Tageslesungen
Die für den Tag vorgesehenen Schriftlesungen, mit dem vollständigen Text in deiner Sprache. Folge jeden Morgen den täglichen Lesungen deiner Tradition — in der Bosko-App.
Erste Lesung
Ist nun bei euch Ermahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so erfullet meine Freude, daß ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habet, einmutig und einhellig seid, nichts tut durch Zank Oder eitle Ehre, sondern durch Demut achtet euch untereinander einer den andern hoher denn sich selbst. Und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, was des andern ist.
Erste Lesung
Und des HERRN Wort geschah zu mir und sprach: Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen die Kinder Ammon und weissage wider sie. Und sprich zu den Kindern Ammon: Horet des Herrn HERRN Wort! So spricht der Herr HERR: Darum daß ihr uber mein Heiligtum sprechet: Heh, es ist entheiliget! und uber das Land Israel: Es ist verwüstet! und uber das Haus Juda: Es ist gefangen weggeführt! darum siehe, ich will dich den Kindern gegen Morgen ubergeben, daß sie ihre Schldsser drinnen bauen und ihre Wohnung drinnen machen sollen; sie sollen deine Fruchte essen und deine Milch trinken. Und will Rabbath zum Kamelstall machen und die Kinder Ammon zurßchafhurde machen; und sollet erfahren, daß ich der HERR bin. Denn so spricht der Herr HERR: Darum daß du mit deinen Handen geklatschet und mit den Fuften gescharret und uber das Land Israel von ganzem Herzen so hohnisch dich gefreuet hast, darum siehe, ich will meine Hand uber dich ausstrecken und dich den Heiden zur Beute geben und dich aus den Volkern ausrotten und aus den Landern umbringen und dich vertilgen; und sollst erfahren, daß ich der HERR bin. So spricht der Herr HERR: Darum daß Moab und Seir sprechen: Siehe, das Haus Juda ist eben wie alle andern Heiden, siehe, so will ich Moab zur Seite offnen in seinen Stadten und in seinen Grenzen des edlen Landes, namlich Beth-Jesimoth, Baal-Meon und Kiriathaim, den Kindern gegen Morgen samt den Kindern Ammon, und will sie ihnen zum Erbe geben, daß man der Kinder Ammon nicht mehr gedenken soli unter den Heiden. Und will das Recht gehen lassen uber Moab, und sollen erfahren, daß ich der HERR bin. So spricht der Herr HERR: Darum daß sich Edom am Hause Juda geracht hat und damit sich verschuldet mit ihrem Rachen, darum spricht der Herr HERR also: Ich will meine Hand ausstrecken uber Edom und will ausrotten von ihm beide, Menschen und Vieh; und will sie wüste machen von Theman bis gen Dedan und durchs Schwert fallen. Und will mich an Edom rachen durch mein Volk Israel, und sollen mit Edom umgehen nach meinem Zorn und Grimm, daß sie meine Rache erfahren sollen, spricht der Herr HERR. So spricht der Herr HERR: darum daß die Philister sich geracht haben und den alten Haft gebuftet nach all ihrem Willen am Schaden (meines Volks), darum spricht der Herr HERR also: Siehe, ich will meine Hand ausstrecken über die Philister und die Krieger ausrotten und will die Ubrigen am Hafen des Meers umbringen und will grofte Rache an ihnen üben und mit Grimm sie strafen, daß sie erfahren sollen, ich sei der HERR, wenn ich meine Rache an ihnen geubet habe.
Erste Lesung
Dies sind die Sprüche Salomos, des Konigs Israels, Davids Sohns, zu lernen Weisheit und Zucht, Verstand, Klugheit, Gerechtigkeit, Recht und Schlecht, daß die Albernen witzig und die Jünglinge vernunftig und vorsichtig werden. Wer weise ist, der horet zu und bessert sich; und wer verstandig ist, der laftt ihm raten, daß ervernehme die Sprüche und ihre Deutung, die Lehre der Weisen und ihre Beispiele. Des HERRN Furcht ist Anfang zu lernen. Die Ruchlosen verachten Weisheit und Zucht. Mein Kind gehorche der Zucht deines Vaters und verlaft nicht das Gebot deiner Mutter! Denn solches ist ein schoner Schmuck deinem Haupt und eine Kette an deinem Halse. Mein Kind, wenn dich die bosen Buben locken, so folge nicht! Wenn sie sagen: Gehe mit uns, wir wollen auf Blut lauern und den Unschuldigen ohne Ursache nachstellen; wir wollen sie lebendig verschlingen wie die Holle, und die Frommen, als die hinunter in die Grube fahren; wir wollen graft Gutfinden; wir wollen unsere Hauser mit Raube füllen; wage es mit uns; es soil unser aller ein Beutel sein: mein Kind, wandle den Weg nicht mit ihnen; wehre deinem Fuft von ihrem Pfad! Denn ihre Fufte laufen zum Bosen und eilen, Blut zu vergieften. Denn es ist vergeblich, das Netz auswerfen vor den Augen der Vogel. Auch lauern sie selbst untereinander auf ihr Blut, und stellet einer dem andern nach dem Leben. Also tun alle Geizigen, daß einer dem andern das Leben nimmt.
