Tageslesungen
Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.
Erste Lesung
Wisset ihr nicht, liebe Brüder (denn ich rede mit denen, die das Gesetz wissen), daß das Gesetz herrschet fiber den Menschen, solange er lebet? Denn ein Weib, das unter dem Manne ist, dieweil der Mann lebet, ist sie gebunden an das Gesetz; so aber der Mann stirbt, so ist sie los vom Gesetz, das den Mann betrifft. Wo sie nun bei einem andern Manne ist, weil der Mann lebet, wird sie eine Ehebrecherin geheiften; so aber der Mann stirbt, ist sie frei vom Gesetz, daß sie nicht eine Ehebrecherin ist, wo sie bei einem andern Manne ist. Also auch, meine Brüder, ihr seid getotet dem Gesetz durch den Leib Christi, daß ihr bei einem andern seid, namlich bei dem, der von den Toten auferwecket ist, auf daß wir Gott Frucht bringen. Denn da wir im Fleisch waren, da waren die sündlichen Lüste, welche durchs Gesetz sich erregten, kraftig in unsern Gliedern, dem Tode Frucht zu bringe. Nun aber sind wir vom Gesetz los und ihm abgestorben, das uns gefangenhielt, also daß wir dienen sollen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens. Was wollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sunde? Das sei feme! Aber die Sunde erkannte ich nicht ohne durchs Gesetz. Denn ich wuftte nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hatte gesagt: Laft dich nicht gelüsten! Da nahm aber die Sunde Ursache am Gebot und erregte in mir allerlei Lust. Denn ohne das Gesetz war die Sunde tot. Ich aber lebte etwa ohne Gesetz. Da aber das Gebot kam, ward die Sunde wieder lebendig. Ich aber starb; und es befand sich, daß das Gebot mir zum Tode gereichte, das mir doch zum Leben gegeben war. Denn die Sunde nahm Ursache am Gebot und betrog mich und totete mich durch dasselbige Gebot. Das Gesetz istje heilig, und das Gebot ist heilig, recht und gut.
Erste Lesung
Und es kamen vor ihn die Reden der Kinder Labans, daß sie sprachen: Jakob hat alle unsers Vaters Gut zu sich gebracht und von unsers Vaters Gut hat er solchen Reichtum zuwegegebracht. Und Jakob sah an das Angesicht Labans; und siehe, es war nicht gegen ihn wie gestern und ehegestern. Und der HERR sprach zu Jakob: Zeuch wieder in deiner Vater Land und zu deiner Freundschaft; ich will mit dir sein. Da sandte Jakob hin und ließ rufen Rahel und Lea aufs Feld bei seine Herde und sprach zu ihnen: Ich sehe eures Vaters Angesicht, daß es nicht gegen mich ist wie gestern und ehegestern; aber der Gott meines Vaters ist mit mirgewesen. Und ihrwisset, daß ich aus alien meinen Kraften eurem Vater gedienet habe. Und er hat mich getauschet und nun zehnmal meinen Lohn verandert; aber Gott hat ihm nicht gestattet, daß er mir Schaden tate. Wenn er sprach: Die bunten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde bunte. Wenn er aber sprach: Die sprenglichten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde sprenglichte. Also hat Gott die Guter eures Vaters ihm entwandt und mir gegeben. Denn wenn die Zeitdes Laufs kam, hub ich meine Augen auf und sah im Traum, und siehe, die Bocke sprangen auf die sprenglichte, fleckichte und bunte Herde. Und der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob! Und ich antwortete: Hie bin ich. Er aber sprach: Heb auf deine Augen und siehe, die Bocke springen auf die sprenglichte, fleckichte und bunte Herde; denn ich habe alles gesehen, was dir Laban tut. Ich bin der Gott zu Bethel, da du den Stein gesalbet hast und mir daselbst ein Gelubde getan. Nun mach dich auf und zeuch aus diesem Lande und zeuch wieder in das Land deiner Freundschaft. Da antwortete Rahel und Lea und sprachen zu ihm: Wir haben doch kein Teil noch Erbe mehr in unsers Vaters Hause. Hat eruns doch gehalten alsdie Fremden; denn er hat uns verkauft und unsern Lohn verzehret. Darum hat Gott unserm Vater entwandt seinen Reichtum zu uns und unsern Kindern: Alles nun, was Gott dir gesagt hat, das tue. Also machte sich Jakob auf und lud seine Kinder und Weiber auf Kamele. Und fuhrete weg all sein Vieh und alle seine Habe, die er in Mesopotamien erworben hatte, daß er kame zu Isaak, seinem Vater, ins Land Kanaan. (Laban aberwar gegangen, seine Herde zu scheren.) Und Rahel stahl ihres Vaters Gotzen. Also stahl Jakob dem Laban zu Syrien das Herz damit, daß er ihm nicht ansagte, daß er floh. Also floh er und alles, was sein war, machte sich auf und fuhr uber das Wasser und richtete sich nach dem Berge Gilead. Am dritten Tage ward es Laban angesagt, daß Jakob flohe. Und er nahm seine Bruder zu sich und jagte ihm nach sieben Tagereisen und ereilete ihn auf dem Berge Gilead. Aber Gott kam zu Laban, dem Syrer, im Traum des Nachts und sprach zu ihm: Hüte dich, daß du mit Jakob nicht anders redest denn freundlich! Und Laban nahete zu Jakob. Jakob aber hatte seine Hütte aufgeschlagen auf dem Berge; und Laban mit seinen Brudern schlug seine Hütte auch auf auf dem Berge Gilead. Da sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, daß du mein Herz gestohlen hast und hast meine Tochter entfuhret, als die durchs Schwert gefangen waren? Warum bist du heimlich geflohen und hast dich weggestohlen und hast mir's nicht angesagt, daß ich dich hatte geleitet mit Freuden, mit Singen, mit Pauken und Harfen? Und hast mich nicht lassen meine Kinder und Tochter küssen? Nun, du hast torlich getan. Und ich hatte mit Gottes Hilfe wohl so viel Macht, daß ich euch konnte Ubels tun; aber eures Vaters Gott hat gestern zu mir gesagt: Hüte dich, daß du mit Jakob nicht anders denn freundlich redest! Und weil du denn ja wolltest ziehen und sehntest dich so fast nach deines Vaters Hause, warum hast du mir meine Gotter gestohlen? Jakob antwortete und sprach zu Laban: Ich fürchtete mich und dachte, du würdest deine Tochter von, mirreiften. Bei welchem aber du deine Gotter findest, der sterbe hie vor unsern Brudern. Suche das Deine bei mir und nimm's hin. Jakob wuftte aber nicht, daß sie Rahel gestohlen hatte. Da ging Laban in die Hütte Jakobs und Leas und der beiden Magde und fand nicht Und ging aus der Hütte Leas in die Hütte Rahels. Da nahm Rahel die Gotzen und legte sie unter die Streu der Kamele und setzte sich drauf. Laban aber betastete die ganze Hütte und fand nichts. Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein Herr, zürne nicht, denn ich kann nicht aufstehen gegen dir; denn es gehet mir nach der Frauen Weise. Also fand er die Gotzen nicht wie fast er suchte. Und Jakob ward zornig und schalt Laban und sprach zu ihm: Was habe ich miftgehandelt Oder gesündiget, daß du so auf mich erhitzt bist? Du hast alien meinen Hausrat betastet. Was hast du deines Hausrats funden? Lege das dar vor meinen und deinen Brüdern, daß sie zwischen uns beiden richten. Diese zwanzig Jahre bin ich bei dirgewesen, deine Schafe und Ziegen sind nicht unfruchtbar gewesen; die Widder deiner Herde habe ich nie gegessen. Was die Tiere zerrissen, brachte ich dir nicht, ich muftte es bezahlen; du fordertest es von meiner Hand, es ware mir des Tages Oder des Nachts gestohlen. Des Tages verschmachtete ich vor Hitze und des Nachts vor Frost, und kam kein Schlaf in meine Augen. Also habe ich diese zwanzig Jahre in deinem Hause gedienet, vierzehn urn deine Tochter und sechs urn deine Herde, und hast mir meinen Lohn zehnmal verandert. Wo nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams, und die Furcht Isaaks auf meiner Seite gewesen ware, du flattest mich leer lassen ziehen. Aber Gott hat mein Elend und Mühe angesehen und hat dich gestern gestraft. Laban antwortete und sprach zu Jakob: Die Tochter sind meine Tochter und die Kinder sind meine Kinder und die Herden sind meine Herden, und alles, was du siehest, ist mein, was kann ich meinen Tochtern heute Oder ihren Kindern tun, die sie geboren haben? So komm nun und laft uns einen Bund machen, ich und du, der ein Zeugnis sei zwischen mir und dir. Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn auf zu einem Mai. Und sprach zu seinen Brudern: Leset Steine auf. Und sie nahmen Steine und machten einen Haufen und alien aufdemselben Haufen. Und Laban hieft ihn Jegar-Sahadutha; Jakob aber hieft ihn Gilead. Da sprach Laban: Der Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und dir (daher heiftt man ihn Gilead) und sei eine Warte, denn er sprach: Der HERR sehe darein zwischen mir und dir, wenn wir voneinander kommen, wo du meine Tochter beleidigest Oder andere Weiber dazu nimmst uber meine Tochter. Es ist hie kein Mensch mit uns; siehe aber, Gott ist der Zeuge zwischen mir und dir. Und Laban sprach weiter zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe und das ist das Mai, das ich aufgerichtet habe zwischen mir und dir. Derselbe Haufe sei Zeuge, und das Mai sei auch Zeuge, wo ich herüberfahre zu dir, Oder du herüberfahrest zu mir uber diesen Haufen und Mai, zu beschadigen. Der Gott Abrahams und der Gott Nahors und der Gott ihrer Vater sei Richter zwischen uns. Und Jakob schwur ihm bei der Furcht seines Vaters Isaak. Und Jakob opferte auf dem Berge und lud seine Brüderzum Essen. Und da sie gegessen hatten, blieben sie auf dem Berge uber Nacht.
Erste Lesung
Joseph ward hinab in Agypten gefuhret; und Potiphar, ein agyptischer Mann, des Pharao Kammerer und Hofmeister, kaufte ihn von den Ismaeliten, die ihn hinabbrachten. Und der HERR war mit Joseph, daß er ein gluckseliger Mann ward; und war in seines Herrn, des Agypters, Hause. Und sein Herr sah, daß der HERR mit ihm war; denn alles, was er tat, da gab der HERR Gluck zu durch ihn, also daß er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener ward. Der setzte ihn uber sein Haus, und alles, was er hatte, tat er unter seine Hande. Und von der Zeit an, da er ihn uber sein Haus und alle seine Güter gesetzt hatte, segnete der HERR des Agypters Haus um Josephs willen, und war eitel Segen des HERRN in allem, was er hatte, zu Hause und zu Felde. Darum liefi er alles unter Josephs Handen, was er hatte; und er nahm sich keines Dinges an, weil er ihn hatte, denn daß er ali und trank. Und Joseph war schdn und hubsch von Angesicht. Und es begab sich nach dieser Geschichte, daß seines Herrn Weib ihre Augen auf Joseph warf und sprach: Schlafe bei mir! Er weigerte sich's aber und sprach zu ihr: Siehe, mein Herr nimmt sich nichts an vor mir, was im Hause ist; und alles, was er hat, das hat er unter meine Hande getan; und hat nichts so grofi in dem Hause, das ervor mirverhohlen habe, ohne dich, indem du sein Weib bist. Wie sollt ich denn nun ein solch groli Obel tun und wider Gott sundigen? Und sie trieb solche Worte gegen Joseph taglich. Aber er gehorchte ihr nicht, daß er nahe bei ihr schlief noch um sie ware. Es begab sich der Tage einen, daß Joseph in das Haus ging, sein Geschaft zu tun, und war kein Mensch vom Gesinde des Hauses dabei. Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: Schlafe bei mir! Aber er lieli das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause hinaus. Da sie nun sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand lieli und hinaus entfloh, rief sie dem Gesinde im Hause und sprach zu ihnen: Sehet, er hat uns den ebraischen Mann hereingebracht, daß er uns zuschanden mache. Er kam zu mir herein und wollte bei mir schlafen; ich rief aber mit lauterßtimme. Und da erhorete, daß ich ein Geschrei machte und rief, da lieli er sein Kleid bei mir und floh und lief hinaus. Und sie legte sein Kleid neben sich, bis sein Herr heim kam, und sagte zu ihm eben dieselben Worte und sprach: Der ebraische Knecht, den du uns hereingebracht hast, kam zu mir herein und wollte mich zuschanden machen. Da ich aber ein Geschrei machte und rief, da lieli er sein Kleid bei mir und floh hinaus. Als sein Herr horete die Rede seines Weibes, die sie ihm sagte und sprach: Also hat mir dein Knecht getan, ward er sehr zornig. Da nahm ihn sein Herr und legte ihn ins Gefangnis, da des Konigs Gefangene innen lagen; und er lag allda im Gefangnis. Aber der HERR war mit ihm und neigte seine Huld zu ihm und lieli ihn Gnade finden vor dem Amtmann uber das Gefangnis, daß er ihm unter seine Hand befahl alle Gefangenen im Gefangnis, auf daß alles, was da geschah, durch ihn geschehen mulite. Denn der Amtmann uber das Gefangnis nahm sich keines Dinges an; denn der HERR war mit Joseph, und was er tat, da gab der HERR Gluck zu.
Morgengebet — Erste Lesung
Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Baumen im Garten. Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Fruchten der Baume im Garten; aber von den Fruchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, ruhret es auch nicht an, daß ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihrwerdet mitnichten des Todes sterben; sondern Gottweift, daß, welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und bose ist. Und das Weib schauete an, daß von dem Baum gut zu essen ware und lieblich anzusehen, daß es ein lustiger Baum ware, weil er klug machte, und nahm von der Frucht und aft und gab ihrem Mann auch davon, und eraft. Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan und wurden gewahr, daß sie nackend waren, und flochten Feigenblatter zusammen und machten ihnen Schurze. Und sie horeten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten ging, da der Tag kuhl worden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter die Baume im Garten. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich horete deine Stimme im Garten und furchtete mich, denn ich bin nackend; darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dir's gesagt, daß du nackend bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellet hast, gab mir von dem Baum, und ich aft. Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, daß ich aft. Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seiest du verflucht vor allem Vieh und vor alien Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauch sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Der selbe soli dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zum Weibe sprach er: Ich will dirviel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebaren; und dein Wille soil deinem Mann unterworfen sein, und er soil dein Herrsein. Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorchet der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baume, davon ich dirgebot und sprach: Du sollst nicht davon essen; verflucht sei der Acker um deinetwillen; mit Kummer sollst du dich drauf nahren dein Leben lang. Dornen und Disteln soil erdirtragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brat essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. Und Adam hieß sein Weib Heva, darum daß sie eine Mutter ist aller Lebendigen. Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Rocke von Fellen und zog sie ihnen an, Und Gott der HERR sprach: Siehe, Adam ist worden als unsereiner und weiß, was gut und bose ist. Nun aber, daß er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich: da ließ ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dafi erdas Feld bauete, davon er genommen ist, und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden den Cherub miteinem bloßen hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.
