie und gab ihnen wieder Trost und denen, die uberjene Leid trugen. Ich will Frucht der Lippen schaffen, die da predigen: Friede, Friede! beide, denen in der Feme und denen in der Nahe, spricht der HERR, und will sie heilen. Aber die Gottlosen sind wie ein ungestum Meer, das nicht stille sein kann, und seine Wellen Kot und Unflat auswerfen. Die Gottlosen haben nicht Frieden, spricht mein Gott.

Erste Lesung

Jesaja 52:1-12

Mache dich auf, mache dich auf, Zion; zieh deine Starke an, schmücke dich herrlich, du heilige Stadt Jerusalem! Denn es wird hinfort kein Unbeschnittener Oder Unreiner in dir regieren. Mache dich aus dem Staube, stehe auf, du gefangene Jerusalem; mache dich los von den Banden deines Halses, du gefangene Tochter Zion! Denn also spricht der HERR: Ihr seid umsonst verkauft, ihr sollt auch ohne Geld geloset werden. Denn so spricht der Herr HERR: Mein Volk zog am ersten hinab nach Agypten, daß es daselbst ein Gast ware; und Assur hat ihm ohne Ursache Gewalt getan. Aber wie tut man mir jetzt allhie? spricht der HERR. Mein Volk wird umsonst verführet; seine Herrscher machen eitel Heulen, spricht der HERR; und mein Name wird immer taglich gelastert. Darum soil mein Volk meinen Namen kennen zu derselbigen Zeit; denn siehe, ich will selbst reden. Wie lieblich sind auf den Bergen die Fulie der Boten, die da Frieden verkundigen, Gutes predigen, Heil verkundigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist Konig. Deine Wachter rufen laut mit ihrer Stimme und rühmen miteinander; denn man wird's mit Augen sehen, wenn der HERR Zion bekehret. Lasset frohlich sein und miteinander ruhmen das Wuste zu Jerusalem; denn der HERR hat sein Volk getrostet und Jerusalem erloset. Der HERR hat offenbaret seinen heiligen Arm vor den Augen aller Heiden, daß aller Welt Ende siehet das Heil unsers Gottes. Weichet, weichet! Ziehet aus von dannen und rühret kein Unreines an! Gehet aus von ihr, reiniget euch, die ihr des HERRN Gerate traget! Denn ihr sollt nicht mit Eilen ausziehen noch mit Flucht wandeln; denn der HERR wird vor euch herziehen, und der Gott Israels wird euch sammeln.

Morgengebet — Erste Lesung

Richter 4

Aber die Kinder Israel taten furder übel vor dem HERRN, da Ehud gestorben war. Und der HERR verkaufte sie in die Hand Jabins, der Kanaaniter Konig, der zu Hazor safi; und sein Feldhauptmann war Sissera, und er wohnete zu Haroseth der Heiden. Und die Kinder Israel schrieen zum HERRN; denn er hatte neunhundert eiserne Wagen und zwang die Kinder Israel mit Gewalt zwanzig Jahre. Zu derselbigen Zeit war Richterin in Israel die Prophetin Debora, ein Eheweib des Lapidoth. Und sie wohnete unter der Palme Deboras, zwischen Rama und Bethel, auf dem Gebirge Ephraim. Und die Kinder Israel kamen zu ihr hinauf vor Gericht. Dieselbige sandte hin und ließ rufen Barak, dem Sohn Abinoams, von Kedes-Naphthali, und liefi ihm sagen: Hat dir nicht der HERR, der Gott Israels, geboten: Gehe hin und zeuch auf den Berg Thabor und nimmt zehntausend Mann mit dir von den Kindern Naphthali und Sebulon? Denn ich will Sissera, den Feldhauptmann Jabins, zu dir ziehen an das Wasser Kison mit seinen Wagen und mit seiner Menge und will ihn in deine Hande geben. Barak sprach zu ihr: Wenn du mit mir zeuchst, so will ich ziehen; zeuchst du aber nicht mit mir, so will ich nicht ziehen. Sie sprach: Ich will mit dir ziehen, aber der Preis wird nicht dein sein auf dieser Reise, die du tust, sondern der HERR wird Sissera in eines Weibes Hand ubergeben. Also machte sich Debora auf und zog mit Barak gen Kedes. Da rief Barak Sebulon und Naphthali gen Kedes und zog zu Fuft mit zehntausend Mann. Debora zog auch mit ihm. Heber aber, der Keniter, war von den Kenitern, von den Kindern Hobabs, Moses Schwager, gezogen und hatte seine Hutte aufgeschlagen bei den Eichen Zaanaim neben Kedes. Da ward Sissera angesagt, daß Barak, der Sohn Abinoams, auf den Berg Thabor gezogen ware. Und er rief alle seine Wagen zusammen, neunhundert eiserne Wagen, und alles Volk, das mit ihm war, von Haroseth der Heiden an das Wasser Kison. Debora aber sprach zu Barak: Auf, das ist der Tag, da dir der HERR Sissera hat in deine Hand gegeben; denn der HERR wird vor dir herausziehen. Also zog Barak von dem Berge Thabor herab, und die zehntausend Mann ihm nach. Aber der HERR erschreckte den Sissera samt alien seinen Wagen und ganzem Heer vor der Scharfe des Schwerts Baraks daß Sissera von seinem Wagen sprang und floh zu Fuft. Barak aber jagte nach den Wagen und dem Heer bis gen Haroseth der Heiden. Und alles Heer Sisseras fiel vor der Scharfe des Schwerts, daß nicht einer uberblieb. Sissera aber floh zu Fuft in die Hutte Jaels, des Weibes Hebers, des Keniters. Denn der Konig Jabin zu Hazor und das Haus Hebers, des Keniters, stunden miteinander im Frieden. Jael aber ging heraus Sissera entgegen und sprach zu ihm: Weiche, mein Herr, weiche zu mir und fürchte dich nicht! Und er wich zu ihr ein in ihre Hutte; und sie deckte ihn zu mit einem Mantel. Er aber sprach zu ihr: Lieber, gib mir ein wenig Wassers zu trinken, denn mich durstet. Da tat sie auf einen Milchtopf und gab ihm zu trinken und deckte ihn zu. Und er sprach zu ihr: T ritt in der Hutte Tur, und wenn jemand kommt und fragt, ob jemand hie sei, so sprich: Niemand. Da nahm Jael, das Weib Hebers, einen Nagel von der Hutte und einen Hammer in ihre Hand und ging leise zu ihm hinein und schlug ihm den Nagel durch seinen Schlaf, daß er zur Erde sank. Er aber entschlummerte, ward ohnmachtig und starb. Da aber Barak Sissera nachjagte, ging ihm Jael entgegen heraus und sprach zu ihm: Gehe her, ich will dir den Mann zeigen, den du suchest. Und da er zu ihr hinein kam, lag Sissera tot, und der Nagel stak in seinem Schlaf. Also dampfte Gott zu der Zeit Jabin, der Kanaaniter Konig, vor den Kindern Israel. Und die Hand der Kinder Israel fuhr fort und ward stark wider Jabin, der Kanaaniter Konig, bis sie ihn ausrotteten.