Morgengebet — Erste Lesung
Im dritten Jahr Hoseas, des Sohns Elas, des Konigs Israels, ward Konig Hiskia, der Sohn Ahas des Konigs Judas. Und war funfundzwanzig Jahre alt, da er Konig ward, und regierete neunundzwanzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieft Abi, eine Tochter Sacharjas. Und tat, was dem HERRN wohlgefiel, wie sein Vater David. Er tat ab die Hohen und zerbrach die Saulen und rottete die Haine aus und zerstieft die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte; denn bis zu der Zeit hatten ihr die Kinder Israel gerauchert, und man hieft sie Nehusthan. Ervertrauete dem HERRN, dem Gott Israels, daß nach ihm seinesgleichen nicht war unter alien Konigen Judas, noch vor ihm gewesen. Er hing dem HERRN an und wich nicht hinten von ihm ab und hielt seine Gebote, die der HERR Mose geboten hatte. Und der HERR war mit ihm; und wo erauszog, handelte er kluglich. Dazu ward er abtrunnig vom Konige zu Assyrien und war ihm nicht untertan. Er schlug auch die Philister bis gen Gasa und ihre Grenze, von den Schlossern an bis an die festen Stadte. Im vierten Jahr Hiskias, des Konigs Judas (das war das siebente Jahr Hoseas, des Sohns Elas, des Konigs Israels), da zog Salmanesser, der Konig zu Assyrien, herauf wider Samaria und belagerte sie; und gewann sie nach dreien Jahren, im sechsten Jahr Hiskias; das ist, im neunten Jahr Hoseas, des Konigs Israels, da ward Samaria gewonnen. Und der Konig zu Assyrien fuhrete Israel weg gen Assyrien und setzte sie zu Halah und Habor, am Wasser Gosan, und in die Stadte der Meder, darum daß sie nicht gehorchet hatten der Stimme des HERRN, ihres Gottes, und ubergangen hatten seinen Bund und alies, was Mose, der Knecht des HERRN, geboten hatte; der hatten sie keinem gehorchet noch getan. Im vierzehnten Jahr aber des Konigs Hiskia zog herauf Sanherib, der Konig zu Assyrien, wider alle festen Stadte Judas und nahm sie ein. Da sandte Hiskia, der Konig Judas, zum Konige von Assyrien gen Lachis und lieft ihm sagen: Ich habe mich versundiget, kehre urn von mir; was du mir auflegest, will ich tragen. Da legte der Konig von Assyrien auf Hiskia, dem Konige Judas, dreihundert Zentner Silbers und dreiftig Zentner Goldes. Also gab Hiskia all das Silber, das im Hause des HERRN und in den Schatzen des Konigshauses funden ward. Zur selbigen Zeit zerbrach Hiskia, der Konig Judas, die Türen am Tempel des HERRN und die Bleche, die er selbst hatte uberziehen lassen, und gab sie dem Konige von Assyrien. Und der Konig von Assyrien sandte Tharthan und den Erzkammerer und den Rabsake von Lachis zum Konige Hiskia mit grafter Macht gen Jerusalem; und sie zogen herauf. Und da sie hinkamen, hielten sie an der Wassergrube bei dem obern Teich, der da liegt an der Strafte auf dem Acker des Walkmüllers. Und rief dem Konige. Da kam heraus zu ihnen Eliakim, der Sohn Hilkias, der Hofmeister, und Sebena, der Schreiber, und Joah, der Sohn Assaphs, der Kanzler. Und der Erzschenke sprach zu ihnen: Lieber, sagt dem Konige Hiskia: So spricht der grofte Konig, der Konig von Assyrien: Was ist das fur ein Trotz, darauf du dich verlassest? Meinest du, es sei noch Rat und Macht zu streiten? Worauf verlassest du denn nun dich, daß du abtrunnig von mir bist worden? Siehe, verlassest du dich auf diesen zerstoftenen Rohrstab, auf Agypten? welcher, so sich jemand drauf lehnet, wird er ihm in die Hand gehen und sie durchbohren. Also ist Pharao, der Konig in Agypten, alien, die sich auf ihn verlassen. Ob ihr aber wolltet zu mir sagen: Wir verlassen uns auf den HERRN, unsern Gott, ist's denn nicht der, des Hohen und Altare Hiskia hat abgetan und gesagt zu Juda und Jerusalem: Vor diesem Altar, der zu Jerusalem ist, sollt ihr anbeten? Nun gelobe meinem Herrn, dem Konige von Assyrien; ich will dir zweitausend Rosse geben, daß du mogest Reiter dazu geben. Wie willst du denn bleiben vor dem geringsten Herrn, einem meines Herrn Untertanen, und verlassest dich auf Agypten urn der Wagen und Reiter willen? Meinest du aber, ich sei ohne den HERRN heraufgezogen, daß ich diese Statte verderbete? Der HERR hat mich's geheilien: Zeuch hinauf in dies Land und verderbe es! Da sprach Eliakim, derßohn Hilkias, und Sebena und Joah zum Erzschenken: Rede mit deinen Knechten auf syrisch, denn wir verstehen es; und rede nicht mit uns auf judisch vor den Ohren des Volks, das auf der Mauer ist. Aber der Erzschenke sprach zu ihnen: Hat mich denn mein Herrzu deinem Herrn oderzu dirgesandt, daß ich solche Worte rede? Ja zu den Mannern, die auf der Mauer sitzen, daß sie mit euch ihren eigenen Mist fressen und ihren Ham saufen. Also stund der Erzschenke und rief mit lauter Stimme auf judisch; und redete und sprach: Horet das Wort des grolien Konigs, des Konigs von Assyrien! So spricht der Konig: Lalit euch Hiskia nicht aufsetzen; denn ervermag euch nicht zu erretten von meiner Hand. Und lalit euch Hiskia nicht vertrosten auf den HERRN, daß er saget Der HERR wird uns erretten, und diese Stadt wird nicht in die Hande des Konigs von Assyrien gegeben werden! Gehorchet Hiskia nicht! Denn so spricht der Konig von Assyrien: Nehmet an meine Gnade und kommet zu mir heraus, so soil jedermann seines Weinstocks und seines Feigenbaums essen und seines Brunnens trinken, bis ich komme und hole euch in ein Land, das eurem Lande gleich ist, da Korn, Most, Brot, Weinberge, Olbaume, 01 und Honig innen ist; so werdet ihr leben bleiben und nicht sterben. Gehorchet Hiskia nicht; denn er verfuhret euch, daß er spricht: Der HERR wird uns erretten. Haben auch die Gotter der Heiden ein jeglicher sein Land errettet von der Hand des Konigs von Assyrien? Wo sind die Gotter zu Hemath und Arphad? Wo sind die Gotter zu Sepharvaim, Hena und Iwa? Haben sie auch Samaria errettet von meiner Hand? Wo ist ein Gott unter aller Lande Gottern, die ihr Land haben von meiner Hand errettet, daß der HERR sollte Jerusalem von meiner Hand erretten? Das Volk aber schwieg stille und antwortete ihm nichts; denn der Konig hatte geboten und gesagt: Antwortet ihm nichts! Da kam Eliakim, derßohn Hilkias, der Hofmeister, und Sebena, der Schreiber, und Joah, der Sohn Assaphs, der Kanzler, zu Hiskia mit zerrissenen Kleidern und sagten ihm an die Worte des Erzschenken.