Epistel
Denn ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so jemand euch trotzet, so euch jemand in das Angesicht streicht. Das sage ich nach der Unehre, als waren wir schwach worden. Worauf nun jemand kühn ist (ich rede in Torheit), darauf bin ich auch kühn. Sie sind Hebraer, ich auch. Sie sind Israelites ich auch. Sie sind Abrahams Same, ich auch. Sie sind Diener Christi; (ich rede toricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schlage erlitten, ich bin ofter gefangen, oft in Todesnoten gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eines. Ich bin dreimal gestaupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe (des Meers). Ich bin oft gereiset; ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter den Mordern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Stadten, in Gefahr in der Wuste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blofte, ohne was sich sonst zutragt, namlich daß ich taglich werde angelaufen und trage Sorge fur alle Gemeinden. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geargert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soil, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gottund der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weift, daß ich nicht luge. Zu Damaskus, der Landpfleger des Konigs Aretas verwahrete die Stadt der Damasker und wollte mich greifen; und ich ward einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen und entrann aus seinen Handen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren (ist er in dem Leibe gewesen, so weift ich's nicht, Oder ist er aufter dem Leibe gewesen, so weift ich's auch nicht; Gott weift es); derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen (ob er in dem Leibe Oder aufter dem Leibe gewesen ist, weift ich nicht; Gott weift es). Er ward entzückt in das Paradies und horete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, tate ich darum nicht toricht; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich hoher achte, denn er an mir siehet, Oder von mir horet, Und auf daß ich mich nicht der hoher Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, namlich des Satanas Engel, der mich mit Fausten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal zum Herrn geflehet habe, daß ervon mirwiche; und er hat zu mir gesagt: La(i dir an meiner Gnade genugen; denn meine Kraft ist in den Schwachen machtig. Darum will ich mich am allerliebsten ruhmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mirwohne.
Erste Lesung
Und es kamen vor ihn die Reden der Kinder Labans, daß sie sprachen: Jakob hat alle unsers Vaters Gut zu sich gebracht und von unsers Vaters Gut hat er solchen Reichtum zuwegegebracht. Und Jakob sah an das Angesicht Labans; und siehe, es war nicht gegen ihn wie gestern und ehegestern. Und der HERR sprach zu Jakob: Zeuch wieder in deiner Vater Land und zu deiner Freundschaft; ich will mit dir sein. Da sandte Jakob hin und ließ rufen Rahel und Lea aufs Feld bei seine Herde und sprach zu ihnen: Ich sehe eures Vaters Angesicht, daß es nicht gegen mich ist wie gestern und ehegestern; aber der Gott meines Vaters ist mit mirgewesen. Und ihrwisset, daß ich aus alien meinen Kraften eurem Vater gedienet habe. Und er hat mich getauschet und nun zehnmal meinen Lohn verandert; aber Gott hat ihm nicht gestattet, daß er mir Schaden tate. Wenn er sprach: Die bunten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde bunte. Wenn er aber sprach: Die sprenglichten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde sprenglichte. Also hat Gott die Guter eures Vaters ihm entwandt und mir gegeben. Denn wenn die Zeitdes Laufs kam, hub ich meine Augen auf und sah im Traum, und siehe, die Bocke sprangen auf die sprenglichte, fleckichte und bunte Herde. Und der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob! Und ich antwortete: Hie bin ich. Er aber sprach: Heb auf deine Augen und siehe, die Bocke springen auf die sprenglichte, fleckichte und bunte Herde; denn ich habe alles gesehen, was dir Laban tut. Ich bin der Gott zu Bethel, da du den Stein gesalbet hast und mir daselbst ein Gelubde getan. Nun mach dich auf und zeuch aus diesem Lande und zeuch wieder in das Land deiner Freundschaft. Da antwortete Rahel und Lea und sprachen zu ihm: Wir haben doch kein Teil noch Erbe mehr in unsers Vaters Hause. Hat eruns doch gehalten alsdie Fremden; denn er hat uns verkauft und unsern Lohn verzehret. Darum hat Gott unserm Vater entwandt seinen Reichtum zu uns und unsern Kindern: Alles nun, was Gott dir gesagt hat, das tue. Also machte sich Jakob auf und lud seine Kinder und Weiber auf Kamele. Und fuhrete weg all sein Vieh und alle seine Habe, die er in Mesopotamien erworben hatte, daß er kame zu Isaak, seinem Vater, ins Land Kanaan. (Laban aberwar gegangen, seine Herde zu scheren.) Und Rahel stahl ihres Vaters Gotzen. Also stahl Jakob dem Laban zu Syrien das Herz damit, daß er ihm nicht ansagte, daß er floh. Also floh er und alles, was sein war, machte sich auf und fuhr uber das Wasser und richtete sich nach dem Berge Gilead. Am dritten Tage ward es Laban angesagt, daß Jakob flohe. Und er nahm seine Bruder zu sich und jagte ihm nach sieben Tagereisen und ereilete ihn auf dem Berge Gilead. Aber Gott kam zu Laban, dem Syrer, im Traum des Nachts und sprach zu ihm: Hüte dich, daß du mit Jakob nicht anders redest denn freundlich! Und Laban nahete zu Jakob. Jakob aber hatte seine Hütte aufgeschlagen auf dem Berge; und Laban mit seinen Brudern schlug seine Hütte auch auf auf dem Berge Gilead. Da sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, daß du mein Herz gestohlen hast und hast meine Tochter entfuhret, als die durchs Schwert gefangen waren? Warum bist du heimlich geflohen und hast dich weggestohlen und hast mir's nicht angesagt, daß ich dich hatte geleitet mit Freuden, mit Singen, mit Pauken und Harfen? Und hast mich nicht lassen meine Kinder und Tochter küssen? Nun, du hast torlich getan. Und ich hatte mit Gottes Hilfe wohl so viel Macht, daß ich euch konnte Ubels tun; aber eures Vaters Gott hat gestern zu mir gesagt: Hüte dich, daß du mit Jakob nicht anders denn freundlich redest! Und weil du denn ja wolltest ziehen und sehntest dich so fast nach deines Vaters Hause, warum hast du mir meine Gotter gestohlen? Jakob antwortete und sprach zu Laban: Ich fürchtete mich und dachte, du würdest deine Tochter von, mirreiften. Bei welchem aber du deine Gotter findest, der sterbe hie vor unsern Brudern. Suche das Deine bei mir und nimm's hin. Jakob wuftte aber nicht, daß sie Rahel gestohlen hatte. Da ging Laban in die Hütte Jakobs und Leas und der beiden Magde und fand nicht Und ging aus der Hütte Leas in die Hütte Rahels. Da nahm Rahel die Gotzen und legte sie unter die Streu der Kamele und setzte sich drauf. Laban aber betastete die ganze Hütte und fand nichts. Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein Herr, zürne nicht, denn ich kann nicht aufstehen gegen dir; denn es gehet mir nach der Frauen Weise. Also fand er die Gotzen nicht wie fast er suchte. Und Jakob ward zornig und schalt Laban und sprach zu ihm: Was habe ich miftgehandelt Oder gesündiget, daß du so auf mich erhitzt bist? Du hast alien meinen Hausrat betastet. Was hast du deines Hausrats funden? Lege das dar vor meinen und deinen Brüdern, daß sie zwischen uns beiden richten. Diese zwanzig Jahre bin ich bei dirgewesen, deine Schafe und Ziegen sind nicht unfruchtbar gewesen; die Widder deiner Herde habe ich nie gegessen. Was die Tiere zerrissen, brachte ich dir nicht, ich muftte es bezahlen; du fordertest es von meiner Hand, es ware mir des Tages Oder des Nachts gestohlen. Des Tages verschmachtete ich vor Hitze und des Nachts vor Frost, und kam kein Schlaf in meine Augen. Also habe ich diese zwanzig Jahre in deinem Hause gedienet, vierzehn urn deine Tochter und sechs urn deine Herde, und hast mir meinen Lohn zehnmal verandert. Wo nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams, und die Furcht Isaaks auf meiner Seite gewesen ware, du flattest mich leer lassen ziehen. Aber Gott hat mein Elend und Mühe angesehen und hat dich gestern gestraft. Laban antwortete und sprach zu Jakob: Die Tochter sind meine Tochter und die Kinder sind meine Kinder und die Herden sind meine Herden, und alles, was du siehest, ist mein, was kann ich meinen Tochtern heute Oder ihren Kindern tun, die sie geboren haben? So komm nun und laft uns einen Bund machen, ich und du, der ein Zeugnis sei zwischen mir und dir. Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn auf zu einem Mai. Und sprach zu seinen Brudern: Leset Steine auf. Und sie nahmen Steine und machten einen Haufen und alien aufdemselben Haufen. Und Laban hieft ihn Jegar-Sahadutha; Jakob aber hieft ihn Gilead. Da sprach Laban: Der Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und dir (daher heiftt man ihn Gilead) und sei eine Warte, denn er sprach: Der HERR sehe darein zwischen mir und dir, wenn wir voneinander kommen, wo du meine Tochter beleidigest Oder andere Weiber dazu nimmst uber meine Tochter. Es ist hie kein Mensch mit uns; siehe aber, Gott ist der Zeuge zwischen mir und dir. Und Laban sprach weiter zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe und das ist das Mai, das ich aufgerichtet habe zwischen mir und dir. Derselbe Haufe sei Zeuge, und das Mai sei auch Zeuge, wo ich herüberfahre zu dir, Oder du herüberfahrest zu mir uber diesen Haufen und Mai, zu beschadigen. Der Gott Abrahams und der Gott Nahors und der Gott ihrer Vater sei Richter zwischen uns. Und Jakob schwur ihm bei der Furcht seines Vaters Isaak. Und Jakob opferte auf dem Berge und lud seine Brüderzum Essen. Und da sie gegessen hatten, blieben sie auf dem Berge uber Nacht.
Morgengebet — Zweite Lesung
Am Abend aber des Sabbats, welcher anbricht am Morgen des ersten Feiertages der Sabbate, kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu besehen. Und siehe, es geschah ein graft Erdbeben. Denn der Engel des Herm kam vom Himmel herab, trat hinzu und walzte den Stein von der Tur und setzte sich darauf. Und seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weift wie der Schnee. Die Hüter aber erschraken vor Furcht und wurden, als waren sie tot. Aber der Engel antwortete und sprach zu den Weibern: Furchtet euch nicht; ich weift, daß ihr Jesum, den Gekreuzigten, suchet. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und sehet die Statte, da der Herrgelegen hat! Und gehet eilend hin und saget es seinen Jungern, daß er auferstanden sei von den Toten. Und siehe, erwird vor euch hingehen nach Galilaa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich hab's euch gesagt. Und sie gingen eilend zum Grabe hinaus mit Furcht und grafter Freude und liefen, daß sie es seinen Jungern verkündigten. Und da sie gingen, seinen Jungern zu verkundigen, siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüftet! Und sie traten zu ihm und griffen an seine Füfte und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Furchtet euch nicht! Gehet hin und verkundiget es meinen Brudern, daß sie gehen nach Galilaa; daselbst werden sie mich sehen. Da sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von den Hutern in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Und sie kamen zusammen mit den Altesten und hielten einen Rat und gaben den Kriegsknechten Gelds genug und sprachen: Saget, seine Junger kamen des Nachts und stahlen ihn, dieweil wirschliefen. Und wo es würde auskommen bei dem Landpfleger, wollen wir ihn stillen und schaffen, daß ihr sicher seid. Und sie nahmen das Geld und taten, wie sie gelehret waren. Solches ist eine gemeine Rede worden bei den Juden bis auf den heutigen Tag. Aber die elf Junger gingen nach Galilaa auf einen Berg, dahin Jesus sie beschieden hatte. Und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Volker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Antwortpsalm
Ein Psalm, vorzusingen, der Kinder Korah. Frohlocket mit Handen, alle Volker, und jauchzet Gott mit frbhlichem Schall! Denn der HERR, der Allerhochste, ist erschrecklich, ein grower Konig auf dem ganzen Erdboden. Er wird die Volker unter uns zwingen und die Leute unter unsere Fülie. Er erwahlet uns zum Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebet. Sela. Gott fahret auf mit Jauchzen und der HERR mit heller Posaune. Lobsinget, lobsinget Gott; lobsinget, lobsinget unserm Konige! Denn Gott ist Konig auf dem ganzen Erdboden; lobsinget ihm kluglich! Gott ist Konig uber die Heiden; Gott sitzt auf seinem heiligen Stuhl. Die Fursten unter den Volkern sind versammelt zu einem Volk dem Gott Abrahams; denn Gott ist sehr erhohet bei den Schilden auf Erden.
Evangelium
Da nun viel Volks beieinander war und aus den Stadten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Samann aus, zu saen seinen Samen; und indem er sate, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vogel unter dem Himmel fraßen's auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. Und etliches fiel auf ein gut Land; und es ging auf und trug hundertfaltige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu horen, der hore! Es fragten ihn aber seine Junger und sprachen, was dieses Gleichnis ware. Er aber sprach: Euch ist's gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon horen. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es horen; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es horen, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Und die haben nicht Wurzel: eine Zeitlang glauben sie und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es horen und gehen hin unter den Sorgen, Reichtum und Wollust dieses Lebens und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande sind, die das Wort horen und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.
