Bosko

Tageslesungen

Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.

Morgengebet — Erste Lesung

Ester 3

Nach diesen Geschichten machte der Konig Ahasveros Haman groli, den Sohn Medathas, den Agagiter, und erhohete ihn und setzte seinen Stuhl uber alle Fursten, die bei ihm waren. Und alle Knechte des Konigs, die im Tor des Konigs waren, beugten die Kniee und beteten Haman an; denn der Konig hatte es also geboten. Aber Mardachai beugete die Kniee nicht und betete nicht an. Da sprachen des Konigs Knechte, die im Tor des Konigs waren, zu Mardachai: Warum ubertrittst du des Konigs Gebot? Und da sie solches taglich zu ihm sagten, und er ihnen nicht gehorchte, sagten sie es Haman an, daß sie sahen, ob solch Tun Mardachais bestehen wurde; denn er hatte ihnen gesagt, dafi er ein Jude ware. Und da Haman sah, daß Mardachai ihm nicht die Kniee beugete noch ihn anbetete, ward er voll Grimms. Und verachtete es, daß er an Mardachai allein sollte die Hand legen, denn sie hatten ihm das Volk Mardachais angesagt; sondern er trachtete, das Volk Mardachais, alle Juden, so im ganzen Konigreich Ahasveros waren, zu vertilgen. Im ersten Monden, das ist der Mond Nisan, im zwolften Jahr des Konigs Ahasveros, ward das Los geworfen vor Haman, von einem Tage auf den andern und vom Monden bis auf den zwolften Monden, das ist der Mond Adar. Und Haman sprach zum Konige Ahasveros: Es ist ein Volk zerstreuet und teilet sich unter alle Volker in alien Landen deines Konigreichs, und ihr Gesetz ist anders denn alter Volker, und tun nicht nach des Konigs Gesetzen; und ist dem Konige nicht zu leiden, sie also zu lassen. Gefallt es dem Konige, so schreibe er, daß man es umbringe; so will ich zehntausend Zentner Silbers darwagen unter die Hand der Amtleute, daß man es bringe in die Kammer des Konigs. Da tat der Konig seinen Ring von der Hand und gab ihn Haman, dem Sohne Medathas, dem Agagiter, der Juden Feind. Und der Konig sprach zu Haman: Das Silber sei dir qegeben, dazu das Volk, daß du damit tust, was dir gefallt. Da rief man den Schreibern des Konigs am dreizehnten Tage des ersten Monden; und ward geschrieben, wie Haman befahl, an die Fursten des Konigs und zu den Landpflegern hin und her in den Landern und zu den Hauptleuten eines jeglichen Volks in den Landern hin und her nach der Schrift eines jeglichen Volks und nach ihrer Sprache, im Namen des Konigs Ahasveros und mit des Konigs Ringe versiegelt. Und die Briefe wurden gesandt durch die Laufer in alle Lander des Konigs, zu vertilgen, zu erwürgen und umzubringen alle Juden, beide jung und alt, Kinder und Weiber, auf einen Tag, namlich auf den dreizehnten Tag des zwolften Monden, das ist der Mond Adar, und ihr Gut zu rauben. Also war der Inhalt der Schrift, daß ein Gebot gegeben ware in alien Landern, alien Volkern zu eroffnen, daß sie auf denselben Tag geschickt waren. Und die Laufer gingen aus eilend nach des Konigs Gebot. Und zu Schloli Susan ward angeschlagen ein Gebot. Und der Konig und Haman alien und tranken; aber die Stadt Susan ward irre.