Epistel

1. Petrus 5:6-11

So demutiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhohe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorget fur euch. Seid nuchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brullender Lowe und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen Leiden uber eure Bruder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, starken, kraftigen, grunden. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Erste Lesung

Sprüche 30

Dies sind die Worte Agurs, des Sohns Jakes, Lehre und Rede des Mannes Leithiel, Leithiel und Uchal. Denn ich bin der allernarrischste, und Menschenverstand ist nicht bei mir. Ich habe Weisheit nicht gelernet, und was heilig sei, weifi ich nicht. Werfahret hinauf gen Himmel und herab? Wer fasset den Wind in seine Hande? Wer bindet die Wasser in ein Kleid? Wer hat alle Enden der Welt gestellet? Wie heifit er und wie heifit sein Sohn? Weifit du das? Alle Worte Gottes sind durchlautert und sind ein Schild denen, die auf ihn trauen. Tue nichts zu seinen Worten, daß er dich nicht strafe, und werdest lugenhaftig erfunden. Zweierlei bitte ich von dir, die wollest du mir nicht weigern, ehe denn ich sterbe; Abgotterei und Lügen laft feme von mir sein; Armut und Reichtum gib mir nicht; laft mich aber mein bescheiden Teil Speise dahinnehmen. Ich mochte sonst, wo ich zu satt wurde, verleugnen und sagen: Wer ist der HERR? Oder wo ich zu arm wurde, mochte ich stehlen und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen. Verrate den Knecht nicht gegen seinen HERRN; er mochte dir fluchen und du die Schuld tragen müssest. Es ist eine Art, die ihrem Vater flucht und ihre Mutter nicht segnet; eine Art, die sich rein dünkt und ist doch von ihrem Kot nicht gewaschen; eine Art, die ihre Augen hoch tragt und ihre Augenlideremporhalt; eine Art, die Schwerter fur Zahne hat, die mit ihren Backenzahnen friftt und verzehret die Elenden im Lande und die Armen unterden Leuten. Die Igel hat zwo Tochter: Bring her, bring her! Drei Dinge sind nicht zu sattigen, und das vierte spricht nicht: Es istgenug: die Holle, der Frauen verschlossene Mutter, die Erde wird nicht Wassers satt, und das Feuer spricht nicht: Es ist genug. Ein Auge das den Vater verspottet und verachtet, der Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen. Drei Dinge sind mirzuwunderlich, und das vierte weift ich nicht: des Adlers Weg im Himmel, der Schlangen Weg auf einem Felsen, des Schiffs Weg mitten im Meer und eines Mannes Weg an einer Magd. Also ist auch der Weg der Ehebrecherin; die verschlinget und wischet ihr Maul und spricht: Ich habe kein Ubels getan. Ein Land wird durch dreierlei unruhig, und das vierte mag es nicht ertragen: ein Knecht, wenn er Konig wird; ein Narr, wenn er zu satt ist; eine Feindselige, wenn sie geehelicht wird, und eine Magd, wenn sie ihrer Frauen Erbe wird. Vier sind klein auf Erden und kluger denn die Weisen: die Ameisen, ein schwach Volk, dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise; Kaninchen, ein schwach Volk, dennoch legt es sein Haus in den Felsen; Heuschrecken haben, keinen Konig, dennoch ziehen sie aus ganz mit Haufen; die Spinne wirkt mit ihren Handen und ist in der Konige Schlossern. Dreierlei haben einen feinen Gang, und das vierte gehetwohl: Der Lowe, machtig unter den Tieren, und kehrt nicht urn vorjemand; ein Wind von guten Lenden; und ein Widder; und der Konig, wider den sich niemand darf legen. Hast du genarret und zu hoch gefahren und Boses vorgehabt, so lege die Hand aufs Maul. Wenn man Milch stoftt, so macht man Butter draus; und wer die Nase hart schneuzet, zwingt Blut heraus; und wer den Zorn reizet, zwingt Hader heraus.