Antwortpsalm
Ein Psalm, zu singen von der Einweihung des Hauses Davids. Ich preise dich, HERR, denn du hast mich erhohet und lassest meine Feinde sich nicht fiber mich freuen. HERR, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. HERR, du hast meine Seele aus der Holle gefuhret; du hast mich lebendig behalten, da die in die Holle fuhren. Ihr Heiligen, lobsinget dem HERRN; danket und preiset seine Heiligkeit! Denn sein Zorn wahret einen Augenblick, und er hat Lust zum Leben; den Abend lang wahret das Weinen, aber des Morgens die Freude. Ich aber sprach, da mir's wohl ging: Ich werde nimmermehr daniederliegen. Denn, HERR, durch dein Wohlgefallen hast du meinen Berg stark gemacht. Aber da du dein Antlitz verbargest, erschrak ich. Ich will, HERR, rufen zu dir; dem HERRN will ich flehen. Was ist nütze an meinem Blut, wenn ich tot bin? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkundigen? HERR, hore und sei mir gnadig; HERR, sei mein Heifer! Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen; du hast meinen Sack ausgezogen und mich mit Freuden gegurtet, auf daß dir lobsinge meine Ehre und nicht stille werde. HERR, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids, vorzusingen. HERR, auf dich traue ich. Lafi mich nimmermehr zuschanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und urn deines Namens willen wollest du mich leiten und fuhren. Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir gestellet haben; denn du bist meine Starke. In deine Hande befehle ich meinen Geist; du hast mich erloset, HERR, du treuer Gott. Ich hasse, die da halten auf lose Lehre; ich hoffe aber auf den HERRN. Ich freue mich und bin frohlich uber deiner Güte, daß du mein Elend ansiehest und erkennest meine Seele in der Not und übergibst mich nicht in die Hande des Feindes; du stellest meine Fulie auf weiten Raum. HERR, sei mir gnadig, denn mir ist angst; meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, dazu meine Seele und mein Bauch. Denn mein Leben hat abgenommen vor Trubnis und meine Zeit vor Seufzen; meine Kraft ist verfallen vor meiner Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet. Es gehet mir so libel, daß ich bin eine grofie Schmach worden meinen Nachbarn und eine Scheu meinen Verwandten; die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir. Mein ist vergessen im Herzen wie eines Toten; ich bin worden wie ein zerbrochen Gefali. Denn viele schelten mich libel, daß jedermann sich vor mir scheuet; sie ratschlagen miteinander fiber mich und denken mir das Leben zu nehmen. Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott. Meine Zeit stehet in deinen Handen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. Lali leuchten dein Antlitz liber deinen Knecht; hilf mir durch deine Güte! HERR, lali mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen müssen zuschanden und geschweiget werden in der Holle. Verstummen müssen falsche Mauler, die da reden wider den Gerechten, steif, stolz und hohnisch. Wie grofi ist deine Güte, die du verborgen hast denen, die dich fürchten, und erzeigest denen, die vor den Leuten auf dich trauen. Du verbirgest sie heimlich bei dir vor jedermanns Trotz; du verdeckest sie in der Hutte vor den zankischen Zungen. Gelobet sei der HERR, daü er hat eine wunderliche Gute mir bewiesen in einer festen Stadt! Denn ich sprach in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoften; dennoch horetest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie. Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! Die Glaubigen behutet der HERR und vergilt reichlich dem, der Hochmut übet. Seid getrost und unverzagt, alle, die ihrdes HERRN harret!
Antwortpsalm
Ein Psalm Davids, vorzusingen. HERR, auf dich traue ich. Lafi mich nimmermehr zuschanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und urn deines Namens willen wollest du mich leiten und fuhren. Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir gestellet haben; denn du bist meine Starke. In deine Hande befehle ich meinen Geist; du hast mich erloset, HERR, du treuer Gott. Ich hasse, die da halten auf lose Lehre; ich hoffe aber auf den HERRN. Ich freue mich und bin frohlich uber deiner Güte, daß du mein Elend ansiehest und erkennest meine Seele in der Not und übergibst mich nicht in die Hande des Feindes; du stellest meine Fulie auf weiten Raum. HERR, sei mir gnadig, denn mir ist angst; meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, dazu meine Seele und mein Bauch. Denn mein Leben hat abgenommen vor Trubnis und meine Zeit vor Seufzen; meine Kraft ist verfallen vor meiner Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet. Es gehet mir so libel, daß ich bin eine grofie Schmach worden meinen Nachbarn und eine Scheu meinen Verwandten; die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir. Mein ist vergessen im Herzen wie eines Toten; ich bin worden wie ein zerbrochen Gefali. Denn viele schelten mich libel, daß jedermann sich vor mir scheuet; sie ratschlagen miteinander fiber mich und denken mir das Leben zu nehmen. Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott. Meine Zeit stehet in deinen Handen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. Lali leuchten dein Antlitz liber deinen Knecht; hilf mir durch deine Güte! HERR, lali mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen müssen zuschanden und geschweiget werden in der Holle. Verstummen müssen falsche Mauler, die da reden wider den Gerechten, steif, stolz und hohnisch. Wie grofi ist deine Güte, die du verborgen hast denen, die dich fürchten, und erzeigest denen, die vor den Leuten auf dich trauen. Du verbirgest sie heimlich bei dir vor jedermanns Trotz; du verdeckest sie in der Hutte vor den zankischen Zungen. Gelobet sei der HERR, daü er hat eine wunderliche Gute mir bewiesen in einer festen Stadt! Denn ich sprach in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoften; dennoch horetest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie. Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! Die Glaubigen behutet der HERR und vergilt reichlich dem, der Hochmut übet. Seid getrost und unverzagt, alle, die ihrdes HERRN harret!
Abendgebet — Erste Lesung
Da sich aber die Menschen begannen zu mehren auf Erden und zeugeten ihnen Tochter, da sahen die Kinder Gottes nach den Tochtern der Menschen, wie sie schon waren und nahmen zu Weibern, welche sie wollten. Da sprach der HERR: Die Menschen wollen sich von meinem Geist nicht mehr strafen lassen, denn sie sind Fleisch. Ich will ihnen noch Frist geben hundertundzwanzig Jahre. Es waren auch zu den Zeiten Tyrannen auf Erden; denn da die Kinder Gottes die Tochter der Menschen beschliefen und ihnen Kinder zeugeten, wurden daraus Gewaltige in der Welt und beruhmte Leute. Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit grofi war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur bose war immerdar, da reuete es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekummerte ihn in seinem Herzen, und sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, von den Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewurme und bis auf die Vogel unterdem Himmel; denn es reuet mich, dafi ich sie gemacht habe. Aber Noah fand Gnade vordem HERRN. Dies ist das Geschlecht Noahs: Noah war ein frommer Mann und ohne Wandel und fuhrete ein gottlich Leben zu seinen Zeiten. Und zeugete drei Sohne, Sem, Ham, Japheth. Aber die Erde war verderbet vor Gottes Augen und voll Frevels. Da sah Gott auf Erden, und siehe, sie war verderbet; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbet auf Erden. Da sprach Gott zu Noah: Alles Fleisches Ende ist vor mich kommen, denn die Erde ist voll Frevels von ihnen; und siehe da, ich will sie verderben mitder Erde. Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern drinnen und verpiche sie mit Pech inwendig und auswendig. Und mache ihn also: Dreihundert Ellen sei die Lange, funfzig Ellen die Weite und dreüßig Ellen die Hohe. Ein Fenster sollst du dran machen, oben an, eine Elle graft. Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und soil drei Boden haben, einen unten, den andem in der Mitte, den dritten in der Hohe. Denn siehe, ich will eine Sintflut mit Wasser kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin ein lebendiger Odem ist unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soil untergehen. Aber mit dir will ich einen Bund aufrichten; und du sollst in den Kasten gehen mit deinen Sohnen, mit deinem Weibe und mit deiner Sohne Weibern. Und du sollst in den Kasten tun allerlei Tiere von allem Fleisch, je ein Paar, Mannlein und Fraulein, daß sie lebendig bleiben bei dir. Von den Vogeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art: von den alien soli je ein Paar zu dir hineingehen, daß sie leben bleiben. Und du sollst allerlei Speise zu dir nehmen, die man isset; und sollst sie bei dir sammeln, daß sie dir und ihnen zur Nahrung da seien. Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
