Tageslesungen
Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.
Morgengebet — Erste Lesung
Hiob antwortete und sprach: Horet doch zu meiner Rede und lasset euch raten! Vertraget mich, dati ich auch rede, und spottet danach mein. Handele ich denn miteinem Menschen, daß mein Mut hierin nicht sollte unwillig sein? Kehret euch her zu mir; ihr werdet sauer sehen und die Hand aufs Maul legen müssen. Wenn ich daran gedenke, so erschrecke ich, und Zittern kommt mein Fleisch an. Warum leben denn die Gottlosen, werden alt und nehmen zu mit Gutern? Ihr Same ist sicher urn sie her, und ihre Nachkommlinge sind bei ihnen. Ihr Haus hat Frieden vorder Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen. Seine Ochsen lasset man zu, und miftrat ihm nicht; seine Kuh kalbet und ist nicht unfruchtbar. Ihre jungen Kinder gehen aus wie eine Herde, und ihre Kinder lecken. Sie jauchzen mit Pauken und Harfen und sind frohlich mit Pfeifen. Sie werden alt bei guten Tagen und erschrecken kaum einen Augenblick vorder Holle, die doch sagen zu Gott: Hebe dich von uns, wir wollen von deinen Wegen nicht wissen. Wer ist der Allmachtige, daß wir ihm dienen sollten, Oder was sind wir gebessert, so wir ihn anrufen? Aber siehe, ihr Gut stehet nicht in ihren Handen; darum soil der Gottlosen Sinn feme von mir sein. Wie wird die Leuchte der Gottlosen verloschen und ihr Ungluck über sie kommen! Er wird Herzeleid austeilen in seinem Zorn. Sie werden sein wie Stoppeln vor dem Winde und wie Spreu, die der Sturmwind wegführet. Gott behalt desselben Ungluck auf seine Kinder. Wenn er's ihm vergelten wird, so wird man's inne werden. Seine Augen werden sein Verderben sehen, und vom Grimm des Allmachtigen wird er trinken. Denn wer wird Gefallen haben an seinem Hause nach ihm? Und die Zahl seiner Monden wird kaum halb bleiben. Wer will Gott lehren, der auch die Hohen richtet? Dieser stirbt frisch und gesund in allem Reichtum und voller Genüge; sein Melkfaft ist voll Milch, und seine Gebeine werden gemastet mit Mark; jener aber stirbt mit betrubter Seele und hat nie mit Freuden gegessen; und liegen gleich miteinander in der Erde, und Würmer decken sie zu. Siehe, ich kenne eure Gedanken wohl und euer frevel Vornehmen wider mich. Denn ihr sprechet: Wo ist das Haus des Fursten, und wo ist die Hutte, da die Gottlosen wohneten? Redet ihr doch davon wie der gemeine Pobel und merket nicht, was jener Wesen bedeutet. Denn der Bose wird behalten auf den Tag des Verderbens, und auf den Tag des Grimms bleibet er. Wer will sagen, was erverdienet, wenn man's aufterlich ansiehet? Wer will ihm vergelten, was er tut? Aber erwird zum Grabe gerissen und muft bleiben bei dem Haufen. Es gefiel ihm wohl der Schlamm des Bachs, und alle Menschen werden ihm nachgezogen; und derer, die vor ihm gewesen sind, ist keine Zahl. Wie trostet ihr mich so vergeblich, und eure Antwort findet sich unrecht.