Morgengebet — Zweite Lesung

Lukas 12

Es lief das Volk zu, und kamen etliche viel tausend zusammen, also daß sie sich untereinander traten. Da fing er an und sagte zu seinen Jungern: Zum ersten hutet euch vor den Sauerteig der Pharisaer, welches ist die Heuchelei. Es ist aber nichts verborgen, das nicht offenbar werde, noch heimlich, das man nicht wissen werde. Darum, was ihr in Finsternis saget, das wird man im Licht horen; was ihr redet ins Ohr in den Kammern, das wird man auf den Dachern predigen. Ich sage euch aber, meinen Freunden: Furchtet euch nicht vor denen, die den Leib toten und danach nichts mehr tun konnen. Ich will euch aberzeigen, vorwelchem ihr euch furchten sollt: Furchtet euch vor dem, der, nachdem er getotet hat, auch Macht hat, zu werfen in die Holle. Ja, ich sage euch, vor dem furchtet euch. Verkauftman nicht funf Sperlinge urn zwei Pfennige? Noch ist vor Gott derselbigen nicht einer vergessen. Auch sind die Haare auf eurem Haupte alle gezahlet. Darum furchtet euch nicht; denn ihr seid besserdenn viel Sperlinge. Ich sage euch aber: Wer mich bekennet vor den Menschen, den wird auch des Menschen Sohn bekennen vor den Engeln Gottes. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes. Und wer da redet ein Wort wider des Menschen Sohn, dem soli es vergeben werden; wer aber lasted den Heiligen Geist, dem soil es nicht vergeben werden. Wenn sie euch aber führen werden in ihre Schulen und vor die Obrigkeit und vor die Gewaltigen, so sorget nicht, wie Oder was ihr antworten Oder was ihr sagen sollt. Denn der Heilige Geist wird euch zu derselbigen Stunde lehren, was ihr sagen sollt. Es sprach aber einer aus dem Volk zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, daß er mit mir das Erbe teile. Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter Oder Erbschichter über euch gesetzt? Und sprach zu ihnen: Sehet zu und hutet euch vor dem Geiz! Denn niemand lebet davon, daß er viel Guter hat. und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, des Feld hatte wohl getragen. Und ergedachte bei sich selbst und sprach: Was soil ich tun? Ich habe nicht, da ich meine Fruchte hinsammle. Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und grotiere bauen und will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine Guter. Und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen grolien Vorrat auf viel Jahre; habe nun Ruhe, i(i trink und habe guten Mut! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und wes wird's sein, das du bereitet hast? Also gehet es, wer sich Schatze sammelt und ist nicht reich in Gott. Er sprach aber zu seinen Jungern: Darum sage ich euch: Sorget nicht fur euer Leben, was ihr essen sollet; auch nicht fur euren Leib, was ihr antun sollet. Das Leben ist mehr denn die Speise und der Leib mehr denn die Kleidung. Nehmet wahr der Raben: sie saen nicht, sie ernten auch nicht, sie haben auch keinen Keller noch Scheune; und Gott nahret sie doch. Wieviel aber seid ihr besser denn die Vogel! Welcher ist unter euch, ob er schon darum sorget, der da konnte eine Elle lang seiner Grolie zusetzen? So ihr denn das Geringste nicht vermoget, warum sorget ihr fur das andere? Nehmet wahr der Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, so spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht ist bekleidet gewesen als der eine. So denn das Gras, das heute auf dem Felde stehet. und morgen in den Ofen geworfen wird, Gott also kleidet, wieviel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleinglaubigen. Darum auch ihr, fraget nicht danach, was ihr essen Oder was ihr trinken sollt, und fahret nicht hoch her! Nach solchem allem trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater weift wohl, daß ihr des bedurfet. Doch trachtet nach dem Reich Gottes, so wird euch das alles zufallen. Furchte dich nicht, du kleine Herde; denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zugeben. Verkaufet, was ihr habt, und gebt Almosen. Machet euch Sackel, die nicht veralten, einen Schatz, der nimmer abnimmt im Himmel, da kein Dieb zukommt, und den keine Motten fressen. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Lasset eure Lenden umgurtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wenn er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf dafi, wenn er kommt und anklopft, sie ihm bald auftun. Selig sind die Knechte, die der Herr, so er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch, er wird sich aufschurzen und wird sie zu Tisch setzen und vor ihnen gehen und ihnen dienen. Und so er kommt in der andern Wache und in der dritten Wache und wird's also finden: selig sind diese Knechte. Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausherr wuftte, zu welcher Stunde der Dieb kame, so wachete er und liefie nicht in sein Haus brechen. Darum seid ihr auch bereit! Denn des Menschen Sohn wird kommen zu der Stunde, da ihr nicht meinet. Petrus aber sprach zu ihm: Herr, sagest du dies Gleichnis zu uns Oder auch zu alien? Der Herr aber sprach: Wie ein graft Ding ist's urn einen treuen und klugen Haushalter, welchen der Herr setzt über sein Gesinde, daß er ihnen zu rechter Zeit ihre Gebührgebe! Selig ist der Knecht, welchen sein Herr findet also tun, wenn er kommt. Wahrlich, ich sage euch, erwird ihn uberalle seine Güter setzen. So aber derselbige Knecht in seinem Herzen sagen wird: Mein Herr verzieht zu kommen, und fanget an zu schlagen Knechte und Magde, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen, so wird desselben Knechtes Herr kommen an dem Tage, da er sich's nicht versiehet, und zu der Stunde, die er nicht weift, und wird ihn zerscheitern und wird ihm seinen Lohn geben mit den Unglaubigen. Der Knecht aber, der seines Herrn Willen weift und hat sich nicht bereitet, auch nicht nach seinem Willen getan, der wird viel Streiche leiden müssen. Der es aber nicht weift, hat doch getan was der Streiche wert ist, wird wenig Streiche leiden. Denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen, und welchem viel befohlen ist, von dem wird man viel fordern. Ich bin kommen, daß ich ein Feuer anzunde auf Erden; was wollt' ich lieber, denn es brennete schon! Aber ich muft mich zuvortaufen lassen mit einer Taufe; und wie ist mir so bange, bis sie vollendet werde! Meinet ihr, daß ich herkommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage nein, sondern Zwietracht. Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein: drei wider zwei und zwei wider drei. Es wird sein der Vater wider den Sohn und der Sohn wider den Vater, die Mutter wider die Tochter und die Tochter wider die Mutter, die Schwieger wider die Schnur und die Schnur wider die Schwieger. Er sprach aber zu dem Volk: Wenn ihr eine Wolke sehet aufgehen vom Abend, so sprecht ihr bald: Es kommt ein Regen; und es geschiehet also. Und wenn ihr sehet den Sudwind wehen, so sprecht ihr: Es wird, heift werden; und es geschiehet also. Ihr Heuchler, die Gestalt der Erde und des Himmels konnt ihr prüfen, wie prufet ihr aber diese Zeit nicht? Warum richtet ihr aber nicht an euch selber, was recht ist? So du aber mit deinem Widersacher vor den Fursten gehest, so tue Fleift auf dem Wege, daß du sein los werdest, auf daß er nicht etwa dich vor den Richter ziehe, und der Richter uberantworte dich dem Stockmeister, und der Stockmeister werfe dich ins Gefangnis. Ich sage dir, du wirst von dannen nicht herauskommen, bis du den allerletzten Scherf bezahlest.