Zweite Lesung
Judas, ein Knecht Jesu Christi, aber ein Bruder des Jakobus: den Berufenen, die da geheiliget sind in Gott dem Vater und behalten in Jesu Christo. Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe! Ihr Lieben, nachdem ich vorhatte, euch zu schreiben von unser aller Heil, hielt ich's fur notig, euch mit Schriften zu ermahnen, daß ihr ob dem Glauben kampfet, der einmal den Heiligen vorgegeben ist. Denn es sind etliche Menschen nebeneingeschlichen, von denen vorzeiten geschrieben ist, zu solcher Strafe; die sind Gottlose und ziehen die Gnade unsers Gottes auf Mutwillen und verleugnen Gott und unsern Herrn Jesum Christum, den einigen Herrscher. Ich will euch aber erinnern, daß ihr wisset auf einmal dies, daß der Herr, da er dem Volk aus Agypten half, zum andernmal brachte er urn, die da nichtglaubten. Auch Engel, die ihr Fürstentum nicht behielten, sondern verlielien ihre Behausung, hat er behalten zum Gericht des grolien Tages mit ewigen Banden in Finsternis. Wie auch Sodom und Gomorra und die umliegenden Stadte, die gleicherweise wie diese ausgehuret haben und nach einem andern Fleisch gegangen sind, zum Exempel gesetzt sind und leiden des ewigen Feuers Pein. Desselbigengleichen sind auch diese Traumer, die das Fleisch beflecken, die Herrschaften aber verachten und die Majestaten lastern. aber, der Erzengel, da er mit dem Teufel zankete und mit ihm redete uber den Leichnam Mose's, durfte er das Urteil der Lasterung nicht fallen, sondern sprach: Der Herr strafe dich! Diese aber lastern, da sie nichts von wissen; was sie aber naturlich erkennen, darinnen verderben sie wie die unvernunftigen Here. Wehe ihnen! denn sie gehen den Weg Kains und fallen in den Irrtum des Bileam urn Genielies willen und kommen urn in dem Aufruhr Korahs. Diese Unflater prassen von euren Almosen ohne Scheu, weiden sich selbst; sie sind Wolken ohne Wasser, von dem Winde umgetrieben, kahle, unfruchtbare Baume, zweimal erstorben und ausgewurzelt, wilde Wellen des Meeres, die ihre eigene Schande ausschaumen, irrige Sterne, welchen behalten ist das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit. Es hat aber auch von solchen geweissaget Henoch, der Siebente von Adam, und gesprochen: Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Heiligen, Gericht zu halten uber alle und zu strafen alle ihre Gottlosen urn alle Werke ihres gottlosen Wandels, damit sie gottlos gewesen sind, und urn alie das Harte, das die gottlosen Sunder wider ihn geredet haben. Diese murmeln und klagen immerdar, die nach ihren Lüsten wandeln; und ihr Mund redet stolze Worte und achten das Ansehen der Person urn Nutzes willen. Ihr aber, meine Lieben, erinnert euch der Worte, die zuvor gesagt sind von den Aposteln unsers Herrn Jesu Christi, da sie euch sagten, daß zu der letzten Zeit werden Spotter sein, die nach ihren eigenen Lüsten des gottlosen Wesens wandeln. Diese sind, die da Rotten machen, Fleischliche, die da keinen Geist haben. Ihr aber, meine Lieben, erbauet euch auf euren allerheiligsten Glauben durch den Heiligen Geist und betet und behaltet euch in der Liebe Gottes und wartet auf die Barmherzigkeit unsers Herrn Jesu Christi zum ewigen Leben. Und haltet diesen Unterschied, daß ihr euch etlicher erbarmet, etliche aber mit Furcht selig machet und rücket sie aus dem Feuer; und hasset den befleckten Rock des Fleisches. Dem aber, der euch kann behuten ohne Fehl und stellen vor das Angesicht seiner Herrlichkeit unstraflich mit Freuden; dem Gott, der allein weise ist, unserm Heilande, sei Ehre und Majestat und Gewalt und Macht nun und zu aller Ewigkeit! Amen.
Zweite Lesung
Ich erinnere euch, aber, liebe Bruder, des Evangeliums, das ich euch verkundiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkundiget habe, so ihr's behalten habt, es ware, denn, dad ihr's umsonst geglaubet hattet. Denn ich habe euch zuvorderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, dad Christus gestorben sei fur unsere Sünden nach der Schrift, und dad er begraben sei, und dad er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift, und dad er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwolfen. Danach ist er gesehen worden von mehr denn funfhundert Brudern auf einmal, deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von alien Aposteln. Am letzten nach alien ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden; denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, dad ich ein Apostei heide, darum dad ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Es sei nun ich oderjene, also predigen wir, und also habt ihr geglaubet. So aber Christus gepredigetwird, dad er sei von den Toten auferstanden, wie sagen denn etliche unter euch, die Auferstehung der Toten sei nichts ? Ist aber die Auferstehung der Toten nichts, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wirwurden aber auch erfunden falsche Zeugen Gottes, dad wir wider Gott gezeuget hatten, er hatte Christum auferwecket, den er nicht auferwecket hatte, sintemal die Toten nicht auferstehen. Denn so die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden, so sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter alien Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling worden unter denen, die da schlafen, sintemal durch einen Menschen der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten kommt. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. Ein jeglicher aber in seiner Ordnung. Der Erstling Christus, danach die Christo angehoren, wenn er kommen wird. Danach das Ende, wenn erdas Reich Gott und dem Vater überantworten wird, wenn er aufheben wird alle Herrschaft und alle Obrigkeit und Gewalt. Er muli aber herrschen, bis daß er alle seine Feinde unter seine Fulie lege. Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod. Denn er hat ihm alles unter seine Fulie getan. Wenn er aber sagt; daß es alles untertan sei, ist's offenbar, daß ausgenommen ist, der ihm alles untertan hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, alsdann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles untertan hat, auf dafi Gott sei alles in alien. Was machen sonst, die sich taufen lassen uber den Toten, so allerdinge die Toten nicht auferstehen? Was lassen sie sich taufen uber den Toten? Und was stehen wir alle Stunde in der Gefahr? Bei unserm Ruhm den ich habe in Christo Jesu, unserm Herrn, ich sterbe taglich. Hab 1 ich menschlicher Meinung zu Ephesus mit den wilden Tieren gefochten, was hilft's mir, so die Toten nicht auferstehen? Lasset uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot. Lasset euch nicht verfuhren! Bose Geschwatze verderben gute Sitten. Werdet doch einmal recht nuchtern und sundiget nicht; denn etliche wissen nichts von Gott, das sage ich euch zur Schande. Mochte aber jemand, sagen: Wie werden die Toten auferstehen; und mit welcherlei Leibe werden sie kommen? Du Narr, was du saest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und was du saest, ist ja nicht der Leib, der werden soli, sondern ein bloßes Korn, namlich Weizen Oder der andern eines. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch, sondern ein ander Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehes, ein anderes der Fische, ein anderes der Vogel. Und es sind himmlische Korper und irdische Korper. Aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. Eine andere Klarheit hat die Sonne, eine andere Klarheit hat der Mond, eine andere Klarheit haben die Sterne; denn ein Stern ubertrifft den andern an Klarheit. Also auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesaet verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesaet in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesaet in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesaet ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Hat man einen natürlichen Leib, so hat man auch einen geistlichen Leib, wie es geschrieben stehet: Der erste Mensch, Adam, ist gemacht ins natürliche Leben und der letzte Adam ins geistliche Leben. Aber der geistliche Leib ist nicht erste, sondern der natürliche, danach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist der Herr vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. Davon sage ich aber, liebe Bruder, daß Fleisch und Blut nicht konnen das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche, Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen wir werden aber alle verwandelt werden, und dasselbige plotzlich, in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichkeit, dann wird erfullet werden das Wort, das geschrieben stehet: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Holle, wo ist dein Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum! Darum, meine lieben Bruder, seid fest, unbeweglich und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.