Epistel
Darum bitte ich, daß ihr nicht mude werdet urn meiner Trubsal willen, die ich fur euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heiftt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegrundet zu werden, auf daß ihr begreifen moget mit alien Heiligen, welches da sei die Breite und die Lange und die Tiefe und die Hohe, auch erkennen, daß Christum liebhaben viel besser ist denn alles Wissen, auf daß ihr erfullet werdet mit allerlei Gottesfulle. Dem aber, der überschwenglich tun kann uber alles, was wir bitten Oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Erste Lesung
Abraham war alt und wohl betaget, und der HERR hatte ihn gesegnet allenthalben. Und sprach zu seinem altesten Knecht seines Hauses, der alien seinen Gütern vorstund: Lege deine Hand unter meine Hüfte und schwore mir bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde, daß du meinem Sohn kein Weib nehmest von den Tochtem der Kanaaniter, unter welchen ich wohne; sondern daß du ziehest in mein Vaterland und zu meiner Freundschaft und nehmest meinem Sohn Isaak ein Weib. Der Knecht sprach: Wie, wenn das Weib mir nicht wollte folgen in dies Land? Soil ich dann deinen Sohn wiederbringen in jenes Land, daraus du gezogen bist? Abraham sprach zu ihm: Da hüte dich vor, daß du meinen Sohn nicht wieder dahin bringest. Der HERR, der Gott des Himmels, der mich von meines Vaters Hause genommen hat und von meiner Heimat, der mir geredet und mir auch geschworen hat und gesagt: Dies Land will ich deinem Samen geben, der wird seinen Engel vor dir her senden, daß du meinem Sohn daselbst ein Weib nehmest. So aber das Weib dir nicht folgen will, so bist du dieses Eides quitt. Alleine bringe meinen Sohn nicht wieder dorthin. Da legte der Knecht seine Hand unter die Hufte Abrahams, seines Herrn, und schwur ihm solches. Also nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und zog hin und hatte mit sich allerlei Güter seines Herrn; und machte sich auf und zog gen Mesopotamien zu der Stadt Nahors. Da liefi er die Kamele sich lagern aulien vor der Stadt bei einem Wasserbrunnen, des Abends um die Zeit, wenn die Weiber pflegten herauszugehen und Wasser zu schopfen, und sprach: HERR, du Gott meines Herrn Abraham, begegne mir heute und tu Barmherzigkeit an meinem Herrn Abraham. Siehe, ich stehe hie bei dem Wasserbrunnen, und der Leute Tochter in dieser Stadt werden herauskommen, Wasser zu schopfen. Wenn nun eine Dime kommt, zu der ich spreche: Neige deinen Krug und lal J mich trinken, und sie sprechen wird: Trinke, ich will deine Kamele auch tranken, dafi sie die sei, die du deinem Diener Isaak bescheret habest, und ich daran erkenne, daß du Barmherzigkeit an meinem Herrn getan hast. Und ehe er ausgeredet hatte, siehe, da kam heraus Rebekka, Bethuels Tochter, der ein Sohn der Milka war, welche Nahors, Abrahams Bruders, Weib war, und trug einen Krug auf ihrer Achsel. Und sie war eine sehr schone Dime von Angesicht, noch eine Jungfrau, und kein Mann hatte sie erkannt. Die stieg hinab zum Brunnen und fullete den Krug und stieg herauf. Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: Lafi mich ein wenig Wassers aus deinem Kruge trinken. Und sie sprach: Trinke, mein Herr! Und eilend lieli sie den Krug hernieder auf ihre Hand und gab ihm zu trinken. Und da sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Ich will deinen Kamelen auch schopfen, bis sie alle getrunken. Und eilete und gofi den Krug aus in die Tranke und lief aber zum Brunnen zu schopfen und schopfete alien seinen Kamelen. Der Mann aber wunderte sich ihrer und schwieg stille, bis er erkennete, ob der HERR zu seiner Reise Gnade gegeben hatte, Oder nicht. Da nun die Kamele alle getrunken hatten, nahm ereine güldene Spange, eines halben Sekels schwer, und zween Armringe an ihre Hande, zehn Sekel Goldes schwer, und sprach: Meine Tochter, wem gehorest du an? Das sage mir doch. Haben wir auch Raum in deines Vaters Hause zu herbergen? Sie sprach zu ihm: Ich bin Bethuels Tochter, des Sohnes Milkas, den sie dem Nahor geboren hat. Und sagte weiter zu ihm: Es ist auch viel Stroh und Futter bei uns und Raums genug zu herbergen. Da neigete sich der Mann und betete den HERRN an und sprach: Gelobet sei der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der seine Barmherzigkeit und seine Wahrheit nicht verlassen hat an meinem Herrn; denn der HERR hat mich den Weg gefuhret zu meines Herrn Bruders Hause. Und die Dime lief und sagte solches alles an in ihrer Mutter Hause. Und Rebekka hatte einen Bruder, der hieli Laban; und Laban liefzu dem Manne drautien bei dem Brunnen. Und als er sah die Spangen und Armringe an seiner Schwester Handen und horete die Worte Rebekkas, seiner Schwester, daß sie sprach: Also hat mir der Mann gesagt, kam er zu dem Manne, und siehe, erstund bei den Kamelen am Brunnen. Und er sprach: Komm herein, du Gesegneter des HERRN! Warum stehest du draulien? Ich habe das Haus geraumet und fur die Kamele auch Raum gemacht. Also führete er den Mann ins Haus und zaumete die Kamele ab und gab ihnen Stroh und Futter und Wasser, zu waschen seine Fülie und der Manner, die mit ihm waren, und setzte ihm Essen vor. Er sprach aber: Ich will nicht essen, bis daß ich zuvor meine Sache geworben habe. Sie antworteten: Sage her! Er sprach: Ich bin Abrahams Knecht. Und der HERR hat meinen Herrn reichlich gesegnet, und ist groli worden; und hat ihm Schafe und Ochsen, Silber und Gold, Knechte und Magde, Kamele und Esel gegeben. Dazu hat Sara, meines Herrn Weib, einen Sohn geboren meinem Herrn in seinem Alter; dem hat er alles gegeben, was er hat. Und mein Herr hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Du sollst meinem Sohn kein Weib nehmen von den Tochtern der Kanaaniter, in deren Lande ich wohne, sondern zeuch hin zu meines Vaters Hause und zu meinem Geschlecht; daselbst nimm meinem Sohn ein Weib. Ich sprach aber zu meinem Herrn: Wie, wenn mir das Weib nicht folgen will? Da sprach erzu mir: Der HERR, vor dem ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben, daß du meinem Sohn ein Weib nehmest von meiner Freundschaft und meines Vaters Hause. Alsdann sollst du meines Eides quitt sein, wenn du zu meiner Freundschaft kommst; geben sie dir nicht, so bist du meines Eides quitt. Also kam ich heute zum Brunnen und sprach: HERR, Gott meines Herrn Abraham, hast du Gnade zu meiner Reise gegeben, daher ich gereiset bin, siehe, so stehe ich hie bei dem Wasserbrunnen. Wenn nun eine Jungfrau herauskommt zu schopfen, und ich zu ihr spreche: Gib mir ein wenig Wasser zu trinken aus deinem Krug, und sie wird sagen: Trinke du, ich will deinen Kamelen auch schopfen, daß die sei das Weib, das der HERR meines Herrn Sohne bescheret hat. Ehe ich nun solche Worte ausgeredet hatte in meinem Herzen, siehe, da kommt Rebekka heraus mit einem Krug auf ihrer Achsel und gehet hinab zum Brunnen und schopfet. Da sprach ich zu ihr: Gib mir zu trinken. Und sie nahm eilend den Krug von ihrer Achsel und sprach: Trinke, und deine Kamele will ich auch tranken. Also trank ich, und sie trankte die Kamele auch. Und ich fragte sie und sprach: Wes Tochter bist du? Sie antwortete: Ich bin Bethuels Tochter, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat. Da hangete ich eine Spange an ihre Stirn und Armringe an ihre Hande; und neigete mich und betete den HERRN an und lobte den HERRN, den Gott meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg gefuhret hat, daß ich seinem Sohn meines Herrn Bruders Tochter nehme. Seid ihr nun die, so an meinem Herrn Freundschaft und Treue beweisen wollt, so saget mir's; wo nicht, so saget mir's aber, daß ich mich wende zur Rechten Oder zur Linken. Da antwortete Laban und Bethuel und sprachen: Das kommt vom HERRN; darum konnen wir nichts wider dich reden, weder Boses noch Gutes. Da ist Rebekka vor dir; nimm sie und zeuch hin, daß sie deines Herrn Sohnes Weib sei, wie der HERR geredet hat. Da diese Worte horete Abrahams Knecht, bückte er sich dem HERRN zu der Erde. Und zog hervor silberne und guldene Kleinode und Kleider und gab sie Rebekka; aber ihrem Bruder und der Mutter gab er Würze. Da a(i und trank er samt den Mannern, die mit ihm waren, und blieb uber Nacht allda. Des Morgens aber stund er auf und sprach: Lasset mich ziehen zu meinem Herrn. Aber ihr Bruder und Mutter sprachen: Lali doch die Dime einen Tag Oder zehn bei uns bleiben, danach sollstdu ziehen. Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Lasset mich, daß ich zu meinem Herrn ziehe. Da sprachen sie: Lasset uns die Dime rufen und fragen, was sie dazu sagt. Und riefen der Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Manne ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will mit ihm. Also liefien sie Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit ihrer Amme, samt Abrahams Knecht und seinen Leuten. Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du bist unsere Schwester; wachse in viel tausendmal tausend, und dein Same besitze die Tore seiner Feinde. Also machte sich Rebekka auf mit ihren Dirnen, und setzten sich auf die Kamele und zogen dem Manne nach. Und der Knecht nahm Rebekka an und zog hin. Isaak aber kam vom Brunnen des Lebendigen und Sehenden (denn erwohnete im Lande aeqen Mittag) und war ausgegangen, zu beten auf dem Felde, urn den Abend, und hub seine Augen auf und sah, daß Kamele daherkamen. Und Rebekka hub ihre Augen auf und sah Isaak; da fiel sie vom Kamel und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann, der uns entgegenkommt auf dem Felde? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Mantel und verhullete sich. Und der Knecht erzahlete Isaak alle Sache, die er ausgerichtet hatte. Da fuhrete sie Isaak in die Hütte seiner Mutter Sara und nahm die Rebekka, und sie ward sein Weib, und gewann sie lieb. Also ward Isaak getrostet über seiner Mutter.
Morgengebet — Zweite Lesung
Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus dem Brautigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren toricht, und fünf waren klug. Die torichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht 01 mit sich. Die klugen aber nahmen 01 in ihren Gefaften samt ihren Lampen. Da nun der Brautigam verzog, wurden sie alle schlafrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Brautigam kommt; gehet aus ihm entgegen! Da stunden diese Jungfrauen alle auf und schmuckten ihre Lampen. Die torichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ole; denn unsere Lampen verloschen! Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Kramern und kaufet fur euch selbst! Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Brautigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit. Und die Tur ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet! Denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Gleichwie ein Mensch, der uber Land zog, rief seinen Knechten und tat ihnen seine Guter ein. Und einem gab er funf Zentner, dem andern zwei, dem dritten einen, einem jeden nach seinem Vermogen, und zog bald hinweg. Da ging der hin, der funf Zentner empfangen hatte, und handelte mitdenselbigen und gewann andere funf Zentner. Desgleichen auch, der zwei Zentner empfangen hatte, gewann auch zwei andere. Der aber einen empfangen hatte, ging hin und machte eine Grube in die Erde und verbarg seines Herrn Geld. Uber eine lange Zeit kam der Herr dieser Knechte und hielt Rechenschaft mit ihnen. Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte andere funf Zentner dar und sprach: Herr, du hast mir funf Zentner getan; siehe da, ich habe damit andere funf Zentner gewonnen. Da sprach sein Herr zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist uber wenigem getreu gewesen; ich will dich uber viel setzen. Gehe ein zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner getan; siehe da, ich habe mit denselben zwei andere gewonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist uber wenigem getreu gewesen; ich will dich uber viel setzen. Gehe ein zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wuftte, daß du ein harter Mann bist: du schneidest, wo du nicht gesaet hast, und sammelst, da du nicht gestreuet hast. Und furchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in die Erde. Siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du Schalk und fauler Knecht! Wufttest du, daß ich schneide, da ich nicht gesaet habe, und sammle, da ich nicht gestreuet habe, so solltest du mein Geld zu den Wechslern getan haben, und wenn ich kommen ware, hatte ich das Meine zu mir genommen mit Wucher. Darum nehmet von ihm den Zentner und gebet's dem, der zehn Zentner hat! Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und wird die Fulle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. Und den unnützen Knecht werft in die aufterste Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zahneklappen. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Volker versammelt werden. Und erwird sie voneinanderscheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Bocken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Bocke zur Linken. Da wird denn der Konig sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getranket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset, Oder durstig und haben dich getranket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget, Oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank Oder gefangen gesehen und sind zu dir kommen? Und der Konig wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem unterdiesen meinen geringsten Brudern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getranket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig Oder durstig Oder einen Gast Oder nackend Oder krank Oder gefangen und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.
Antwortpsalm
Ein Lied im hohern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu dir, derdu im Himmel sitzest. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hande ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hande ihrer Frauen, also sehen unsere Augen auf den HERRN, unsern Gott, bis er uns gnadig werde. Sei uns gnadig, HERR, sei uns gnadig; denn wir sind sehr voll Verachtung. Sehr voll ist unsere Seele der Stolzen Spott und der Hoffartigen Verachtung.
Evangelium
Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisaer auf einen Sabbat, das Brot zu essen. Und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm der war wassersuchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisaern und sprach: Ist's auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn und lieft ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse Oder Esel in den Brunnen fallt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Sabbattage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gasten, da, er merkte, wie sie erwahleten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht obenan, daß nicht etwa ein Ehrlicherer denn du von ihm geladen sei, und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du mussest dann mit Scham untenan sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich untenan, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rucke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhohet, der soil erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soli erhohet werden.