Antwortpsalm

Psalmen 138

Davids. Ich danke dir von ganzem Flerzen; vor den Gottern will ich dir lobsingen. Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel und deinem Namen danken um deine Gute und Treue; denn du hast deinen Namen uber alles herrlich gemacht durch dein Wort. Wenn ich dich anrufe, so erhore mich und gib meiner Seele grofte Kraft. Es danken dir, HERR, alle Konige auf Erden, daß sie horen das Wort deines Mundes, und singen auf den Wegen des HERRN, da(5 die Ehre des HERRN grofi sei. Denn der HERR ist hoch und siehet auf das Niedrige und kennet den Stolzen von feme. Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickest du mich und streckest deine Hand uber den Zorn meiner Feinde und hilfst mir mit deiner Rechten. Der HERR wird's ein Ende machen um meinetwillen. HERR, deine Güte istewig. Das Werk deiner Hande wollest du nicht lassen!

Evangelium

Lukas 15:1-10

Es naheten aber zu ihm allerlei Zollner und Sünder, daß sie ihn horeten. Und die Pharisaer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verloren, bis dal L er's finde? Und wenn er's funden hat, so legt er's auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Bute tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Bute nicht bedurfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und suche mit Fleifi, bis daü sie ihn finde? Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes uber einen Sunder, der Bute tut.

Antwortpsalm

Psalmen 5

Ein Psalm Davids, vorzusingen fur das Erbe. HERR, hore meine Worte, merke auf meine Rede! Vernimm mein Schreien, mein Konig und mein Gott; denn ich will vor dir beten. HERR, frühe wollest du meine Stimme horen; fruhe will ich mich zu dir schicken und drauf merken. Denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefallt; wer bose ist, bleibet nicht vor dir. Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bistfeind alien Ubeltatern. Du bringest die Lugner urn; der HERR hat Greuel an den Blutgierigen und Falschen. Ich aber will in dein Haus gehen auf deine grofte Gute und anbeten gegen deinem heiligen Tempel in deiner Furcht. HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit urn meiner Feinde willen; richte deinen Weg vor mir her. Denn in ihrem Munde ist nichts Gewisses, ihr Inwendiges ist Herzeleid, ihr Rachen ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen heucheln sie. Schuldige sie, Gott, daß sie fallen von ihrem Vornehmen! Stofte sie aus urn ihrergroften Ubertretung willen; denn sie sind dirwiderspenstig. Laft sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich laft sie ruhmen, denn du beschirmest sie; frohlich laft sein in dir, die deinen Namen lieben! Denn du, HERR, segnest die Gerechten; du kronest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.