Abendgebet — Erste Lesung

Ester 4

Da Mardachai erfuhr alles, was geschehen war, zerrili er seine Kleider und legte einen Sack an und Asche; und ging hinaus mitten in die Stadt und schrie laut und klaglich. Und kam vor das Tor des Konigs. Denn es mulite niemand zu des Konigs Tor eingehen, der einen Sack anhatte. Und in alien Landern, an welchen Ort des Konigs Wort und Gebot gelangete, war ein groli Klagen unter den Juden, und viele fasteten, weineten, trugen Leid und lagen in Sacken und in der Asche. Da kamen die Dirnen Esthers und ihre Kammerer und sagten's ihr an. Da erschrak die Konigin sehr. Und sie sandte Kleider, daß Mardachai anzoge und den Sack von ihm ablegte; er aber nahm sie nicht. Da rief Esther Hathach unter des Konigs Kammerern, der vor ihr stund, und befahl ihm an Mardachai, daß sie erfuhre, was das ware, und warum er so tate. Da ging Hathach hinaus zu Mardachai an die Gasse in der Stadt, die vor dem Tor des Konigs war. Und Mardachai sagte ihm alles, was ihm begegnet ware, und die Summa des Silbers, das Haman geredet hatte in des Konigs Kammer darzuwagen urn der Juden willen, sie zu vertilgen. Und gab ihm die Abschrift des Gebots, das zu Susan angeschlagen war, sie zu vertilgen, daß er es Esther zeigete und ihr ansagete und gebote ihr, daß sie zum Konige hineinginge und tate eine Bitte an ihn um ihr Volk. Und da Hathach hineinkam und sagte Esther die Worte Mardachais, sprach Esther zu Hathach und gebot ihm an Mardachai: Es wissen alle Knechte des Konigs und das Volk in den Landen des Konigs, daß, werzum Konige hineingehet inwendig in den Hof, ersei Mann Oder Weib, der nicht gerufen ist, der soil stracks Gebots sterben, es sei denn, daß der Konig den guldenen Zepter gegen ihn reiche, damit er lebendig bleibe. Ich aber bin nun in dreilüg Tagen nicht gerufen, zum Konige hineinzukommen. Und da die Worte der Esther wurden Mardachai angesagt, hieli Mardachai Esther wieder sagen: Gedenke nicht, daß du dein Leben errettest, weil du im Hause des Konigs bist, vor alien Juden; denn wo du wirst zu dieser Zeit schweigen, so wird eine Hilfe und Errettung aus einem andern Ort den Juden entstehen, und du und deines Vaters Haus werdet umkommen. Und wer weili, ob du um dieser Zeit willen zum Konigreich kommen bist? Esther hieti Mardachai antworten: So gehe hin und versammle alle Juden, die zu Susan vorhanden sind, und fastet fur mich, daß ihr nicht esset und trinket in dreien Tagen weder Tag noch Nacht; ich und meine Dirnen wollen auch also fasten. Und also will ich zum Konige hineingehen wider das Gebot; komme ich um, so komme ich um. Mardachai ging hin und tat alles, was ihm Esther geboten hatte.