Zweite Lesung
Denn das Wort vom Kreuz isteine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. Denn es stehet geschrieben: Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verstandigen will ich verwerfen. Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weltweisen? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? Denn dieweil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch torichte Predigt selig zu machen die, so daran glauben, sintemal die Juden Zeichen fordern, und die Griechen nach Weisheit fragen. Wir aber predigen den gekreuzigten Christum, den Juden ein Argernis und den Griechen eine Torheit. Denen aber, die berufen sind, beide, Juden und Griechen, predigen wir Christum gottliche Kraft und gdttliche Weisheit. Denn die gottliche Torheit ist weiser, denn die Menschen sind, und die gottliche Schwachheit ist starker, denn die Menschen sind. Sehet an, liebe Bruder, euren Beruf: nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen. sondern was toricht ist vor der Welt, das hat Gott erwahlet, daß er die Weisen zuschanden machte; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwahlet, daß er zuschanden machte, was stark ist; und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwahlet, und das da nichts ist, daß er zunichte machte, was etwas ist, auf daß sich vor ihm kein Fleisch ruhme. Von welchem auch ihr herkommt in Christo Jesu, welcher uns gemacht ist von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlosung, auf daß (wie geschrieben stehet), wer sich rühmet, der ruhme sich des Herrn.
Zweite Lesung
Danach liber vierzehn Jahre zog ich abermal hinauf gen Jerusalem mit Barnabas und nahm Titus auch mit mir. Ich zog aber hinauf aus einer Offenbarung und besprach mich mit ihnen liber dem Evangelium, das ich predige unter den Heiden, besonders aber mit denen, die das Ansehen hatten, auf daß ich nicht vergeblich liefe Oder gelaufen hatte. Aber es ward auch Titus nicht gezwungen, sich zu beschneiden, der mit mir war, ob er wohl ein Grieche war. Denn da etliche falsche Brüder sich mit eingedrungen und neben eingeschlichen waren, zu verkundschaften unsere Freiheit, die wir haben in Christo Jesu, daß sie uns gefangennahmen, wichen wirdenselbigen nicht eine Stunde, untertan zu sein, auf daß die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestunde. Von denen aber, die das Ansehen hatten, welcherlei sie weiland gewesen sind, da liegt mir nichts an; denn Gott achtet das Ansehen der Menschen nicht. Mich aber haben die, so das Ansehen hatten, nichts anderes gelehret, sondern wiederum, da sie sahen, daß mir vertrauet war das Evangelium an die Vorhaut, gleichwie Petrus das Evangelium an die Beschneidung (denn der mit Petrus kraftig ist gewesen zum Apostelamt unter die Beschneidung, der ist mit mir auch kraftig gewesen unter die Heiden), und erkannten die Gnade, die mir gegeben war, Jakobus und Kephas und Johannes, die fur Saulen angesehen waren, gaben sie mir und Barnabas die rechte Hand und wurden mit uns eins, daß wir unter die Heiden, sie aber unter der Beschneidung predigten; allein daß wir der Armen gedachten, welches ich auch fleilüg bin gewesen zu tun.
Evangelium
Und er rief seine zwolf Jünger zu sich und gab ihnen Macht uber die unsaubern Geister, daß sie dieselbigen austrieben und heileten allerlei Seuche und allerlei Krankheit. Die Namen aber der zwolf Apostel sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, des Zebedaus Sohn, und Johannes, sein Bruder; Philippus und Bartholomaus; Thomas und Matthaus, der Zollner; Jakobus, des Alphaus Sohn; Lebbaus mitdem Zunamen Thaddaus; Simon von Kana und Judas Ischariot, welcher ihn verriet. Diese zwolf sandte Jesus, gebot ihnen und sprach: Gehet nicht auf der Heiden Strafte und ziehet nicht in der Samariter Stadte, sondern gehet hin zu den verloren Schafen aus dem Hause Israel. Gehet aber und prediget und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeikommen. Machet die Kranken gesund, reiniget die Aussatzigen, wecket die Toten auf, treibet die Teufel aus! Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebet es auch. Ihr sollt nicht Gold noch Silber noch Erz in euren Gurteln haben, auch keine Taschezur Wegfahrt, auch nicht zwei Rocke, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert. Wo ihr aber in eine Stadt Oder Markt gehet, da erkundiget euch, ob jemand darinnen sei, der es wert ist; und bei demselben bleibet, bis ihr von dannen ziehet. Wo ihr aber in ein Haus gehet, so grüftet dasselbige. Und so es dasselbige Haus wert ist, wird euer Friede auf sie kommen. Ist es aber nicht wert, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden. Und wo euch jemand nicht annehmen wird noch eure Rede horen, so gehet heraus von demselbigen Hause Oder Stadt und schüttelt den Staub von euren Füften. Wahrlich, ich sage euch, dem Lande der Sodomer und Gomorrer wird es ertraglicher ergehen am Jungsten Gericht denn solcher Stadt. Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wolfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben! Hutet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch überantworten vor ihre Rathauser und werden euch geifteln in ihren Schulen. Und man wird euch vor Fursten und Konige fuhren urn meinetwillen zum Zeugnis uber sie und liber die Heiden. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorget nicht, wie Oder was ihr reden sollt; denn es soil euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod überantworten und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich emporen wider ihre Eltern und ihnen zum Tode helfen. Und müsset gehasset werden von jedermann urn meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharret, der wird selig. Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so fliehet in eine andere. Wahrlich, ich sage euch, ihr werdet die Stadte Israels nicht ausrichten, bis des Menschen Sohn kommt. Der Jünger ist nicht über seinen Meister noch der Knecht über den Herrn. Es ist dem Junger genug, daß er sei wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheiften, wieviel mehr werden sie seine Hausgenossen also heiften! Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde. Was ich euch sage in Finsternis, das redet im Licht, und was ihr horet in das Ohr, das prediget auf den Dachern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib toten und die Seele nicht mogen toten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Holle. Kauft man nicht zwei Sperlinge urn einen Pfennig? Noch fallt derselbigen keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezahlet. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser denn viele Sperlinge. Darum, wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Ihr sollt nicht wahnen, daß ich kommen sei, Frieden zu senden auf Erden. Ich bin nicht kommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin kommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schnur wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater Oder Mutter mehr liebet denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn Oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, derwird's verlieren; und wer sein Leben verlieret urn meinetwillen, der wird's finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wereinen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen, derwird eines Propheten Lohn empfahen. Wereinen Gerechten aufnimmt in eines Gerechten Namen, derwird eines Gerechten Lohn empfahen. Und wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kalten Wassers tranket in eines Jungers Namen, wahrlich, ich sage euch, es wird ihm nicht unbelohnet bleiben!