Morgengebet — Zweite Lesung
Und nach zwei Tagen war Ostern und die Tage der sulien Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List griffen und toteten. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, daß nicht ein Aufruhr im Volk werde! Und da er zu Bethanien war in Simons, des Aussatzigen, Hause und sali zu Tisch, da kam ein Weib, die hatte ein Glas mit ungefalschtem und kostlichem Nardenwasser; und sie zerbrach das Glas und goli es auf sein Haupt. Da waren etliche, die wurden unwillig und sprachen: Was soil doch dieser Unrat? Man konnte das Wasser um mehr denn dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbe den Armen geben. Und murreten uber sie. Jesus aber sprach: Lasset sie mit Frieden! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gut Werk an mir getan. Ihr habt allezeit Arme bei euch; und wann ihr wollet, konnet ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie ist zuvorkommen, meinen Leichnam zu salben zu meinem Begrabnis. Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangelium geprediget wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedachtnis, was sie jetzt getan hat. Und Judas Ischariot, einervon den Zwolfen, ging hin zu den Hohenpriestern, daß er ihn verriete. Da sie das horeten, wurden sie froh und verhiefien, ihm das Geld zu geben. Und ersuchte, wie er ihn füglich verriete. Und am ersten Tagedersußen Brote, da man das Osterlamm opferte, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und bereiten, daß du das Osterlamm essest? Und er sandte seiner Jungerzwei und sprach zu ihnen: Gehet hin in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der tragt einen Krug mit Wasser; folget ihm nach. Und wo er eingehet, da sprechet zu dem Hauswirte: Der Meister laßt dir sagen: Wo ist das Gasthaus, darinnen ich das Osterlamm esse mit meinen Jungern? Und erwird euch einen großen Saal zeigen, der gepflastert und bereit ist; daselbst richtet fur uns zu. Und die Jünger gingen aus und kamen in die Stadt und fanden's, wie er ihnen gesagt hatte; und bereiteten das Osterlamm. Am Abend aber kam er mit den Zwolfen. Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch, einer untereuch, der mit mir isset, wird mich verraten. Und sie wurden traurig und sagten zu ihm, einer nach dem andern: Bin ich's? und der andere: Bin ich's? Er antwortete und sprach zu ihnen: Einer aus den Zwolfen, der mit mir in die Schüssel tauchet. Zwar des Menschen Sohn gehet hin, wie von ihm geschrieben stehet; wehe aber dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es ware demselben Menschen besser, daß er nie geboren ware. Und indem sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankete und brach's und gab's ihnen und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und nahm den Kelch und dankete und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Neuen Testaments, das fur viele vergossen wird. Wahrlich, ich sage euch, daß ich hinfort nicht trinken werde vom Gewachse des Weinstocks bis auf den Tag, da ich's neu trinke in dem Reich Gottes. Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus an den Olberg. Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir argern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen. Aber nachdem ich auferstehe, will ich vor euch hingehen nach Galilaa. Petrus aber sagte zu ihm: Und wenn sie sich alle argerten, so wollte doch ich mich nicht argern. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal krahet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich mit dir auch sterben mußte, wollt' ich dich nicht verleugnen. Desselbigengleichen sagten sie alle. Und sie kamen zu dem Hofe mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jungern: Setzet euch hier, bis ich hingehe und bete. Und nahm zu sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen. Und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrubt bis an den Tod; enthaltet euch hier und wachet. Und ging ein wenig fürbaß, fiel auf die Erde und betete, daß, so es moglich ware, die Stunde voruberginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles moglich, uberhebe mich dieses Kelchs; doch nicht was ich will, sondern was du willst. Und kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schlafest du? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Und ging wieder hin und betete und sprach dieselbigen Worte. Und kam wieder und fand sie abermal schlafend; denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er kam zum drittenmal und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist kommen. Siehe, des Menschen Sohn wird uberantwortet in der Sunder Hande. Stehet auf, laßt uns gehen; siehe, der mich verrat, ist nahe! Und alsbald, da er noch redete, kam herzu Judas, der Zwolfen einer, und eine große Schar mit ihm, mit Schwertern und mit Stangen von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Altesten. Und der Verrater hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's; den greifet und führet ihn gewiß. Und da er kam, trat er bald zu ihm und sprach zu ihm: Rabbi, Rabbi! und kussete ihn. Die aber legten ihre Hande an ihn und griffen ihn. Einer aber von denen, die dabeistunden, zog sein Schwert aus und schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm ein Ohr ab. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr seid ausgegangen als zu einem Morder mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen. Ich bin taglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehret, und ihr habt mich nicht gegriffen; aber auf daß die Schrift erfullet werde. Und die Junger verlielien ihn alle und flohen. Und es war ein Jungling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der blofien Haut; und die Junglinge griffen ihn. Er aber lieli die Leinwand fahren und floh bloü von ihnen. Und sie fuhreten Jesum zu dem Hohenpriester, dahin zusammenkommen waren alle Hohenpriester und Altesten und Schriftgelehrten. Petrus aber folgete ihm nach von feme bis hinein in des Hohenpriesters Palast; und er war da und sali bei den Knechten und warmete sich bei dem Licht. Aber die Hohenpriester und der ganze Rat suchten Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brachten, und fanden nichts. Viele gaben falsch Zeugnis wider ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht uberein. Und etliche stunden auf und gaben falsch Zeugnis wider ihn und sprachen: Wir haben gehoret, daß er sagte: Ich will den Tempel, der mit Handen gemacht ist, abbrechen und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Handen gemacht sei. Aber ihr Zeugnis stimmete noch nicht uberein. Und der Hohepriester stund auf unter sie und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeugen? Er aber schwieg stille und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin's. Und ihr werdet sehen des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft und kommen mit des Himmels Wolken. Da zerrili der Hohepriester seinen Rock und sprach: Was bedurfen wir weiter Zeugen? Ihr habt gehoret die Gotteslasterung; was dünket euch? Sie aber verdammeten ihn alle, dati er des Todes schuldig ware. Da fingen an etliche, ihn zu verspeien und zu verdecken sein Angesicht und mit Fausten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage uns! Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht. Und Petrus war danieden im Palast; da kam des Hohenpriester Magde eine. Und da sie sah Petrus sich warmen, schauete sie ihn an und sprach: Und du warest auch mit Jesu von Nazareth. Er leugnete aber und sprach: Ich kenne ihn nicht, weü J, auch nicht, was du sagest. Und er ging hinaus in den Vorhof; und der Hahn krahete. Und die Magd sah ihn und hub abermal an, zu sagen denen, die dabei stunden: Dieser ist der einer. Und er leugnete abermal. Und nach einer kleinen Weile sprachen abermal zu Petrus, die dabeistunden: Wahrlich, du bist der einer; denn du bist ein Galilaer, und deine Sprache lautet gleich also. Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schworen: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und der Hahn krahete zum andernmal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm sagte: Ehe der Hahn zweimal krahet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er hub an zu weinen.
Abendgebet — Erste Lesung
Da antwortete Eliphas von Theman und sprach: Was darf Gott eines Starken, und was nützt ihm ein Kluger? Meinest du, dafi dem Allmachtigen gefalle, da(3> du dich so fromm machest? Oder was hilft's ihm, ob du deine Wege gleich ohne Wandel achtest? Meinest du, erwird sich vor dir furchten, dich zu strafen, und mit dir vor Gericht treten? Ja, deine Bosheit ist zu groß, und deiner Missetat ist kein Ende. Du hast etwa deinem Bruder ein Pfand genommen ohne Ursache, du hast den Nackenden die Kleider ausgezogen; du hast die Muden nicht getranket mit Wasser und hast dem Hungrigen dein Brot versagt; du hast Gewalt im Lande geubet und prachtig drinnen gesessen; die Witwen hast du leer lassen gehen und die Arme der Waisen zerbrochen. Darum bist du mit Stricken umgeben, und Furcht hat dich plotzlich erschrecket. Solltest du denn nicht die Finsternis sehen, und die Wasserflut dich nicht bedecken? Siehe, Gott ist hoch droben im Himmel und siehet die Sterne droben in der Hohe. Und du sprichst: Was weifi Gott? Soilt er, das im Dunkeln ist, richten konnen? Die Wolken sind seine Vordecke, und siehet nicht, und wandelt im Umgang des Himmels. Willstdu der Welt Lauf achten, darinnen die Ungerechten gegangen sind, die vergangen sind, ehe denn es Zeitwar, und das Wasser hat ihren Grund weggewaschen, die zu Gott sprachen: Heb dich von uns, was sollte der Allmachtige ihnen tun konnen, soerdoch ihr Haus mit Gütern füllete? Aber der Gottlosen Rat sei feme von mir! Die Gerechten werden sehen und sich freuen, und der Unschuldige wird ihrer spotten. Was gilt's, ihr Wesen wird verschwinden und ihr Ubriges das Feuer verzehren! So vertrage dich nun mit ihm und habe Frieden; daraus wird dir viel Gutes kommen. Hore das Gesetz von seinem Munde und fasse seine Rede in dein Herz. Wirstdu dich bekehren zu dem Allmachtigen, so wirst du gebauet werden und Unrecht feme von deiner Hütte tun, so wirst du fur Erde Gold geben und fur die Felsen guldene Bache; und der Allmachtige wird dein Gold sein, und Silber wird dir zugehauft werden. Dann wirst du deine Lust haben an dem Allmachtigen und dein Antlitz zu Gott aufheben. So wirst du ihn bitten, und er wird dich horen; und wirst deine Gelubde bezahlen. Was du wirst vornehmen, wird er dir lassen gelingen; und das Lichtwird auf deinem Wege scheinen. Denn die sich demutigen, die erhohet er; und wer seine Augen niederschlagt, der wird genesen. Und der Unschuldige wird errettet werden; er wird aber errettet urn seiner Hande Reinigkeit willen.