Antwortpsalm
Danketdem HERRN; denn eristfreundlich, und seine Gute wahret ewiglich. Saget, die ihr erloset seid durch den HERRN, die er aus der Not erloset hat und die er aus den Landern zusammengebracht hat vom Aufgang, vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer; die irregingen in der Wüste, in ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten, hungrig und durstig und ihre Seele verschmachtet; und sie zum HERRN riefen in ihrer Not, und er sie errettete aus ihren Angsten und fuhrete sie einen richtigen Weg, daü sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konnten: die sollen dem HERRN danken urn seine Gute und urn seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, daß er sattiget die durstige Seele und füllet die hungrige Seele mit Gutem. Die da sitzen muüten in Finsternis und Dunkel, gefangen im Zwang und Eisen, darum daß sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren und das Gesetz des Hochsten geschandet hatten; darum mulite ihr Herz mit Unglück geplagt werden, daß sie dalagen, und ihnen niemand half; und sie zum HERRN riefen in ihrer Not, und er ihnen half aus ihren Angsten und sie aus der Finsternis und Dunkel fuhrete und ihre Bande zerrili: die sollen dem HERRN danken urn seine Gute und urn seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, daü er zerbricht eherne Türen und zerschlagt eiserne Riegel. Die Narren, so geplaget waren urn ihrer Ubertretung willen und urn ihrer Sunde wilien, daü ihnen ekelte vor aller Speise und wurden todkrank; und sie zum HERRN riefen in ihrer Not, und er ihnen half aus ihren Angsten; er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, daü sie nicht starben: die sollen dem HERRN danken urn seine Gute und urn seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, und Dank opfern und erzahlen seine Werke mit Freuden. Die mit Schiffen aufdem Meer fuhren und trieben ihren Handel in groften Wassern; die des HERRN Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer, wenn ersprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhub, und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund fuhren, daß ihre Seele vor Angst verzagte, daß sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wuftten keinen Rat mehr; und sie zum HERRN schrieen in ihrer Not, und er sie aus ihren Angsten führete und stillete das Ungewitter, daß die Wellen sich legten, und sie froh wurden, daß es stille worden war, und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch: die sollen dem HERRN danken um seine Gute und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, und ihn bei der Gemeine preisen und bei den Alten rühmen. Die, weichen ihre Bache vertrocknet und die Wasserquellen versieget waren, daß ein fruchtbar Land nichts trug um der Bosheit willen derer, die drinnen wohneten; und er das Trockne wiederum wasserreich machte und im durren Lande Wasserquellen; und die Hungrigen dahin gesetzt hat, daß sie eine Stadt zurichteten, da sie wohnen konnten, und Acker besaen und Weinberge pflanzen mochten und die jahrlichen Fruchte kriegten; und er sie segnete, daß sie sich fast mehreten, und ihnen viel Viehes gab; die, welch niedergedruckt und geschwacht waren von dem Bosen, der sie gezwungen und gedrungen hatte, da Verachtung auf die Fürsten geschuttet war, daß alles irrig und wüste stund; und erden Armen schutzte vor Elend und sein Geschlecht wie eine Herde mehrete. Solches werden die Frommen sehen und sich freuen; und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden. Wer ist weise und behalt dies? So werden sie merken, wieviel Wohltat der HERR erzeiget.
Antwortpsalm
Lobetden HERRN, alle Heiden; preisetihn, alle Volker! Denn seine Gnade und Wahrheit waltet uber uns in Ewigkeit. Halleluja!
Antwortpsalm
Das ist mir lieb, daß der HERR meine Stimme und mein Flehen horet, daß er sein Ohr zu mir neiget; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen. Stricke des Todes hatten mich umfangen, und Angst der Holle hatte mich getroffen; ich kam in Jammer und Not. Aber ich rief an den Namen des HERRN: 0 HERR, errette meine Seele! Der HERR ist gnadig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. Der HERR behutet die Einfaltigen. Wenn ich unterliege, so hilft er mir. Sei nun wiederzufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes. Denn du hast meine Seele aus dem Tode gerissen, mein Auge von den Tranen, meinen Fu(i vom Gleiten. Ich will wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen. Ich glaube, darum rede ich. Ich werde aber sehrgeplagt. Ich sprach in meinem Zagen: Alle Menschen sind Lügner. Wie soil ich dem HERRN vergelten alle seine Wohltat, die er an mir tut? Ich will den heilsamen Kelch nehmen und des HERRN Namen predigen. Ich will meine Gelubde dem HERRN bezahlen vor all seinem Volk. Der Tod seiner Heiligen ist wert gehalten vor dem HERRN. 0 HERR, ich bin dein Knecht; ich bin dein Knecht, deiner Magd Sohn. Du hast meine Bande zerrissen. Dir will ich Dankopfern und des HERRN Namen predigen. Ich will meine Gelubde dem HERRN bezahlen vor all seinem Volk, in den Hofen am Hause des HERRN, in dir, Jerusalem. Halleluja!
Abendgebet — Erste Lesung
Da der Konig Hiskia das horete, zerrift er seine Kleider und legte einen Sack an und ging in das Haus des HERRN. Und sandte Eliakim, den Hofmeister, und Sebena, den Schreiber, samt den altesten Priestern, mit Sacken angetan, zu dem Propheten Jesaja, dem Sohn Amoz. Und sie sprachen zu ihm: So sagt Hiskia: Das ist ein Tag der Not und Scheltens und Lasterns; die Kinder sind kommen an die Geburt, und ist keine Kraft da zu gebaren. Ob vielleicht der HERR, dein Gott, horen wollte alle Worte des Erzschenken, den sein Herr, der Konig von Assyrien, gesandt hat, Hohn zu sprechen dem lebendigen Gott und zu schelten mit Worten, die der HERR, dein Gott, gehoret hat. So hebe dein Gebet auf fur die ubrigen, die noch vorhanden sind. Und da die Knechte des Konigs Hiskia zu Jesaja kamen, sprach Jesaja zu ihnen: So saget eurem Herrn: So spricht der HERR: Furchte dich nicht vor den Worten, die du gehoret hast, damit mich die Knaben des Konigs von Assyrien gelastert haben. Siehe, ich will ihm einen Geist geben, daß er ein Gerucht horen wird und wieder in sein Land ziehen; und will ihn durchs Schwert fallen in seinem Lande. Und da der Erzschenke wiederkam, fand er den Konig von Assyrien streiten wider Libna; denn er hatte gehoret, daß er von Lachis gezogen war. Und da er horete von Thirhaka, dem Konige der Mohren: Siehe, er ist ausgezogen, mit dir zu streiten, wandte er urn und sandte Boten zu Hiskia und lieft ihm sagen: So saget Hiskia, dem Konige Judas: Laft dich deinen Gott nicht aufsetzen, auf den du dich verlassest, und sprichst: Jerusalem wird nicht in