Antwortpsalm

Psalmen 31

Ein Psalm Davids, vorzusingen. HERR, auf dich traue ich. Lafi mich nimmermehr zuschanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und urn deines Namens willen wollest du mich leiten und fuhren. Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir gestellet haben; denn du bist meine Starke. In deine Hande befehle ich meinen Geist; du hast mich erloset, HERR, du treuer Gott. Ich hasse, die da halten auf lose Lehre; ich hoffe aber auf den HERRN. Ich freue mich und bin frohlich uber deiner Güte, daß du mein Elend ansiehest und erkennest meine Seele in der Not und übergibst mich nicht in die Hande des Feindes; du stellest meine Fulie auf weiten Raum. HERR, sei mir gnadig, denn mir ist angst; meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, dazu meine Seele und mein Bauch. Denn mein Leben hat abgenommen vor Trubnis und meine Zeit vor Seufzen; meine Kraft ist verfallen vor meiner Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet. Es gehet mir so libel, daß ich bin eine grofie Schmach worden meinen Nachbarn und eine Scheu meinen Verwandten; die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir. Mein ist vergessen im Herzen wie eines Toten; ich bin worden wie ein zerbrochen Gefali. Denn viele schelten mich libel, daß jedermann sich vor mir scheuet; sie ratschlagen miteinander fiber mich und denken mir das Leben zu nehmen. Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott. Meine Zeit stehet in deinen Handen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. Lali leuchten dein Antlitz liber deinen Knecht; hilf mir durch deine Güte! HERR, lali mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen müssen zuschanden und geschweiget werden in der Holle. Verstummen müssen falsche Mauler, die da reden wider den Gerechten, steif, stolz und hohnisch. Wie grofi ist deine Güte, die du verborgen hast denen, die dich fürchten, und erzeigest denen, die vor den Leuten auf dich trauen. Du verbirgest sie heimlich bei dir vor jedermanns Trotz; du verdeckest sie in der Hutte vor den zankischen Zungen. Gelobet sei der HERR, daü er hat eine wunderliche Gute mir bewiesen in einer festen Stadt! Denn ich sprach in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoften; dennoch horetest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie. Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! Die Glaubigen behutet der HERR und vergilt reichlich dem, der Hochmut übet. Seid getrost und unverzagt, alle, die ihrdes HERRN harret!

Antwortpsalm

Psalmen 30

Ein Psalm, zu singen von der Einweihung des Hauses Davids. Ich preise dich, HERR, denn du hast mich erhohet und lassest meine Feinde sich nicht fiber mich freuen. HERR, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. HERR, du hast meine Seele aus der Holle gefuhret; du hast mich lebendig behalten, da die in die Holle fuhren. Ihr Heiligen, lobsinget dem HERRN; danket und preiset seine Heiligkeit! Denn sein Zorn wahret einen Augenblick, und er hat Lust zum Leben; den Abend lang wahret das Weinen, aber des Morgens die Freude. Ich aber sprach, da mir's wohl ging: Ich werde nimmermehr daniederliegen. Denn, HERR, durch dein Wohlgefallen hast du meinen Berg stark gemacht. Aber da du dein Antlitz verbargest, erschrak ich. Ich will, HERR, rufen zu dir; dem HERRN will ich flehen. Was ist nütze an meinem Blut, wenn ich tot bin? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkundigen? HERR, hore und sei mir gnadig; HERR, sei mein Heifer! Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen; du hast meinen Sack ausgezogen und mich mit Freuden gegurtet, auf daß dir lobsinge meine Ehre und nicht stille werde. HERR, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.