Abendgebet — Zweite Lesung
Wollte Gott, ihr hieltet mir ein wenig Torheit zugut! Doch ihr haltet mir's wohl zugut. Denn ich eifere um euch mit gottlichem Eifer. Denn ich habe euch vertrauet einem Manne, daß ich eine reine Jungfrau Christo zubrachte. Ich fürchte aber, daß nicht, wie die Schlange Eva verfuhrete mit ihrer Schalkheit, also auch eure Sinne verrucket werden von der Einfaltigkeit in Christo. Denn so, der da zu euch kommt, einen andern Jesum predigte, den wir nicht geprediget haben, Oder ihr einen andern Geist empfinget, den ihr nicht empfangen habt, Oder ein ander Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so vertrüget ihr's. Denn ich achte, ich sei nicht weniger, denn die hohen Apostel sind. Und ob ich albern bin mit Reden, so bin ich doch nicht albern in der Erkenntnis. Doch, ich bin bei euch allenthalben wohlbekannt. Oder habe ich gesundiget, daß ich mich erniedriget habe, auf daß ihr erhohet wurdet? Denn ich habe euch das Evangelium umsonst verkundigt und habe andere Gemeinden beraubet und Sold von ihnen genommen, daß ich euch predigte. Und da ich bei euch war gegenwartig und Mangel hatte, war ich niemand beschwerlich (denn meinen Mangel erstatteten die Bruder, die aus Mazedonien kamen); und habe mich in alien Stricken euch unbeschwerlich gehalten und will auch noch mich also halten. So gewift die Wahrheit Christi in mir ist, so soil mir dieser Ruhm in den Landern Achajas nicht gestopfetwerden. Warum das? Daft ich euch nicht sollte liebhaben? Gott weift es. Was ich aber tue und tun will, das tue ich darum, daß ich die Ursache abhaue denen, die Ursache suchen, daß sie rühmen mochten, sie seien wie wir. Denn solche falsche Apostel und trugliche Arbeiter verstellen sich zu Christi Aposteln. Und das ist auch kein Wunder; denn erselbst, der Satan, verstellet sich zum Engel des Lichts. Darum istes nicht ein Groftes, ob sich auch seine Diener verstellen als Prediger der Gerechtigkeit; welcher Ende sein wird nach ihren Werken. Ich sage abermal, daß nicht jemand wahne, ich sei toricht; wo aber nicht, so nehmet mich an als einen Torichten, daß ich mich auch ein wenig rühme. Was ich jetzt rede, das rede ich nicht ais im Herrn, sondern als in der Torheit, dieweil wir in das Rühmen kommen sind. Sintemal viele sich rühmen nach dem Fleisch, will ich mich auch rühmen. Denn ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so jemand euch trotzet, so euch jemand in das Angesicht streicht. Das sage ich nach der Unehre, als waren wir schwach worden. Worauf nun jemand kühn ist (ich rede in Torheit), darauf bin ich auch kühn. Sie sind Hebraer, ich auch. Sie sind Israelites ich auch. Sie sind Abrahams Same, ich auch. Sie sind Diener Christi; (ich rede toricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schlage erlitten, ich bin ofter gefangen, oft in Todesnoten gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eines. Ich bin dreimal gestaupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe (des Meers). Ich bin oft gereiset; ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter den Mordern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Stadten, in Gefahr in der Wuste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blofte, ohne was sich sonst zutragt, namlich daß ich taglich werde angelaufen und trage Sorge fur alle Gemeinden. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geargert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soil, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gottund der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weift, daß ich nicht luge. Zu Damaskus, der Landpfleger des Konigs Aretas verwahrete die Stadt der Damasker und wollte mich greifen; und ich ward einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen und entrann aus seinen Handen.
Die Lesungen folgen dem Book of Common Prayer von 1662 (gemeinfrei). Der Text der Heiligen Schrift ist gemeinfrei. (Luther Bibel)
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