Abendgebet — Zweite Lesung
Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, liebe Bruder, nicht verhalten. Ihr wisset, dafi ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Gotzen, wie ihr gefuhrt wurdet. Darum tue ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heüien ohne durch den Heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Amter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Krafte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in alien. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern, Wunderzu tun; einem andern Weissagung; einem andern, Geisterzu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und teilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Denn gleichwie ein Leib ist und hat doch viel Glieder, alle Glieder aber eines Leibes, wiewohl ihrer viel sind, sind sie doch ein Leib: also auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden Oder Griechen, Knechte Oder Freie, und sind alle zu einem Geist getranket. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. So aber der Fuß sprache: Ich bin keine Hand, darum bin ich des Leibes Glied nicht, sollte er urn deswillen nicht des Leibes Glied sein? Und so das Ohr sprache: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht des Leibes Glied, sollte es urn deswillen nicht des Leibes Glied sein? Wenn der ganze Leib Auge ware, wo bliebe das Gehor? So er ganz Gehor ware, wo bliebe der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches sonderlich am Leibe, wie er gewollt hat. So aber alle Glieder ein Glied waren, wo bliebe der Leib? Nun aber sind der Glieder viele, aber der Leib ist einer. Es kann das Auge nicht sagen zu der Hand: Ich bedarf dein nicht; Oder wiederum das Haupt zu den Fufien: Ich bedarf euer nicht; sondern vielmehr, die Glieder des Leibes, die uns dünken, die schwachsten zu sein, sind die notigsten, und die uns dünken, die unehrlichsten sein, denselbigen legen wir am meisten Ehre an, und die uns Libel anstehen, die schmücket man am meisten. Denn die uns wohl anstehen, die bedurfen's nicht. Aber Gott hat den Leib also vermenget und dem durftigen Glied am meisten Ehre gegeben, auf daß nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder fureinander gleich sorgen. Und so ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder, mit. Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil. Und Gott hat gesetzt in der Gemeinde aufs erste die Apostel, aufs andere die Propheten, aufs dritte die Lehrer, danach die Wundertater, danach die Gaben, gesund zu machen, Heifer, Regierer, mancherlei Sprachen. Sind sie alle Apostel? Sind sie alle Propheten? Sind sie alle Lehrer? Sind sie alle Wundertater? Haben sie alle Gaben gesund zu machen? Reden sie alle mit mancherlei Sprachen? Konnen sie alle auslegen? Strebet aber nach den besten Gaben! Und ich will euch noch einen kostlichern Weg zeigen.
Evangelium
Abermal ist gleich das Himmelreich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn und ging hin vor Freuden uber denselbigen und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte. Und da er eine kostliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte dieselbige. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist, damit man allerlei Gattung fanget. Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gefali zusammen; aber die faulen werfen sie weg. Also wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen und die Bosen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zahneklappen sein. Und Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden? Sie sprachen: Ja, Herr. Da sprach er: Darum, ein jeglicher Schriftgelehrter, zum Himmelreich gelehrt, ist gleich einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervortragt. Und es begab sich da Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dannen und kam in sein Vaterland und lehrete sie in ihren Schulen, also auch, dafi sie sich entsetzten und sprachen: Woher kommt diesem solche Weisheit und Taten? Ist er nicht eines Zimmermanns Sohn? Heifit nicht seine Mutter Maria und seine Bruder Jakob und Joses und Simon und Judas? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles? Und argerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgend weniger denn in seinem Vaterlande und in seinem Hause. Und er tat daselbst nicht viel Zeichen um ihres Unglaubens willen.
Evangelium
Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich der holdseligen Worte, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: Ist das nicht Josephs Sohn? Und ersprach zu ihnen: Ihrwerdetfreilichzumir sagen dies Sprichwort: Arzt, hilf dir selber! Denn wie groüe Dinge haben wir gehort zu Kapernaum geschehen? Tue auch also hier in deinem Vaterlande! Er aber sprach: Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande. Aber in der Wahrheit sage ich euch: Es waren viel Witwen in Israel zu Elias Zeiten, da der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monden, da eine große Teurung war im ganzen Lande; und zu der keiner ward Elia gesandt denn allein gen Sarepta der Sidonier, zu einer Witwe. Und viel Aussatzige waren in Israel zu des Propheten Elisa Zeiten; und der keiner ward gereiniget denn allein Naeman aus Syrien. Und sie wurden voll Zorns alle, die in der Schule waren, da sie das horeten, und stunden auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und fuhreten ihn auf einen Hugel des Berges, darauf ihre Stadt gebauet war, daß sie ihn hinabsturzeten. Aber er ging mitten durch sie hinweg.
Evangelium
Und er rief seine zwolf Jünger zu sich und gab ihnen Macht uber die unsaubern Geister, daß sie dieselbigen austrieben und heileten allerlei Seuche und allerlei Krankheit. Die Namen aber der zwolf Apostel sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, des Zebedaus Sohn, und Johannes, sein Bruder; Philippus und Bartholomaus; Thomas und Matthaus, der Zollner; Jakobus, des Alphaus Sohn; Lebbaus mitdem Zunamen Thaddaus; Simon von Kana und Judas Ischariot, welcher ihn verriet. Diese zwolf sandte Jesus, gebot ihnen und sprach: Gehet nicht auf der Heiden Strafte und ziehet nicht in der Samariter Stadte, sondern gehet hin zu den verloren Schafen aus dem Hause Israel. Gehet aber und prediget und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeikommen. Machet die Kranken gesund, reiniget die Aussatzigen, wecket die Toten auf, treibet die Teufel aus! Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebet es auch. Ihr sollt nicht Gold noch Silber noch Erz in euren Gurteln haben, auch keine Taschezur Wegfahrt, auch nicht zwei Rocke, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert. Wo ihr aber in eine Stadt Oder Markt gehet, da erkundiget euch, ob jemand darinnen sei, der es wert ist; und bei demselben bleibet, bis ihr von dannen ziehet. Wo ihr aber in ein Haus gehet, so grüftet dasselbige. Und so es dasselbige Haus wert ist, wird euer Friede auf sie kommen. Ist es aber nicht wert, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden. Und wo euch jemand nicht annehmen wird noch eure Rede horen, so gehet heraus von demselbigen Hause Oder Stadt und schüttelt den Staub von euren Füften. Wahrlich, ich sage euch, dem Lande der Sodomer und Gomorrer wird es ertraglicher ergehen am Jungsten Gericht denn solcher Stadt. Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wolfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben! Hutet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch überantworten vor ihre Rathauser und werden euch geifteln in ihren Schulen. Und man wird euch vor Fursten und Konige fuhren urn meinetwillen zum Zeugnis uber sie und liber die Heiden. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorget nicht, wie Oder was ihr reden sollt; denn es soil euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod überantworten und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich emporen wider ihre Eltern und ihnen zum Tode helfen. Und müsset gehasset werden von jedermann urn meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharret, der wird selig. Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so fliehet in eine andere. Wahrlich, ich sage euch, ihr werdet die Stadte Israels nicht ausrichten, bis des Menschen Sohn kommt. Der Jünger ist nicht über seinen Meister noch der Knecht über den Herrn. Es ist dem Junger genug, daß er sei wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheiften, wieviel mehr werden sie seine Hausgenossen also heiften! Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde. Was ich euch sage in Finsternis, das redet im Licht, und was ihr horet in das Ohr, das prediget auf den Dachern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib toten und die Seele nicht mogen toten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Holle. Kauft man nicht zwei Sperlinge urn einen Pfennig? Noch fallt derselbigen keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezahlet. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser denn viele Sperlinge. Darum, wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Ihr sollt nicht wahnen, daß ich kommen sei, Frieden zu senden auf Erden. Ich bin nicht kommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin kommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schnur wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater Oder Mutter mehr liebet denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn Oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, derwird's verlieren; und wer sein Leben verlieret urn meinetwillen, der wird's finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wereinen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen, derwird eines Propheten Lohn empfahen. Wereinen Gerechten aufnimmt in eines Gerechten Namen, derwird eines Gerechten Lohn empfahen. Und wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kalten Wassers tranket in eines Jungers Namen, wahrlich, ich sage euch, es wird ihm nicht unbelohnet bleiben!
Ein täglicher Leseplan, der fortlaufend durch die Bibel führt. Der Bibeltext ist gemeinfrei. (Luther Bibel)
Tageslesungen, jeden Morgen
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