die Hande des Konigs von Assyrien gegeben werden. Siehe, du hast gehoret, was die Konige von Assyrien getan haben alien Landen und sie verbannet; und du solltest errettet werden? Haben der Heiden Gotter auch sie errettet, welche meine Vater haben verderbet: Gosan, Haran, Rezeph und die Kinder Edens, die zu Thelassar waren? Wo ist der Konig zu Hemath, der Konig zu Arphad und der Konig der Stadt Sepharvaim, Hena und Iwa? Und da Hiskia die Briefe von den Boten empfangen und gelesen hatte, ging er hinauf zum Hause des HERRN und breitete sie aus vor dem HERRN. Und betete vor dem HERRN und sprach: HERR, Gott Israels, derdu uber Cherubim sitzest, du bist allein Gott unter alien Konigreichen auf Erden, du hast Himmel und Erde gemacht. HERR, neige deine Ohren und hore, tu deine Augen auf und siehe, und hore die Worte Sanheribs, der hergesandt hat, Hohn zu sprechen dem lebendigen Gott. Es istwahr, HERR, die Konige von Assyrien haben die Heiden mitdem Schwert umgebracht und ihr Land und haben ihre Gotter ins Feuer geworfen. Denn es waren nicht Gotter, sondern Menschenhande Werk, Holz und Steine; darum haben sie sie umgebracht. Nun aber, HERR, unserßott, hilfunsaus seiner Hand, auf daß alle Konigreiche auf Erden erkennen, daß du, HERR, allein Gott bist. Da sandte Jesaja, der Sohn Amoz, zu Hiskia und liefi ihm sagen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Was du zu mir gebetet hast urn Sanherib, den Konig von Assyrien, das habe ich gehoret. Das ist's, das der HERR wider ihn geredet hat: Die Jungfrau, die Tochter Zion, verachtet dich und spottet dein; die Tochter Jerusalem schuttelt ihr Haupt dir nach. Wen hast du gehohnet und gelastert? Uber wen hast du deine Stimme erhoben? Du hast deine Augen erhoben wider den Heiligen in Israel. Du hast den HERRN durch deine Boten gehohnet und gesagt: Ich bin durch die Menge meiner Wagen auf die Hohe der Berge gestiegen, auf den Seiten des Libanon; ich habe seine hohen Zedern und auserlesenen Tannen abgehauen und bin kommen an die aufterste Herberge des Waldes seines Karmels; ich habe gegraben und ausgetrunken die fremden Wasser und habe vertrocknet mit meinen Fuftsohlen die Seen. Hast du aber nicht gehoret, daß ich solches lange zuvor getan habe, und von Anfang habe ich's bereitet? Nun, jetzt aber habe ich's kommen lassen, daß feste Stadte würden fallen in einen wüsten Steinhaufen, und die drinnen wohnen, mattwerden und sich furchten und schamen müftten und werden wie das Gras auf dem Felde und wie das grune Kraut zum Heu auf den Dachern, das verdorret, ehe denn es reif wird. Ich weift dein Wohnen, dein Aus- und Einziehen, und daß du tobest wider mich. Weil du denn wider mich tobest, und dein Gbermut vor meine Ohren heraufkommen ist, so will ich dir einen Ring an deine Nase legen und ein Gebift in dein Maui und will dich den Weg wiederum fuhren, da du herkommen bist. Und sei dir ein Zeichen: In diesem Jahr ift, was zertreten ist; im andern Jahr, was selber wachst; im dritten Jahr saet und erntet und pflanzet Weinberge und esset ihre Fruchte. Und die Tochter Juda, die errettet und uberblieben ist, wird fürder unter sich wurzeln und uber sich Frucht tragen. Denn von Jerusalem werden ausgehen, die uberblieben sind, und die Erretteten vom Berge Zion. Der Eifer des HERRN Zebaoth wird solches tun. Darum spricht der HERR vom Konige zu Assyrien also: Er soil nicht in diese Stadt kommen und keinen Pfeil drein schieften und kein Schild davor kommen und soli keinen Wall drum schütten, sondern ersoll den Weg wiederum ziehen, den er kommen ist, und soil in diese Stadt nicht kommen; der HERR sagtes. Und ich will diese Stadt beschirmen, daß ich ihr helfe urn meinetwillen und urn Davids, meines Knechts, willen. Und in derselben Nacht fuhr aus der Engel des HERRN und schlug im Lager von Assyrien hundertundfunfundachtzigtausend Mann. Und da sie sich des Morgens fruhe aufmachten, siehe, da lag es alles eitel tote Leichname. Also brach Sanherib, der Konig von Assyrien, auf und zog weg und kehrete urn; und blieb zu Ninive. Und da eranbetete im Hause Nisrochs, seines Gottes, schlugen ihn mit dem Schwert Adramelech und Sarezer, seine Sohne; und sie entrannen ins Land Ararat. Und sein Sohn Assar-Haddon ward Konig an seiner Statt.
Zweite Lesung
Und auch euch, da ihr tot waret durch Ubertretungen und Sunden, in welchen ihrweiland gewandelt habt nach dem Lauf dieser Welt und nach dem Fursten, der in der Luft herrschet, namlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens, unter welchen wir auch alle weiland unsern Wandel gehabt haben in den Lusten unsers Fleisches, und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleichwie auch die andern; aber Gott, der da reich ist von Barmherzigkeit, durch seine grolie Liebe, damit er uns geliebet hat: da wir tot waren in den Sunden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht (denn aus Gnaden seid ihr selig worden) und hat uns samt ihm auferwecket und samt ihm in das himmlische Wesen gesetzt in Christo Jesu, auf dafi er erzeigete in den zukünftigen Zeiten den uberschwenglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte uber uns in Christo Jesu. Denn aus Gnaden seid ihr selig worden durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daü wir darinnen wandeln sollen. Darum gedenket daran, daß ihr, die ihr weiland nach dem Fleisch Heiden gewesen seid und die Vorhaut genannt wurdet von denen, die genannt sind die Beschneidung nach dem Fleisch, die mit der Hand geschieht, daß ihr zu derselbigen Zeit waret ohne Christum, fremd und aulier der Burgerschaft Israels und fremd von den Testamenten der Verheiliung; daher ihr keine Hoffnung hattet und waret ohne Gott in der Welt. Nun aber, die ihr in Christo Jesu seid und weiland feme gewesen, seid nun nahe worden durch das Blut Christo. Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins hat gemacht und hat abgebrochen den Zaun, der dazwischen war, in dem, daß erdurch sein Fleisch wegnahm die Feindschaft, namlich das Gesetz, so in Geboten gestellet war, auf daß er aus zweien einen neuen Menschen in ihm selber schaffete und Frieden machete, und daß er beide versohnete mit Gott in einem Leibe durch das Kreuz; und hat die Feindschaft getotet durch sich selbst und ist kommen, hat verkundiget im Evangelium den Frieden euch, die ihr feme waret, und denen, die nahewaren. Denn durch ihn haben wirden Zugang alle beide in einem Geiste zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gaste und Fremdlinge, sondern Burger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauetaufden Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist auf welchem derganze Bau, ineinandergefuget, wachset zu, einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes. im Geist.