Abendgebet — Erste Lesung

Richter 5

Da sang Debora und Barak der Sohn Abinoams, zu der Zeit und sprachen: Lobetden HERRN, daß Israel wiederfrei ist worden, und das Volk willig dazu gewesen ist. Horet zu, ihr Konige, und merket auf ihr Fursten! Ich will, dem HERRN will ich singen, dem HERRN, dem Gott Israels, will ich spielen. HERR, da du von Seir auszogest und einhergingest vom Felde Edoms, da erzitterte die Erde, der Himmel troff, und die Wolken troffen mit Wasser. Die Berge ergossen sich vor dem HERRN, der Sinai vor dem HERRN, dem Gott Israels. Zu den Zeiten Samgars, des Sohns Anaths, zu den Zeiten Jaels, waren vergangen die Wege; und die da auf Pfaden gehen sollten, die wandelten durch krumme Wege. Es gebrach, an Bauern gebrach's in Israel, bis daß ich, Debora, aufkam, bis ich aufkam, eine Mutter in Israel. Ein Neues hat Gott erwahlet, er hat die Tore bestritten. Es war kein Schild noch Spieft unter vierzigtausend in Israel zu sehen. Mein Herz ist wohl an den Regenten Israels, die freiwillig sind unter dem Volk. Lobet den HERRN, die ihr auf schonen Eselinnen reitet, die ihr am Gericht sitzet und singet, die ihr auf dem Wege gehet. Da die Schutzen schrieen zwischen den Schopfern, da sage man von der Gerechtigkeit des HERRN, von der Gerechtigkeit seiner Bauern in Israel; da zog des HERRN Volk herab zu den Toren. Wohlauf, wohlauf, Debora, wohlauf, wohlauf, und singe ein Liedlein! Mache dich auf, Barak, und fange deine Fanger, du Sohn Abinoams! Da herrschten die Verlassenen uber die machtigen Leute; der HERR hat geherrschet durch mich uber die Gewaltigen. Aus Ephraim war ihre Wurzel wider Amalek und nach dir, Benjamin, in deinem Volk. Von Machir sind Regenten kommen, und von Sebulon sind Regierer worden durch die Schreibfeder. Und Fursten zu Isaschar waren mit Debora. Und Isaschar war wie Barak im Grunde, gesandt mit seinem Fuftvolk. Ruben hielt hoch von ihm und sonderte sich von uns. Warum bleibest du zwischen den Hürden, zu horen das Bloken der Herde, und haltst graft von dir und sonderst dich von uns? Gilead blieb jenseit des Jordans. Und warum wohnete Dan unter den Schiffen? Asser saft an der Anfurt des Meers und blieb in seinen zerrissenen Flecken. Sebulons Volk aber wagte seine Seele in den Tod; Naphthali auch, in der Hohe des Feldes. Die Konige kamen und stritten; da stritten die Konige der Kanaaniter zu Thaanach, am Wasser Megiddo; aber sie brachten keinen Gewinn davon. Vom Himmel ward wider sie gestritten, die Sterne in ihren Laufen stritten wider Sissera. Der Bach Kison walzte sie, der Bach Kedumim, der Bach Kison. Tritt, meine Seele, auf die Starken! Da rasselten der Pferde Fülie vor dem Zagen ihrer machtigen Reiter. Fluchet der Stadt Meros, sprach der Engel des HERRN; fluchet ihren Burgern, daß sie nicht kamen dem HERRN zu Hilfe, zu Hilfe dem HERRN zu den Helden! Gesegnet sei unter den Weibern Jael, das Weib Hebers, des Keniters; gesegnet sei sie in der Hütte unter den Weibern. Milch gab sie, da er Wasser forderte, und Butter brachte sie dar in einer herrlichen Schale. Sie griff mit ihrer Hand den Nagel und mit ihrer Rechten den Schmiedehammer; und schlug Sissera durch sein Haupt und zerquetschte und durchbohrte seinen Schlaf. Zu ihren Fufien krummete er sich, fiel nieder und legte sich; er krummete sich, fiel nieder zu ihren Fuf Jen; wie er sich krummete, so lag er verderbet. Die Mutter Sisseras sah zum Fenster aus und heulete durchs Gitter: Warum verzeucht sein Wagen, daß er nicht kommt? Wie bleiben die Rader seiner Wagen so dahinten? Die weisesten unter seinen Frauen antworteten, da sie ihre Klageworte immer wiederholte: Sollen sie denn nicht finden und austeilen den Raub, einem jeglichen Mann eine Metze oderzwo zur Ausbeute, und Sissera bunte gestickte Kleider zur Ausbeute, gestickte bunte Kleider urn den Hals zur Ausbeute? Also müssen umkommen, HERR, alle deine Feinde! Die ihn aber liebhaben, müssen sein, wie die Sonne aufgehet in ihrer Macht! Und das Land war stille vierzig Jahre.

Zweite Lesung

Titus 3

Erinnere sie, daß sie den Fursten und der Obrigkeit untertan und gehorsam seien, zu allem guten Werk bereit seien, niemand lastern, nicht hadern, gelinde seien, alle Sanftmutigkeit beweisen gegen alle Menschen. Denn wir waren auch weiland unweise, ungehorsam, irrig, dienend den Lusten und mancherlei Wollusten und wandelten in Bosheit und Neid und hasseten uns untereinander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes, nicht urn der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er.ausgegossen hat uber uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf dafi wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist je gewifilich wahr. Solches will ich, dafi du test lehrest, auf daß die, so an Gott glaubig sind worden, in einem Stand guter Werke funden werden. Solches ist gut und nütze den Menschen. Der torichten Fragen aber, der Geschlechtsregister, des Zankes und Streites uber dem Gesetz entschlage dich; denn sie sind unnütz und eitel. Einen ketzerischen Menschen meide, wenn er einmal und abermal ermahnet ist, und wisse, daß ein solcher verkehrt ist und sundiget, als der sich selbst verurteilet hat. Wenn ich zu dir senden werde Artemas Oder Tychikus, so komm eilend zu mirgen Nikopolis; denn daselbst habe ich beschlossen, den Winter zu bleiben. Zenas, den Schriftgelehrten, und Apollos fertige ab mit Fleift, auf daß ihnen nichts gebreche. Laft aber auch die Unsern lernen, daß sie im Stand guter Werke sich finden lassen, wo man ihrer bedarf, auf daß sie nicht unfruchtbar seien: Es gruften dich alle, die mit mirsind. Grufte alle, die uns lieben im Glauben. Die Gnade sei mit euch alien! Amen.