Abendgebet — Zweite Lesung

1. Korinther 14

Strebet nach der Liebe! Fleißiget euch der geistlichen Gaben, am meisten aber, daß ihr weissagen moget. Denn der mit der Zunge redet, der redet nicht den Menschen, sondern Gott. Denn ihm horet niemand zu; im Geist aber redet er die Geheimnisse. Wer aber weissaget, der redet den Menschen zur Besserung und zur Ermahnung und zur T rostung. Wer mit Zungen redet, der bessert sich selbst; wer aber weissaget, der bessert die Gemeinde. Ich wollte, daß ihr alle mit Zungen reden konntet, aber viel mehr, daü ihr weissagetet. Denn der da weissaget, ist großer, denn der mit Zungen redet, es sei denn, daß er es auch auslege, daß die Gemeinde davon gebessert werde. Nun aber, liebe Bruder, wenn ich zu euch kame und redete mit Zungen, was ware ich euch nütze, so ich nicht mit euch redete entweder durch Offenbarung Oder durch Erkenntnis Oder durch Weissagung Oder durch Lehre? Halt sich's doch auch also in den Dingen, die da lauten und doch nicht leben, es sei eine Pfeife Oder eine Harfe; wenn sie nicht unterschiedliche Stimmen von sich geben, wie kann man wissen, was gepfiffen Oder geharfet ist? Und so die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer will sich zum Streit rusten? Also auch ihr, wenn ihr mit Zungen redet, so ihr nicht eine deutliche Rede gebet, wie kann man wissen, was geredet ist? Denn ihr werdet in den Wind reden. Zwar es ist mancherlei Art der Stimmen in der Welt, und derselbigen ist doch keine undeutlich. So ich nun nicht weiß der Stimme Deutung, werde ich undeutsch sein dem, der da redet, und der da redet, wird mir undeutsch sein. Also auch ihr, sintemal ihr euch fleißigetder geistlichen Gaben, trachtet danach, daß ihr die Gemeinde bessert, auf daß ihr alles reichlich habet. Darum, welcher mit Zungen redet, der bete also, daß er's auch auslege. So ich aber mit Zungen bete, so betet mein Geist; aber mein Sinn bringet niemand Frucht. Wie soil es aber denn sein? Namlich also: Ich will beten mit dem Geist und will beten auch im Sinn; ich will Psalmen singen im Geist und will auch Psalmen singen mit dem Sinn. Wenn du aber segnest im Geist, wie soil der, so anstatt des Laien stehet, Amen sagen auf deine Danksagung, sintemal er nicht weiß, was du sagest? Du danksagest wohl fein; aber der andere wird nicht davon gebessert. Ich danke meinem Gott, daß ich mehr mit Zungen rede denn ihr alle. Aber ich will in der Gemeinde lieber funf Worte reden mit meinem Sinn, auf daß ich auch andere unterweise, denn sonst zehntausend Worte mit Zungen. Liebe Bruder, werdet nicht Kinder an dem Verstandnis, sondern an der Bosheit seid Kinder; an dem Verstandnis aber seid voilkommen. Im Gesetz stehet geschrieben: Ich will mit andern Zungen und mit andern Lippen reden zu diesem Volk, und sie werden mich auch also nicht horen, spricht der Herr. Darum so sind die Zungen zum Zeichen, nicht den Glaubigen, sondern den Unglaubigen; die Weissagung aber nicht den Unglaubigen, sondern den Glaubigen. Wenn nun die ganze Gemeinde zusammenkame an einem Ort und redeten alle mit Zungen, es kamen aber hinein Laien Oder Unglaubige, würden sie nicht sagen, ihrwaret unsinnig? So sie aber alle weissageten und kame dann ein Unglaubiger Oder Laie hinein, der würde von denselbigen alien gestraft und von alien gerichtet. Und also würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und er würde also fallen auf sein Angesicht, Gott anbeten und bekennen, daß Gott wahrhaftig in euch sei. Wie ist ihm denn nun, Hebe Bruder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeglicher Psalmen, er hat eine Lehre, er hat Zungen, er hat Offenbarung, er hat Auslegung. Lasset es alles geschehen zur Besserung! So jemand mit der Zunge redet Oder zween Oder aufs meiste' drei, eins urns andere; so lege es einer aus. Ist er aber nicht ein Ausleger, so schweige er unter der Gemeinde, rede aber sich selber, und Gott, Die Weissager aber lasset reden, zween Oder drei, und die andern lasset richten. So aber eine Offenbarung geschieht einem andern, der da sitzet, so schweige der erste. Ihr konnet wohl alle weissagen, einer nach dem andern, auf daß sie alle lernen und alle ermahnet werden. Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Denn Gott ist, nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens wie in alien Gemeinden der Heiligen. Eure Weiber lasset schweigen unter der Gemeinde; denn es soli ihnen nicht zugelassen werden, dafi sie reden, sondern untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Manner fragen . Es stehet den Weibern ubel an, unter der Gemeinde reden. Oder ist das Wort Gottes von euch auskommen, Oder ist's allein zu euch kommen? So sich jemand lasset dünken, er sei ein Prophet Oder geistlich, der erkenne, was ich euch schreibe; denn es sind des Herrn Gebote. Ist aber jemand unwissend, der sei, unwissend. Darum, liebe Bruder, fleilüget euch des Weissagens und wehret nicht, mit Zungen zu reden. Lasset alles ehrlich und ordentlich zugehen!

Die Lesungen folgen dem Book of Common Prayer von 1662 (gemeinfrei). Der Text der Heiligen Schrift ist gemeinfrei. (Luther Bibel)

Tageslesungen, jeden Morgen

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