Zweite Lesung
Und dem Engel der Gemeinde zu Sardes schreibe: Das saget, der die Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich weid deine Werke; denn du hast den Namen, dad du lebest, und bist tot. Sei wacker und starke das andere, das sterben will; denn ich habe deine Werke nicht vollig erfunden vor Gott. So gedenke nun, wie du empfangen und gehoret hast, und halte es und tu Bude! So du nicht wirst wachen, werde ich uber dich kommen wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, welche Stunde ich uber dich kommen werde. Du hast auch wenig Namen zu Sardes, die nicht ihre Kleider besudelt haben; und sie werden mit mir wandeln in weiden Kleidern; denn sie sind's wert. Wer uberwindet, der soil mit weiden Kleidern angelegt werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Wer Ohren hat, der hore, was der Geist den Gemeinden sagt! Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe: Das saget der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlussel Davids, der auftut und niemand zuschließet, der zuschließet und niemand auftut: Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tur, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde geben aus des Satanas Schule, die da sagen, sind Juden, und sind's nicht, sondern lügen. Siehe, ich will sie machen, daß sie kommen sollen und anbeten zu deinen Fußen und erkennen, daß ich dich geliebet habe. Dieweil du hast behalten das Wort meiner Geduid, will ich auch dich behalten vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird uber den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die da wohnen auf Erden. Siehe, ich komme bald! Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme! Wer uberwindet den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und soil nicht mehr hinausgehen. Und will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt, von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen. Wer Ohren hat, der hore, was der Geist den Gemeinden sagt! Und dem Engel der Gemeinde zu Laodicea schreibe: Das saget Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Kreatur Gottes: Ich weift deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt Oder warm warest! Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe garsattund bedarf nichts, und weiftt nicht, daß du bist elend und jammerlich, arm, blind und bloli. Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchlautert ist, daß du reich werdest, und weifte Kleider, daß du dich antust, und nicht offenbaret werde die Schande deiner Blofte; und salbe deine Augen mit Augensalbe, daß du sehen mogest. Welche ich liebhabe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleiftig und tu Bufte! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme horen wird und die Tur auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und ermit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Stuhl zu sitzen; wie ich überwunden habe und bin gesessen mit meinem Vater auf seinem Stuhl. Wer Ohren hat, der hore, was der Geist den Gemeinden sagt!
Zweite Lesung
Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die bruderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht trage, was ihr tun sollt. Seid brunstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit. Seid frohlich in Hoffnung; geduldig in Trubsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Frohlichen und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Haltet euch nicht selbst fur klug. Vergeltet niemand Boses mit Bosem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. 1st es mbglich, soviel an euch ist, so habt mit alien Menschen Frieden.
Zweite Lesung
Denn damit wird das vorige Gesetz aufgehoben, darum daß es zu schwach und nicht nütze war (denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen), und wird eingefuhret eine bessere Hoffnung, durch welche wirzu Gott nahen; und dazu, das viel ist, nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester worden; dieser aber mit dem Eid durch den, der zu ihm spricht: Der Herr hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks. Also eines so viel besseren Testaments Ausrichter ist Jesus worden. Und jener sind viel, die Priester wurden, darum daß sie der Tod nicht bleiben lieft; dieser aber darum, daß er bleibet ewiglich, hat er ein unverganglich Priestertum; dahererauch selig machen kann immerdar, die durch ihn zu Gott kommen, und lebet immerdar und bittet fur sie.
Evangelium
Aber an der Sabbate einem sehr fruhe kamen sie zum Grabe und trugen die Spezerei, die sie bereitet hatten, und etliche mit ihnen. Sie fanden aber den Stein abgewalzet von dem Grabe und gingen hinein und fanden den Leib des Herm Jesu nicht. Und da sie darum bekümmert waren, siehe, da traten zu ihnen zwei Manner mit glanzenden Kleidern. Und sie erschraken und schlugen ihre Angesichte nieder zu der Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenket daran, wie er euch sagte, da er noch in Galilaa war, und sprach: Des Menschen Sohn muft uberantwortet werden in die Hande der Sunder und gekreuziget werden und am dritten Tage auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte. Und sie gingen wieder vom Grabe und verkundigten das alles den Elfen und den andern alien. Es war aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und andere mit ihnen, die solches den Aposteln sagten. Und es deuchten sie ihre Worte eben, als waren's Marlein, und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stund auf und lief zum Grabe und buckete sich hinein und sah die leinenen Tucher ailein liegen und ging davon; und es nahm ihn wunder, wie es zuginge. Und siehe, zwei aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldwegs weit, des Name heißt Emmaus. Und sie redeten miteinandervon alien diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich miteinander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, dafi sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das fur Reden, die ihrzwischen euch handelt unterwegs, und seid traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleophas und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, machtig von Taten und Worten vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten uberantwortet haben zur Verdammnis des Todes und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlosen. Und uber das alles ist heute der dritte Tag, dafi solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind fruhe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen, sie haben ein Gesichtder Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden's also, wie die Weiber sagten; aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren und trages Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben! Mul Jte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und ting an von Mose und alien Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen. Und er stellete sich, als wollte er furder gehen. Und sie notigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankete und brach's und gab's ihnen. Da wurden ihre Augen geoffnet und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift offnete? Und sie stunden auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Elfe versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. Und sie erzahleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt ware an dem, da erdas Brot brach. Da sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und furchteten sich, meineten, sie sahen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Sehet meine Hande und meine Füße, ich bin's selber; fühlet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeigte er ihnen Hande und Fül Je. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden und sich verwunderten, sprach erzu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stuck von gebratenem Fisch und Honigseims. Und ernahm's und ali vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfullet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mose's, in den Propheten und in Psalmen. Da offnete er ihnen das Verstandnis, daß sie die Schrift verstunden. Und sprach zu ihnen: Also ist's geschrieben, und also mußte Christus leiden und auferstehen von den Toten am dritten Tage und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sunden unter alien Volkern und anheben zu Jerusalem. Ihr aber seid des alles Zeugen. Und siehe, ich will auf euch senden die Verheifiung meines Vaters. Ihr aber sollt in der Stadt Jerusalem bleiben, bis daß ihr angetan werdet mit Kraft aus der Hohe. Er fuhrete sie aber hinaus gen Bethanien und hub die Hande auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhrauf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten wieder gen Jerusalem mitgroßer Freude. Und waren allewege im Tempel, preiseten und lobeten Gott.