Zweite Lesung

2. Korinther 6

Wir ermahnen aber euch als Mithelfer, daü ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhoret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgendein Argernis geben, auf daü unser Amt nicht verlastert werde; sondern in alien Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes: in großer Geduld, in Trübsalen, in Noten, in Angsten, in Schlagen, in Gefangnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, in dem Heiligen Geist, in ungefarbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch bose Geruchte und gute Geruchte; als die Verführer und doch wahrhaftig; als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht ertotet; als die Traurigen, aber allezeit frohlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; ais die nichts innehaben und doch alles haben. O ihr Korinther, unser Mund hat sich zu euch aufgetan; unser Herz ist getrost. Unserthalben dürft ihr euch nicht angsten. Dali ihr euch aber angstet, das tut ihr aus herzlicher Meinung. Ich rede mit euch als mit meinen Kindern, dafi ihr euch auch also gegen mich stellet und seiet auch getrost. Ziehet nicht am fremden Joch mit den Unglaubigen! Denn was hat die Gerechtigkeit fur Geniefi mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht fur Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? Oder was fur ein Teil hat der Glaubige mit dem Unglaubigen? Was hat der Tempel Gottes fur Gleichheit mit den Gotzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie denn Gott spricht: Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret kein Unreines an, so will ich euch annehmen. und euer Vater sein, und ihr sollet meine Sohne und Tochter sein, spricht der allmachtige Herr.

Zweite Lesung

1. Johannes 2:1-11

Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sundiget. Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist. Und derselbige ist die Versohnung für unsere Sünde, nicht allein aber für die unsere, sondern auch für die der ganzen Welt. Und an dem merken wir, daß wir ihn kennen, so wir seine Gebote halten. Wer da sagt: Ich kenne ihn, und halt seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in solchem ist keine Wahrheit. Wer aber sein Wort halt, in solchem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. Wer da sagt, daß er in ihm bleibet, der soil auch wandeln, gleichwie er gewandelt hat. Brüder, ich schreibe euch nicht ein neu Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr habt von Anfang gehabt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr von Anfang gehoret habt. Wiederum ein neu Gebot schreibe ich euch, das da wahrhaftig ist bei ihm und bei euch; denn die Finsternis ist vergangen, und das wahre Licht scheinet jetzt. Wer da sagt, er sei im Licht, und hasset seinen Bruder, der ist noch in Finsternis. Wer seinen Bruder liebet, der bleibet Licht, und ist kein Argernis bei ihm. Wer aber seinen Bruder hasset, der ist in Finsternis und wandelt in Finsternis und weift nicht, wo er hingehet; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet.

Zweite Lesung

Philipper 1:22-30

Sintemal aber im Fleisch leben dienet, mehr Frucht zu schaffen, so weüi ich nicht, welches ich erwahlen soil. Denn es liegt mir beides hart an: Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein, welches auch viel besser ware: Aberes ist notiger, im Fleisch bleiben urn euretwilien. Und in guter Zuversicht weüi ich, daß ich bleiben und bei euch alien sein werde euch zur Forderung und zur Freude des Glaubens, auf daü ihr euch sehr ruhmen moget in Christo Jesu an mir durch meine Ankunft wieder zu euch. Wandelt nur wurdiglich dem Evangelium Christi, auf daß, ob ich komme und sehe euch Oder abwesend von, euch hore, daü ihr stehet in einem Geist und einer Seele und samt uns kampfet fur den Glauben des Evangeliums und euch in keinem Wege erschrecken lasset von den Widersachern, welches ist ein Anzeichen, ihnen der Verdammnis euch aber der Seligkeit, und dasselbige von Gott. Denn euch ist gegeben, urn Christi willen zu tun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch urn seinetwillen leidet, und habet denselbigen Kampf, welchen ihr an mir gesehen habt und nun von mir horet.

Evangelium

Johannes 3

Es war aber ein Mensch unter den Pharisaern mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden. Der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wirwissen, daß du bist ein Lehrer, von Gott kommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihrmüssetvon neuem geboren werden. Der Wind blaset, wo er will, und du horest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fahret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, was wirwissen, und zeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie wurdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fahret gen Himmel, denn der vom Himmel herniederkommen ist, namlich des Menschen Sohn, derim Himmel ist. Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhohet hat, also muß des Menschen Sohn erhohet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren bose. Wer Arges tut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan. Danach kam Jesus und seine Jünger in das judische Land und hatte daselbst sein Wesen mit ihnen und taufete. Johannes aber taufete auch noch zu Enon, nahe bei Salim; denn es war viel Wassers daselbst. Und sie kamen dahin und ließen sich taufen. Denn Johannes war noch nicht ins Gefangnis gelegt. Da erhub sich eine Frage unter den Jüngern des Johannes samt den Juden uber die Reinigung. Und kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseit des Jordans, von dem du zeugtest, siehe, der taufet, und jedermann kommt zu ihm. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, es werde ihm denn gegeben vom Himmel. Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich gesagt habe, ich sei nicht Christus, sondern vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Brautigam; der Freund aber des Brautigams stehet und horet ihm zu und freuet sich hoch uber des Brautigams Stimme. Dieselbige meine Freude ist nun erfüllet. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. Der von oben her kommt, ist uber alle. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde; der vom Himmel kommt, der ist uber alle und zeuget, was er gesehen und gehoret hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer es aber annimmt, der versiegelt es, daß Gott wahrhaftig sei. Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Wort; denn Gott gibt den Geist nicht nach dem Maß. Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben; wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt uber ihm.