Abendgebet — Zweite Lesung
Bin ich nicht ein Apostel? Bin ich nicht frei? Habe ich nicht unsern Herrn Jesum Christum gesehen? Seid nicht ihr mein Werk in dem Herrn? Bin ich andern nicht ein Apostel, so bin ich doch euer Apostel; denn das Siegel meines Apostelamts seid ihr in dem Herrn. Wenn man mich fragt, so antworte ich also: Haben wir nicht Macht zu essen und zu trinken? Haben wir nicht auch Macht, eine Schwester zum Weibe mit umherzuführen wie die andern Apostel und des Herrn Bruder und Kephas? Oder haben allein ich und Barnaba nicht Macht, solches zu tun? Welcher ziehtjemals in den Krieg auf seinen eigenen Sold? Welcher pflanzet einen Weinberg und isset nicht von seiner Frucht, Oder welcher weidet eine Herde und isset nicht von der Milch der Herde? Rede ich aber solches auf Menschenweise? Sagt nicht solches das Gesetz auch? Denn im Gesetz Mose's stehet geschrieben: Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, der da drischet. Sorget Gott fur die Ochsen? Odersagter's nicht allerdinge um unsertwillen? Denn es istja um unsertwillen geschrieben. Denn der da pfluget, soli auf Hoffnung pflugen, und der da drischt, soil auf Hoffnung dreschen, daß er seiner Hoffnung teilhaftig werde. So wir euch das Geistliche saen, ist's ein groß Ding, ob wir euer Leibliches ernten? So aber andere dieser Macht an euch teilhaftig sind, warum nicht viel mehr wir? Aber wir haben solche Macht nicht gebraucht, sondern wir vertragen allerlei, daß wir nicht dem Evangelium Christi ein Hindernis machen. Wisset ihr nicht, daß, die da opfern essen vom Opfer, und die des Altars pflegen, genießen des Altars? Also hat auch der Herr befohlen daß, die das Evangelium verkundigen; sollen sich vom Evangelium nahren. Ich aber habe der keines gebraucht. Ich schreibe auch nicht darum davon, daß es mit mir also sollte gehalten werden. Es ware mir lieber, ich sturbe, denn daß mirjemand meinen Ruhm sollte zunichte machen. Denn daß ich das Evangelium predige, darf ich mich nicht ruhmen; denn ich muß es tun. Und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte! Tue ich's gerne, so wird mirgelohnet; tue ich's aber ungerne, so ist mir das Amt doch befohlen. Was ist denn nun mein Lohn? Namlich daß ich predige das Evangelium Christi und tue dasselbige frei, umsonst, auf daß ich nicht meiner Freiheit mißbrauche am Evangelium. Denn wiewohl ich frei bin von jedermann, hab 1 ich mich doch selbst jedermann zum Knechte gemacht, auf daß ich ihrer viel gewinne. Den Juden bin ich worden als ein Jude, auf daß ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich worden als unter dem Gesetz, auf daß ich, die, so unter dem Gesetz sind, gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich als ohne Gesetz worden (so ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin in dem Gesetz Christi), auf daß ich die, so ohne Gesetz sind, gewinne. Den Schwachen bin ich worden als ein Schwacher, auf daß ich die Schwachen gewinne. Ich bin jedermann allerlei worden, auf daß ich allenthalben ja etliche selig mache. Solches aber tue ich um des Evangeliums wülen, auf daß ich sein teilhaftig werde. Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet! Ein jeglicher aber, der da kampfet, enthalt sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergangliche Krone empfangen, wir aber eine unvergangliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als, der in die Luft streichet, sondern ich betaube meinen Leib und zahme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde.
Evangelium
Nachdem aber Johannes überantwortet ward, kam Jesus nach Galilaa und predigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeikommen. Tut Bufte und glaubt an das Evangelium! Da er aber an dem Galilaischen Meerging, sah er Simon und Andreas, seinen Bruder, daß sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Folget mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen. Alsbald verlieften sie ihre Netze und folgeten ihm nach. Und da ervon dannen ein wenig furbaft ging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedaus, und Johannes, seinen Bruder, daß sie die Netze im Schiff flickten; und bald rief er sie. Und sie lieften ihren Vater Zebedaus im Schiff mit den Tagelohnern und folgeten ihm nach.
Evangelium
Da traten zu ihm die Zwolfe und sprachen zu ihm: Lafi das Volk von dir, dafi sie hingehen in die Markte umher und in die Dorfer, daß sie Herberge und Speise finden; denn wir sind hier in der Wüste. Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr denn fünf Brote und zwei Fische; es sei denn, daß wir hingehen sollen und Speise kaufen fur so groß Volk. (Denn es waren bei funftausend Mann.) Er sprach aber zu seinen Jungern: Lasset sie sich setzen bei Schichten, je funfzig und funfzig. Und sie taten also und setzten sich alle. Da nahm er die funf Brote und zwei Fische und sah auf gen Himmel und dankete daruber, brach sie und gab sie den Jungern, daß sie dem Volk vorlegten. Und sie aßen und wurden alle satt; und wurden aufgehoben, was ihnen uber blieb von Brocken, zwolf Korbe.
Evangelium
Zu der Zeit kam Johannes der Taufer und predigte in der Wuste des judischen Landes und sprach: Tut Bufie; das Himmelreich ist nahe herbeikommen! Und er ist der, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat und gesprochen: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wuste: Bereitet dem Herrn den Weg und machet richtig seine Steige! Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel urn seine Lenden; seine Speise aber war Heuschrecken und wilder Honig. Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und das ganze judische Land und alle Lander an dem Jordan und liefien sich taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sunden. Da er nun viel Pharisaer und Sadduzaer sah zu seiner Taufe kommen, sprach erzu ihnen: Ihr Otterngezuchte, wer hat denn euch geweiset, dafi ihr dem kunftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, tut rechtschaffene Fruchte der Bulie! Denket nur nicht, daß ihr bei euch wollt sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. Es ist schon die Axt den Baumen an die Wurzel gelegt. Darum, welcher Baum nicht gute Fruchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Ich taufe euch mit Wasser zur Bulie; der aber nach mir kommt, ist starker denn ich, dem ich auch nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Und er hat seine Worfschaufel in der Hand; er wird seine Tenne fegen und den Weizen in seine Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit ewigem Feuer Zu der Zeit kam Jesus aus Galilaa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen lielie. Aber Johannes wehrete ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommest zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lali jetzt also sein; also gebuhrt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfullen. Da lieli er's ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf uber ihm. Und Johannes sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herabfahren und uber ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.
Ein täglicher Leseplan, der fortlaufend durch die Bibel führt. Der Bibeltext ist gemeinfrei. (Luther Bibel)
Tageslesungen, jeden Morgen
In Bosko warten die Lesungen des Tages jeden Morgen auf dich — markiere jede als gelesen, damit du nie den Überblick verlierst, lies sie in einer von 30 Übersetzungen und verweile bei einer kurzen Betrachtung. Die Tageslesungen deiner Tradition — nachverfolgt und immer griffbereit.