Abendgebet — Zweite Lesung

Epheser 6

Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herm; denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter; das ist das erste Gebot, das Verheifiung hat: Auf daß dir's wohl gehe, und du lange lebest auf Erden. Und ihr Vater, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herm. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfaltigkeit eures Herzens, als Christo; nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes tut von Herzen, mitgutem Willen. Lasset euch dunken, daß ihr dem Herm dienet und nicht den Menschen; und wisset, was ein jeglicher Gutes tun wird, das wird er von dem Herm empfangen, er sei ein Knecht Oder ein Freier. Und ihr Herren, tut auch dasselbige gegen sie und lasset das Drauen; und wisset, daß auch euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Zuletzt meine Bruder, seid stark in dem Herm und in der Macht seiner Starke! Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen konnet gegen die listigen Anlaufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kampfen, sondern mit Fursten und Gewaltigen, namlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bosen Geistern unter dem Himmel. Urn deswillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf da(S ihr an dem bosen Tage Widerstand tun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten moget. So stehet nun, umgurtet an euren Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit und an den Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor alien Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr ausloschen konnt alle feurigen Pfeile des Bosewichts. Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Und betet stets in allem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen fur alle Heiligen und fur mich, auf daß mir gegeben werde das Wort mit freudigem Auftun meines Mundes, daß ich moge kundmachen das Geheimnis des Evangeliums, welches Bote ich bin in der Kette, auf daß ich darinnen freudig handeln moge und reden, wie sich's gebuhrt. Auf daß aber ihr auch wisset, wie es urn mich stehet, und was ich schaffe, wird's euch alles kundtun Tychikus, mein lieber Bruder und getreuer Diener in dem Herrn welchen ich gesandt habe zu euch urn desselbigenwillen, daß ihr erfahret, wie es urn mich stehet, und daß er eure Herzen troste. Friede sei den Brudern und Liebe mit Glauben von Gott dem Vater und dem Herrn Jesu Christo! Gnade sei mit alien, die da liebhaben unsern Herrn Jesum Christum unverruckt! Amen.

Evangelium

Johannes 1:19-34

Und dies ist das Zeugnis Johannes, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn! wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisaern und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist noch Elia noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, dad ich seine Schuhriemen auflose. Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufete. Des andern Tages siehet Johannes Jesum zu ihm kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde tragt! Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich. Und ich kannte ihn nicht, sondern auf daß er offenbar würde in Israel, darum bin ich kommen, zu taufen mit Wasser. Und Johannes zeugete und sprach: Ich sah, daß der Geist herabfuhrwie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, zu taufen mit Wasser, derselbige sprach zu mir: Uber welchen, du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, derselbige ist's, der mit dem Heiligen Geist taufet. Und ich sah es und zeugete, daß dieser ist Gottes Sohn.

Evangelium

Matthäus 5:17-20

Ihr sollt nicht wahnen, daß ich kommen bin, das Gesetz Oder die Propheten aufzulosen. Ich bin nicht kommen aufzulosen, sondern zu erfullen. Denn ich sage euch: Wahrlich, bis daß Himmel und Erde vergehe, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe. Wer nun eins von diesen kleinsten Geboten aufloset und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heilien im Himmelreich; wer es aber tut und lehret, der wird groli heilien im Himmelreich. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisaer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Evangelium

Matthäus 18

Zu derselbigen Stunde traten die Junger zu Jesus und sprachen: Wer ist doch der Großte im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellete das mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdetwie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst niedriget wie dies Kind, der ist der Großte im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber argert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem ware besser, dafi ein Muhlstein an seinen Hals gehanget, und er ersauft wurde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Argernisse halben! Es muß ja Argemis kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Argemis kommt! So aber deine Hand Oder dein Fuß dich argert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm Oder als ein Kruppel eingehest, denn daß du zwo Hande Oder zwei Füße habest und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge argert, reiß es aus und wirfs von dir. Es ist dir besser, daß du einaugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und werdest in das hollische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist kommen, selig zu machen, was verloren ist. Was dunket euch? Wenn irgendein Mensch hundert Schafe hatte, und eins unter denselbigen sich verirrete, laßt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, gehet hin und suchet das verirrte? Und so sich's begibt, daß er's findet, wahrlich, ich sage euch, er freuet sich daruber mehr denn uber die neunundneunzig, die nicht verirret sind. Also auch ist's voreurem Vater im Himmel nicht der Wille, daß jemand von diesen Kleinen verloren werde Sundiget aber dein Bruderan dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Horet er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Horet er dich nicht, so nimm noch einen Oder zwei zu dir, auf daß alle Sache bestehe auf zweier Oder dreier Zeugen Mund. Horet er die nicht, so sage es der Gemeinde. Horet er die Gemeinde nicht, so halt ihn als einen Heiden und Zollner. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soli auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden losen werdet, soil auch im Himmel los sein. Weiter sage ich euch: Wo zwei unter euch eins werden auf Erden, warum es ist, das sie bitten wollen, das soli ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei Oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sundiget, vergeben? Ist's genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenzigmal siebenmal. Darum ist das Himmelreich gleich einem Konige, der mit seinen Knechten rechnen woilte. Und als er anting zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er's nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir! Ich will dir's alles bezahlen. Da jammerte den Herm desselbigen Knechts und liefi ihn los, und die Schuld erlieli er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig. Und er griff ihn an und wurgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir! Ich will dir's alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefangnis, bis daü er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrubt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht! Alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen uber deinen Mitknecht, wie ich mich uber dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und uberantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch tun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle.

Ein täglicher Leseplan, der fortlaufend durch die Bibel führt. Der Bibeltext ist gemeinfrei. (Luther Bibel)

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